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neues_im_nationalpark_bayerischer_wald [2019/01/07 12:35]
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neues_im_nationalpark_bayerischer_wald [2019/02/17 09:53] (aktuell)
gfreund
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 **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald** **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald**
  
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 +=====Minister mit Schneeschuhen im Nationalpark unterwegs=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1550229898&​tok=b52c7a&​media=minister_mit_schneeschuhen_durch_den_urwald.jpg?​200|Die Bedeutung von Totholz für die Biodiversität erklärte stellvertretender Nationalparkleiter Jörg Müller (r.) Umweltminister Thorsten Glauber (2.v.r). Bei der Wanderung mit dabei waren MdL Manfred Eibl (hinten v.l.), Ulrike Lorenz, zuständige Referatsleiterin des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz,​ sowie Ranger Mario Schmid. (Foto: Elke Ohland/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Erster Besuch von Bayerns neuem Umweltminister Thorsten Glauber im Nationalpark**
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 +Einen ersten Besuch hat Umweltminister Thorsten Glauber dem Nationalpark Bayerischer Wald abgestattet. Auf dem Programm stand dabei in erster Linie, die Eckdaten des Schutzgebietes sowie die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ kennenzulernen.
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 +Dazu führte Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks,​ den Minister direkt durch das Urwaldgebiet [[Hans-Watzlik-Hain]] bei Zwieslerwaldhaus. Mit Schneeschuhen ausgestattet konnte sich der Minister einen ersten Eindruck von dem Schutzgebiet und den dort vorkommenden Lebensräumen verschaffen. „Im Nationalpark können auf großer Fläche natürliche Prozesse ohne menschliche Eingriffe ablaufen“,​ erklärte Müller. Umweltminister Glauber zeigte sich von den Erläuterungen beeindruckt und freute sich auf den nächsten Termin in der entstehenden Waldwildnis des Nationalpark:​ „Der Nationalpark bietet eine einzigartige Naturvielfalt. Er ist von großer Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und ein wichtiger Magnet für Naturerlebnisse. Wir wollen den ältesten Nationalpark Deutschlands zu seinem 50. Jubiläum im Jahr 2020 weiter stärken.“
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 +Nach der Schneeschuhwanderung,​ bei der Thorsten Glauber auch von MdL Manfred Eibl begleitet wurde, stand eine Diskussionsrunde mit den Junior Rangern im Wildniscamp auf dem Programm. MdL Alexander Muthmann, Vorsitzender der Junior Ranger, und Geschäftsführer Mario Schmid gaben einen kurzen Einblick in die Aktivitäten des Vereins, danach hatten einige Junior Ranger noch die Gelegenheit,​ mit dem Minister zu sprechen. Glauber betonte dabei: „Ich freue mich über das große Engagement aller Beteiligten,​ vor allem der Kinder und Jugendlichen. Was hier im Nationalpark geleistet wird ist ein Vorbild für die Umweltbildung und für die Verständigung mit der Bevölkerung“,​ so Glauber. Wichtig sei, dass die Nationalpark-Idee von den Menschen getragen werde. Das Modell der Junior Ranger leiste hierzu einen wichtigen Beitrag.
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 +=====Was ist eigentlich Biodiversität?​=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=76&​t=1550231025&​tok=95bafc&​media=biodiversitaet.jpg?​200|Das bisher erarbeitete Konzept, das auch verschiedene Spiele beinhaltet, wurde von den Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr des Nationalparks getestet. (Foto: Rita Gaidies/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Nationalpark und Böhmerwaldschule Österreich entwickeln neues Konzept in der Umweltbildung**
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 +Biodiversität – dieses Wort taucht ständig in den Medien auf. Doch die wenigsten Menschen wissen, was sich dahinter verbirgt. Um das zu ändern, tüftelt Elisabeth Frank, Umweltpädagogin und Projektbetreuerin im [[Jugendwaldheim]] des Nationalparks Bayerischer Wald, gerade ein neues Umweltbildungskonzept im Rahmen eines grenzüberschreitenden Interreg-Projekts aus. Unterstützt wird sie dabei von Iris Niederdöckl,​ Umweltpädagogin der Böhmerwaldschule Österreich,​ Rupert Fartacek, Förster und Geschäftsführer der Böhmerwaldschule Österreich,​ sowie Rita Gaidies, Leiterin des Jugendwaldheims.
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 +Mit dem fertigen Konzept soll nicht nur Kindern und Jugendlichen,​ sondern auch Erwachsenen die Vielfalt der Arten und Lebensräume nähergebracht werden. Geplant ist, dass es sowohl in der Böhmerwaldschule als auch im Jugendwaldheim angeboten wird. „Wir wollen dabei nicht nur Schulklassen,​ sondern auch Vereine und alle anderen interessierten Gruppen erreichen und für das Thema Biodiversität mit den Schwerpunkten Wasser, Boden, Totholz und Natura 2000 begeistern “, erklärt Elisabeth Frank. Ein weiterer Aspekt ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Gebieten mit unterschiedlichen Schutzkonzepten. „Das ähnliche Landschaftsbild sowie die gemeinsame Geschichte des Böhmerwaldes dienen dabei als verbindendes Element zwischen dem Nationalpark und der Böhmerwaldschule.“
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 +Bis zum Jahr 2020 soll das Konzept fertig sein, getestet wurde es bereits jetzt. Und zwar von den Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr, die im Nationalpark eingesetzt sind, bei einem gemeinsamen Austausch in der Böhmerwaldschule. Von den jungen Erwachsenen wurden beispielsweise diverse Versionen eines Memorys zum Thema Artenvielfalt durchgespielt,​ anschließend kritisch bewertet und Verbesserungsvorschläge diskutiert.
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 +=====Akzeptanz des Nationalparks steigt weiter an =====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1550397149&​tok=7ffb89&​media=akzeptanz_des_nationalparks_steigt_weiter_an.jpg?​200|Professor Hubert Job (r.) überreichte Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl die Ergebnisse der Akzeptanzstudie in Buchform. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Studie der Universität Würzburg vorgestellt – 85,8 Prozent der Einheimischen sprechen sich für das Schutzgebiet aus**
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 +Welche Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an den Nationalpark Bayerischer Wald denken? Halten Sie dortige Regeln für angemessen? Wie groß ist das Vertrauen in die Verwaltung? Auf diese und viele weitere Fragen gibt eine Akzeptanzstudie der Universität Würzburg zum Nationalpark Bayerischer Wald Antworten. Der Öffentlichkeit wurden die Ergebnisse nun vom zuständigen Professor Hubert Job im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald vorgestellt.
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 +Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks und damit Auftraggeber der Studie, freute sich sehr, dass Job persönlich zur Vorstellung der Ergebnisse gekommen ist. „Für unsere Arbeit ist es wichtig zu wissen, wie der Nationalpark von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen wird“, so Leibl. Die Ergebnisse der Studie seien positiv.
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 +Wie die Akzeptanz gestiegen sei, zeige sich ganz deutlich an den gegebenen Antworten auf die Frage: „Wenn es am kommenden Sonntag eine Abstimmung über das Weiterbestehen des Nationalparks geben würde, wie würden Sie abstimmen?​“ 90,4 Prozent der Bewohner im Altpark (Gebiet gegründet 1970 zwischen Rachel und Lusen) sprachen sich für ein Weiterbestehen des Parks aus, 2008 waren es noch 81 Prozent. Im Erweiterungsgebiet (gegründet 1997 im Falkensteinbereich) sprachen sich 81,3 Prozent der Befragten für einen Erhalt aus, knapp zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2008. „Letztendlich wollen 85,8 Prozent der einheimischen Bevölkerung,​ dass der Nationalpark weiter bestehen bleibt“, so Leibl.
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 +Wie die Zustimmungswerte im Detail angestiegen sind, zeigte Prof. Job bei der Vorstellung der Akzeptanz-Studie,​ die in drei Stufen aufgebaut war. Zum einen wurde im Juni 2017 eine bayernweite Online-Befragung durchgeführt. Zum anderen wurden Anfang des Jahres 2018 Einwohner in den Nationalpark-Landkreisen schriftlich befragt und Interviews mit lokalen Entscheidungsträgern im März und April 2018 durchgeführt.
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 +Die dabei herausgekommenen Ergebnisse seien für den Nationalpark erfreulich, sagte Job und zeigte dies anhand einiger Beispiele auf. Besonders bemerkenswert sei, wie massiv sich die Einstellung der Einheimischen zum heranwachsenden Naturwald des Nationalparks zum Positiven geändert habe. „Generell sind 80,8 Prozent der Befragten der Meinung, dass Totholz wichtig für die biologische Vielfalt ist“, erklärte Job. Dass im Nationalpark die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ gilt, befürworten 62,6 Prozent der Befragten, 2008 waren es nur 39,2 Prozent. 65,1 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, Totholz nur dort wegzuräumen,​ wo es Behinderungen darstellt. 2008 waren noch 46 Prozent der Befragten dafür, Totholz generell zu beseitigen und neue Bäume zu pflanzen.
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 +Auch das Thema [[Borkenkäfer]] wurde bei der Akzeptanzstudie thematisiert,​ so Job. Nur 34,9 Prozent aller Befragten gaben an, dass der Borkenkäfer mit allen Mitteln bekämpft werden soll. Im Jahr 2008 lag der Wert mit 60 Prozent noch deutlich höher.
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 +Auf Verständnis bei der Bevölkerung stoßen würden auch die Regeln, die es im Nationalpark gebe. Das Verbot, in der Kernzone markierte Wege zu verlassen, halten 78 Prozent der Befragten für angemessen. Auch das zeitweise Wegegebot zum Schutz gefährdeter Arten sei für 85,9 Prozent absolut in Ordnung.
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 +Das Fazit von Leibl und Job lautete am Ende: Der Nationalpark erfährt eine steigende Zustimmung. „Diese Ergebnisse bestätigen uns, den Weg der offenen Kommunikation,​ den wir eingeschlagen haben, weiter fortzusetzen“,​ so Leibl. ​
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 +=====Impressionen vom Aktionstag begleiten durchs neue Jahr=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1548073520&​tok=b2bf2d&​media=impressionen_vom_aktionstag_begleiten_durchs_neue_jah....jpg?​200|Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks (v.l.), die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger, Anita Moos, Behindertenbeauftragte des Landkreises,​ und Herbert Kern aus Schönberg übergaben den ersten Kalender an Stefan Bachsleitner und Ludwig Maurer vom Caritas-Wohnheim in Spiegelau, begleitet wurden sie von ihrer Betreuerin Raphaela Halser. (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Veranstaltung für Menschen mit Behinderungen im Nationalpark – Beste Fotos in einem Kalender zusammengestellt**
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 +Beim Durchblättern dieses Kalenders werden bei vielen Menschen schöne Erinnerungen wach – und zwar an den Aktionstag für Menschen mit Behinderung,​ der im Juli in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Freyung-Grafenau im Nationalparkzentrum Lusen stattgefunden hat. Einen Tag lang vergnügten sich rund 350 Menschen mit Handicap sowie 150 Betreuer an 19 Erlebnisstationen. Die schönsten Fotos, die während dieses Aktionstages entstanden sind, haben den Weg in den Kalender für das Jahr 2019 gefunden, der nun vorgestellt wurde.
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 +Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks,​ die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger, Anita Moos, Behindertenbeauftragte des Landkreises,​ und Herbert Kern aus Schönberg, der den Kalender finanziert hat, überreichten das erste Exemplar nun an das Caritas-Wohnheim in Spiegelau. Leibl blickte in diesem Zusammenhang noch einmal auf den gelungenen Aktionstag zurück. „Für uns ist das Engagement in diesem Bereich von großer Bedeutung“,​ so Leibl. „Wir wollen ein Nationalpark für alle sein und es auch Menschen mit Behinderung ermöglichen,​ unsere Pflanzen- und Tierwelt mit allen Sinnen zu erfahren.“ Den ersten Kalender erhielten Ludwig Maurer und Stefan Bachsleiter,​ Bewohner des Heimes in Spiegelau, die zusammen mit ihrer Betreuerin Raphaela Halser zu dem Termin gekommen waren.
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 +2019 findet der Aktionstag für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Regen rund um das [[Haus zur Wildnis]] statt.
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 +Bilder zum Download gibt es unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/​aktuelles
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 +=====Nationalpark-Weg erneut ausgezeichnet=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=87&​t=1548072148&​tok=7a6806&​media=nationalpark-weg_erneut_ausgezeichnet.jpg?​200|Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes (l.), überreichte Bürgermeister Georg Bauer das Zertifikat für den Rundweg „Bussard“. (Foto: A. Rosar / Deutscher Wanderverband)}}
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 +**Zertifikat vom Deutschen Wanderverband für den Rundweg „Bussard“** ​
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 +Über einen weiteren vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Rundweg kann sich die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald freuen. Bei der CMT Urlaubsmesse in Stuttgart wurde der Weg mit der Markierung „Bussard“ von [[Bayerisch Eisenstein]] zum [[Schwellhäusl]] ausgezeichnet. Das Zertifikat nahm Georg Bauer, Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, von Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, dem Präsidenten des Deutschen Wanderverbandes,​ in Empfang.
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 +„Es freut mich für die Gemeinde, für den Nationalpark und für die gesamte Region, dass wir einen Qualitätswanderweg mehr verzeichnen können“, sagte Georg Bauer, der sich ganz besonders bei Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und seinem Team für die Unterhaltung und Pflege des Weges bedankte sowie bei Ludwig Lettenmaier,​ Wirt des Schwellhäusls,​ für sein Engagement.
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 +Auch für Leibl haben Auszeichnungen in diesem touristischen Bereich einen hohen Stellenwert. „Die Zertifikate sind ein Spiegel für die hohe Qualität unserer Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald und wir sind stets bemüht, diese für unsere Besucher zu optimieren.“ Bereits im September 2018 wurden vier Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald ausgezeichnet. „Nun können die Nationalpark-Besucher sich aus der Vielzahl von tollen Wegen genau den aussuchen, der für ihren Anspruch oder für eine bestimmte Zielgruppe am besten passt.“
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 +=====Mehr Luchse ​ in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava nachgewiesen=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=83&​t=1548181819&​tok=6b7eb3&​media=npv_bw_-_pm_134-18_mehr_luchse_nachgewiesen.jpg?​200|Eine Luchsin mit ihrem Jungen, aufgenommen von einer Kamera mit Bewegungsmelder,​ einer sogenannten Fotofalle. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Ergebnisse des Monitorings der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava vorgestellt**
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 +Seit 2009 wird in den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava ein gemeinsames Luchs-Monitoring durchgeführt. Nun liegen die neusten Ergebnisse vor: Es sind mehr Luchse unterwegs.
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 +Waren es im Beobachtungszeitraum von Mai 2015 bis April 2016 noch 21 selbstständige,​ also erwachsene und halbwüchsige [[Luchse]] und drei Jungtiere, konnten 2016/2017 bereits 27 selbstständige Tiere und elf Jungtiere registriert werden. Im Luchsjahr 2017/2018 sind es sogar 29 selbstständige Tiere und sieben Junge. „Im Jahr 2009, als wir mit dem Monitoring begonnen haben, waren es nur zehn selbständige Tiere und acht Junge“, erklärt Privatdozent Dr. Marco Heurich, beim Nationalpark Bayerischer Wald zuständig für das Projekt. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung.“
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 +Insgesamt wurden auf einer Fläche von 820 Quadratkilometern über einen Zeitraum von 100 Tagen an 66 Standorten 105 [[Fotofallen]] aufgestellt. ​ An 70 Prozent der ausgewählten Standorte konnten Luchse fotografiert werden. „Geht ein Tier an der Fotofalle vorbei, wird es automatisch aufgenommen“,​ erklärt Heurich. Die Fellzeichnung des Luchses ist äußerst variabel und bei jedem einzelnen Tier so einzigartig wie ein Fingerabdruck. „Durch eine Analyse der Fellmuster lassen sich einzelne Tiere eindeutig identifizieren.“
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 +Die Ergebnisse zeigen damit auch, dass die Luchse in den beiden Nationalparks ein relativ hohes Alter erreichen können. Beispielsweise wurde ein männlicher Luchs bis zum Jahr 2015 immer wieder abgelichtet und war damals 13 Jahre alt. Auch eine Luchsin konnte acht aufeinanderfolgende Jahre nachgewiesen werden, zuletzt hatte sie ein Alter von 14 Jahren. Die Beutetierbestände seien dabei in den vergangenen Jahren auf gleichem Niveau geblieben.
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 +Wie Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, erklärt, ist das Luchs-Monitoring für die beiden Nationalparks von großer Bedeutung. „Durch die Untersuchung der Aufnahmen des Foto-Monitorings können wir ermitteln, wo sich das jeweilige Tier aufhielt, wie alt es ist oder welche Katze Junge mit sich führt.“ Die Daten seien unverzichtbar,​ um die Größe und den Zustand des Luchsvorkommens in den beiden Schutzgebieten auszuwerten. Zu beachten ist auch, dass jeder der dort nachgewiesenen Luchse auch außerhalb der beiden Nationalparks unterwegs sein kann. Was Leibl besonders hervorhebt, ist die sich ständig intensivierende,​ grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Forschung. „Der Austausch funktioniert tadellos, hier sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Denn nicht nur bei der Erfassung des Luchsvorkommens gehen bayerische und tschechische Forscher gemeinsame Wege, sondern beispielsweise auch beim Auer- und Rotwild.
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 =====Digitale Nationalparkinfos===== =====Digitale Nationalparkinfos=====
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 Das [[Waldgeschichtliches Museum|Waldgeschichtliche Museum]] in St. Oswald soll bis Ende Januar über den bereits vorhandenen Bildschirm mit der digitalen Technik ausgestattet werden. Auch das Haus zur Wildnis wird im Laufe des Jahres eine Stele zur digitalen Besucherinformation bekommen. Doch bevor diese installiert werden kann, muss der derzeit laufende Breitbandausbau abgeschlossen werden. Das [[Waldgeschichtliches Museum|Waldgeschichtliche Museum]] in St. Oswald soll bis Ende Januar über den bereits vorhandenen Bildschirm mit der digitalen Technik ausgestattet werden. Auch das Haus zur Wildnis wird im Laufe des Jahres eine Stele zur digitalen Besucherinformation bekommen. Doch bevor diese installiert werden kann, muss der derzeit laufende Breitbandausbau abgeschlossen werden.
  
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 +=====Nationalpark erfüllt Sternstunden-Wunsch =====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1548077671&​tok=ed67f3&​media=nationalpark_erfuellt_sternstunden-wunsch_1_.jpg?​200|Zunächst legte Aylin das Futter für die Wölfe aus, danach konnte sie die Tiere aus nächster Nähe aus dem Auto heraus beobachten. (Foto Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald) }}
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 +**Aylin (12) aus dem Fränkischen Seenland kommt Wölfen im Tier-Freigelände ganz nah**
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 +Seit 25 Jahren erfüllt Bayern 1 Kinderwünsche im Rahmen der Sternstunden,​ der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Durch diese Aktion können Hilfsprojekte in Bayern, Deutschland und auf der ganzen Welt unterstützt werden. Als besonderes Schmankerl kommen Jahr für Jahr eine Hand voll Kinder in den Genuss, ihren ganz besonderen Traum wahrwerden zu lassen. Heuer konnte der Nationalpark Bayersicher Wald einen dieser speziellen Wünsche erfüllen.
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 +Aylin, zwölf Jahre alt, wohnt im Haus St. Antonius in Gersdorf im Fränkischen Seenland. Die dank Sternstunden frisch renovierte Anlage der Kinder- und Jugendhilfe bietet sowohl stationäre als auch ambulante Angebote an. Aylin lebt dort mit Gleichaltrigen in einer heilpädagogischen Wohngruppe. Später möchte sie gern einen Beruf ergreifen, der mit Tieren zu tun hat. Ganz besonders haben es ihr Wölfe angetan. Und so reifte der Wunsch, diesen Vierbeinern mal ganz nahe zu kommen.
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 +Unter den rund 300 Anliegen, die Kinder und Jugendliche in einer der heuer von Sternstunden bedachten Einrichtungen äußerten, wurde Aylin ausgewählt. „Uns hat besonders gefallen, dass Aylin mit dem Wunsch schon eine konkrete Zukunftsperspektive verbindet“,​ erklärt Bayern-1-Redakteurin Brigitte Dehler. „Und natürlich bot sich mit dem Nationalpark Bayerischer Wald ein idealer Partner im Freistaat an.“
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 +Die freudige Botschaft überbrachte der Zwölfjährigen schließlich Wildtierbiologe Dr. Marco Heurich vom Nationalpark via Telefon. Nur wenige Tage später reiste Aylin zusammen mit einer Betreuerin auch schon in den Bayerwald – auch dank Unterstützung der Nationalpark-Partnerbetriebe,​ insbesondere des Landhotels Postwirts in Rosenau und des Landgasthofs Euler in Neuschönau,​ die Übernachtung und Verpflegung kostenlos zur Verfügung stellten.
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 +Zwei Programmpunkte standen am großen Tag schließlich für Aylin an. Am Vormittag war sie mit Marco Heurich inmitten der wilden Natur unterwegs. Eigentlich wollten beide dabei Ausschau nach Spuren der in der Region lebenden Wölfe halten. Doch anstelle von Wolfsspuren fanden sie eine wenige Tage zuvor von einem Luchs gerissene Hirschkuh. Eine ganz in der Nähe aufgestellte Fotofalle, die sogleich vor Ort mittels Laptop ausgelesen wurde, zeigte sogar wenige Stunden alte Bilder, die den Luchs eindrucksvoll in Szene setzten.
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 +Davon beeindruckt ging es am Nachmittag schließlich ins [[Tier-Freigelände]] des [[Nationalparkzentrum Lusen|Nationalparkzentrums Lusen]] bei Neuschönau. Zunächst durfte Aylin Tierärztin Susanne Klett und Tierpfleger Christoph Wagner beim Herrichten des Wolfsfutters zur Hand gehen. Danach folgte der eigentliche Höhepunkt: Zusammen mit den Profis ging es im Auto direkt ins [[https://​www.waidlerwiki.de/​doku.php?​id=wolfsgehege_im_nationalpark|Wolfsgehege]],​ wo Aylin das frisch geschnittene Fleisch auslegte. Anschließend nahm der Tross wieder im Auto Platz, rollte einige Meter von der Futterstelle weg und beobachte dann von dort durch die Autoscheiben das Schauspiel.
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 +„Das war richtig toll“, bilanzierte Aylin am Ende. Nur wenige Meter von ihr entfernt seien die vier Wölfe des Tier-Freigeländes nach und nach gekommen, um sich ihren Teil vom reichlich gefüllten Gabentisch zu holen. „Ich hätte mir die Tiere ganz anders vorgestellt“,​ sagt die Zwölfjährige,​ „viel heller zum Beispiel und nicht so dunkel.“
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 +Nach all den spannenden Erfahrungen ging es am späten Nachmittag dann auch schon wieder zurück ins Haus St. Antonius nach Gersdorf. Doch die Erinnerungen vom ganz besonderen Sternstundentag hängen mittlerweile schon in Form eines Plakats in Aylins Zimmer. Und auch die Hörer des Bayerischen Rundfunks kamen in den Genuss einer bildhaften Reportage des Erlebnisses. ​      
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 +=====Begegnungsstätte für deutsche und tschechische Schüler=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1548074087&​tok=23f341&​media=begegnungsstaette_fuer_deutsche_und_tschechische_schueler.jpg?​200|Am Ende des dreitägigen Aufenthalts stellten die Kinder ihre gebastelten Werke vor. (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Grenzüberschreitende Treffen im Jugendwaldheim nehmen zu - Grundschulen aus Hohenau und Zdikov waren zu Gast**  ​
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 +Im [[Jugendwaldheim]] „Wessely Haus“ finden immer häufiger Treffen zwischen deutschen und tschechischen Schulen statt. Eine Entwicklung,​ die Rita Gaidies, die Leiterin der Nationalparkeinrichtung,​ sehr freut. „Es ist schön, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, dass sich Kinder diesseits und jenseits der Grenze besser kennenlernen und einen Einblick in die Kultur und Sprache der Nachbarn bekommen.“
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 +Jüngst waren die Drittklässler der Grundschule Hohenau und ihrer tschechischen Partnerschule aus Zdikov im Jugendwaldheim. ​ Die Schulen beteiligen sich an dem auf drei Jahre angelegten Projekt „Zwei Sprachen, ein Gedanke“, in diesem Rahmen fand drei Tage lang ein Sprachencamp statt.
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 +„Baum“ heißt auf Tschechisch „strom“,​ „Blatt“ heißt „list“ und „Frucht“ heißt „plod“. Unter dem Motto „Wald entdecken“ lernten die Kinder einige Wörter aus der Sprache ihrer Nachbarn kennen. Welche verschiedenen Bäume es im Nationalpark gibt, sahen sie auch bei einer Wanderung durch das Felswandergebiet. Danach gestaltete jeder Schüler ein Buch mit allem Erlernten, in das die Blätter und Früchte der jeweiligen Bäume gemalt wurden.
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 +Auf dem Programm standen auch das Basteln mit Kastanien sowie das Gestalten eines Stoffbeutels,​ am Lagerfeuer wurde auf Deutsch und Tschechisch ein Lied gesungen. „Es waren sehr schöne drei Tage“, sagte Lehrerin Johanna Kreipl, die zusammen mit ihren Kolleginnen Gisela Bauer und Rosmarie Rühl die Betreuung übernommen hatte. „Die Kinder haben sich vorher nicht gekannt, aber gleich sehr gut verstanden. Vor allem beim Basteln und Gestalten steht die Sprache im Hintergrund.“ Zum Abschluss kam noch Uta Hoffmann, die Rektorin der Grundschule Hohenau, ins Jugendwaldheim,​ um die Werke der Kinder zu bestaunen.
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 +Die nächsten grenzüberschreitenden Treffen im Jugendwaldheim sind bereits geplant. „Im April 2019 wird die Grundschule aus Altreichenau mit ihren tschechischen Partnern zu uns kommen“, berichtet Rita Gaidies. ​
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 +=====Schülerinnen der Realschule Grafenau besuchen Nationalpark-Forschungseinrichtung Taferlruck=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1548075069&​tok=8668b5&​media=an_der_grossen_ohe.jpg?​200|Ludwig Höcker erklärte den Schülerinnen unter anderem, wie die Schneedichte mithilfe eines Rohres gemessen wird. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +Einen frostig-nassen Eindruck in die Nationalpark-Forschung haben jüngst 15 Achtklässlerinnen der Grafenauer Realschule gewonnen. Im Rahmen der Girls’ Day Akademie besuchten sie die Pegelstation [[Taferlruck]] an der Großen Ohe.
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 +Seit 1978 wird dort, an der Straße zur Racheldiensthütte,​ Klima- und Gewässerforschung betrieben, erklärten Biologin Dr. Linda Seifert und Forstwirt Ludwig Höcker. Wie das funktioniert,​ konnten die jungen Mädchen der Nationalpark-Schule selbst unter die Lupe nehmen – etwa auf einer Monitoringfläche mit verschiedenen Messapparaturen oder im Inneren des kleinen Forschungsstützpunkts. Daneben galt es die angrenzende Große Ohe mit einem Kescher nach Kleinstlebewesen abzusuchen. ​ Nach dem Ausflug in die verschneite Winterlandschaft gab Linda Seifert später im Klassenzimmer noch einen theoretischen Einblick in die Gewässerökologie des Bayerwalds.
  
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 =====Mongolischer Blick auf den Bayerischen Wald===== =====Mongolischer Blick auf den Bayerischen Wald=====

neues_im_nationalpark_bayerischer_wald.1546864525.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 12:35 von gfreund

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