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 **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald** **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald**
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 +=====Braucht die Region eine Biosphäre?​=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=87&​t=1530181133&​tok=d71f08&​media=glasarche_sonnenanker1_k.jpg?​200|die Glasarche als Sonnenanker}}
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 +**Diskussionsrunde zum 15. Geburtstag der Glasarche am Lusen**
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 +Aus der wilden Natur rund um den [[Lusen]] ist sie nicht mehr wegzudenken. Die [[Glasarche]] am Fuße der Himmelsleiter steht dort als verbindendes Element zwischen Traditionen,​ zwischen Menschen und zwischen Ländern. Zu ihrem 15. Geburtstag diskutierte ein vielschichtig besetztes Podium über künftige Wege der trinationalen Zusammenarbeit zwischen Bayern, Böhmen und Oberösterreich. Und über die Frage, ob sich die Region wieder um den von der UN verliehenen Titel Biosphärenreservat bewerben sollte.
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 +Vorab konnten die gut 50 Zuhörer der Veranstaltung erstmal kreativ werden. Unter der Anleitung von Künstlerin Gabi Hanner wurden aus Ton und Naturmaterialien wie Zweigen, Bucheckern oder Herbstlaub viele kleine Archen geformt. „Das Boot ist für mich ein Symbol des Lebens“, so Hanner. ​ Und so war die Aktion, die von der Alphornbläsern-Kombo alPHorniker umrahmt wurde, ein lebhafter Einstieg in eine ebenso lebhafte Diskussion.
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 +Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl führte am Anfang ins Feld, dass es bereits jetzt eine „intensive,​ freundschaftliche und kollegiale Zusammenarbeit“ mit dem Nachbar-Nationalpark Šumava gibt. Dies sei vor allem daher sehr erfreulich, weil „wir ein und dieselbe Natur verwalten und schützen und gleiche Ziele verfolgen“. Zudem gebe es auch derzeit schon Projekte mit Partnern in Oberösterreich – etwa im Bereich der Umweltbildung und der Forschung. Zu viele Schutzgebietskategorien könnte die Bevölkerung als „Wirrwarr“ empfinden, so Leibl. Schließlich gebe es in der Region noch Naturparks, Naturschutzgebiete und Natura-2000-Flächen.
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 +Viel wichtiger als den Titel Biosphärenreservat hält auch Dr. Olaf Heinrich, Präsidiumsmitglied der Europaregion Donau-Moldau,​ die Bemühungen,​ „dass die Grenze, die seit mehreren Jahrzehnten offen ist, auch in den Köpfen schrittweise verschwindet“. Dazu brauche es vielleicht auch eine Art „geistige Regionalentwicklung“. Außerdem gebe es auch ohne die UNESCO-Anerkennung als Biosphärengebiet schon jetzt zahlreiche Möglichkeiten,​ sich verbindende Projekte fördern zu lassen.
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 +Von vielen Erfolgen in seiner Gegend berichtete Michael Geier, der Leiter des bayerischen Teils des Biosphärenreservats Rhön. „Dank des Biosphärenreservats ist eine enge kommunale Zusammenarbeit zwischen zwei bayerischen,​ zwei thüringischen und einem hessischen Landkreis geschaffen worden.“ Er gab jedoch zu bedenken, dass der Titel Biosphärenreservat nur dann erstrebenswert sei, wenn es neben der breiten Unterstützung der Bevölkerung auch klare Ziele für die Zukunft der Region gibt, die von allen relevanten kommunalen Entscheidungsträgern in Bayern, Böhmen und Oberösterreich mitgetragen werden.
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 +Ein Schutzkonzept sollte nicht einfach von oben auferlegt werden, fand auch Rupert Fartacek, Geschäftsführer der Böhmerwaldschule in Österreich. Für ein reibungsloses Miteinander im [[Dreiländereck]] sieht Fartacek noch ein paar ganz praktische Hürden: „Es ist etwa erschreckend,​ wie lange es dauert von Freyung zu uns in den Böhmerwald mit dem Bus zu kommen.“ Die Naturschätze hingegen seien schon gut vernetzt, über das europaweite Natura-2000-Schutzgebietssystem.
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 +Und so war man sich am Ende zumindest in einer Sache einig: Biosphäre ja oder nein – wichtig sei vor allem, dass die Region sich in Zukunft noch mehr als eine Einheit versteht. Und dass die schützenswerte Natur erhalten bleiben muss. Da kommt dann auch wieder die symbolhafte Arche ins Spiel: „Das Transparente und Brüchige des Glases vermittelt, dass die Welt in Gefahr sein kann und das man Orte braucht, die etwas Bewahrendes und Schützendes,​ symbolisiert durch die offene Holz-Hand, haben“, stellte Pfarrerin Sonja Schuster fest. Und da sei man in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava schon auf einem sehr guten Weg.
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 +=====Rinder haben den Hochschachten verlassen, Premiere geglückt=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1538584351&​tok=06f264&​media=rinder_verlassen_den_hochschachten.jpg?​200|Nationalparkmitarbeiter bringen das Rote Höhenvieh vom Hochschachten auf Zwischenweiden bei Kreuzstraßl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Premiere auf zweiter Weidefläche geglückt** – „Tiere haben sich sichtlich wohl gefühlt“
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 +Auf dem [[Ruckowitzschachten]] in der Nähe des Großen Falkensteins gehören die nationalparkeigenen Rinder seit einigen Jahren zum gewohnten Erscheinungsbild. Heuer jedoch gab die aktuell zehn Tiere große Herde eine Premiere und weidete auch auf einer zweiten Fläche inmitten des Schutzgebiets – auf dem [[Hochschachten]],​ der oberhalb der Trinkwassertalsperre Frauenau liegt. Jetzt ist die Hochlagensaison für die Vierbeiner jedoch beendet.
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 +„Die Tiere haben sich auch dort sichtlich wohl gefühlt“,​ bilanziert Jochen Linner, der beim Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. „Und nach unserer ersten Einschätzung,​ hat das Rote Höhenvieh auch den Hochschachten so gut abgefressen,​ wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die alte Haustierrasse ist im Rahmen des auslaufenden LIFE+ Projekts im Einsatz, um die schachtentypische Vegetation, etwa Borstgras und Arnika, zu fördern. Denn diese und weitere Arten profitieren vom selektiven Fressverhalten der Vierbeiner. Finanziell gefördert wird das Projekt von der EU und vom Bayerischen Naturschutzfonds.
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 +Die Beweidung der beiden Schachten wird auch im nächsten Sommer fortgesetzt. Bis dahin überwintern die Tiere auf Weiden bei [[Kreuzstraßl]] sowie im Bereich des Tier-Freigeländes des Nationalparkzentrums Falkenstein.  ​
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 +=====61 neue Junior Ranger=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=110&​t=1538580125&​tok=64f77c&​media=neue_junior_ranger.jpg?​200|Stolz präsentierten die neuen Junior Ranger ihre Zertifikate. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Abschlussfeier des Sommerferienprogramms** – „Großer Dienst für die Region“
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 +Sich einfach mal in die wilde Natur entführen lassen. Einsame Flecken erkunden. Pilze und Insekten unter die Lupe nehmen. Gipfel erklimmen. All das und noch viel mehr können Fünftklässler Jahr für Jahr beim Junior-Ranger-Einführungsprogramm des Nationalparks Bayerischer Wald erleben. In den Sommerferien haben 61 Kinder aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau dieses Abenteuer gewagt. Nun gab’s im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus die Teilnahme-Zertifikate dafür überreicht. ​
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 +„Wir freuen uns riesig, dass wir auch heuer wieder so viele junge Leute aus der Region für unser einmaliges Schutzgebiet begeistern konnten“, berichtete Michael Großmann, Leiter der Nationalparkwacht. Schon in den Pfingstferien hatten sich 50 Kinder am viertägigen Angebot beteiligt. Insgesamt gab’s bereits 21 Junior-Ranger-Jahrgänge mit fast 3000 Teilnehmern.
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 +„In der Schule beschäftigt man sich viel mit der Natur“, sagte Alexander Muthmann, Vorsitzender des Junior-Ranger-Vereins,​ „aber wenn man sich draußen selbst ein Bild davon machen kann, wird viel klarer, was Nationalpark wirklich bedeutet.“ Er sei sehr dankbar, dass die Ranger es dem Nachwuchs immer wieder ermöglichen,​ die Natur vor ihrer eigenen Haustür so gut kennenzulernen.
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 +Als „großen Dienst für die Region“ lobte das Projekt schließlich Toni Domani ​ von der Sparkasse Regen-Viechtach,​ die die Junior Ranger zusammen mit der Sparkasse Freyung-Grafenau schon lange finanziell fördert. „Es gibt viele Kinder, die den Großteil ihrer Freizeit vor dem Handy oder Computer sitzen, umso wichtiger ist es, dem entgegenzuwirken.“ Begeisterung für Natur zu wecken sei dazu ein gutes Gegenkonzept.
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 +Nach den Grußworten der Ehrengäste weckte Mario Schmid, Geschäftsführer des Junior-Ranger-Vereins,​ noch Lust daran, weiter aktiv am Ball zu bleiben und Mitglied im Junior-Ranger-Verein zu werden. Dort werden regelmäßig Ausflüge mit Rangern in den Nationalpark organisiert. Wer länger dabei bleibt, hat sogar die Chance, sich mit Junior Rangern aus ganz Europa auszutauschen. So waren allein heuer junge Ehrenamtliche aus dem Bayerischen Wald bei Treffen mit Kindern aus anderen Schutzgebieten dabei, die in Dänemark, dem Schwarzwald oder Mecklenburg-Vorpommern stattfanden.
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 +=====Bei den Kippen-Kasten sind die Raucher gefragt=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=69&​t=1538147735&​tok=834bd1&​media=kippen-kasten.jpg?​200|Zusammen mit den Neuntklässlern des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums nahm Nationalparkmitarbeiterin Karin Kirchner den ersten Kippen-Kasten in Betrieb. (Foto: Annette Nigl / Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)}}
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 +**Zigarettenstumpen können hier entsorgt werden** – Aktion im Rahmen der Anti-Müll-Kampagne der Nationalparkverwaltung
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 +„Müll aus, Natur an“ heißt die Anti-Müll-Kampagne des Nationalparks Bayerischer Wald, die seit Anfang dieses Jahres läuft. In einer ersten Aktion wurden Hundebesitzer dafür sensibilisiert,​ Hundekotbeutel nicht in der Natur zu entsorgen. Die zweite Aktion richtet sich nun an Raucher.
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 +„Wir stellen im Nationalpark fest, dass Raucher ihre Zigarettenstumpen einfach auf den Wegen oder am Wegesrand liegen lassen“, erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Diesem achtlosen Handeln wolle man nun mit Aufklärung entgegentreten. „Eine Zigarettenkippe enthält bis zu 4000 Giftstoffe und kann 50 Liter Wasser ungenießbar machen.“ Vielen Besuchern sei nicht bewusst, welch negative Folgen Abfall in der Natur verursache. „Daher klären wir unsere Gäste nun verstärkt darüber auf – etwa mit Plakaten und über die sozialen Medien.“
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 +Und speziell für die Raucher werden in den stark frequentierten Bereichen des Nationalparks – wie etwa an den Parkplätzen der Tier-Freigelände,​ am Park & Ride-Parkplatz in Spiegelau, am Hans-Eisenmann-Haus oder am Haus zur Wildnis – „Ballot Bins“ aufgestellt. „Die Idee kommt aus England, bei uns heißen sie Kippen-Kasten“,​ erklärt Karin Kirchner, im Nationalpark zuständig für die Anti-Müll-Kampagne. „Ist die Zigarette zu Ende geraucht, können die Stumpen in den Kippen-Kasten entsorgt werden.“ Das besondere an der ganzen Sache: „Auf jedem Kippen-Kasten findet der Raucher eine Frage mit zwei möglichen Antworten.“ Unter den zwei Antworten sind Schlitze, in die der Raucher seine Kippe hineinwerfen kann – „je nachdem für welche Antwort er sich entscheidet“,​ erklärt Karin Kirchner.
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 +Bei der Ausarbeitung der Fragen erhielt die Nationalparkverwaltung Unterstützung vom Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium in Grafenau und von der der Paul-Friedl-Mittelschule in Riedlhütte. „Die Schüler haben sich verschiedene Fragen und jeweils zwei Antworten überlegt“,​ erklärt Karin Kirchner. Zum Beispiel „Wann wurde der Nationalpark Bayerischer Wald gegründet?​“ oder „Welches Tier bringt mehr auf die Waage – Braunbär oder Elch?“.
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 +Bei der „Einweihung“ des ersten Kippen-Kastens direkt am Gebäude der Nationalparkverwaltung in Grafenau war auch die 9. Klasse des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums mit ihren Lehrern Christian Haeuschkel und Dr. Thomas Feicht dabei. „Es ist toll, dass ihr bei unserer Aktion mitgemacht und uns unterstützt habt“, sagte Karin Kirchner und gab den Gymnasiasten noch einige Infos zur Müllkampagne.
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 +=====Hochschachten ist wieder beweidet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1535395349&​tok=02a2a4&​media=hochschachten_ist_wieder_beweidet.jpg?​200|Die zehnköpfige Rinderherde des Nationalparks ist wohlbehalten auf dem Hochschachten angekommen. ​ (Foto: Josef Nußhardt/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Rotes Höhenvieh zieht im Rahmen des LIFE+ Projekts erstmals auf zweiten Schachten
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 +Seit 2014 gehört es im Sommer zum gewohnten Bild, dass auf dem [[Ruckowitzschachten]] unterhalb des Großen Falkensteins wieder Rinder grasen. Nun ist das Rote Höhenvieh erstmals auf einen weiteren Schachten umgezogen. Seit Donnerstag weidet die zehnköpfige Herde auf dem Hochschachten oberhalb von Frauenau.
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 +Die Tiere sind im Rahmen des von der EU und dem Bayerischen Naturschutzfonds finanzierten LIFE+ Projekts im Einsatz. Eines der Projektziele ist schließlich der Erhalt artenreichet Borstgrasrasen. Dazu können die Vierbeiner erheblich beitragen, da sie die Hochweiden sehr selektiv abfressen. So werden etwa Borstgras – aber auch Arnika oder Ungarischer Enzian – gefördert.
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 +Eigentlich war der Umzug der Tiere erst für Anfang September geplant. „Aber die langanhaltende Hitze
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 +, verbunden mit den geringen Niederschlägen,​ hat dazu geführt, dass wir das Umsetzen vorverlegen mussten“, erklärt Naturschutzbeauftragter Jochen Linner. Auf dem Ruckowitzschachten sei schlicht das Futter langsam aber sicher ausgegangen. Auf dem [[Hochschachten]] hingegen gibt es noch genügend.
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 +=====Das Waldschmidthaus hat wieder geöffnet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1533895432&​tok=ed5d25&​media=das_waldschmidthaus_hat_wieder_geoeffnet.jpg?​200|Viel Erfolg wünschten dem neuen Wirtspaar Siegrid Kick und Rudi Holzapfel (2.v.l.) unter anderem Bürgermeister Karlheinz Roth (von links), Vizelandrat Willi Killinger, Nationalparkleiter Franz Leibl, Landrat Sebastian Gruber und Bürgermeister Helmut Vogl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Schlüsselübergabe an Siegrid Kick und Rudi Holzapfel – Betrieb täglich von 10 bis 17 Uhr**
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 +Der höchste Nationalparkgipfel bietet ab sofort wieder eine Einkehrmöglichkeit. Der symbolische Schlüssel für das [[Waldschmidthaus]] wurde am Donnerstag feierlich seinen neuen Pächtern Siegrid Kick und Rudi Holzapfel übergeben. Wanderer werden von nun an im Sommerhalbjahr täglich von 10 bis 17 Uhr mit kühlen Getränken und leckeren Brotzeiten versorgt.
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 +„Wer den Berg bei längeren Touren, etwa über [[Rachelsee]] und [[Rachelkapelle]],​ erobert, kann jetzt auch direkt unterhalb des Gipfels wieder einkehren“,​ freut sich Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Da der [[Rachel]] für unsere Besucher ein sehr anziehender Punkt ist, war uns die rasche Wiedereröffnung nach dem Erwerb des Gebäudes im Winter 2017 sehr wichtig.“ Bis der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte, mussten zunächst einige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, vor allem in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung. „Das ist nun alles erledigt, so dass die neuen Wirte mit viel Elan loslegen können.“
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 +Den zeigte das Paar aus Viechtach auch gleich. „Wir freuen uns schon auf all unsere zukünftigen Gäste und eine schöne Restsaison bis Ende Oktober“, so Siegrid Kick. „Wir sind schon ganz gespannt, was uns hier oben in der wunderschönen Natur alles erwartet.“ ​
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 +Die Gäste können sich auf jeden Fall auf schmackhafte Leckereien freuen, wie ihr Partner Rudi Holzapfel versichert: „Wir planen eine wöchentlich wechselnde, kleine Karte. Unsere Gerichte sind alle frisch zubereitet, die möglichst saisonalen Zutaten kommen aus der Region.“ Viel Beifall fand bei der Eröffnung etwa der selbstgemachte Kaiserschmarrn.
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 +„Das ist heute ein ganz besonderer Tag“, sagte Willi Killinger, stellvertretender Landrat des Landkreises Regen. Diese Einschätzung teilten auch die weiteren Vertreter aus Politik und Gesellschaft,​ etwa die Bürgermeister aus Spiegelau, Karlheinz Roth, und St. Oswald-Riedlhütte,​ Helmut Vogl. Und Sebastian Gruber, Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau,​ ergänzte: „Dieses Ereignis zeigt einmal mehr, dass der Nationalpark wichtige Einrichtungen für die Bevölkerung schafft. Das bringt nicht nur den Nationalpark,​ sondern die ganze Region voran.“
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 +=====Jugendliche aus drei Ländern helfen dem Moor=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1535443063&​tok=700e03&​media=jugendliche_aus_drei_laendern_helfen_dem_moor_2_.jpg?​200|Die 33 Teilnehmer aus sechs tschechischen,​ deutschen und österreichischen Nationalparks waren auch in der wilden Natur – etwa auf dem Windwurfsteig unterhalb des Großen Falkenstein – unterwegs. ​ (Foto: Sophie Nießner/​Nationalpark Bayerischer Wald) 
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 +Aufenthalt im Wildniscamp mit Unterstützung des LIFE+ Projekts verknüpft
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 +Das Treffen ist seit Jahrzehnten schon fest eingeplant in den sechs grenzüberschreitenden Nationalparks entlang der tschechischen Grenze. Jedes Jahr treffen sich Jugendliche aus Schutzgebieten in Deutschland,​ Tschechien und Österreich zum gegenseitigen Austausch. Heuer kamen – unterstützt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds – 33 Teilnehmer ins [[Wildniscamp am Falkenstein]]. Von dort aus half die Gruppe auch bei einer Moorrenaturierung im Rahmen des LIFE+ Projektes mit.
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 +Für die Naturentdecker aus den Nationalparks Thayatal, Podyjí, Sächsische Schweiz, Böhmische Schweiz, Šumava und Bayerischer Wald stand neben Workshops und dem Durchwandern der wilden Landschaften auch anstrengende Arbeit auf dem Programm. Das rund ein Hektar große Hochmoor Rundes Filzel nahe des Grenzübergangs Gsenget galt es zu renaturieren.
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 +Das Moor wurde einst durch Entwässerungsgräben trocken gelegt. „Dadurch wurden hochmoortypische Pflanzen wie Moosbeere oder Wollgras zunehmend verdrängt“,​ so LIFE+ Projektbetreuerin Claudia Schmidt. Sechs handgebaute Staudämme, die mit einem Sägemehl-Hackschnitzel-Gemisch abgedichtet wurden, sollen diesen Prozess nun langsam rückgängig machen. Neben dem trinationalen Jugendcamp waren dort zuvor auch zwei Seminargruppen mit Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr aus ganz Bayern im Einsatz. „Alle Freiwilligen waren sehr engagiert und haben viel mehr geschafft als wir zuvor erwartet hatten“, lobt Schmidt.
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 +Die schweißtreibenden Stunden im Moor haben die Jugendgruppe zusammengeschweißt,​ wie die Rückmeldungen zeigen. „Es war ein unterhaltsames Camp mit einem tollen Programm und tollen Leuten“, sagt etwa Ondrej aus dem Nationalpark Šumava. Camp-Kollegin Louise aus dem Nationalpark Thayatal findet: „Es ist schön, andere Jugendliche mit denselben Interessen kennenzulernen.“ Und Anna aus der Sächsischen Schweiz bilanziert kurz und knapp: „Es war Natur pur.“
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 +Vor allem das tolle Miteinander der Gruppe ist dem Betreuerteam positiv aufgefallen. „In einer Zeit, in der es nicht nur in Europa deutliche Tendenzen zur Abschottung gibt, ist es umso wichtiger, junge Menschen zusammen zu bringen“, meint Wildniscamp-Leiter Achim Klein. Bei den Jugendlichen der Nationalparkregionen habe dies super funktioniert. ​ So sind über die Jahre zwischen den Teilnehmern schon oft grenzüberschreitende Freundschaften entstanden, die immer noch gepflegt werden.
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 +=====Luchsnachwuchs im Nationalparkzentrum Falkenstein=====
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 +{{  https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1529662576&​tok=04878f&​media=luchsnachwuchs_im_nationalparkzentrum_falkenstein_ral....jpg?​200|Das erste Foto vom Luchs-Nachwuchs im Nationalparkzentrum Falkenstein ist einem Besucher in der Abenddämmerung gelungen (Foto: Ralf Lange).}}
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 +**Anzahl der Jungtiere steht noch nicht fest**  ​
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 +Das Luchspaar im Gehege des [[Nationalparkzentrum Falkenstein|Nationalparkzentrums Falkenstein]] hat Nachwuchs. „Ein Jungtier konnte schon von Besuchern und auch von einem Mitarbeiter gesichtet werden“, erklärt Susanne Klett, Tierärztin im Nationalpark. Ob es nur ein Junges oder doch mehrere sind, könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht sagen. „Die Mutter versteckt den Nachwuchs noch gut.“
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 +Die Nachricht über den Luchs-Nachwuchs sorgt in der Nationalparkverwaltung für Freude. Die beiden Luchse sind reine Karpatenluchse und „genetisch wertvoll“,​ so Klett. Die Zucht im Nationalparkzentrum Falkenstein erfolgt im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB).
  
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neues_im_nationalpark_bayerischer_wald.1533898408.txt · Zuletzt geändert: 2018/08/10 10:53 von gfreund

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