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-====== ​Neues im Nationalpark Bayerischer Wald ======+====== ​Interessantes aus dem Nationalpark Bayerischer Wald ======
  
 **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald** **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald**
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 +=====Ein Kalender für den guten Zweck=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=71&​t=1556010983&​tok=dfc1bd&​media=kalender_fuer_den_guten_zweck.jpg?​200|Über die Spende von Heinz Duschl (2.v.r.) freuten sich Nationalparkleiter Franz Leibl (r.), Nationalpark-Projektbetreuer Thomas Michler (links) und die Vertreter der Nationalpark-Schulen. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Lusenwirt spendet 1500 Euro an Schulen und Nationalpark in El Salvador**
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 +Dass sich das Team vom [[Lusenschutzhaus]] jedes Jahr darum annimmt, die besten Motive rund um ihren Berg in einen bildgewaltigen Kalender zu packen, ist schon feste Tradition. Ebenso traditionell wird der komplette Erlös Jahr für Jahr gespendet. Heuer bedachte Lusenwirt Heinz Duschl die Nationalpark Partnerschulen sowie den Nationalpark Montecristo in El Salvador, mit dem der Nationalpark Bayerischer Wald eine Partnerschaft unterhält, mit insgesamt 1500 Euro.
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 +„Es war schon immer mein Wunsch, mit dem Kalender den Nationalparkgedanken weiterzutragen“,​ sagte der Gastronom bei der Spendenübergabe in der Grafenauer Nationalparkverwaltung. „Es ist einfach wichtig, dass gerade junge Menschen erfahren, wie wichtig die Natur ist – egal ob im Bayerischen Wald oder in Mittelamerika.“ Für dieses Ziel hätten beim Kalenderprojekt viele Engagierte zusammengeholfen.
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 +Bei der Übergabe des Geldes bedankten sich die Vertreter der Schulen sowie Nationalpark-Mitarbeiter Thomas Michler, der die Partnerschulen betreut, für die Unterstützung der Schüler. Lob gab es auch von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl: „Gerade für unsere Partner in El Salvador ist jeder Euro wichtig, denn gerade im Umweltbildungsbereich sind die dortigen Kollegen bisher nicht zufriedenstellend ausgestattet. Daher sind wir sehr dankbar und versprechen,​ dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird.“
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 +=====Rindenstreifenmesser ist jetzt im Handel erhältlich=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1555146445&​tok=25d1e5&​media=rindenstreifenmesser_ist_jetzt_im_handel_.jpg?​200| Das Rindenstreifenmesser kann als Aufsatz an eine Vielzahl von Motorsägen angebaut werden. (Foto: Firma Eder Maschinenbau)}}
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 +**Vom Nationalpark entwickelter Aufsatz für Motorsäge ermöglicht Borkenkäferbekämpfung und Erhalt der Artenvielfalt**
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 +Das Ausbreiten des [[Borkenkäfer|Borkenkäfers]] verhindern aber trotzdem die Artenvielfalt erhalten – dass dies möglich ist, zeigten die Forscher des Nationalparks Bayerischer Wald im Jahr 2016 mit einer wegweisenden Entwicklung. Nach einer dreijährigen Versuchsphase stellten sie damals das Schlitzen von befallenen Fichtenstämmen mit einem speziellen Motorsägenaufsatz vor. Anstatt einer Komplettentrindung werden dabei in den Baumstamm ein Zentimeter dicke Streifen eingeritzt. Dabei wird die Buchdruckerzahl reduziert, die Artenanzahl unter den Totholzbewohnern bleibt im Gegensatz zur Komplettentrindung jedoch weitgehend erhalten. Nun ist dieses vom Nationalpark entwickelte Rindenstreifenmesser auch im Handel erhältlich.
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 +Auch für Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks und Leiter der Forschungsabteilung,​ ist diese Entwicklung von großer Bedeutung. „Als Wissenschaftler wünscht man sich immer angewandte Forschung zu betreiben.“ Jonas Hagge, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat, ergänzt: „Dass dies mit dem Streifmesser wirklich geklappt hat und diese Innovation für den Menschen und die Umwelt einen realen Nutzen hat, freut uns ganz besonders." ​
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 +Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl sieht dies ähnlich. „Praxis und Forschungen gehen nur selten so Hand in Hand, wie es bei der Entwicklung des Rindenstreifens gelungen ist.“ Dass diese Entwicklung wegweisend in der Bekämpfung des Borkenkäfers ist, zeige sich auch darin, dass die Bayerischen Staatsforsten die Methode des Schlitzens im Jahr 2017 in ihre Richtlinien mit aufgenommen hat.
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 +=====Wenn die Schule zum Nationalpark wird=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=107&​t=1555145394&​tok=299427&​media=schule_zum_nationalpark_wird.jpg?​200|Freuten sich über die tolle Umsetzung der Nationalpark-Ecke:​ Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (von links), Nicole Graf-Kilger vom Hans-Eisenmann-Haus,​ Stefan Vießmann vom Servicezentrum Lusen, Schulleiterin Bettina Schopf, Bürgermeister Alfons Schinabeck und Projektkoordinator Thomas Michler. (Foto: Elke Ohland/​Nationalpark Bayerischer Wald)
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 +Die Wildnis vor der Haustür zieht sich jetzt quer durch die Heinz-Theuerjahr-Schule
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 +So nah wie die Heinz-Theuerjahr-Schule liegt keine andere der zehn Nationalpark-Partnerschulen an der wilden Natur des Schutzgebiets. Und seit wenigen Tagen ist die entstehende Waldwildnis nun auch im Schulgebäude omnipräsent – und das nicht nur in der frisch eingeweihten Nationalpark-Ecke.
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 +Schon seit Beginn, also seit 2011, ist die Neuschönauer Schule Teil des umweltpädagogischen Partnernetzwerks. „Neben den vielen Aktionen im Wald, soll der Nationalpark auch in den Schulgebäuden lebendig werden“, sagte Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl bei der Vorstellung des neuen Bereichs in der Schulaula. Nachdem in den Vorjahren viele Bautätigkeiten im Schulgebäude durchgeführt wurden, konnte die Nationalpark-Ecke erst nun installiert werden. Im Zentrum stehen dabei ein wuchtiger Buchenstamm sowie die zahlreichen Bewohner von Totholz.
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 +Bei der Gestaltung haben die Schüler fleißig mitangepackt. So sind etwa zahlreiche Tierzeichnungen entstanden. Die Schulfamilie wollte es dann auch nicht bei einem kleinen Bereich bleiben lassen. Deswegen durchziehen jetzt Tierspuren das komplette Schulgebäude. Jede Fährte endet an einem Klassenzimmer,​ an dessen Eingang aufgelöst wird, welcher wilde Waldbewohner für die Spur verantwortlich ist.
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 +=====Nationalpark-Tierpfleger hat ein Leben gerettet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1554627059&​tok=20e997&​media=tierpfleger_hat_ein_leben_gerettet.jpg?​200|Tierpfleger Andreas Hackl hat im vergangenem Jahr einem unbekannten Leukämiepatienten Stammzellen gespendet. Jetzt hat er einen Dankesbrief erhalten mit der Nachricht, dass der Empfänger auf dem Weg der Besserung ist.  (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald))}}
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 +Andreas Hackl spendete 2018 Stammzellen – Empfänger ist auf dem Weg der Besserung**
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 +Im Mai vergangenen Jahres hat Andreas Hackl, Tierpfleger beim Nationalpark Bayerischer Wald, etwas getan, das ihn wohl sein ganzes Leben begleiten wird: Er hat einem unbekannten Leukämiepatienten Stammzellen gespendet. Dass diese Entscheidung richtig war, daran hat der 39-Jährige nie gezweifelt. Seit drei Wochen weiß er darüber hinaus, dass seine Spende tatsächlich ein Leben gerettet hat – und der Empfänger auf dem Weg der Besserung ist.
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 +Als Andreas Hackl Mitte März von seinem Dienst im Tier-Freigelände heimgekommen ist, wusste er schon, dass er Post von der „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) bekommen hat. „Meine Frau hat mir telefonisch Bescheid gegeben – und ich habe dann den ganzen Nachmittag darauf hin gefiebert, was wohl drinsteht.“ Fast ein Jahr war seit der Stammzellen-Spende vergangen. Und Hackl wusste, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits erlaubt war, dass Spender und Empfänger anonym über die AKB Kontakt aufnehmen. „Ich habe selbst oft nachgedacht,​ dem Empfänger als erster zu schreiben.“ Gewagt hat er diesen Schritt jedoch nicht. „Ich wusste ja nicht, wie es ihm geht.“
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 +Umso mehr hat es den Tierpfleger gefreut, als er im Umschlag der AKB den handgeschriebenen Brief des Empfängers gefunden hat. „Darin steht, dass die Transplantation erfolgreich war und sie oder er dankbar ist, dass ich dies möglich gemacht habe“, erzählt Hackl. „Wenn man diese Zeilen das erste Mal liest, ist dies unbeschreiblich.“ Das Gefühl, jemandem tatsächlich das Leben gerettet zu haben, kann Hackl gar nicht in Worte fassen. „Da hatten sowohl ich als auch meine Frau Tränen in den Augen.“
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 +Und noch etwas stand in dem Brief, das für den 39-Jährigen besonders wichtig ist: Der Empfänger möchte ihn nach Ablauf der Sperrfrist im nächsten Jahr gern näher kennenlernen. „Und das will ich natürlich auch. Vielleicht kann sie oder er mich sogar irgendwann hier im Tier-Freigelände besuchen.“ Bis es so weit ist, kann aber noch viel Zeit vergehen. „Ich hoffe, dass wir mit Briefen den Kontakt halten.“ Zurückgeschrieben hat Andreas Hackl natürlich auch schon – und nun wartet er darauf, dass er bald einen zweiten Brief bekommt.
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 +In diesem Zusammenhang möchte der Tierpfleger noch etwas loswerden: „Jeden kann Leukämie treffen. Dann ist man um einen Spender froh. Daher sollte sich auch jeder typisieren lassen.“
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 +===== 550 Fotofallen für Hirsch, Reh und Wildschwein=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1554626768&​tok=3d4d8c&​media=fotofallen_hirsch_reh_und_wildschwein.jpg?​200|Zum Auftaktworkshop des Forschungsprojekts trafen sich Nationalparkvertreter und Forscher aus vier Ländern im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Deutsche Nationalparks arbeiten beim Wildtiermonitoring zusammen – „Im Umfang bislang einzigartig“**
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 +Wie viele Rehe streifen eigentlich im Wald umher? Wie sieht’s beim restlichen Schalenwild,​ also Rothirsch, Wildschwein,​ Gams und Co., aus? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die Waldentwicklung?​ Diese Fragen wollen die deutschen Großschutzgebiete jetzt gemeinsam beantworten – im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz finanzierten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens. Der Startschuss dafür fiel bei einem zweitägigen Workshop im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald am Rand vom Nationalpark Bayerischer Wald.
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 +Dabei diskutierten Vertreter aus neun der 13 terrestrischen Nationalparks Deutschlands sowie knapp 20 Forscher aus Deutschland,​ Österreich,​ der Schweiz und Polen über ein standardisiertes Monitoring der Huftiere. So soll es in Zukunft möglich sein, nationalparkübergreifend Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der verschiedenen Tierarten auf ihr Ökosystem erkennen zu können. Nur so kann schließlich ein sinnvolles Management der Bestände erfolgen. ​
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 +Konkret wurde bereits ein einjähriger Testlauf beschlossen. „Ab Herbst sind bundesweit über 550 Fotofallen – also automatische Wildtierkameras – im Einsatz, um die Bestände von Hirschen, Rehen oder Wildschweinen zu erfassen“,​ erklärt Christian Fiderer, Projektkoordinator der Universität Freiburg. „In diesem Umfang ist das Projekt zumindest in Deutschland bislang einzigartig“,​ fügt Privatdozent Dr. Marco Heurich, für Monitoring zuständiger Sachgebietsleiter im Nationalpark Bayerischer Wald, hinzu. Am Probebetrieb nehmen neben dem Nationalpark Bayerischer Wald die Nationalparks Berchtesgaden,​ Schwarzwald,​ Hainich, Kellerwald-Edersee,​ Hunsrück-Hochwald und Müritz sowie das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide teil.
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 +„Alle Nationalparks mit Schalenwild stehen vor den gleichen Herausforderungen und müssen ähnliche Aufgaben erfüllen“,​ erklärt Projektleiterin Professorin Ilse Storch von der Universität Freiburg. „Die Chancen dafür optimierte Methoden zu finden, sind gemeinsam natürlich größer. Und dann muss auch nicht jeder das Rad neu erfinden.“  ​
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 +Auch in Nationalparks wird zumindest in Teilbereichen mittels Jagd regulatorisch in Wildbestände eingegriffen. Zum einen sind die deutschen Schutzgebiete in Anbetracht teils sehr großer Streifgebiete der Tiere oft zu klein, um dem Wild ganzjährig genügend Lebensraum zu bieten. Zum anderen können hohe Wildschäden in der umgebenden Kulturlandschaft,​ die Gefährdung des Schutzzwecks sowie das Risiko von Tierseuchen einen Eingriff in die Population nötig machen.
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 +=====Das Waldgeschichtliche Museum bekommt ein Café=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=116&​h=120&​t=1551779889&​tok=2168cd&​media=waldgeschichtliches_museum_bekommt_ein_cafe.jpg?​200|Waldgeschichtliches Museum bekommt ein Café}}
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 +**Nationalparkverwaltung ist auf Pächtersuche – Bewerbungsfrist:​ 17. März**
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 +Besucher des [[Waldgeschichtliches Museum|Waldgeschichtlichen Museums St. Oswald]] konnten bislang weder ihren Durst noch ihren Hunger stillen. Doch diese Zeiten sind nun bald vorbei, denn im Juni soll ein kleines Café in Betrieb gehen – inklusive sonniger Außenterrasse. Derzeit ist die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald auf der Suche nach einem geeigneten Pächter. Interessierte können sich bis 17. März bewerben.
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 +Unter den gut 20.000 Besuchern pro Jahr befinden sich vor allem viele Familien, Senioren und Schulklassen. Diese sollen demnächst auch in den Genuss von kalten Getränken, kleinen Snacks, Kaffeespezialitäten und leckeren Kuchen kommen. Dazu richtet der Nationalpark als Eigentümer gerade im Obergeschoss ein Café samt Küche ein – gerade auch, weil es in der Ortschaft St. Oswald derzeit keine vergleichbare Einrichtung für die Besucher gibt. Im Sommer soll auch die direkt über dem Eingang des Museums gelegene, nach Süden ausgerichtete Terrasse mit genutzt werden.
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 +Geöffnet haben soll das Café am Wochenende und eventuell in den Ferienzeiten. Darüber hinaus soll es ein flexibles Angebot für angemeldete Gruppen und Schulklassen geben. Außerhalb der Öffnungszeiten soll ein Getränke- und Kaffeeautomat des Pächters zumindest die Versorgung mit Durststillern sicherstellen. ​
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 +Alle Informationen zur Bewerbung finden Sie unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/​aktuelles.
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 +=====Forscher entdecken Vulkanasche aus der Eifel im Bayerischen Wald=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1551779417&​tok=8ed9d3&​media=npv_forscher_entdecken_vulkanasche_2_.jpg?​200|Forscher entdecken Vulkanasche aus der Eifel im Rachelsee}}
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 +**Spuren einer Eruption vor rund 13.000 Jahre im Rachelsee nachgewiesen**
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 +Welch große Folgen ein Vulkanausbruch nach sich ziehen kann, hat 2010 der isländische Eyjafjallajökull eindrucksvoll gezeigt. Tagelang legte eine monströse Aschewolke den Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas lahm. Derartige Probleme verursachten ähnliche Naturschauspiele vor 13.000 Jahren zwar noch nicht, beachtliche Strecken legten vulkanische Sedimente aber schon damals zurück. So zeigen jüngste Forschungsergebnisse des Nationalparks Bayerischer Wald sowie der Karlsuniversität Prag und der Universität Bern, dass im [[Rachelsee]] Vulkanasche zu finden ist, die aus der Eifel stammt.
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 +Konkret geht es um eine Eruption, die circa 11.000 vor Christus stattgefunden und rund 1400 Quadratkilometer Fläche bis zu 50 Meter dick mit vulkanischem Material bedeckt hat. Der Laacher Vulkan, dessen Krater mittlerweile den Laacher See in Rheinland-Pfalz bildet, spie dabei auch eine beachtliche Aschewolke aus. „Anders als bislang angenommen zog diese Wolke wohl direkt gen Osten“, erklärt Dr. Marco Heurich, Sachgebietsleiter im Nationalpark Bayerischer Wald. „Das legen unsere Funde im Rachelsee nahe.“
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 +Im Gletschersee,​ direkt unter dem 1453 Meter hohen Großen [[Rachel]] in der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte gelegen, wurden Tephra-Partikel des Ausbruchs entdeckt. Das sind ascheförmige Sedimente, die bei der Eruption in die Luft geschleudert wurden. „So weit im Südosten, in einer Entfernung von 470 Kilometern Luftlinie, konnte dieser Ausbruch des Laacher Vulkans bisher noch nie nachgewiesen werden“, sagt Heurich. Möglich wurde dies durch Bohrungen, die bis zu viereinhalb Meter in die Schlammschicht am Grund des Rachelsees im Landkreis Freyung-Grafenau getrieben wurden.  ​
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 +Eigentlich wollten die Wissenschaftler bei den Untersuchungen klären, wie sich die Vegetation – allen voran die Verbreitung der Baumarten – im Bayerischen Wald im Laufe der vergangenen Jahrtausende entwickelt hat. Daher standen hauptsächlich Pollen von Pflanzen im Fokus der Forscher. „Die vulkanische Erkenntnis ist ein überraschender Beifang“, berichtet Heurich. Datiert wurden die Aschepartikel aus der Eifel mit Hilfe der Radiokarbonmethode,​ die auf dem natürlichen Zerfall radioaktiver Kohlenstoffatome basiert.
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 +=====Minister mit Schneeschuhen im Nationalpark unterwegs=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1550229898&​tok=b52c7a&​media=minister_mit_schneeschuhen_durch_den_urwald.jpg?​200|Die Bedeutung von Totholz für die Biodiversität erklärte stellvertretender Nationalparkleiter Jörg Müller (r.) Umweltminister Thorsten Glauber (2.v.r). Bei der Wanderung mit dabei waren MdL Manfred Eibl (hinten v.l.), Ulrike Lorenz, zuständige Referatsleiterin des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz,​ sowie Ranger Mario Schmid. (Foto: Elke Ohland/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Erster Besuch von Bayerns neuem Umweltminister Thorsten Glauber im Nationalpark**
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 +Einen ersten Besuch hat Umweltminister Thorsten Glauber dem Nationalpark Bayerischer Wald abgestattet. Auf dem Programm stand dabei in erster Linie, die Eckdaten des Schutzgebietes sowie die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ kennenzulernen.
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 +Dazu führte Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks,​ den Minister direkt durch das Urwaldgebiet [[Hans-Watzlik-Hain]] bei Zwieslerwaldhaus. Mit Schneeschuhen ausgestattet konnte sich der Minister einen ersten Eindruck von dem Schutzgebiet und den dort vorkommenden Lebensräumen verschaffen. „Im Nationalpark können auf großer Fläche natürliche Prozesse ohne menschliche Eingriffe ablaufen“,​ erklärte Müller. Umweltminister Glauber zeigte sich von den Erläuterungen beeindruckt und freute sich auf den nächsten Termin in der entstehenden Waldwildnis des Nationalpark:​ „Der Nationalpark bietet eine einzigartige Naturvielfalt. Er ist von großer Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und ein wichtiger Magnet für Naturerlebnisse. Wir wollen den ältesten Nationalpark Deutschlands zu seinem 50. Jubiläum im Jahr 2020 weiter stärken.“
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 +Nach der Schneeschuhwanderung,​ bei der Thorsten Glauber auch von MdL Manfred Eibl begleitet wurde, stand eine Diskussionsrunde mit den Junior Rangern im Wildniscamp auf dem Programm. MdL Alexander Muthmann, Vorsitzender der Junior Ranger, und Geschäftsführer Mario Schmid gaben einen kurzen Einblick in die Aktivitäten des Vereins, danach hatten einige Junior Ranger noch die Gelegenheit,​ mit dem Minister zu sprechen. Glauber betonte dabei: „Ich freue mich über das große Engagement aller Beteiligten,​ vor allem der Kinder und Jugendlichen. Was hier im Nationalpark geleistet wird ist ein Vorbild für die Umweltbildung und für die Verständigung mit der Bevölkerung“,​ so Glauber. Wichtig sei, dass die Nationalpark-Idee von den Menschen getragen werde. Das Modell der Junior Ranger leiste hierzu einen wichtigen Beitrag.
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 +=====Was ist eigentlich Biodiversität?​=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=76&​t=1550231025&​tok=95bafc&​media=biodiversitaet.jpg?​200|Das bisher erarbeitete Konzept, das auch verschiedene Spiele beinhaltet, wurde von den Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr des Nationalparks getestet. (Foto: Rita Gaidies/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Nationalpark und Böhmerwaldschule Österreich entwickeln neues Konzept in der Umweltbildung**
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 +Biodiversität – dieses Wort taucht ständig in den Medien auf. Doch die wenigsten Menschen wissen, was sich dahinter verbirgt. Um das zu ändern, tüftelt Elisabeth Frank, Umweltpädagogin und Projektbetreuerin im [[Jugendwaldheim]] des Nationalparks Bayerischer Wald, gerade ein neues Umweltbildungskonzept im Rahmen eines grenzüberschreitenden Interreg-Projekts aus. Unterstützt wird sie dabei von Iris Niederdöckl,​ Umweltpädagogin der Böhmerwaldschule Österreich,​ Rupert Fartacek, Förster und Geschäftsführer der Böhmerwaldschule Österreich,​ sowie Rita Gaidies, Leiterin des Jugendwaldheims.
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 +Mit dem fertigen Konzept soll nicht nur Kindern und Jugendlichen,​ sondern auch Erwachsenen die Vielfalt der Arten und Lebensräume nähergebracht werden. Geplant ist, dass es sowohl in der Böhmerwaldschule als auch im Jugendwaldheim angeboten wird. „Wir wollen dabei nicht nur Schulklassen,​ sondern auch Vereine und alle anderen interessierten Gruppen erreichen und für das Thema Biodiversität mit den Schwerpunkten Wasser, Boden, Totholz und Natura 2000 begeistern “, erklärt Elisabeth Frank. Ein weiterer Aspekt ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Gebieten mit unterschiedlichen Schutzkonzepten. „Das ähnliche Landschaftsbild sowie die gemeinsame Geschichte des Böhmerwaldes dienen dabei als verbindendes Element zwischen dem Nationalpark und der Böhmerwaldschule.“
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 +Bis zum Jahr 2020 soll das Konzept fertig sein, getestet wurde es bereits jetzt. Und zwar von den Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr, die im Nationalpark eingesetzt sind, bei einem gemeinsamen Austausch in der Böhmerwaldschule. Von den jungen Erwachsenen wurden beispielsweise diverse Versionen eines Memorys zum Thema Artenvielfalt durchgespielt,​ anschließend kritisch bewertet und Verbesserungsvorschläge diskutiert.
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 +=====Akzeptanz des Nationalparks steigt weiter an =====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1550397149&​tok=7ffb89&​media=akzeptanz_des_nationalparks_steigt_weiter_an.jpg?​200|Professor Hubert Job (r.) überreichte Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl die Ergebnisse der Akzeptanzstudie in Buchform. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Studie der Universität Würzburg vorgestellt – 85,8 Prozent der Einheimischen sprechen sich für das Schutzgebiet aus**
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 +Welche Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an den Nationalpark Bayerischer Wald denken? Halten Sie dortige Regeln für angemessen? Wie groß ist das Vertrauen in die Verwaltung? Auf diese und viele weitere Fragen gibt eine Akzeptanzstudie der Universität Würzburg zum Nationalpark Bayerischer Wald Antworten. Der Öffentlichkeit wurden die Ergebnisse nun vom zuständigen Professor Hubert Job im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald vorgestellt.
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 +Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks und damit Auftraggeber der Studie, freute sich sehr, dass Job persönlich zur Vorstellung der Ergebnisse gekommen ist. „Für unsere Arbeit ist es wichtig zu wissen, wie der Nationalpark von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen wird“, so Leibl. Die Ergebnisse der Studie seien positiv.
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 +Wie die Akzeptanz gestiegen sei, zeige sich ganz deutlich an den gegebenen Antworten auf die Frage: „Wenn es am kommenden Sonntag eine Abstimmung über das Weiterbestehen des Nationalparks geben würde, wie würden Sie abstimmen?​“ 90,4 Prozent der Bewohner im Altpark (Gebiet gegründet 1970 zwischen Rachel und Lusen) sprachen sich für ein Weiterbestehen des Parks aus, 2008 waren es noch 81 Prozent. Im Erweiterungsgebiet (gegründet 1997 im Falkensteinbereich) sprachen sich 81,3 Prozent der Befragten für einen Erhalt aus, knapp zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2008. „Letztendlich wollen 85,8 Prozent der einheimischen Bevölkerung,​ dass der Nationalpark weiter bestehen bleibt“, so Leibl.
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 +Wie die Zustimmungswerte im Detail angestiegen sind, zeigte Prof. Job bei der Vorstellung der Akzeptanz-Studie,​ die in drei Stufen aufgebaut war. Zum einen wurde im Juni 2017 eine bayernweite Online-Befragung durchgeführt. Zum anderen wurden Anfang des Jahres 2018 Einwohner in den Nationalpark-Landkreisen schriftlich befragt und Interviews mit lokalen Entscheidungsträgern im März und April 2018 durchgeführt.
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 +Die dabei herausgekommenen Ergebnisse seien für den Nationalpark erfreulich, sagte Job und zeigte dies anhand einiger Beispiele auf. Besonders bemerkenswert sei, wie massiv sich die Einstellung der Einheimischen zum heranwachsenden Naturwald des Nationalparks zum Positiven geändert habe. „Generell sind 80,8 Prozent der Befragten der Meinung, dass Totholz wichtig für die biologische Vielfalt ist“, erklärte Job. Dass im Nationalpark die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ gilt, befürworten 62,6 Prozent der Befragten, 2008 waren es nur 39,2 Prozent. 65,1 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, Totholz nur dort wegzuräumen,​ wo es Behinderungen darstellt. 2008 waren noch 46 Prozent der Befragten dafür, Totholz generell zu beseitigen und neue Bäume zu pflanzen.
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 +Auch das Thema [[Borkenkäfer]] wurde bei der Akzeptanzstudie thematisiert,​ so Job. Nur 34,9 Prozent aller Befragten gaben an, dass der Borkenkäfer mit allen Mitteln bekämpft werden soll. Im Jahr 2008 lag der Wert mit 60 Prozent noch deutlich höher.
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 +Auf Verständnis bei der Bevölkerung stoßen würden auch die Regeln, die es im Nationalpark gebe. Das Verbot, in der Kernzone markierte Wege zu verlassen, halten 78 Prozent der Befragten für angemessen. Auch das zeitweise Wegegebot zum Schutz gefährdeter Arten sei für 85,9 Prozent absolut in Ordnung.
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 +Das Fazit von Leibl und Job lautete am Ende: Der Nationalpark erfährt eine steigende Zustimmung. „Diese Ergebnisse bestätigen uns, den Weg der offenen Kommunikation,​ den wir eingeschlagen haben, weiter fortzusetzen“,​ so Leibl. ​
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 +=====Impressionen vom Aktionstag begleiten durchs neue Jahr=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1548073520&​tok=b2bf2d&​media=impressionen_vom_aktionstag_begleiten_durchs_neue_jah....jpg?​200|Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks (v.l.), die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger, Anita Moos, Behindertenbeauftragte des Landkreises,​ und Herbert Kern aus Schönberg übergaben den ersten Kalender an Stefan Bachsleitner und Ludwig Maurer vom Caritas-Wohnheim in Spiegelau, begleitet wurden sie von ihrer Betreuerin Raphaela Halser. (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Veranstaltung für Menschen mit Behinderungen im Nationalpark – Beste Fotos in einem Kalender zusammengestellt**
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 +Beim Durchblättern dieses Kalenders werden bei vielen Menschen schöne Erinnerungen wach – und zwar an den Aktionstag für Menschen mit Behinderung,​ der im Juli in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Freyung-Grafenau im Nationalparkzentrum Lusen stattgefunden hat. Einen Tag lang vergnügten sich rund 350 Menschen mit Handicap sowie 150 Betreuer an 19 Erlebnisstationen. Die schönsten Fotos, die während dieses Aktionstages entstanden sind, haben den Weg in den Kalender für das Jahr 2019 gefunden, der nun vorgestellt wurde.
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 +Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks,​ die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger, Anita Moos, Behindertenbeauftragte des Landkreises,​ und Herbert Kern aus Schönberg, der den Kalender finanziert hat, überreichten das erste Exemplar nun an das Caritas-Wohnheim in Spiegelau. Leibl blickte in diesem Zusammenhang noch einmal auf den gelungenen Aktionstag zurück. „Für uns ist das Engagement in diesem Bereich von großer Bedeutung“,​ so Leibl. „Wir wollen ein Nationalpark für alle sein und es auch Menschen mit Behinderung ermöglichen,​ unsere Pflanzen- und Tierwelt mit allen Sinnen zu erfahren.“ Den ersten Kalender erhielten Ludwig Maurer und Stefan Bachsleiter,​ Bewohner des Heimes in Spiegelau, die zusammen mit ihrer Betreuerin Raphaela Halser zu dem Termin gekommen waren.
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 +2019 findet der Aktionstag für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Regen rund um das [[Haus zur Wildnis]] statt.
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 +Bilder zum Download gibt es unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/​aktuelles
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 +=====Nationalpark-Weg erneut ausgezeichnet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=87&​t=1548072148&​tok=7a6806&​media=nationalpark-weg_erneut_ausgezeichnet.jpg?​200|Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes (l.), überreichte Bürgermeister Georg Bauer das Zertifikat für den Rundweg „Bussard“. (Foto: A. Rosar / Deutscher Wanderverband)}}
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 +**Zertifikat vom Deutschen Wanderverband für den Rundweg „Bussard“** ​
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 +Über einen weiteren vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Rundweg kann sich die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald freuen. Bei der CMT Urlaubsmesse in Stuttgart wurde der Weg mit der Markierung „Bussard“ von [[Bayerisch Eisenstein]] zum [[Schwellhäusl]] ausgezeichnet. Das Zertifikat nahm Georg Bauer, Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, von Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, dem Präsidenten des Deutschen Wanderverbandes,​ in Empfang.
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 +„Es freut mich für die Gemeinde, für den Nationalpark und für die gesamte Region, dass wir einen Qualitätswanderweg mehr verzeichnen können“, sagte Georg Bauer, der sich ganz besonders bei Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und seinem Team für die Unterhaltung und Pflege des Weges bedankte sowie bei Ludwig Lettenmaier,​ Wirt des Schwellhäusls,​ für sein Engagement.
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 +Auch für Leibl haben Auszeichnungen in diesem touristischen Bereich einen hohen Stellenwert. „Die Zertifikate sind ein Spiegel für die hohe Qualität unserer Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald und wir sind stets bemüht, diese für unsere Besucher zu optimieren.“ Bereits im September 2018 wurden vier Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald ausgezeichnet. „Nun können die Nationalpark-Besucher sich aus der Vielzahl von tollen Wegen genau den aussuchen, der für ihren Anspruch oder für eine bestimmte Zielgruppe am besten passt.“
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 +=====Mehr Luchse ​ in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava nachgewiesen=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=83&​t=1548181819&​tok=6b7eb3&​media=npv_bw_-_pm_134-18_mehr_luchse_nachgewiesen.jpg?​200|Eine Luchsin mit ihrem Jungen, aufgenommen von einer Kamera mit Bewegungsmelder,​ einer sogenannten Fotofalle. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Ergebnisse des Monitorings der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava vorgestellt**
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 +Seit 2009 wird in den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava ein gemeinsames Luchs-Monitoring durchgeführt. Nun liegen die neusten Ergebnisse vor: Es sind mehr Luchse unterwegs.
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 +Waren es im Beobachtungszeitraum von Mai 2015 bis April 2016 noch 21 selbstständige,​ also erwachsene und halbwüchsige [[Luchse]] und drei Jungtiere, konnten 2016/2017 bereits 27 selbstständige Tiere und elf Jungtiere registriert werden. Im Luchsjahr 2017/2018 sind es sogar 29 selbstständige Tiere und sieben Junge. „Im Jahr 2009, als wir mit dem Monitoring begonnen haben, waren es nur zehn selbständige Tiere und acht Junge“, erklärt Privatdozent Dr. Marco Heurich, beim Nationalpark Bayerischer Wald zuständig für das Projekt. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung.“
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 +Insgesamt wurden auf einer Fläche von 820 Quadratkilometern über einen Zeitraum von 100 Tagen an 66 Standorten 105 [[Fotofallen]] aufgestellt. ​ An 70 Prozent der ausgewählten Standorte konnten Luchse fotografiert werden. „Geht ein Tier an der Fotofalle vorbei, wird es automatisch aufgenommen“,​ erklärt Heurich. Die Fellzeichnung des Luchses ist äußerst variabel und bei jedem einzelnen Tier so einzigartig wie ein Fingerabdruck. „Durch eine Analyse der Fellmuster lassen sich einzelne Tiere eindeutig identifizieren.“
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 +Die Ergebnisse zeigen damit auch, dass die Luchse in den beiden Nationalparks ein relativ hohes Alter erreichen können. Beispielsweise wurde ein männlicher Luchs bis zum Jahr 2015 immer wieder abgelichtet und war damals 13 Jahre alt. Auch eine Luchsin konnte acht aufeinanderfolgende Jahre nachgewiesen werden, zuletzt hatte sie ein Alter von 14 Jahren. Die Beutetierbestände seien dabei in den vergangenen Jahren auf gleichem Niveau geblieben.
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 +Wie Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, erklärt, ist das Luchs-Monitoring für die beiden Nationalparks von großer Bedeutung. „Durch die Untersuchung der Aufnahmen des Foto-Monitorings können wir ermitteln, wo sich das jeweilige Tier aufhielt, wie alt es ist oder welche Katze Junge mit sich führt.“ Die Daten seien unverzichtbar,​ um die Größe und den Zustand des Luchsvorkommens in den beiden Schutzgebieten auszuwerten. Zu beachten ist auch, dass jeder der dort nachgewiesenen Luchse auch außerhalb der beiden Nationalparks unterwegs sein kann. Was Leibl besonders hervorhebt, ist die sich ständig intensivierende,​ grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Forschung. „Der Austausch funktioniert tadellos, hier sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Denn nicht nur bei der Erfassung des Luchsvorkommens gehen bayerische und tschechische Forscher gemeinsame Wege, sondern beispielsweise auch beim Auer- und Rotwild.
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 +=====Digitale Nationalparkinfos=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=86&​h=120&​t=1546864403&​tok=7aa4be&​media=digitale_nationalparkinfos.jpg?​200|Wie ein Smartphone in XXL-Format kommt die Info-Stele daher – und ist genauso leicht zu bedienen. (Foto: Andreas Stumpp/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**[[Hans-Eisenmann-Haus]] wartet mit interaktiver Stele auf**
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 +Der Nationalpark erweitert sein digitales Informationsangebot – und zwar in Form von gut 1,80 Meter hohen Stelen. Das erste dieser überdimensional wirkenden Smartphones steht seit Beginn der Wintersaison im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus. So können Besucher sich jetzt interaktiv über die Möglichkeiten vor Ort informieren.
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 +Die Grundlage der Infodisplays bildet die im Sommer komplett überarbeitete Homepage. Die dort präsentierten Ausflugstipps und Tourenvorschläge sowie Wissenswertes rund um die wilde Natur sind nun auch auf der Stele verfügbar. Daneben gibt’s eine große Übersichtskarte,​ Veranstaltungen in der Nähe und Aktuelles aus dem Nationalparkzentrum Lusen. „Wir sehen die Stelen als zusätzliches,​ modernes Angebot für unsere Gäste“, erklärt Nationalpark-Sachgebietsleiter Josef Wanninger. „Daneben wird es natürlich weiterhin die persönliche Beratung an unseren Theken geben.“ ​
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 +Das [[Waldgeschichtliches Museum|Waldgeschichtliche Museum]] in St. Oswald soll bis Ende Januar über den bereits vorhandenen Bildschirm mit der digitalen Technik ausgestattet werden. Auch das Haus zur Wildnis wird im Laufe des Jahres eine Stele zur digitalen Besucherinformation bekommen. Doch bevor diese installiert werden kann, muss der derzeit laufende Breitbandausbau abgeschlossen werden.
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 +=====Nationalpark erfüllt Sternstunden-Wunsch =====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1548077671&​tok=ed67f3&​media=nationalpark_erfuellt_sternstunden-wunsch_1_.jpg?​200|Zunächst legte Aylin das Futter für die Wölfe aus, danach konnte sie die Tiere aus nächster Nähe aus dem Auto heraus beobachten. (Foto Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald) }}
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 +**Aylin (12) aus dem Fränkischen Seenland kommt Wölfen im Tier-Freigelände ganz nah**
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 +Seit 25 Jahren erfüllt Bayern 1 Kinderwünsche im Rahmen der Sternstunden,​ der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Durch diese Aktion können Hilfsprojekte in Bayern, Deutschland und auf der ganzen Welt unterstützt werden. Als besonderes Schmankerl kommen Jahr für Jahr eine Hand voll Kinder in den Genuss, ihren ganz besonderen Traum wahrwerden zu lassen. Heuer konnte der Nationalpark Bayersicher Wald einen dieser speziellen Wünsche erfüllen.
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 +Aylin, zwölf Jahre alt, wohnt im Haus St. Antonius in Gersdorf im Fränkischen Seenland. Die dank Sternstunden frisch renovierte Anlage der Kinder- und Jugendhilfe bietet sowohl stationäre als auch ambulante Angebote an. Aylin lebt dort mit Gleichaltrigen in einer heilpädagogischen Wohngruppe. Später möchte sie gern einen Beruf ergreifen, der mit Tieren zu tun hat. Ganz besonders haben es ihr Wölfe angetan. Und so reifte der Wunsch, diesen Vierbeinern mal ganz nahe zu kommen.
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 +Unter den rund 300 Anliegen, die Kinder und Jugendliche in einer der heuer von Sternstunden bedachten Einrichtungen äußerten, wurde Aylin ausgewählt. „Uns hat besonders gefallen, dass Aylin mit dem Wunsch schon eine konkrete Zukunftsperspektive verbindet“,​ erklärt Bayern-1-Redakteurin Brigitte Dehler. „Und natürlich bot sich mit dem Nationalpark Bayerischer Wald ein idealer Partner im Freistaat an.“
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 +Die freudige Botschaft überbrachte der Zwölfjährigen schließlich Wildtierbiologe Dr. Marco Heurich vom Nationalpark via Telefon. Nur wenige Tage später reiste Aylin zusammen mit einer Betreuerin auch schon in den Bayerwald – auch dank Unterstützung der Nationalpark-Partnerbetriebe,​ insbesondere des Landhotels Postwirts in Rosenau und des Landgasthofs Euler in Neuschönau,​ die Übernachtung und Verpflegung kostenlos zur Verfügung stellten.
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 +Zwei Programmpunkte standen am großen Tag schließlich für Aylin an. Am Vormittag war sie mit Marco Heurich inmitten der wilden Natur unterwegs. Eigentlich wollten beide dabei Ausschau nach Spuren der in der Region lebenden Wölfe halten. Doch anstelle von Wolfsspuren fanden sie eine wenige Tage zuvor von einem Luchs gerissene Hirschkuh. Eine ganz in der Nähe aufgestellte Fotofalle, die sogleich vor Ort mittels Laptop ausgelesen wurde, zeigte sogar wenige Stunden alte Bilder, die den Luchs eindrucksvoll in Szene setzten.
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 +Davon beeindruckt ging es am Nachmittag schließlich ins [[Tier-Freigelände]] des [[Nationalparkzentrum Lusen|Nationalparkzentrums Lusen]] bei Neuschönau. Zunächst durfte Aylin Tierärztin Susanne Klett und Tierpfleger Christoph Wagner beim Herrichten des Wolfsfutters zur Hand gehen. Danach folgte der eigentliche Höhepunkt: Zusammen mit den Profis ging es im Auto direkt ins [[https://​www.waidlerwiki.de/​doku.php?​id=wolfsgehege_im_nationalpark|Wolfsgehege]],​ wo Aylin das frisch geschnittene Fleisch auslegte. Anschließend nahm der Tross wieder im Auto Platz, rollte einige Meter von der Futterstelle weg und beobachte dann von dort durch die Autoscheiben das Schauspiel.
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 +„Das war richtig toll“, bilanzierte Aylin am Ende. Nur wenige Meter von ihr entfernt seien die vier Wölfe des Tier-Freigeländes nach und nach gekommen, um sich ihren Teil vom reichlich gefüllten Gabentisch zu holen. „Ich hätte mir die Tiere ganz anders vorgestellt“,​ sagt die Zwölfjährige,​ „viel heller zum Beispiel und nicht so dunkel.“
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 +Nach all den spannenden Erfahrungen ging es am späten Nachmittag dann auch schon wieder zurück ins Haus St. Antonius nach Gersdorf. Doch die Erinnerungen vom ganz besonderen Sternstundentag hängen mittlerweile schon in Form eines Plakats in Aylins Zimmer. Und auch die Hörer des Bayerischen Rundfunks kamen in den Genuss einer bildhaften Reportage des Erlebnisses. ​      
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 +=====Begegnungsstätte für deutsche und tschechische Schüler=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1548074087&​tok=23f341&​media=begegnungsstaette_fuer_deutsche_und_tschechische_schueler.jpg?​200|Am Ende des dreitägigen Aufenthalts stellten die Kinder ihre gebastelten Werke vor. (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Grenzüberschreitende Treffen im Jugendwaldheim nehmen zu - Grundschulen aus Hohenau und Zdikov waren zu Gast**  ​
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 +Im [[Jugendwaldheim]] „Wessely Haus“ finden immer häufiger Treffen zwischen deutschen und tschechischen Schulen statt. Eine Entwicklung,​ die Rita Gaidies, die Leiterin der Nationalparkeinrichtung,​ sehr freut. „Es ist schön, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, dass sich Kinder diesseits und jenseits der Grenze besser kennenlernen und einen Einblick in die Kultur und Sprache der Nachbarn bekommen.“
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 +Jüngst waren die Drittklässler der Grundschule Hohenau und ihrer tschechischen Partnerschule aus Zdikov im Jugendwaldheim. ​ Die Schulen beteiligen sich an dem auf drei Jahre angelegten Projekt „Zwei Sprachen, ein Gedanke“, in diesem Rahmen fand drei Tage lang ein Sprachencamp statt.
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 +„Baum“ heißt auf Tschechisch „strom“,​ „Blatt“ heißt „list“ und „Frucht“ heißt „plod“. Unter dem Motto „Wald entdecken“ lernten die Kinder einige Wörter aus der Sprache ihrer Nachbarn kennen. Welche verschiedenen Bäume es im Nationalpark gibt, sahen sie auch bei einer Wanderung durch das Felswandergebiet. Danach gestaltete jeder Schüler ein Buch mit allem Erlernten, in das die Blätter und Früchte der jeweiligen Bäume gemalt wurden.
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 +Auf dem Programm standen auch das Basteln mit Kastanien sowie das Gestalten eines Stoffbeutels,​ am Lagerfeuer wurde auf Deutsch und Tschechisch ein Lied gesungen. „Es waren sehr schöne drei Tage“, sagte Lehrerin Johanna Kreipl, die zusammen mit ihren Kolleginnen Gisela Bauer und Rosmarie Rühl die Betreuung übernommen hatte. „Die Kinder haben sich vorher nicht gekannt, aber gleich sehr gut verstanden. Vor allem beim Basteln und Gestalten steht die Sprache im Hintergrund.“ Zum Abschluss kam noch Uta Hoffmann, die Rektorin der Grundschule Hohenau, ins Jugendwaldheim,​ um die Werke der Kinder zu bestaunen.
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 +Die nächsten grenzüberschreitenden Treffen im Jugendwaldheim sind bereits geplant. „Im April 2019 wird die Grundschule aus Altreichenau mit ihren tschechischen Partnern zu uns kommen“, berichtet Rita Gaidies. ​
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 +=====Schülerinnen der Realschule Grafenau besuchen Nationalpark-Forschungseinrichtung Taferlruck=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1548075069&​tok=8668b5&​media=an_der_grossen_ohe.jpg?​200|Ludwig Höcker erklärte den Schülerinnen unter anderem, wie die Schneedichte mithilfe eines Rohres gemessen wird. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +Einen frostig-nassen Eindruck in die Nationalpark-Forschung haben jüngst 15 Achtklässlerinnen der Grafenauer Realschule gewonnen. Im Rahmen der Girls’ Day Akademie besuchten sie die Pegelstation [[Taferlruck]] an der Großen Ohe.
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 +Seit 1978 wird dort, an der Straße zur Racheldiensthütte,​ Klima- und Gewässerforschung betrieben, erklärten Biologin Dr. Linda Seifert und Forstwirt Ludwig Höcker. Wie das funktioniert,​ konnten die jungen Mädchen der Nationalpark-Schule selbst unter die Lupe nehmen – etwa auf einer Monitoringfläche mit verschiedenen Messapparaturen oder im Inneren des kleinen Forschungsstützpunkts. Daneben galt es die angrenzende Große Ohe mit einem Kescher nach Kleinstlebewesen abzusuchen. ​ Nach dem Ausflug in die verschneite Winterlandschaft gab Linda Seifert später im Klassenzimmer noch einen theoretischen Einblick in die Gewässerökologie des Bayerwalds.
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 +=====Mongolischer Blick auf den Bayerischen Wald=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1542789980&​tok=a174ec&​media=mongolischer_blick_auf_den_bayerischen_wald.jpg?​200|Mongolisch-Bayerischer Austausch zwischen Ravchig Samiya (von links), Dashdemberel Batmunkh, Franz Leibl und Mendeevei Enebish. (Foto: Elke Ohland/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Delegation aus dem Gorkhi-Terelj Nationalpark besucht bayerische Partner**
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 +Seit 2015 pflegt der Gorkhi-Terelj Nationalpark in der Mongolei enge Kontakte zum Nationalpark Bayerischer Wald. Gerade in den Bereichen Umweltbildung,​ Besucherlenkung und Forschung erhoffen sich die Asiaten wertvolle Impulse vom ersten deutschen Nationalpark. Nun reiste eine Delegation aus dem Fernen Osten an, um sich vor Ort über die Methoden im Bayerwald zu informieren.
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 +Angeführt von Nationalparkdirektor Dashdemberel Batmunkh besuchte die dreiköpfige Gruppe unter anderem das Wildniscamp am Falkenstein,​ die Urwaldgebiete,​ die Nationalparkzentren und Forschungsflächen im  Gelände. Auch Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl nahm sich Zeit für die Gäste und führte sie durch die Naturzonen, um die faszinierende Walddynamik zu verdeutlichen. ​
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 +=====Mit dem LIFE+ Projekt der Natur mehr Raum gegeben=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=98&​t=1542789798&​tok=b9ef37&​media=mit_dem_life_projekt_der_natur_mehr_raum_gegeben_1_.jpg?​200|Freuten sich über das erfolgreich abgeschlossene LIFE+ Projekt: Jochen Linner (Nationalpark,​ von links), Ulrike Lorenz (Umweltministerium),​ Fabian Schweizer (Bayerischer Naturschutzfonds),​ Claudia Schmidt (Nationalpark) und Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald) }}
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 +**Abschlussveranstaltung im Waldgeschichtlichen Museum -  1,3 Millionen Euro für Maßnahmen im Bereich der Fließgewässer,​ Moore und Schachten**
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 +Ein Projekt, das die Weiterentwicklung des Nationalparks Bayerischer Wald tatkräftig unterstützt hat, fand in diesem Jahr seinen Abschluss: Und zwar das von der Europäischen Union und dem Bayerischen Naturschutzfonds kofinanzierte LIFE+ Projekt „Moore, Fließgewässer und Schachten“. Die Abschlussfeier fand nun mit einer Vielzahl an geladenen Gästen im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald statt.
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 +Fünf Jahre lang wurden im Rahmen des LIFE+ Projektes zahlreiche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. „Damit ist es gelungen, die Artenvielfalt in drei ganz besonderen Lebensräumen im Nationalpark Bayerischer Wald zu fördern – in den Mooren, Bächen und auf den Schachten“,​ würdigte Ulrike Lorenz, zuständige Referatsleiterin des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz,​ die Leistungen aller Beteiligten. Der Nationalpark Bayerischer Wald sei nicht nur eines der bedeutendsten Natura-2000-Gebiete des Freistaates,​ sondern eine der wenigen Regionen, die sowohl nach der Vogelschutzrichtlinie als auch nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unter Schutz steht. „Aus diesem Doppelstatus heraus erwächst für den Nationalpark eine ganz besondere Verantwortung für die dort vorkommenden Lebensräume.“
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 +Doch auch wenn die Natur im Nationalpark seit beinahe 50 Jahren ihren eigenen Regeln folgen darf, seien an einigen Orten immer noch negative Folgen aus früherer menschlicher Nutzung erkennbar. „Im Rahmen des LIFE+ Projekts konnten mit über 1,3 Millionen Euro Gesamtbudget diese Folgen menschlicher Nutzung wieder rückgängig gemacht werden“, so Lorenz. Müsste man für die Durchführung und Ergebnisse des Projektes eine Note vergeben, wäre es eine 1 plus. „Es war eine Gemeinschaftsleistung der Nationalparkverwaltung sowie aller beteiligter Behörden, Verbände und auch Grundstücksnachbarn“,​ so Lorenz, deren besonderer Dank Jochen Linner und Claudia Schmidt vom Nationalpark galt.
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 +Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks,​ bot einen Rückblick auf das LIFE+ Projekt. „Ein Ziel, das wir erfolgreich umsetzen konnten, war die Renaturierung von Fließgewässern“,​ so Leibl. Begradigte Bäche und befestigte Ufer wurden beseitigt, dadurch konnte der Natur sowie den dort lebenden Arten wieder mehr Raum gegeben werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Wiedervernässung von Mooren. „Zu früheren Zeiten trocken gelegte Moore wurden renaturiert,​ dadurch können sich an vielen Stellen wieder Arten ansiedeln, die einst zurückgedrängt wurden.“ Auch kulturhistorische Aspekte wurden berücksichtigt,​ und zwar beim Erhalt der Schachten. „Durch die Beweidung des Ruckowitzschachtens wurde nicht nur die Tradition der Region wiederbelebt,​ sondern auch ein besonders geschützter Lebensraum mit seinen gefährdeten Borstgrasrasen deutlich aufgewertet.“ Was Leibl besonders freut, ist, dass im Abschlussjahr des LIFE+ Projektes die Beweidung auf den Hochschachten ausgeweitet werden konnte. „Wir sind nicht nur in diesem, sondern auch in vielen anderen Bereichen über das Ziel hinausgeschossen und haben die Projektziele weit übertroffen.“ Darüber hinaus sei es gelungen, Anwohner sowie Touristen für das Thema Natura 2000 und die im Nationalpark vorkommenden Lebensräume mit ihren Artvorkommen zu interessieren und zu sensibilisieren.
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 +Um den Gästen der Abschlussveranstaltung auch in der Praxis die Maßnahmen des LIFE+ Projektes vorzustellen,​ fand im Anschluss eine Exkursion in die Kleine Au bei Altschönau statt. Dort gab es Informationen über die Moorrenaturierung in diesem Bereich.
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 +Das LIFE+ Projekt in Zahlen:
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 +·         Mehr als 260 Staudämme wurden zur Hochmoor- und Moorwaldrenaturierung gebaut
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 +·         700 Meter Entwässerungsgräben und alte Rückewege wurden verfüllt
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 +·         4,6 Kilometer Fließgewässer wurden renaturiert
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 +·         60 Hektar Moorwälder und Fichten-Auwälder wurden hydrologisch verbessert
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 +·         34 Durchlässe wurden wieder durchgängig gemacht
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 +·         Über 100 freiwillige Helfer waren bei der Moorrenaturierung im Einsatz
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 +·         381 Tage weidete die Rotviehherde auf dem Ruckowitzschachten
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 +·         88 Führungen, Fachexkursionen und Vorträge wurden zum Projekt durchgeführt
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 +Ein Video zum Thema finden Sie [[https://​www.youtube.com/​watch?​v=8uqyCbzjJLc&​authuser=0|HIER]] auf YouTube.
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 +=====Braucht die Region eine Biosphäre?​=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=87&​t=1530181133&​tok=d71f08&​media=glasarche_sonnenanker1_k.jpg?​200|die Glasarche als Sonnenanker}}
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 +**Diskussionsrunde zum 15. Geburtstag der Glasarche am Lusen**
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 +Aus der wilden Natur rund um den [[Lusen]] ist sie nicht mehr wegzudenken. Die [[Glasarche]] am Fuße der Himmelsleiter steht dort als verbindendes Element zwischen Traditionen,​ zwischen Menschen und zwischen Ländern. Zu ihrem 15. Geburtstag diskutierte ein vielschichtig besetztes Podium über künftige Wege der trinationalen Zusammenarbeit zwischen Bayern, Böhmen und Oberösterreich. Und über die Frage, ob sich die Region wieder um den von der UN verliehenen Titel Biosphärenreservat bewerben sollte.
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 +Vorab konnten die gut 50 Zuhörer der Veranstaltung erstmal kreativ werden. Unter der Anleitung von Künstlerin Gabi Hanner wurden aus Ton und Naturmaterialien wie Zweigen, Bucheckern oder Herbstlaub viele kleine Archen geformt. „Das Boot ist für mich ein Symbol des Lebens“, so Hanner. ​ Und so war die Aktion, die von der Alphornbläsern-Kombo alPHorniker umrahmt wurde, ein lebhafter Einstieg in eine ebenso lebhafte Diskussion.
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 +Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl führte am Anfang ins Feld, dass es bereits jetzt eine „intensive,​ freundschaftliche und kollegiale Zusammenarbeit“ mit dem Nachbar-Nationalpark Šumava gibt. Dies sei vor allem daher sehr erfreulich, weil „wir ein und dieselbe Natur verwalten und schützen und gleiche Ziele verfolgen“. Zudem gebe es auch derzeit schon Projekte mit Partnern in Oberösterreich – etwa im Bereich der Umweltbildung und der Forschung. Zu viele Schutzgebietskategorien könnte die Bevölkerung als „Wirrwarr“ empfinden, so Leibl. Schließlich gebe es in der Region noch Naturparks, Naturschutzgebiete und Natura-2000-Flächen.
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 +Viel wichtiger als den Titel Biosphärenreservat hält auch Dr. Olaf Heinrich, Präsidiumsmitglied der Europaregion Donau-Moldau,​ die Bemühungen,​ „dass die Grenze, die seit mehreren Jahrzehnten offen ist, auch in den Köpfen schrittweise verschwindet“. Dazu brauche es vielleicht auch eine Art „geistige Regionalentwicklung“. Außerdem gebe es auch ohne die UNESCO-Anerkennung als Biosphärengebiet schon jetzt zahlreiche Möglichkeiten,​ sich verbindende Projekte fördern zu lassen.
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 +Von vielen Erfolgen in seiner Gegend berichtete Michael Geier, der Leiter des bayerischen Teils des Biosphärenreservats Rhön. „Dank des Biosphärenreservats ist eine enge kommunale Zusammenarbeit zwischen zwei bayerischen,​ zwei thüringischen und einem hessischen Landkreis geschaffen worden.“ Er gab jedoch zu bedenken, dass der Titel Biosphärenreservat nur dann erstrebenswert sei, wenn es neben der breiten Unterstützung der Bevölkerung auch klare Ziele für die Zukunft der Region gibt, die von allen relevanten kommunalen Entscheidungsträgern in Bayern, Böhmen und Oberösterreich mitgetragen werden.
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 +Ein Schutzkonzept sollte nicht einfach von oben auferlegt werden, fand auch Rupert Fartacek, Geschäftsführer der Böhmerwaldschule in Österreich. Für ein reibungsloses Miteinander im [[Dreiländereck]] sieht Fartacek noch ein paar ganz praktische Hürden: „Es ist etwa erschreckend,​ wie lange es dauert von Freyung zu uns in den Böhmerwald mit dem Bus zu kommen.“ Die Naturschätze hingegen seien schon gut vernetzt, über das europaweite Natura-2000-Schutzgebietssystem.
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 +Und so war man sich am Ende zumindest in einer Sache einig: Biosphäre ja oder nein – wichtig sei vor allem, dass die Region sich in Zukunft noch mehr als eine Einheit versteht. Und dass die schützenswerte Natur erhalten bleiben muss. Da kommt dann auch wieder die symbolhafte Arche ins Spiel: „Das Transparente und Brüchige des Glases vermittelt, dass die Welt in Gefahr sein kann und das man Orte braucht, die etwas Bewahrendes und Schützendes,​ symbolisiert durch die offene Holz-Hand, haben“, stellte Pfarrerin Sonja Schuster fest. Und da sei man in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava schon auf einem sehr guten Weg.
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 +=====Rinder haben den Hochschachten verlassen, Premiere geglückt=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1538584351&​tok=06f264&​media=rinder_verlassen_den_hochschachten.jpg?​200|Nationalparkmitarbeiter bringen das Rote Höhenvieh vom Hochschachten auf Zwischenweiden bei Kreuzstraßl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Premiere auf zweiter Weidefläche geglückt** – „Tiere haben sich sichtlich wohl gefühlt“
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 +Auf dem [[Ruckowitzschachten]] in der Nähe des Großen Falkensteins gehören die nationalparkeigenen Rinder seit einigen Jahren zum gewohnten Erscheinungsbild. Heuer jedoch gab die aktuell zehn Tiere große Herde eine Premiere und weidete auch auf einer zweiten Fläche inmitten des Schutzgebiets – auf dem [[Hochschachten]],​ der oberhalb der Trinkwassertalsperre Frauenau liegt. Jetzt ist die Hochlagensaison für die Vierbeiner jedoch beendet.
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 +„Die Tiere haben sich auch dort sichtlich wohl gefühlt“,​ bilanziert Jochen Linner, der beim Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. „Und nach unserer ersten Einschätzung,​ hat das Rote Höhenvieh auch den Hochschachten so gut abgefressen,​ wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die alte Haustierrasse ist im Rahmen des auslaufenden LIFE+ Projekts im Einsatz, um die schachtentypische Vegetation, etwa Borstgras und Arnika, zu fördern. Denn diese und weitere Arten profitieren vom selektiven Fressverhalten der Vierbeiner. Finanziell gefördert wird das Projekt von der EU und vom Bayerischen Naturschutzfonds.
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 +Die Beweidung der beiden Schachten wird auch im nächsten Sommer fortgesetzt. Bis dahin überwintern die Tiere auf Weiden bei [[Kreuzstraßl]] sowie im Bereich des Tier-Freigeländes des Nationalparkzentrums Falkenstein.  ​
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 +=====61 neue Junior Ranger=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=110&​t=1538580125&​tok=64f77c&​media=neue_junior_ranger.jpg?​200|Stolz präsentierten die neuen Junior Ranger ihre Zertifikate. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Abschlussfeier des Sommerferienprogramms** – „Großer Dienst für die Region“
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 +Sich einfach mal in die wilde Natur entführen lassen. Einsame Flecken erkunden. Pilze und Insekten unter die Lupe nehmen. Gipfel erklimmen. All das und noch viel mehr können Fünftklässler Jahr für Jahr beim Junior-Ranger-Einführungsprogramm des Nationalparks Bayerischer Wald erleben. In den Sommerferien haben 61 Kinder aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau dieses Abenteuer gewagt. Nun gab’s im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus die Teilnahme-Zertifikate dafür überreicht. ​
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 +„Wir freuen uns riesig, dass wir auch heuer wieder so viele junge Leute aus der Region für unser einmaliges Schutzgebiet begeistern konnten“, berichtete Michael Großmann, Leiter der Nationalparkwacht. Schon in den Pfingstferien hatten sich 50 Kinder am viertägigen Angebot beteiligt. Insgesamt gab’s bereits 21 Junior-Ranger-Jahrgänge mit fast 3000 Teilnehmern.
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 +„In der Schule beschäftigt man sich viel mit der Natur“, sagte Alexander Muthmann, Vorsitzender des Junior-Ranger-Vereins,​ „aber wenn man sich draußen selbst ein Bild davon machen kann, wird viel klarer, was Nationalpark wirklich bedeutet.“ Er sei sehr dankbar, dass die Ranger es dem Nachwuchs immer wieder ermöglichen,​ die Natur vor ihrer eigenen Haustür so gut kennenzulernen.
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 +Als „großen Dienst für die Region“ lobte das Projekt schließlich Toni Domani ​ von der Sparkasse Regen-Viechtach,​ die die Junior Ranger zusammen mit der Sparkasse Freyung-Grafenau schon lange finanziell fördert. „Es gibt viele Kinder, die den Großteil ihrer Freizeit vor dem Handy oder Computer sitzen, umso wichtiger ist es, dem entgegenzuwirken.“ Begeisterung für Natur zu wecken sei dazu ein gutes Gegenkonzept.
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 +Nach den Grußworten der Ehrengäste weckte Mario Schmid, Geschäftsführer des Junior-Ranger-Vereins,​ noch Lust daran, weiter aktiv am Ball zu bleiben und Mitglied im Junior-Ranger-Verein zu werden. Dort werden regelmäßig Ausflüge mit Rangern in den Nationalpark organisiert. Wer länger dabei bleibt, hat sogar die Chance, sich mit Junior Rangern aus ganz Europa auszutauschen. So waren allein heuer junge Ehrenamtliche aus dem Bayerischen Wald bei Treffen mit Kindern aus anderen Schutzgebieten dabei, die in Dänemark, dem Schwarzwald oder Mecklenburg-Vorpommern stattfanden.
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 +=====Bei den Kippen-Kasten sind die Raucher gefragt=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=69&​t=1538147735&​tok=834bd1&​media=kippen-kasten.jpg?​200|Zusammen mit den Neuntklässlern des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums nahm Nationalparkmitarbeiterin Karin Kirchner den ersten Kippen-Kasten in Betrieb. (Foto: Annette Nigl / Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)}}
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 +**Zigarettenstumpen können hier entsorgt werden** – Aktion im Rahmen der Anti-Müll-Kampagne der Nationalparkverwaltung
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 +„Müll aus, Natur an“ heißt die Anti-Müll-Kampagne des Nationalparks Bayerischer Wald, die seit Anfang dieses Jahres läuft. In einer ersten Aktion wurden Hundebesitzer dafür sensibilisiert,​ Hundekotbeutel nicht in der Natur zu entsorgen. Die zweite Aktion richtet sich nun an Raucher.
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 +„Wir stellen im Nationalpark fest, dass Raucher ihre Zigarettenstumpen einfach auf den Wegen oder am Wegesrand liegen lassen“, erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Diesem achtlosen Handeln wolle man nun mit Aufklärung entgegentreten. „Eine Zigarettenkippe enthält bis zu 4000 Giftstoffe und kann 50 Liter Wasser ungenießbar machen.“ Vielen Besuchern sei nicht bewusst, welch negative Folgen Abfall in der Natur verursache. „Daher klären wir unsere Gäste nun verstärkt darüber auf – etwa mit Plakaten und über die sozialen Medien.“
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 +Und speziell für die Raucher werden in den stark frequentierten Bereichen des Nationalparks – wie etwa an den Parkplätzen der Tier-Freigelände,​ am Park & Ride-Parkplatz in Spiegelau, am Hans-Eisenmann-Haus oder am Haus zur Wildnis – „Ballot Bins“ aufgestellt. „Die Idee kommt aus England, bei uns heißen sie Kippen-Kasten“,​ erklärt Karin Kirchner, im Nationalpark zuständig für die Anti-Müll-Kampagne. „Ist die Zigarette zu Ende geraucht, können die Stumpen in den Kippen-Kasten entsorgt werden.“ Das besondere an der ganzen Sache: „Auf jedem Kippen-Kasten findet der Raucher eine Frage mit zwei möglichen Antworten.“ Unter den zwei Antworten sind Schlitze, in die der Raucher seine Kippe hineinwerfen kann – „je nachdem für welche Antwort er sich entscheidet“,​ erklärt Karin Kirchner.
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 +Bei der Ausarbeitung der Fragen erhielt die Nationalparkverwaltung Unterstützung vom Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium in Grafenau und von der der Paul-Friedl-Mittelschule in Riedlhütte. „Die Schüler haben sich verschiedene Fragen und jeweils zwei Antworten überlegt“,​ erklärt Karin Kirchner. Zum Beispiel „Wann wurde der Nationalpark Bayerischer Wald gegründet?​“ oder „Welches Tier bringt mehr auf die Waage – Braunbär oder Elch?“.
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 +Bei der „Einweihung“ des ersten Kippen-Kastens direkt am Gebäude der Nationalparkverwaltung in Grafenau war auch die 9. Klasse des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums mit ihren Lehrern Christian Haeuschkel und Dr. Thomas Feicht dabei. „Es ist toll, dass ihr bei unserer Aktion mitgemacht und uns unterstützt habt“, sagte Karin Kirchner und gab den Gymnasiasten noch einige Infos zur Müllkampagne.
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 +=====Hochschachten ist wieder beweidet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1535395349&​tok=02a2a4&​media=hochschachten_ist_wieder_beweidet.jpg?​200|Die zehnköpfige Rinderherde des Nationalparks ist wohlbehalten auf dem Hochschachten angekommen. ​ (Foto: Josef Nußhardt/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Rotes Höhenvieh zieht im Rahmen des LIFE+ Projekts erstmals auf zweiten Schachten
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 +Seit 2014 gehört es im Sommer zum gewohnten Bild, dass auf dem [[Ruckowitzschachten]] unterhalb des Großen Falkensteins wieder Rinder grasen. Nun ist das Rote Höhenvieh erstmals auf einen weiteren Schachten umgezogen. Seit Donnerstag weidet die zehnköpfige Herde auf dem Hochschachten oberhalb von Frauenau.
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 +Die Tiere sind im Rahmen des von der EU und dem Bayerischen Naturschutzfonds finanzierten LIFE+ Projekts im Einsatz. Eines der Projektziele ist schließlich der Erhalt artenreichet Borstgrasrasen. Dazu können die Vierbeiner erheblich beitragen, da sie die Hochweiden sehr selektiv abfressen. So werden etwa Borstgras – aber auch Arnika oder Ungarischer Enzian – gefördert.
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 +Eigentlich war der Umzug der Tiere erst für Anfang September geplant. „Aber die langanhaltende Hitze
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 +, verbunden mit den geringen Niederschlägen,​ hat dazu geführt, dass wir das Umsetzen vorverlegen mussten“, erklärt Naturschutzbeauftragter Jochen Linner. Auf dem Ruckowitzschachten sei schlicht das Futter langsam aber sicher ausgegangen. Auf dem [[Hochschachten]] hingegen gibt es noch genügend.
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 +=====Das Waldschmidthaus hat wieder geöffnet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1533895432&​tok=ed5d25&​media=das_waldschmidthaus_hat_wieder_geoeffnet.jpg?​200|Viel Erfolg wünschten dem neuen Wirtspaar Siegrid Kick und Rudi Holzapfel (2.v.l.) unter anderem Bürgermeister Karlheinz Roth (von links), Vizelandrat Willi Killinger, Nationalparkleiter Franz Leibl, Landrat Sebastian Gruber und Bürgermeister Helmut Vogl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Schlüsselübergabe an Siegrid Kick und Rudi Holzapfel – Betrieb täglich von 10 bis 17 Uhr**
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 +Der höchste Nationalparkgipfel bietet ab sofort wieder eine Einkehrmöglichkeit. Der symbolische Schlüssel für das [[Waldschmidthaus]] wurde am Donnerstag feierlich seinen neuen Pächtern Siegrid Kick und Rudi Holzapfel übergeben. Wanderer werden von nun an im Sommerhalbjahr täglich von 10 bis 17 Uhr mit kühlen Getränken und leckeren Brotzeiten versorgt.
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 +„Wer den Berg bei längeren Touren, etwa über [[Rachelsee]] und [[Rachelkapelle]],​ erobert, kann jetzt auch direkt unterhalb des Gipfels wieder einkehren“,​ freut sich Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Da der [[Rachel]] für unsere Besucher ein sehr anziehender Punkt ist, war uns die rasche Wiedereröffnung nach dem Erwerb des Gebäudes im Winter 2017 sehr wichtig.“ Bis der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte, mussten zunächst einige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, vor allem in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung. „Das ist nun alles erledigt, so dass die neuen Wirte mit viel Elan loslegen können.“
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 +Den zeigte das Paar aus Viechtach auch gleich. „Wir freuen uns schon auf all unsere zukünftigen Gäste und eine schöne Restsaison bis Ende Oktober“, so Siegrid Kick. „Wir sind schon ganz gespannt, was uns hier oben in der wunderschönen Natur alles erwartet.“ ​
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 +Die Gäste können sich auf jeden Fall auf schmackhafte Leckereien freuen, wie ihr Partner Rudi Holzapfel versichert: „Wir planen eine wöchentlich wechselnde, kleine Karte. Unsere Gerichte sind alle frisch zubereitet, die möglichst saisonalen Zutaten kommen aus der Region.“ Viel Beifall fand bei der Eröffnung etwa der selbstgemachte Kaiserschmarrn.
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 +„Das ist heute ein ganz besonderer Tag“, sagte Willi Killinger, stellvertretender Landrat des Landkreises Regen. Diese Einschätzung teilten auch die weiteren Vertreter aus Politik und Gesellschaft,​ etwa die Bürgermeister aus Spiegelau, Karlheinz Roth, und St. Oswald-Riedlhütte,​ Helmut Vogl. Und Sebastian Gruber, Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau,​ ergänzte: „Dieses Ereignis zeigt einmal mehr, dass der Nationalpark wichtige Einrichtungen für die Bevölkerung schafft. Das bringt nicht nur den Nationalpark,​ sondern die ganze Region voran.“
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 +=====Jugendliche aus drei Ländern helfen dem Moor=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1535443063&​tok=700e03&​media=jugendliche_aus_drei_laendern_helfen_dem_moor_2_.jpg?​200|Die 33 Teilnehmer aus sechs tschechischen,​ deutschen und österreichischen Nationalparks waren auch in der wilden Natur – etwa auf dem Windwurfsteig unterhalb des Großen Falkenstein – unterwegs. ​ (Foto: Sophie Nießner/​Nationalpark Bayerischer Wald) 
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 +Aufenthalt im Wildniscamp mit Unterstützung des LIFE+ Projekts verknüpft
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 +Das Treffen ist seit Jahrzehnten schon fest eingeplant in den sechs grenzüberschreitenden Nationalparks entlang der tschechischen Grenze. Jedes Jahr treffen sich Jugendliche aus Schutzgebieten in Deutschland,​ Tschechien und Österreich zum gegenseitigen Austausch. Heuer kamen – unterstützt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds – 33 Teilnehmer ins [[Wildniscamp am Falkenstein]]. Von dort aus half die Gruppe auch bei einer Moorrenaturierung im Rahmen des LIFE+ Projektes mit.
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 +Für die Naturentdecker aus den Nationalparks Thayatal, Podyjí, Sächsische Schweiz, Böhmische Schweiz, Šumava und Bayerischer Wald stand neben Workshops und dem Durchwandern der wilden Landschaften auch anstrengende Arbeit auf dem Programm. Das rund ein Hektar große Hochmoor Rundes Filzel nahe des Grenzübergangs Gsenget galt es zu renaturieren.
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 +Das Moor wurde einst durch Entwässerungsgräben trocken gelegt. „Dadurch wurden hochmoortypische Pflanzen wie Moosbeere oder Wollgras zunehmend verdrängt“,​ so LIFE+ Projektbetreuerin Claudia Schmidt. Sechs handgebaute Staudämme, die mit einem Sägemehl-Hackschnitzel-Gemisch abgedichtet wurden, sollen diesen Prozess nun langsam rückgängig machen. Neben dem trinationalen Jugendcamp waren dort zuvor auch zwei Seminargruppen mit Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr aus ganz Bayern im Einsatz. „Alle Freiwilligen waren sehr engagiert und haben viel mehr geschafft als wir zuvor erwartet hatten“, lobt Schmidt.
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 +Die schweißtreibenden Stunden im Moor haben die Jugendgruppe zusammengeschweißt,​ wie die Rückmeldungen zeigen. „Es war ein unterhaltsames Camp mit einem tollen Programm und tollen Leuten“, sagt etwa Ondrej aus dem Nationalpark Šumava. Camp-Kollegin Louise aus dem Nationalpark Thayatal findet: „Es ist schön, andere Jugendliche mit denselben Interessen kennenzulernen.“ Und Anna aus der Sächsischen Schweiz bilanziert kurz und knapp: „Es war Natur pur.“
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 +Vor allem das tolle Miteinander der Gruppe ist dem Betreuerteam positiv aufgefallen. „In einer Zeit, in der es nicht nur in Europa deutliche Tendenzen zur Abschottung gibt, ist es umso wichtiger, junge Menschen zusammen zu bringen“, meint Wildniscamp-Leiter Achim Klein. Bei den Jugendlichen der Nationalparkregionen habe dies super funktioniert. ​ So sind über die Jahre zwischen den Teilnehmern schon oft grenzüberschreitende Freundschaften entstanden, die immer noch gepflegt werden.
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 +=====Luchsnachwuchs im Nationalparkzentrum Falkenstein=====
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 +{{  https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1529662576&​tok=04878f&​media=luchsnachwuchs_im_nationalparkzentrum_falkenstein_ral....jpg?​200|Das erste Foto vom Luchs-Nachwuchs im Nationalparkzentrum Falkenstein ist einem Besucher in der Abenddämmerung gelungen (Foto: Ralf Lange).}}
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 +**Anzahl der Jungtiere steht noch nicht fest**  ​
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 +Das Luchspaar im Gehege des [[Nationalparkzentrum Falkenstein|Nationalparkzentrums Falkenstein]] hat Nachwuchs. „Ein Jungtier konnte schon von Besuchern und auch von einem Mitarbeiter gesichtet werden“, erklärt Susanne Klett, Tierärztin im Nationalpark. Ob es nur ein Junges oder doch mehrere sind, könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht sagen. „Die Mutter versteckt den Nachwuchs noch gut.“
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 +Die Nachricht über den Luchs-Nachwuchs sorgt in der Nationalparkverwaltung für Freude. Die beiden Luchse sind reine Karpatenluchse und „genetisch wertvoll“,​ so Klett. Die Zucht im Nationalparkzentrum Falkenstein erfolgt im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB).
  
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neues_im_nationalpark_bayerischer_wald.1533898408.txt · Zuletzt geändert: 2018/08/10 10:53 von gfreund

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