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Kampf gegen den Borkenkäfer

Harvester „Königstiger“

Ziel von Nationalparken in aller Welt ist die vom Menschen ungezügelte freie Entfaltung der Natur. Auf dem größten Teil der Schutzgebietsfläche soll die Natur nach ihren eigenen Gesetzen handeln dürfen, so auch in Fichtenwäldern, wenn diese z.B. durch Borkenkäfer, wie seit vielen Jahrtausenden von der Natur eingerichtet, immer wieder natürlich verjüngt werden. Selbstverständlich wird jedoch in der menschlich geprägten und historisch gewachsenen Kulturlandschaft Mitteleuropas bei Ausweisung von Nationalparken auf benachbarte Wirtschaftswälder Rücksicht genommen.

So wird in den Randbereichen des Nationalparks Bayerischer Wald die Borkenkäfer-Art „Buchdrucker“, um Nachbarwälder vor seinem Befall zu schützen, auch heuer wieder bekämpft. In geeignetem Gelände sind mehrere moderne Holzerntemaschinen vom Typ Harvester im Einsatz.

Während in den Naturzonen des Nationalpark Bayerischer Wald entsprechend dem Nationalparkprinzip „Natur Natur sein lassen“ alle Vorgänge naturgesteuert ablaufen und somit der Borkenkäfer sich nach seinen eigenen Gesetzen verbreiten kann, ist in den Randzonen und in den bisher nicht zu Naturzonen erklärten Flächen des Erweiterungsgebiets in Richtung Bayerisch Eisenstein den Borkenkäfern massiver Kampf angesagt. Dazu gehört bis auf wenige Ausnahmen auch die Aufarbeitung der vom Orkan Kyrill im Januar niedergeworfenen Bäume, um den Borkenkäfern geeignetes Brutmaterial zu entziehen.

In aus Naturschutzsicht unbedenklichen Bereichen werden zur schnellstmöglichen Aufarbeitung auch Maschinen eingesetzt, um ein Überfliegen von Borkenkäfern auf benachbarte Wälder unter allen Umständen zu verhindern. Je nach Geländeart wird mit verschiedenen Methoden gearbeitet. Am eindruckvollsten ist die Aufarbeitung der Bäume mit modernen Holzerntemaschinen, die das Fällen, Entasten, Ablängen und das Ablegen an die Rückegasse oder Waldstraße in einem Zug übernehmen können.

Harvester "Hannibal"

Mit dem großen Harvester „Hannibal“ werden bis zu 40 m hohe Bäume am Stammfuß abgesägt, manchmal sogar stehend durch das Gelände transportiert und an passender Stelle zu Boden gelegt. Anschließend werden die Stämme waagrecht entastet und für den Transport in geeignete Längen geschnitten. Ein so genannter Forwarder verfrachtet dann die Stämme auf ein Fahrgestell und bringt sie zum Lagerplatz an der Waldstraße.

Am Ende der Arbeitskette verladen Holztransporter die Stämme und fahren sie zur Verwertung in Sägewerke. Damit sind die für Fichten-Wirtschaftwälder gefährlichen Borkenkäfer aus dem Wald entfernt und unschädlich gemacht.

Sehen Sie dazu auch das Königstiger-Video das den Harvester „Königstiger“ bei der Windwurfaufarbeitung in den Hochlagen des Erweiterungsgebiets zeigt. Es ist kaum zu glauben, wenn für einen Fichtenbaum, der ca. 150 Jahre zum Wachsen brauchte, nicht einmal die halbe Zahl an Sekunden für die Aufarbeitung benötigt wird.

siehe auch

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