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gfreund [Aufbruch ins Walderleben]
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 **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald** **Interessantes aus dem Geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald**
  
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 +=====Aufbruch ins Walderleben=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=68&​t=1589272606&​tok=6809a8&​media=npv_bw_-_pm_31-20_aufbruch_ins_walderleben_3_.jpg?​200|Waldführer wie Wilhelm Hoff leiten nicht nur den Großteil der öffentlichen Führungen, sondern sind auch bei der Betreuung von Schulklassen im Einsatz. (Foto: Daniela Blöchinger/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Rückblick auf 50 Jahre Umweltbildung im Nationalpark Bayerischer Wald
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 +Ein alter, morscher Baumstamm steht mitten im Wald. Überall ist er von Baumpilzen und Moosen überwuchert. An vielen Stellen ist die Rinde schon komplett abgeblättert. Kurz dahinter steht ein gutes Dutzend Studenten. Sie hören nicht nur gebannt dem lauten Zwitschern der Vögel zu, sondern vor allem den Worten von Lukas Laux. Er ist seit 1989 Umweltbildungsreferent des Nationalparks. Sein Ziel: Junge Menschen für wilde Natur begeistern.
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 +Die Szene hat sich so im April des vergangenen Jahres in der Nähe von [[Zwieslerwaldhaus]] ereignet. Laux war dort im Rahmen des Einführungsseminars für Commerzbank-Umweltpraktikanten aus ganz Deutschland als Referent unterwegs. Auch 2020 hätte das einwöchige Seminar stattfinden sollen. Wie so vieles wurde es Opfer der Corona-Pandemie.
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 +Trotz der aktuellen Ruhe im Wald, zieht das Schutzgebiet derzeit Jubiläumsbilanz. Als erster deutscher Nationalpark überhaupt wird es heuer 50 Jahre alt. Fast genauso lang wird zwischen Fichten, Tannen und Buchen Umweltbildung betrieben. Vieles hat sich dabei verändert. Methoden und Einrichtungen haben sich weiterentwickelt. Im Laufe der Zeit sind dem Bildungsteam des Nationalparks auch einige wegweisende Weichenstellungen geglückt. Ein Rückblick.
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 +„Die Anfangsjahre waren stark von Arbeitseinsätzen geprägt“,​ erklärt Laux. Ausgehend vom 1974 eröffnetem Jugendwaldheim bei Schönbrunn am Lusen habe man mit Gruppen Wege gebaut, Bäume gepflanzt, alte Zäune abgebaut oder Wiesen freigeschnitten. Im Zuge der Etablierung des Leitgedanken ‚Natur Natur sein lassen‘ sei diese Art von Aktionen mehr und mehr hinfällig geworden. Es folgten vor allem klassische Wanderwochen. Auch mit dem Konzept Schule im Grünen, also der Verlegung des Klassenzimmers in den Wald bei sonst vergleichbaren Lehrbedingungen,​ wurde gearbeitet.
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 +Anfang der 1990er Jahre begann dann der Aufbruch ins Walderleben. „Wir haben fortan versucht, sinnliche und experimentelle Ansätze zu verfolgen“,​ so Laux. Kern des Gedankens: Kinder und Jugendliche sollen erstmal für die Natur begeistert werden. Rückfragen kommen dann von ganz allein. „Zunächst wurden wir dafür belächelt, später hat sich diese Methode nicht nur deutschlandweit durchgesetzt.“ Den Vogelstimmen lauschen, mit bloßen Füßen über den Waldboden schreiten, in Bächen nach Wasserinsekten Ausschau halten oder einfach mal ruhig in der Natur sitzen und die Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen. Neudeutsch: Waldbaden. All das gehört mittlerweile zum Standard des Umweltbildungsteams.
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 +Weiterer Erfolgsfaktor ist die Aufteilung in Kleingruppen. „Früher war es üblich, dass ein Führer mit der ganzen Klasse durch den Wald läuft“, blickt Laux zurück. „Mittlerweile versuchen wir überall dort, wo es geht, Kleingruppen zu bilden.“ Vorteil dabei: „Wir können garantieren,​ dass jedem Schüler genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird – und auch jeder alles selbst ausprobieren kann.“
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 +Generell werden die Angebote für Schulen immer offener gestaltet. „Bei Klassenfahrten mit Übernachtung in den Themenhütten des 2002 eröffneten Wildniscamps am Falkenstein geht das sogar so weit, dass wir den Kindern eine Woche Zeit im Wald schenken“,​ berichtet Laux. Die jungen Teilnehmer beschäftigten sich dann mit selbst gewählten Projekten und lassen ihrer Kreativität inmitten der Natur freien Lauf. „118.084 Übernachtungen wurden allein von 2010 bis 2019 im Wildniscamp und im [[Jugendwaldheim]] gezählt“,​ weiß Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Nicht nur diese Zahl belegt den Erfolg der umgesetzten Konzepte.
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 +Doch seit jeher lag der Fokus der Umweltbildung auch auf Urlaubern und Tagesausflüglern. Deswegen beginnt der Nationalpark Anfang der 1990er Jahre sein Führungsprogramm zu erweitern. Gab es vorher nur in den Ferienzeiten frei buchbare Angebote, werden diese nun zeitlich ausgedehnt. Das geht mit einem erhöhten Bedarf an Führungspersonal einher. „An dieser Stelle kamen Einheimische ins Spiel“, erinnert sich Umweltbildungsreferent Laux. Wurden geführte Touren bisher meist von Studenten geleitet, kamen nun ehrenamtliche Waldführer hinzu. „Wir wollten, dass die Einheimischen ihren Nationalpark vorstellen.“ Bis heute hat sich dieses Konzept so gut bewährt, dass es vielerorts kopiert wurde.
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 +Um auch Menschen der Region mit Programmen zu erreichen, entwickelt das Umweltbildungsteam regelmäßig Sonderführungsreihen. So gab es Veranstaltungen mit Künstlern, Heimatverbänden und Kirchen. Letzteres hat sich unter dem Motto „Nationalpark und Schöpfung“ sogar langfristig etabliert. Bahnbrechend zum Kontakt mit der jungen Bevölkerung war Ende der 1990er Jahre der Start des Junior-Ranger-Projekts,​ bei dem jedes Jahr Fünftklässler aus der Region vier Tage lang den Nationalpark entdecken können. Fast 3000 Teilnehmer zählte man dabei bisher.
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 +„Seit 2011 gibt’s darüber hinaus sogar eigens ausgezeichnete Nationalpark-Schulen,​ die eine ständige Kooperation mit uns pflegen“, so der Umweltbildungsreferent. Aktuell werden zehn Einrichtungen,​ von der Grundschule bis zum Gymnasium, betreut. Hinzu kommen pädagogisch wertvolle Kindergeburtstage,​ die vor allem von Teilnehmern am freiwilligen ökologischen Jahr inmitten der Natur durchgeführt werden. Von 2010 bis 2019 fanden 845 dieser wilden Partys statt. ​  
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 +Mit der wachsenden Zahl an Umweltbildungsangeboten – 2019 nahmen über 50.000 Menschen an den Programmen teil – wachsen auch die Herausforderungen für die Waldführer,​ die mittlerweile den Großteil der Führungen betreuen. Deswegen ist gerade in jüngster Zeit viel Aufwand in die professionelle Weiterbildung investiert worden. „Unserem Team von etwa 120 aktiven Waldführern steht mittlerweile ein richtiger Fortbildungskatalog zur Verfügung, aus dem sie wählen und ihre eigenen Schwerpunktthemen vertiefen können“, sagt Laux.  ​
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 +Neuester Trend dabei ist das Philosophieren. „Gerade in der Natur gibt es oft kein richtig oder falsch“, begründet Laux diesen neuen Schwerpunkt. „Allein der Begriff ‚Wildnis‘ ist nicht wirklich klar definierbar. Beim Philosophieren darüber kommt man mit den Gästen ganz anders ins Gespräch, als bei einer klassisch vorgetragenen Führung. Es wird interaktiver und lebendiger.“
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 +Und wohin geht die Reise im nächsten Jahrzehnt? „Zunächst einmal wollen wir das erarbeitete hohe umweltpädagogische Niveau halten“, sagt Nationalparkleiter Leibl. „Zudem leben wir in einem wilden, trilateralen Grenzgebiet,​ das viele Chancen bereithält.“ Deswegen würde nicht nur Leibl gern auch im Umweltbildungsbereich verstärkt Angebote im Verbund mit tschechischen und österreichischen Partnern etablieren.
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 +Einige von der Europäischen Union geförderte Interreg-Projekte sind bereits angestoßen oder sogar umgesetzt. Beispielsweise gibt es zur nahezu fertiggestellten Waldwerkstatt im [[Hans-Eisenmann-Haus]] ein Spiegelprojekt im Nationalpark Šumava. Daneben hat das [[Jugendwaldheim]] zusammen mit der Böhmerwaldschule in Oberösterreich Bildungskonzepte zum Thema Biodiversität erarbeitet. Weitere Ideen liegen in der Schublade. So bleibt auch nach Corona viel zu tun im Umweltbildungsteam des Nationalparks.
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 +Meilensteine der Nationalpark-Umweltbildung:​
    
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 +1974: Das Jugendwaldheim bei Schönbrunn am Lusen geht als erstes dieser Art in Bayern in Betrieb.
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 +1978: Bei Spiegelau wird das Waldspielgelände eröffnet.
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 +1990: Im Nationalpark wird das Commerzbank-Umweltpraktikum entwickelt. Mittlerweile sind 27 Schutzgebiete Teil des Projekts.
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 +1990: Erstmals werden Einheimische zu ehrenamtlichen Waldführern ausgebildet.
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 +1994: Für 1,6 Millionen Deutsche Mark wird das Jugendwaldheim erweitert.
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 +1998: Erstmal findet in den Ferien das Junior-Ranger-Projekt statt.
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 +2002: Als zweite große Umweltbildungseinrichtung wird das Wildniscamp am Falkenstein eröffnet.
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 +2009: Im Jugendwaldheim entsteht ein Anbau mit Seminar- und Computerraum.
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 +2009: Das Wildniscamp wird „ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung“.
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 +2011: Die Nationalpark-Bildungsarbeit wird erstmals mit dem Gütesiegel „Umweltbildung.Bayern“ ausgezeichnet.
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 +2011: Das Kooperationsprojekt Nationalpark-Schulen startet.
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 +2016: Die Waldführer-Ausbildung wird reformiert und findet nun als Blockseminar statt.
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 +=====Schulklassen:​ Bitte lächeln!=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=89&​h=120&​t=1582280416&​tok=05bef8&​media=npv_bw_-_pm_15-20_schulklassen_bitte_laecheln_1_.jpg?​200|Knapp 500 Schulklassen kamen allein im vergangenen Jahr in den Nationalpark. Zum 50. Geburtstag gibt’s nun eine Fotoaktion für die jungen Naturfans. (Foto: Daniela Blöchinger/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Fotoaktion des Nationalparks im Rahmen des 50. Geburtstags**
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 +Im Schnitt besucht täglich mehr als eine Schulklasse den Nationalpark Bayerischer Wald, um von seiner wilden Natur zu lernen. Allein 2019 nahmen 475 Klassen mit über 10 000 Schülern an Umweltbildungsprogrammen teil. „Die große Zahl und die Vielfalt der interessierten Kinder möchten wir in unserem Jubiläumsjahr in besonderer Weise dokumentieren“,​ sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl mit Bezug auf den 50. Geburtstag des Schutzgebiets,​ der heuer gefeiert wird. Daher ist nun eine Fotoaktion ins Leben gerufen worden.
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 +Auf der Homepage des Nationalparks – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – finden Lehrer ein Infoblatt zur Aktion zum Download. Damit können die Eltern vorab informiert werden. Die Fotos selbst sollen dann am Ende der Führungen im Nationalpark entstehen.
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 +=====Gemeinsames Wildtiermonitoring – Bereits 200 000 Fotofallenbilder=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=85&​t=1581671814&​tok=9335f4&​media=npv_bw_-_pm_11-20_inventur_der_wildtiere_in_den_deutschen_nationalparks_1_.jpg?​200|Im Rahmen des Projektes konnte nicht nur Rotwild fotografiert werden, sondern auch Luchse, Dachse, Marder oder Füchse. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +Wie viele Huftiere streifen in den deutschen Nationalparks umher? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die natürliche Waldentwicklung?​ Um diese Fragen zu beantworten,​ arbeiten die deutschen Großschutzgebiete momentan gemeinsam an einem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzierten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.
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 +„Ziel des Projekts ist es, Zusammenhänge zwischen der Populationsgröße einzelner Huftierarten und deren Wirkung auf das Ökosystem zu erforschen sowie ein langfristiges Wildtiermonitoring in den Nationalparks zu etablieren“,​ erklärt PD. Dr. Marco Heurich, wissenschaftlicher Leiter des Projekts und Sachgebietsleiter des Nationalparks Bayerischer Wald. „Nur so kann letztendlich ein sinnvolles und nachhaltiges Management der Huftierbestände in den Nationalparks erfolgen.“
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 +Im Rahmen eines Projektworkshops kamen Vertreter der terrestrischen Nationalparks Deutschlands sowie knapp 20 Wissenschaftler aus Deutschland,​ Österreich,​ der Schweiz und Polen im nordhessischen Bad Wildungen, am Rande des Nationalpark Kellerwald-Edersee,​ zusammen, um über den aktuellen Stand des Projektes zu diskutieren. Dabei einigten sich die Wissenschaftler unter anderem auf ein nationalparkübergreifendes Wildwirkungsmonitoring,​ das die Effekte von Wildtieren auf die Vegetation untersucht. Los geht es damit ab März 2020 zunächst im Rahmen eines Testlaufs, wie Heurich erklärt. Dieser soll Informationen über die Baumartenverteilung und den Zustand der Verjüngung in den Nationalparks liefern.
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 +Bereits beim Auftaktworkshop des Mammutprojektes im Frühjahr 2019 hatten sich die Nationalparks auf die Durchführung eines einheitlichen Populationsmonitorings mit Hilfe von Fotofallen – also automatischen Wildtierkameras – geeinigt und dafür einen einjährigen Probelauf beschlossen. „Seit Oktober sind bundesweit insgesamt 643 Fotofallen in zehn Großschutzgebieten im Einsatz“ erklärt Dr. Christian Fiderer, Projektkoordinator an der Universität Freiburg. „Allein in den ersten beiden Monaten des Testlaufs sind bereits weit mehr als 200 000 Fotofallenbilder bei uns eingegangen,​ die es jetzt wissenschaftlich auszuwerten gilt.“
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 +Zusammen mit den Ergebnissen des Wildwirkungsmonitorings sollen die Auswertungen der Fotofallenbilder wichtige Informationen zum Einfluss der Huftiere auf die Waldentwicklung in den Nationalparks liefern. Doch damit nicht genug: An den aktuellen Probebetrieben nehmen neben dem Nationalparks Bayerischer Wald auch die Nationalparks Berchtesgaden,​ Schwarzwald,​ Hainich, Kellerwald-Edersee,​ Hunsrück-Hochwald,​ Eifel, Harz und Müritz sowie das Wildnisgebiet Königsbrücker Heide teil. „In diesem Umfang stellt das Projekt somit zumindest in Europa ein bislang einzigartiges Unterfangen dar“, so Fiderer. „Bisher unterschieden sich die beim Wildtiermonitoring eingesetzten Methoden in den einzelnen Nationalparks zum Teil sehr, so dass sich Erkenntnisse über Wildtier-Umwelt-Beziehungen in der Regel lokal auf einzelne Schutzgebiete beschränkten.“ Die Teilnahme fast aller terrestrischen Nationalparks Deutschlands an einem streng standardisierten Testlauf erlaubt es nun erstmalig, diese Wechselbeziehungen in einem größeren Kontext nationalparkübergreifend und somit auch in Abhängigkeit zu verschiedenen Waldökosystemen zu untersuchen.
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 +Auch in Nationalparks wird zumindest außerhalb der Kernzonen mittels Jagd regulatorisch in Wildbestände eingegriffen. Zum einen sind die deutschen Schutzgebiete in Anbetracht teils sehr großer Streifgebiete der Tiere oft zu klein, um dem Wild ganzjährig genügend Lebensraum zu bieten. Zum anderen können Wildschäden in der umgebenden Kulturlandschaft,​ die Gefährdung des Schutzzwecks sowie das Risiko von Tierseuchen einen Eingriff in die Population nötig machen.
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 +=====Infos zum 50. Nationalpark-Geburtstag auf einen Blick=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=75&​t=1581673402&​tok=42f831&​media=npv_bw_-_pm_04-20_infos_zum_50._nationalpark-geburtstag_auf_einen_blick.jpg?​200|Auf der Sonderseite zum 50. Nationalpark-Geburtstag,​ die für alle Endgeräte optimiert ist, gibt’s unter anderem interaktive Vorher-Nachher-Fotos sowie 50 Videobotschaften. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Neue Sonderseite www.nationalpark-bayerischer-wald.de/​50jahre und eigener YouTube-Kanal gehen an den Start**
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 +Seit der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald 1970 sind 50 Jahre vergangen. Viel ist in dieser Zeit geschehen – zum Geburtstag wird daher kräftig in der Region gefeiert. Eine neu gestaltete Sonderseite auf der Website des Nationalparks informiert kompakt über alles, was 2020 geplant ist.
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 +Neben aktuellen Berichten zum Jubiläum des Nationalparks sind dort sämtliche Veranstaltungen zu finden, die speziell zum 50. Geburtstag angeboten werden. Neben den zwei großen Festen der Region in und um die beiden Nationalparkzentren wird es wöchentlich Führungen geben, bei denen Mitarbeiter unter dem Motto „Nationalpark exklusiv“ zu spannenden Plätzen unterwegs sind und über ihre tägliche Arbeit berichten. Und unter dem Motto „NationalparkEinblicke“ werden die Türen der Nationalpark-Einrichtungen geöffnet und seltene Blicke hinter die Kulissen gewährt.
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 +Als besonderes Schmankerl sind auf der Sonderseite interaktive Vorher-Nachher-Vergleiche zu finden. Diese zeigen deutlich, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Gebiet des Nationalparks getan hat. Der Nationalpark hat sein Archiv durchforstet,​ viel historisches Bildmaterial zugeschickt bekommen und hat diese Aufnahmen der jetzigen Situation gegenübergestellt. Auf diese Art offenbaren sich 50 Jahre Geschichte auf einen Blick.
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 +Ein weiteres Highlight sind die Statements von 50 unterschiedlichen Menschen sowohl aus der Region als auch aus den Bereichen Kabarett, Forschung, Politik, Naturschutz,​ Tourismus, Ehrenamt oder Kunst, die dem Nationalpark Bayerischer Wald zum Jubiläum gratulieren. Diese Statements sind nicht nur auf der Sonderseite zu sehen, sondern können auch auf dem neuen YouTube-Kanal des Nationalparks angesehen werden. Dort werden künftig auch weitere Clips, etwa Tipps zum Aufenthalt im Schutzgebiet oder kurze Mitschnitte der Feierlichkeiten,​ zu finden sein.
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 +Die Sonderseite ist via www.nationalpark-bayerischer-wald.de/​50jahre abrufbar. Der direkte Link zum YouTube-Kanal lautet www.youtube.com/​c/​nationalparkbayerischerwald.
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 +===== Die besten Touren in einem Heft=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1581672562&​tok=a3e148&​media=npv_bw_-_pm_112-19_die_besten_touren_in_einem_heft.jpg?​250|Neun Wander- und drei Radrouten werden in der neuen Nationalpark-Broschüre ausgiebig beschrieben. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Nationalpark hat neue Broschüre mit zwölf Outdoor-Tipps im Angebot**
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 +Wohin zuerst? Diese Frage stellt sich Outdoor-Fans immer wieder, wenn sie eine Region neu kennenlernen. Antworten bietet der Nationalpark Bayerischer Wald nun mit einer neuen, kostenlosen Broschüre. Unter dem Titel „Touren-Tipps – Wandern und Radfahren“ werden zwölf Routen verschiedenster Schwierigkeiten detailliert beschrieben.
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 +„Einzigartige Orte findet man überall in unserem Schutzgebiet“,​ sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Wir wollen die Qual der Wahl aber etwas erleichtern. Deswegen stellen wir die Höhepunkte des Nationalparks Bayerischer Wald – sowie ausgewählte Landschaftsteile des angrenzenden Nationalparks Šumava in Tschechien – vor. Alle diese Touren können wir wärmstens empfehlen. Und mithilfe des neu gestalteten Kartenmaterials ist die Orientierung kinderleicht.“
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 +Auf 58 Seiten finden sich neun Wandervorschläge. Dabei werden nicht nur die drei Gipfel Falkenstein,​ Rachel und Lusen erklommen, sondern auch besondere Naturschönheiten erwandert: Das Felswandergebiet,​ die Urwaldbereiche bei Zwieslerwaldhaus,​ das Klosterfilz sowie die Schachten und Filze. Zudem gibt’s zwei grenzüberschreitenden Runden, eine ab Finsterau und eine ab Bayerisch Eisenstein. Komplettiert wird das Heft von drei Radtouren.
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 +Die Broschüren gibt es in allen Nationalpark-Einrichtungen sowie bei den Tourist-Informationen der Region. Zudem ist das Heft als PDF-Dokument auf der Nationalpark-Homepage – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – im Bereich „Service/​Downloads“ abrufbar.
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 +=====Der Naturraum Bayerischer Wald – Šumava in den Eiszeiten=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1581073690&​tok=d1b564&​media=npv_bw_-_pm_09-20_der_naturraum_bayerischer_wald_-_sumava_in_den_eiszeiten_2_.jpg?​200|Die Broschüre „Der Naturraum Bayerischer Wald – Šumava in den Eiszeiten“ ist ab sofort im Publikationsshop des Umweltministeriums erhältlich. (Titelfoto: Sandra Schrönghammer / Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Neue Publikation der Nationalparkverwaltung – Autorenteam der TU München**
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 +Wie hat der Naturraum Bayerischer Wald – Šumava in den Eiszeiten ausgesehen? Welche Gletscher gab es und wo verliefen sie? Antworten auf diese Fragen gibt das neu erschienene Heft 20 aus der Wissenschaftlichen Forschungsreihe des Nationalparks Bayerischer Wald. Ein geowissenschaftliches Autorenteam der Technischen Universität München hat sich die Aufgabe gestellt, die Oberflächenformen,​ die durch Gletscher und Schmelzwasser in den beiden Nationalparks entstanden sind, gesammelt in einem Werk darzustellen.
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 +In den letzten Jahrzehnten gab es diesseits und jenseits der bayerisch-tschechischen Grenze bereits zahlreiche Untersuchungen zu diesem Thema. Allerdings war es in schwer zugänglichen,​ felsigen Waldgebieten schwierig, lückenlose Aussagen über Geländebefunde zu treffen. Diese Problematik ist seit der Einführung der Laser-gestützten Vermessung des Geländes überwunden und führt zu völlig neuen Möglichkeiten der Fernerkundung von Detailstrukturen im Gelände. Durch das „zeilenweise“ Scannen mit einem Laserstrahl vom Flugzeug aus können über Millionen von Vermessungspunkten auf der Erdoberfläche „vegetationsfreie“ digitale Geländemodelle berechnet werden.
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 +Die Kombination der berechneten Reliefdaten mit bekannten Fakten und neuen Geländebefunden der Autoren hat zu neuen Forschungsergebnissen des geowissenschaftlichen Teams von Ulrich Hauner, Gerhard Lehrberger und Matthias Brugger geführt. Mit der neuen Methode verfügten sie über ein leistungsfähiges Instrument der stufenlosen Relief-Erfassung vom großen Gesteinsblock bis zum Großraum. Damit ist es gelungen, flächendeckend die Hochlagen in beiden Nationalparks und zusätzlichen Bergmassiven auf eiszeitliche Spuren hin zu untersuchen,​ die Gletscher der letzten Kaltzeit vollständig zu rekonstruieren und ihr Rückschmelzverhalten zu dokumentieren. Dieser Forschungsbericht wurde nun von der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald mit großer Karte und zahlreichen Abbildungen herausgegeben und ist ab sofort erhältlich.
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 +Die Karte zeigt alle sieben Vereisungszentren des Mittelgebirges:​ „Zwercheck‐Ježerní hora – Rozvodi“, „Großer Falkenstein‐Lackaberg“,​ „Kiesruck‐Poledník“ und „Rachel‐Lusen‐Černá hora“ als grenzüberschreitende und die Bergmassive Arber, Kubany und Plechý als weitere Vereisungszentren. Rekonstruieren ließen sich 77 Gletscher verschiedenen Typs, deren Spannweite vom Kilometer langen Talgletscher bis zum Gletscherfleck auf dem Hochplateau reicht. Die Karte gibt auch den rekonstruierten Verlauf der hochglazialen Schneegrenze in der Würm-Kaltzeit und das darüber liegende Firngebiet wieder. Enthalten sind in dem Heft auch Detailkartierungen aller großen Gletscher.
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 +Durch detaillierte Kartierung, Geländebefunde und mineralogische Untersuchungen wurde eindeutig geklärt, dass es sich bei den „Grübenfeldern“ um historische Plätze der Goldgewinnung handelt, also nicht um Formungen der Natur.
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 +Die Broschüre ist im Publikationsshop des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz erhältlich. Mehr Infos sowie den Link dorthin gibt es unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de
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 +=====2019 war drittwärmstes Jahr=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1578675781&​tok=dafd53&​media=npv_bw_-_pm_02-20_2019_war_drittwaermstes_jahr.jpg?​200|Messtechniker Ludwig Höcker bei der Arbeit an der Klimastation Waldhäuser. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Klimastation in Waldhäuser:​ Forscher des Nationalparks ziehen Bilanz
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 +Blicken die Wissenschaftler um Dr. Claus Bässler auf den Jahresrückblick 2019 der nationalparkeigenen Klimastation im Bergdorf [[Waldhäuser]],​ so zeigt sich ihnen ein mittlerweile vertrautes Bild. Der Trend der vergangenen Jahre hat sich fortgesetzt:​ „2019 gehört in die Reihe stark überdurchschnittlich warmer und trockener Jahre seit 2014“, berichtet der Forscher.
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 +Die Durchschnittstemperatur lag 2019 auf 945 Höhenmetern bei 7,8 Grad, während der Mittelwert der Jahre 1972 bis 2001 dagegen bei 5,8 Grad liegt. Ein erheblicher Unterschied. 2019 stellt damit das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Nationalpark dar. Nur 2014 und 2018 war es mit 7,9 Grad noch wärmer. Auch die Sonnenscheindauer war außergewöhnlich hoch. Das vergangene Jahr weist mit 1804 Stunden den vierthöchsten Ausschlag nach 2003, 2011 und 2018 auf.
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 +Seit 1970 werden im Nationalpark Klimadaten erfasst – unter anderem Temperaturen,​ Schneehöhen,​ Sonnenstunden oder Frosttage. Viele Werte werden bereits automatisch generiert, aber manche müssen von einem vierköpfigen Mess-Team weiterhin manuell abgelesen werden. Dazu zählen auch die Niederschlagsmengen. In diesem Bereich war 2019 ebenso ein Ausreißer festzustellen. Mit einer Niederschlagssumme von 1001,9 Millimetern fiel die Jahresniederschlagsmenge um über 350 Millimeter geringer aus als der Mittelwert und stellt gleichzeitig den drittniedrigsten Wert seit 1972 dar.
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 +Die gesammelten Daten der Messtechniker laufen bei Bässler, stellvertretender Leiter des Nationalpark-Sachgebiets Naturschutz und Forschung, und seinen Kollegen zusammen. Ihr Fazit bezüglich der waldökologischen Auswirkungen 2019: Die Abfolge sehr warmer Jahre haben zu einer vermehrten Entwicklung des Buchdruckers und zu einem entsprechend starken Befall der heimischen Fichten geführt.
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 +Für alle Arten lässt sich dieser Schluss aber nicht ziehen. „Anders als etwa im Nationalpark Hainich, kommen die Buchen im Nationalpark Bayerischer Wald mit den aktuellen Klimaveränderungen noch gut zurecht“, sagt Klimaforscher Bässler. „Auch für die Pilze scheinen die aktuellen Niederschläge noch auszureichen. Ob das bei sich fortschreitender Entwicklung hin zu wärmeren Temperaturen und weniger Niederschlag so bleibt, ist jedoch nicht absehbar.“
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 +Mehr Wetterdaten sowie die komplette Jahresbilanz der Wetterstation Waldhäuser finden Sie auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – im Bereich „Aktuelles“.
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 +=====Kurzurlaub zu den Festen der Region=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=67&​t=1576574287&​tok=b27515&​media=npv_bw_-_pm_105-19_kurzurlaub_zu_den_festen_der_region.jpg?​200|Gratulieren herzlich zum Jubiläums-Urlaub:​ Jochen Stieglmeier vom Verein der Nationalpark-Partner,​ Thomas, der die glücklichen Gewinner zog, Daniel Eder, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald, und Katrin Wachter, Partner-Koordinatorin im Nationalpark. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Trip zum Nationalpark-Jubiläum verlost: Nationalpark-Partner küren sechs Gewinner**
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 +Ein ganzes Jahr lang konnten die Gäste der Nationalpark-Partner ihr Glück in die Hand nehmen. Bei der großen Verlosung des Vereins, der die 70 Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie,​ Erlebnisanbietern und ÖPNV-Betreibern repräsentiert,​ haben knapp 1000 Bayerwald-Urlauber mitgemacht. Nun kam es zur Auslosung. Sechs glückliche Gewinner haben dabei den Jackpot geknackt.
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 +Ihr Gewinn: Ein Rundum-Sorglos-Packet für einen dreitägigen Nationalpark-Kurzurlaub. Darin inkludiert sind zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem der Partnerhotels,​ eine Führung durchs Tier-Freigelände,​ der Besuch des Baumwipfelpfads,​ ein mit Leckereien gefülltes Brotzeittuch und als Höhepunkt die Teilnahme bei den Festen der Region anlässlich des 50. Nationalpark-Geburtstags. Diese finden von 23. bis 24. Mai 2020 im Nationalparkzentrum Lusen rund ums [[Hans-Eisenmann-Haus]] und von 8. bis 9. August 2020 im [[Nationalparkzentrum Falkenstein]] bei Ludwigsthal statt.
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 +„Wir freuen uns, dass so viele Urlauber bei unserer Aktion mitgemacht haben“, sagt Jochen Stieglmeier,​ Vorsitzender des Nationalpark-Partner-Vereins. „Jetzt freuen wir uns schon auf ein tolles Jubiläumsjahr und natürlich darauf, dass unsere Gäste eindrucksvolle Erlebnisse genießen können.“ Die Gewinner werden nun schriftlich benachrichtigt. Sie stammen aus Röttenbach,​ Stein, Freiberg, Poing, München und Bad Brückenau.
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 +=====Neue Kooperation mit Schutzgebiet in Albanien=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1575969522&​tok=a8af70&​media=schutzgebiet_in_albanien.jpg?​200|Wollen sich auch künftig austauschen und enger kooperieren:​ Vertreter des Nationalparks Bayerischer Wald und des Nationalparks Prespa in Albanien. (Foto: Hans Kiener /​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Nationalparks Prespa und Bayerischer Wald arbeiten bei Forschung und Umweltbildung zusammen**
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 +Grafenau/​Korça. Gemeinsam kann man mehr bewegen. Getreu diesem Motto hat der Nationalpark Bayerischer Wald eine neue internationale Kooperation mit dem Nationalpark Prespa in Albanien unterzeichnet. Für die nächsten drei Jahre soll vor allem in den Bereichen Forschung, Umweltbildung und Flächenmanagement zusammengearbeitet werden.
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 +„Ich denke, wir können den albanischen Kollegen aufgrund unserer fast 50-jährigen Erfahrung gewinnbringende Tipps geben – gerade in Sachen Nationalparkentwicklung“,​ so Dr. Franz Leibl. Schließlich seien die Ziele unter dem Motto Natur Natur sein lassen dieselben. „Auf der anderen Seite erhoffen natürlich auch wir uns wertvolle Impulse.“ Gerade bei wissenschaftlichen Untersuchungen seien globale Ansätze gefragt. Deshalb wurde der Nationalpark Prespa dank der Kooperation mit dem Bayerischen Wald nun auch in ein europaweites Netzwerk zur Biodiversitätsforschung aufgenommen.
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 +Einen gezielten Austausch soll es etwa beim Wildtier-Monitoring,​ bei der Erfassung von bodenbrütenden Vögeln sowie bei der Analyse von urwaldartigen Rotbuchenwäldern geben. Daneben sieht die Kooperationsvereinbarung vor, sich in den Bereichen Umweltbildung,​ Ranger und Besucherlenkung gegenseitig zu unterstützen. Formell beschlossen wurde die Zusammenarbeit bei einem Treffen von Nationalparkleiter Leibl mit Zamir Dedej, dem Generaldirektor der nationalen Agentur für Schutzgebiete in Albanien, sowie Mihallaq Qirjo, dem Director des Prespa Nationalparks. Initiiert wurde der Austausch von Constanze Schaaff, Projektleiterin bei der GFA Consulting Group.
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 +Das südosteuropäische Schutzgebiet liegt im Dreiländereck zu Nordmazedonien und Griechenland,​ wurde 1990 gegründet und ist mit knapp 28.000 Hektar etwas größer als sein niederbayerisches Pendant. Genau wie der Nationalpark Bayerischer Wald liegt auch der Nationalpark Prespa inmitten des Grünen Bandes, dass sich entlang der ehemaligen Grenzlinie des Kalten Krieges durch ganz Europa erstreckt.
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 +=====Ausgezeichnetes Austauschprogramm mit Israel=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1575969826&​tok=ad487b&​media=austauschprogramm_mit_israelischen_rangern.jpg?​200|
 +Das erste Arbeitstreffen von deutschen uns israelischen Rangern fand 2017 im Nationalpark Bayerischer Wald statt. ​ (Foto: Michael Pscheidl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Internationaler Rangerverband würdigt völkerverbindendes Projekt**
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 +Chitwan/​Grafenau. Seit 2017 läuft ein Austauschprogramm zwischen deutschen und israelischen Rangern, das sich zunehmend zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. Erst kürzlich fand im nepalesischen Chitwan Nationalpark der neunte Welt-Ranger-Kongress statt. Dabei wurde die Initiative zur Überraschung aller Beteiligten mit dem „President Award“ ausgezeichnet.
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 +Unter dem Titel „Twinning project – Winning project“ stellten Ilan Yeger aus Israel und Urs Reif aus Deutschland die bereits durchgeführten Aktivitäten in Nepal vor. Der Präsident der International Ranger Federation (IRF), Sean Willmore, würdigte das Programm anschließend vor allem aufgrund seiner beispielhaften völkerverbindenden Wirkung.
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 +Für die beiden Rangerverbände wie auch für die Projektpartner der Naturwacht Brandenburg sowie der Nationalparks Bayerischer Wald und Schwarzwald stellt die Auszeichnung eine Bestätigung und wichtige Unterstützung dar. „Häufig ist es schwierig in einer durchstrukturierten Arbeitswelt gleichwohl in Israel wie auch in Deutschland,​ den Mitarbeitenden in der Fläche – also den normalen Rangern – einen internationalen Austausch zu ermöglichen. Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung durch die Preisverleihung“,​ freut sich Urs Reif. „Für uns steht die gegenseitige Unterstützung und Weiterbildung im Vordergrund. Die Natur kennt keine Grenzen, ebenso wenig wie die Arbeit im Rangeralltag“,​ ergänzt Michael Großmann, Rangerchef im Nationalpark Bayerischer Wald. „Unser internationaler fachlicher Austausch öffnet Horizonte und zeigt die wichtige Rolle der Ranger bei den gemeinschaftlichen Bemühungen zum Schutz und Erhalt der globalen Biodiversität“,​ so Ilan Yeger von der Nationalparkbehörde in Israel.
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 +=====5700 Zigarettenkippen gesammelt=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1575969281&​tok=8dbdd8&​media=zigarettenkippen_gesammelt.jpg?​200|Die Achtklässler der Paul-Friedl-Mittelschule Riedlhütte sind extra zum Parkplatz P&R Spiegelau gewandert, um die neue Frage am Kippen-Kasten anzubringen. (Foto: Karin Kirchner /​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Kippen-Kästen des Nationalparks werden gut angenommen – Achtklässler aus Riedlhütte liefern neue Fragen**
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 +5700 Zigarettenstumpen konnte die Nationalparkverwaltung in den Sommerferien mit Hilfe der an den Besuchereinrichtungen aufgestellten Kippen-Kästen sammeln. Eine Bilanz, die nicht nur Karin Kirchner, im Nationalpark zuständig für die Anti-Müll-Kampagne,​ erstaunte, sondern auch die Achtklässler der Paul-Friedl-Mittelschule Riedlhütte.
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 +„Es freut uns, dass die Kästen so gut angenommen werden und ein so großer Teil von Kippen nicht mehr in der Natur landet“, sagt Karin Kirchner. Dem konnten die Schüler aus Riedlhütte nur zustimmen. Sie sind Paten für den Kippen-Kasten,​ der am Parkplatz P&R in Spiegelau steht. Gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Alexander Watzl haben sie sich mit Karin Kirchner getroffen, um zum einen eine erste Bilanz der Aktion zu ziehen und zum anderen eine neue Frage am Kippen-Kasten anzubringen.
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 +Seit dem vergangenen Jahr sensibilisiert der Nationalpark Bayerischer Wald seine Besucher dazu, Zigarettenstumpen nicht in der Natur zu entsorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Kippen-Kästen an den stark frequentierten Besucherzentren aufgestellt. Auf jedem Kippen-Kasten findet der Raucher eine Frage mit zwei möglichen Antworten. Unter den zwei Antworten sind Schlitze, in die der Raucher seine Kippe hineinwerfen kann – je nachdem für welche Antwort er sich entscheidet.
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 +Erarbeitet wurden die Fragen von Schülern des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums in Grafenau und eben von der Paul-Friedl-Mittelschule Riedlhütte. Und nun haben die Achtklässler aus Riedlhütte eine weitere Frage für die Besucher parat: Und zwar: „Wie groß ist der Nationalpark?​ 245 qkm oder 320 qkm?“
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 +Die Kippen-Kästen gehören zur Anti-Müll-Kampagne des Nationalparks Bayerischer Wald „Müll aus, Natur an“, die seit Anfang vergangenen Jahres läuft. In einer ersten Aktion wurden Hundebesitzer dafür sensibilisiert,​ Hundekotbeutel nicht in der Natur zu entsorgen. Die zweite Aktion richtet sich nun an Raucher. Eine Zigarettenkippe enthält bis zu 4000 Giftstoffe und kann 50 Liter Wasser ungenießbar machen. Vielen Besuchern sei nicht bewusst, welch negative Folgen Abfall in der Natur verursache.
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 +=====In den Arbeitsalltag der Eltern geschnuppert=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1574269931&​tok=90c3f6&​media=npv_bw_in_den_arbeitsalltag_der_eltern_geschnuppert.jpg?​200|Einmal auf dem Platz des Nationalpark-Leiters sitzen konnten die Kinder, die am Buß- und Bettag mit ihren Eltern in die Verwaltung gekommen sind. Von Dr. Franz Leibl (v.l.) wurden sie begrüßt, danach hatten sich Fabio Kastenhuber und Ruth Goldhahn ein buntes Programm überlegt. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald) }}
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 +**Mitarbeiter des Nationalparks durften am Buß- und Bettag Kinder mitbringen**  ​
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 +Ausschlafen konnten die Kinder der Nationalpark-Mitarbeiter am Buß- und Bettag nicht – dafür bekamen sie einen tollen Vormittag mit einem bunten Programm geboten. An dem schulfreien Tag durften sie mit ihren Eltern in die Arbeit kommen und deren Arbeitsplätze besichtigen. Danach standen Spiele und eine Bastelaktion auf dem Programm. ​
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 +„Wir haben den Kinder-Mitbring-Tag im vergangenen Jahr zum ersten Mal durchgeführt“,​ erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung. „Das Angebot ist von unseren Mitarbeitern sehr gut angenommen worden so dass wir nun in jedem Jahr eine Betreuung am Buß- und Bettag anbieten werden.“ Leibl hatte sich an dem Vormittag auch Zeit für die kleinen Gäste genommen und sie zu Kuchen und Saft an seinen Besprechungstisch eingeladen. „Es ist toll wenn man sieht, wie dieser doch außergewöhnliche und spannende Vormittag den Kindern gefällt.“  ​
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 +Danach übernahmen Ruth Goldhahn und Fabio Kastenhuber,​ zwei Teilnehmer am freiwilligen ökologischen Jahr im Nationalpark,​ das Kommando. Zunächst standen Spiele im Grafenauer Kurpark auf dem Programm, anschließend konnten die Kinder Eichhörnchen basteln.  ​
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 +=====Mehr Platz und Licht für Grau-Erlen=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1571650490&​tok=a629f8&​media=platz_und_licht_fuer_grau-erlen.jpg?​200|Mit einem Harvester werden derzeit am Reschbach Fichten gefällt, um den Grau-Erlen mehr Platz und Licht zu verschaffen. (Foto: Rainer Simonis/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Entnahme von Fichten am Reschbach zum Schutz der besonderen Lebensräume**
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 +Fichten, Tannen und Buchen – das sind die Baumarten, an die man im Nationalpark Bayerischer Wald als erstes denkt. In den Randzonen des Schutzgebietes gibt es in den Bachbereichen aber auch Grau-Erlen-Vorkommen. Der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union zufolge gelten Grauerlenwälder als seltene und prioritär zu schützende Vegetationsbestände. Um diese Bestände zu fördern, werden derzeit am [[Reschbach]] bei [[Mauth]] Grau-Erlen freigestellt.
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 +„Die Auwälder entlang der Bäche, in denen die Grau-Erlen dominieren, sind bis auf wenige Reste im Nationalpark verschwunden“,​ erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Gründe dafür seien die jahrzehntelange Förderung von Fichtenbeständen sowie die Verbauung der Bäche. „Dadurch senkt sich der Grundwasserspiegel ab und die natürliche Wasserdynamik geht verloren.“
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 +Um diesen besonderen Lebensraum der Auwälder und damit auch der Grau-Erlen zu erhalten, hat die Nationalparkverwaltung in der Randzone des Nationalparks zwischen Finsterau und Mauth Maßnahmen ergriffen. „Wir fällen Fichten, die in der Nähe der Grau-Erlen stehen und ihnen Licht und Platz nehmen“, so Rainer Simonis, Leiter der Nationalparkdienststelle Finsterau. Größere Fichten werden mit dem Harvester entnommen, kleiner Fichten mit der Motorsäge. Entsprechende Maßnahmen wurden bereits am Kolbersbach zwischen Lindbergmühle und Spiegelhütte durchgeführt,​ geplant seien auch Maßnahmen an der Deffernik in der Nähe von Zwieslerwaldhaus.
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 +Wichtig sei, dass einer Grau-Erlen-Förderung eine Renaturierung des Bachbereichs vorausgehen muss. Im Bereich des Reschbachs ist dies im Rahmen des Life+ Projektes in den vergangenen Jahren geschehen.
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 +=====Nationalpark-Boot hat neuen Ankerplatz=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1570348725&​tok=8f5f5c&​media=nationalpark-boot_hat_neuen_ankerplatz.jpg?​200|Die acht Bewohner des früheren Spiegelauer Caritas-Wohnheims bepflanzten gemeinsam mit den Nationalpark-Praktikanten das Holzboot. (Foto: Corinna Holzinger /​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +Bewohner des Caritas-Wohnheims Spiegelau sind umgezogen – Bepflanzungsaktion als Abschluss
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 +In den vergangenen Jahren sind die Bewohner des Caritas-Heims Spiegelau im Rahmen einer Kooperation regelmäßig in den Nationalpark zu Besuch gekommen – zuletzt um im Waldspielgelände ein Holzboot aus einem Baumstamm zu bauen. Im Juli ist die Einrichtung mitsamt dem Nationalpark-Boot in das Caritas-Wohnheim St. Franziskus nach Waldkirchen umgezogen. Um diese jahrlange Zusammenarbeit abzuschließen,​ wurde das Boot an seinem neuen Ankerplatz mit einer Bepflanzungsaktion neu gestaltet.
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 +Tatkräftige Unterstützung erhielten die acht Bewohner von Seiten des Nationalparks. Samuel Steinhilber,​ Commerzbank-Umweltbildungspraktikant,​ und Fabio Kastenhuber,​ Teilnehmer am freiwilligen ökologischen Jahr, sind für die Aktion extra nach Waldkirchen gefahren. Im Gepäck hatten sie Heidekraut, Farne, verschiedene Gräser und Moos. Nachdem das Boot bepflanzt war, stand Kaffee und Kuchen auf dem Programm sowie ein Austausch mit den Bewohnern und dem Personal.
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 +„In der langjährigen Zusammenarbeit sind viele interessante Inklusionsprojekte verwirklicht worden, wie zum Beispiel ein riesiges Insektenhotel oder eine bekletterbare Spechthöhle“,​ erklärt Lukas Laux, Leiter der Umweltbildungsarbeit beim Nationalpark. „Wir werden die Bewohner des Caritas-Wohnheims im Waldspielgelände vermissen.“
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 +=====Urwaldkäfer kehrt nach 113 Jahren zurück=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1569660426&​tok=601bfe&​media=kaefer_nach_113_jahren_wiederentdeckt.jpg?​200|Eine echte Rarität: Peltis grossa. Der Flachkäfer kann bis zu zwei Zentimeter groß werden. (Foto: Lukas Haselberger)}}
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 +**Sensationsfund im Nationalpark Bayerischer Wald – Peltis grossa ist 16. Urwaldreliktart**
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 +Drei Punkte auf der Deutschlandkarte. Allesamt im Alpenraum. Doch bald kommt ein vierter Punkt hinzu – diesmal im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Rede ist von der Verbreitungskarte eines äußerst seltenen Käfers. Wissenschaftlich heißt er Peltis grossa. Ein deutscher Name fehlt der Flachkäferart aus der Familie der Jagdkäfer noch. 113 Jahre lang wurde er im Bayerwald nicht nachgewiesen. Da auch seit der Intensivierung der Käferforschung im Nationalpark vor 13 Jahren kein Exemplar gesichtet wurde, musste man davon ausgehen, dass die Art ausgestorben war.  Nun der lang erwartete Erfolg: Nationalpark-Forschungsleiter Prof. Jörg Müller fand das bis zu zwei Zentimeter große Insekt an einem mächtigen Fichtenstumpf. Damit gibt es nun 16 Urwaldreliktkäfer im Nationalpark – so viele wie nirgendwo sonst in Bayern.  ​
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 +Es ist eine laue Spätsommernacht. Entomologe Lukas Cizek aus Budweis ist am Plöckenstein im tschechischen Nationalpark Šumava unterwegs. Er ist auf der Suche nach dem Zottenbock, ebenfalls ein Urwaldrelikt. Doch anstelle dessen findet er in der Nationalpark-Kernzone fast 20 Exemplare des Peltis grossa. Alle tummeln sich an Borkenkäferfichten,​ deren natürlicher Zerfall vom Rotrandigen Baumschwamm,​ einem Pilz, der Zellulose zersetzt, beschleunigt wird. Gegen 22:30 Uhr teilt er seinem bayerischen Kollegen Müller die Entdeckung via SMS mit. Der geht nicht ins Bett, sondern sucht potentielle Lebensräume in den Nationalparkwäldern auf. Zehn Minuten dauert es, bis Müller die Sensation gelingt. Auf einem Baumschwamm sitzt ein vitaler Peltis grossa. Zuletzt wurde diese Art im Bayerischen Wald im Jahr 1906 bei Spiegelau gesehen.
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 +„Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einem kleinen Reliktvorkommen in einem Reservat auf tschechischer Seite, rund 20 Kilometer hinter der Grenze,“ vermutet Müller. „Hier gab es in den 1990er Jahren noch Peltis-grossa-Funde“. Dies zeigt wie wichtig natürliche Spenderflächen für die Wiederbesiedlung sind.
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 +Für große langfristig überlebensfähige Populationen braucht der Käfer vor allem eins: Viel Totholz mit Baumschwämmen. Das findet er mittlerweile in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava auf großer Fläche – dank Borkenkäfer und Sturmereignissen. Nur deswegen gelang es dem Urwaldrelikt sich aus seinem kleinen urwaldartigen Refugium in die grenzüberschreitende Waldwildnis auszubreiten. ​ Ohne die Philosophie Natur Natur sein lassen, wäre dies nicht möglich gewesen. „Große Schutzgebiete,​ die natürliche Prozesse zulassen, schaffen eben genau die Strukturen, die gefährdete Waldarten wie Peltis grossa dringend benötigen“,​ betont Müller.
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 +Glückwünsche zur Wiederentdeckung kommen auch aus Tschechien. Pavel Hubený, Direktor des Nationalparks Šumava, freut sich nicht nur darüber, dass das Urwaldrelikt sich jüngst in seinem Schutzgebiet wieder ausgebreitet hat, sondern vor allem über den Sprung nach Bayern. „So wird die Nachricht zur grenzübergreifenden Erfolgsgeschichte,​ die einmal mehr zeigt, dass unsere geschützte Natur zusammen Großes bewegen kann.“
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 +Für Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl bestätigt dies ebenfalls den hohen Wert ungestörter Walddynamik auf großer Fläche. „Der Fund erinnert an die Geschichte der Zitronengelben Tramete. Auch dieser höchst gefährdete Pilz hat bei uns in naturnahen Waldreservaten überdauert und sich von dort aus in die Naturzonen des Nationalparks Bayerischer Wald ausgebreitet.“ Die Gemeinsamkeit mit dem wiederentdeckten Flachkäfer:​ Auch die Tramete benötigt große Mengen Totholz.
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 +Der Fund beflügelt übrigens nicht nur die Naturschutzabteilung des Nationalparks,​ sondern auch das Umweltbildungsteam. Demnächst steht nämlich die Neuauflage des 2015 erschienenen Kinderbuchs „Die wilden 14“ an, in dem der Nationalpark als Herausgeber das Thema Urwaldreliktkäfer kindgerecht darstellt. Die neue Version des Buches wird dann jedoch den Titel „Die wilden 16“ tragen. Seit der Erstpublikation wurde neben Peltis grossa nämlich bereits 2017 der Gehörnter Zunderschwamm-Schwarzkäfer mit wissenschaftlichem Namen Neomida haemorrhoidalis im Nationalpark entdeckt.
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 +=====So denken Schüler über den Klimawandel=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=84&​t=1569405575&​tok=2afbb0&​media=klimawandel.jpg?​200|Von Schülern gestaltete Plakate, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen,​ sind noch bis 8. November im Haus zur Wildnis zu sehen. (Foto: Achim Klein /​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Bei einem EU-Projekt gestaltete Plakate sind im Haus zur Wildnis ausgestellt**
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 +30 Plakate, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen,​ sind derzeit bei der Ausstellung „Taste the waste. A story about climate change, art & collaboration“ im [[Haus zur Wildnis]] zu sehen. Entstanden sind die Werke im Rahmen der internationalen Kooperation „Klimawandel. Medienkunst – am Puls der Zeit“.
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 +Gestaltet wurden die Plakate von Schülern des Dominicus-von-Liprun-Gymnasiums und der Staatlichen Realschule Viechtach, die sich bei einem Aufenthalt im [[Haus zur Wildnis]] und dem Wildniscamp am Falkenstein dem Thema Klimawandel genähert und ihre Ideen und Skizzen in Plakate umgesetzt haben. Betreut wurden sie dabei von Medienpädagogin Britta Wahlers und Ruud Hendrikx, Dozent an der SintLucas Schule in Eindhoven in den Niederlanden. Das Projekt wurde mit Mitteln des Erasmus-Programms der EU gefördert.
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 +Die Ausstellung ist noch bis zum 8. November zu sehen, der Eintritt ist frei. Das Haus zur Wildnis ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
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 +=====Mit GPS-Geräten den Wald erkunden=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=65&​t=1569405216&​tok=c75668&​media=mit_gps-geraeten_den_wald_erkunden.jpg?​200|Als Erinnerung an die Woche im Bayerischen Wald händigten Vertreter des Nationalparks und der Firma esri den 15 Schülern und ihren beiden Lehrern Zertifikate aus. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Schüler aus der Nähe von Düsseldorf beim esri-Sommercamp im Nationalpark
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 +Unter dem Motto „Wahrnehmen,​ Verstehen, Anwenden“ reisten jüngst 15 Schüler aus Nordrhein-Westfalen in den Nationalpark Bayerischer Wald. Im Rahmen des 15. esri-Sommercamps gab’s für die Gruppe vom Gymnasium am Neandertal in Erkrath eine praktische Einführung in Geoinformationssysteme (GIS). Ihre dabei erstellten Karten präsentierten die Elftklässler am Freitag im Neuschönauer [[Hans-Eisenmann-Haus]].
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 +Die ganze vorhergehende Woche waren die Teenager im [[Jugendwaldheim]] bei Schönbrunn am Lusen untergebracht. Von dort wurde etwa das [[Felswandergebiet]],​ das [[Klosterfilz]] oder das [[Tier-Freigelände]] angesteuert. Immer mit dabei: GPS-Geräte und iPads. Damit zeichneten die Kinder nicht nur Routen auf, sondern vermerkten auch besondere Dinge am Wegesrand. Dazu zählten nicht nur Naturschönheiten wie Pilze, Tiere oder Pflanzen, sondern auch Bänke oder Aussichtspunkte. Die ganzen Daten galt es schließlich in informative Karten zu packen.
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 +Vorgestellt wurde das Ergebnis dann nicht nur einer Reihe von Ehrengästen,​ sondern auch den achten Klassen des Grafenauer Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums,​ einer Nationalpark-Partnerschule. Die Schüler aus der Region dürfen schließlich im Laufe des Schuljahres auch noch ein GIS-Projekt angehen und bekamen so einen ersten Eindruck von den Einsatzmöglichkeiten der Technik. Das Fazit der Gäste aus Nordrhein-Westfalen dürfte bei ihren jüngeren Zuhörern auf jeden Fall positiv angekommen sein: „Es war eine unglaubliche Erfahrung, bei der wir nicht nur viel Spaß hatten, sondern auch viel gelernt haben.“  ​
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 +=====Pollenanalyse im Nationalpark zeigt Baumzusammensetzung seit über 10 000 Jahren=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1581673109&​tok=bfdc4c&​media=npv_bw_-_pm_107-19_einblicke_in_die_waldgeschichte.jpg?​200|Wie sah der Wald – wie hier im Bereich des Tummelplatzes – vor 10 000 Jahren aus? Mittels der Analyse von Pollen kann dies nun rekonstruiert werden. (Foto: Christian Binder / Nationalpark Bayerischer Wald)
 +}}
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 +**Einblicke in die Waldgeschichte**
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 +Wie hat sich der Wald in den vergangenen Jahrtausenden entwickelt? Diese Frage können Forscher des Nationalparks Bayerischer Wald nun beantworten. Zu verdanken ist dies der Analyse von Pollen, die bei Bohrproben im Bereich des Rachels gesammelt wurden. „Das interessanteste Ergebnis ist, dass die menschlichen Eingriffe so stark waren, dass sich stellenweise ursprüngliche Tannen- und Buchenwälder zu Fichtenwäldern entwickelt haben“, erklärt Nationalpark-Sachgebietsleiter Marco Heurich. „Diese Entwicklung startete schon gegen 1000 nach Christus, was massive Holzkohlereste aus dieser Epoche belegen.“
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 +Wissenschaftler des Nationalparks sowie der Universität Bern und der Karlsuniversität Prag trieben im Rachelsee, im Alten Rachelsee und im Stangenfilz Bohrungen in den Untergrund. Die Standorte präsentieren sowohl jetzige Bergmischwälder als auch die Fichtenwälder der Hochlagen. Datiert wurden die gesammelten Pflanzenpollen mithilfe der Radiocarbonmethode,​ die auf dem natürlichen Zerfall radioaktiver Kohlenstoffatome basiert. Ebenso wurden mikroskopische Kohlereste und Industrieruß analysiert.
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 +Die Ergebnisse im Einzelnen: Zwischen 9500 und 8500 vor Christus, also bereits nach der letzten Eiszeit, gibt es im Bayerischen Wald zunächst Wälder, die hauptsächlich aus Kiefern und Birken bestehen. Diese beiden Arten werden danach über einen Zeitraum von 1000 Jahren von Fichten, Eichen, Linden, Ulmen und Eschen verdrängt. Ab 6500 vor Christus gibt es auch Buchen. Nochmal 2000 Jahre später beginnt das Klima feuchter und milder zu werden, was Buchen und später auch Tannen stark begünstigt.
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 +Ab 2000 vor Christus ist schließlich ein menschlicher Einfluss nachweisbar – durch Hanf- und Getreide-Pollen sowie Belege für die Schaffung von Grasland. Im Wald ist die Tanne weiter auf Expansionskurs. Erst kurz vor Christi Geburt geht deren Anteil zurück, dafür kommen wieder vermehrt Birken und Kiefern vor, auch dank menschlicher Aktivitäten wie der Waldweide. Die ersten 800 Jahre nach Christi Geburt, während der Zeit der Völkerwanderungen,​ verschwinden menschliche Spuren wieder, woraufhin sich der Wald erholt.
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 +Im Frühmittelalter,​ also zwischen 800 und 1000 nach Christus, nehmen Menschen wieder mehr Einfluss auf die Umwelt im Bayerischen Wald. Der Offenlandanteil dürfte bei etwa 20 Prozent liegen. Das begünstigt den Wuchs von Wacholder und Fichte, benachteiligt jedoch die Tanne. In den kommenden 600 Jahren wird der Wald immer lichter, Weideflächen dringen sogar in die Hochlagen vor. Die Analysen zeigen einen sprunghaften Anstieg von Kohleresten,​ wohl aufgrund der stärkeren Produktion von Holzkohle. Deswegen befinden sich auch Buche und Tanne auf dem Rückzug.
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 +Zwischen 1800 und 1900 wird gerade im Bereich des Stangenfilzes eine intensive Waldweide betrieben, die dazu führt, dass sich das Moor nicht mehr weiterentwickeln kann. Am Rachelsee hingegen erholen sich die Wälder im selben Zeitraum, sogar der Tannenanteil steigt. Dafür lagern sich nun verstärkt industrielle Rußpartikel ab. Das Maximum dieser Entwicklung wird in den 1970er und 1980er Jahren erreicht.
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 +„Die Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis der Waldentwicklung und Walddynamik im Nationalpark bei“, freut sich Nationalparkleiter Franz Leibl. „Sie zeigt uns, dass unsere Wälder über längere Zeiträume hinweg betrachtet keine statischen, sondern hoch dynamische Ökosysteme sind.“
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 +=====Erforschung der Biologischen Vielfalt aus dem All=====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=80&​t=1567000683&​tok=fdf885&​media=npv_bw_-_pm_72-19_erforschung_der_artenvielfalt_aus_dem_all.jpg?​200|Beim Treffen im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau tauschten sich die Forscher des Fernerkundungs-Netzwerkes über die aktuellen Ergenisse der laufenden Projekte aus. (Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald)}}
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 +**Wissenschaftler aus 30 Ländern arbeiten seit fünf Jahren an Fernerkundungs-Verfahren im Nationalpark Bayerischer Wald – Treffen in Neuschönau**
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 +Kann man mit Hilfe von Satelitten den Chlorophyllgehalt von Blättern messen und erkennen, ob eine Fichte mit dem Borkenkäfer befallen ist? Oder ermitteln, wo die besten Habitate für Rothirsche sind? Ja, kann man. Seit fünf Jahren beschäftigen sich im Rahmen einer Datenpoolinitiative Wissenschaftler aus 30 Ländern an Forschungsprojekten,​ in denen es um Fernerkundung geht.  ​
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 +Beim jährlichen Treffen des Netzwerkes im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau gaben die Forscher einen Überblick über laufende Projekte und aktuelle Ergebnisse. „Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Fernerkundung Monitoringverfahren zu entwickeln, mit denen Rückschlüsse auf die biologische Vielfalt in einem Gebiet getroffen werden können“, erklärt PD Dr. Marco Heurich, Koordinator der Initiative und Leiter des Sachgebietes Monitoring im Nationalpark Bayerischer Wald. „Diese Verfahren sollen dann nicht nur im Nationalparkgebiet,​ sondern auch für weltweite Erhebungen eingesetzt werden können.“
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 +Radarmessungen oder Hyperspektral-Aufnahmen mit der Drohne, dem Hubschrauber oder eben auch mit Satelliten gehören zu den Arbeitsmethoden der Forscher. „Die Fernerkundung,​ auch aus dem All, liefert mittlerweile flächige Daten vom Nationalpark,​ die in ihrer Qualität mindestens so gut sind wie die von Bodenerhebungen“,​ so Heurich, der auf die Vorteile dieser Methoden hinweist. „Fernerkundung ist deutlich günstiger und hat eine größere flächige Ausdehnung.“
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 +Nach fünf Jahren Forschungsarbeit zieht Marco Heurich daher eine positive Bilanz. „Bereits sechs Studenten haben erfolgreich ihre Doktorarbeit und ein Mitarbeiter seine Habilitation abgeschlossen.“ Derzeit arbeiten weitere sechs Doktoranden innerhalb des Projekt . Was laut Heurich von großer Bedeutung ist, ist die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und seinem tschechischen Pendant Czech Globe. Diese Kooperation ermöglicht es den Forschern, immer die neuesten Sensoren im Nationalpark zu testen. „Aktuell sind das ein Hyperspektrometer auf der Internationalen Raumstation und das Global Ecosystems Dynamics Investigation Instrument der NASA.“
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 =====Jungbären nach Österreich ausgewandert===== =====Jungbären nach Österreich ausgewandert=====
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 Die dortige Anlage ist brandneu, die beiden Braunbären sind die ersten Bewohner. Um sicher zu gehen, dass die Tiere in gute Hände abgegeben werden, hat das Team des Nationalparks das Gehege vorab besichtigt und die dortigen Betreuer kennengelernt. Reibungslos ist schließlich auch der Transport verlaufen, so dass sich die beiden Bären nun ganz stressfrei am Rande des Nationalparks Hohe Tauern einleben können. Die dortige Anlage ist brandneu, die beiden Braunbären sind die ersten Bewohner. Um sicher zu gehen, dass die Tiere in gute Hände abgegeben werden, hat das Team des Nationalparks das Gehege vorab besichtigt und die dortigen Betreuer kennengelernt. Reibungslos ist schließlich auch der Transport verlaufen, so dass sich die beiden Bären nun ganz stressfrei am Rande des Nationalparks Hohe Tauern einleben können.
  
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 +===== Pilz hielt sich 34 Jahre lang versteckt =====
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 +{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=90&​t=1567003407&​tok=df7444&​media=pilz_hielt_sich_34_jahre_lang_versteckt.jpg?​200|Dieser unscheinbare Pilz wurde 34 Jahre lang nicht im Gebiet des Nationalparks gesichtet: Der Flaumhaar-Trichterling. Nun gab’s einen Wiederfund bei Zwieslerwaldhaus. ​ (Foto: Peter Karasch/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
    
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 +**Extrem seltener Flaumhaar-Trichterling im Nationalpark wiederentdeckt**
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 +Was eine naturnahe Landschaft ist und was nicht, darüber gehen die Meinungen oft auseinander. Dabei kann man sich in dieser Frage ganz auf die Natur selbst verlassen, denn ein naturnahes Ökosystem zeichnet sich meist durch ihre Naturnähezeiger aus: Das sind Tiere, Pflanzen oder Pilze, deren Existenz auf eine besonders ursprüngliche und unberührte Umgebung angewiesen ist. Zur letzteren Kategorie gehört nach Expertenmeinung auch der Flaumhaar-Trichterling,​ der in Bayern mittlerweile kaum noch anzutreffen ist.
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 +Ein solcher Trichterling wurde nun nach 34 Jahren erstmals wieder im Nationalpark entdeckt. Im Rahmen des Interreg-Projektes Funga des Böhmerwaldes fand jüngst ein Workshop mit Pilzexperten aus Bayern, Österreich und Tschechien statt. In der Nähe von [[Zwieslerwaldhaus]] stieß man dabei an einem morschen Buchenstumpf zufällig auf die extrem rar gewordene Art. Der kleine, beige gefärbte Pilz wirkt unscheinbar,​ ist aber eine der selteneren Pilzarten in Deutschland. Mit dem aktuellen Nachweis sind insgesamt nur fünf Fundorte in Bayern bekannt, drei davon im Bayerischen Wald.
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 +Zuletzt wurde der Pilz am 8. Oktober 1985 auf dem Hochschachten gesichtet. Umso erfreuter ist man im Nationalpark nun, dass durch diesen aktuellen Fund des Flaumhaar-Trichterlings ein weiterer Beweis für hohen Naturschutzwert des wilden und unberührten Schutzgebietes erbracht ist.
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-=====Ein Kalender für den guten Zweck=====+=====Beweidung hilft bedrohten Pflanzenarten=====
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-{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&h=71&t=1556010983&tok=dfc1bd&media=kalender_fuer_den_guten_zweck.jpg?200|Über die Spende von Heinz Duschl (2.v.r.) freuten sich Nationalparkleiter Franz Leibl (r.), Nationalpark-Projektbetreuer Thomas Michler (links) ​und die Vertreter der Nationalpark-Schulen. (Foto: ​Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}+{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=80&h=119&t=1567001419&tok=05311f&media=beweidung_hilft_bedrohten_pflanzenarten.jpg?200|Die Ästige Mondraute gehört zu den hochbedrohten Pflanzen in Deutschland ​und wurde nun auf dem Hochschachten gefunden. (Foto: ​Claudia Schmidt ​/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
  
  
-**Lusenwirt spendet 1500 Euro an Schulen und Nationalpark in El Salvador**+**Ästige Mondraute auf dem Hochschachten gefunden – Art steht auf Roten Liste**
  
-Dass sich das Team vom [[Lusenschutzhaus]] jedes Jahr darum annimmtdie besten Motive rund um ihren Berg in einen bildgewaltigen Kalender zu packen, ist schon feste TraditionEbenso traditionell wird der komplette Erlös Jahr für Jahr gespendet. Heuer bedachte Lusenwirt Heinz Duschl die Nationalpark Partnerschulen sowie den Nationalpark Montecristo in El Salvador, mit dem der Nationalpark Bayerischer Wald eine Partnerschaft unterhält, mit insgesamt 1500 Euro. +  
- +Einen besonderen Fund haben die Botaniker des Nationalparks Bayerischer Wald auf dem [[Hochschachten]] gemachtund zwar eine Ästige MondrauteDiese Farnart steht als stark gefährdet auf der Roten Liste und Deutschland besitzt eine besondere Verantwortung ​für den Erhalt dieser Pflanzenart.
-„Es war schon immer mein Wunsch, mit dem Kalender den Nationalparkgedanken weiterzutragen“,​ sagte der Gastronom bei der Spendenübergabe in der Grafenauer Nationalparkverwaltung. „Es ist einfach wichtig, dass gerade junge Menschen erfahren, wie wichtig die Natur ist – egal ob im Bayerischen Wald oder in Mittelamerika.“ Für dieses Ziel hätten beim Kalenderprojekt viele Engagierte zusammengeholfen.+
  
    
  
-Bei der Übergabe des Geldes bedankten sich die Vertreter ​der Schulen sowie Nationalpark-Mitarbeiter Thomas Michler, der die Partnerschulen betreutfür die Unterstützung der SchülerLob gab es auch von Nationalparkleiter ​Dr. Franz Leibl: ​Gerade für unsere Partner in El Salvador ​ist jeder Euro wichtig, denn gerade ​im Umweltbildungsbereich sind die dortigen Kollegen bisher nicht zufriedenstellend ausgestattetDaher sind wir sehr dankbar ​und versprechen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt ​wird.+In ganz Bayern gibt es nur mehr wenige Standorte ​der Ästigen Mondraute, zwei davon liegen im Nationalpark ​Bayerischer Waldund zwar auf dem [[Ruckowitzschachten]] und der [[Rachel|Rachelwiese]]. Dass nun ein dritter Standort dazugekommen istfreut die Forscher sehr„Es ist schon ganz etwas Besonderes, einen neuen Standort einer bedrohten Pflanzenart zu finden“, erklärt ​Dr. Christoph Heibl, Botaniker im Nationalpark. ​Diese Pflanzenart ​ist im Nationalpark ein überaus wichtiges Schutzgut.“ 
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 +Gefunden wurde die Ästige Mondraute im Zuge von Vegetationsaufnahmen„Seit vergangenem Jahr wird der Hochschachten wieder von Rindern beweidet“,​ erklärt Heibl. Um zu sehen, wie sich dies auf die dortige Vegetation auswirkt, werden die verschiedenen Pflanzenarten,​ die auf dem Schachten wachsen, gezählt und kartiert. 
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 +Dass die Ästige Mondraute von der Beweidung profitiert, davon ist Heibl überzeugt. „Die Ästige Mondraute wächst auf sauren Magerrasen mit wenig Konkurrenz von anderen stärkeren Pflanzen.“ Diese besonderen Bedingungen findet sie auf dem Schachten. Außerdem passt ihr Lebenszyklus perfekt zur Beweidung. „Die Pflanzenart bildet ​sehr früh im Jahr Sporen.“ Wenn die Rinder im Juli auf den Schachten getrieben werden, hat sie ihre Samen bereits verstreut. „Die Rinder arbeiten beim Herumtrampeln die Sporen dann in die Erde ein und so kann die Pflanze im Frühjahr neu keimen.“ Aufgrund der Bedingungen sieht Heibl eine reale Chance, dass sich die Ästige Mondraute auf dem Hochschachten vermehren kann – und bei den Vegetationsaufnahmen im kommenden Jahr nicht nur ein Exemplar gefunden ​wird.  
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-=====Rindenstreifenmesser ist jetzt im Handel erhältlich=====+=====Seelensteig wird auf Vordermann gebracht=====
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-{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&t=1555146445&tok=25d1e5&media=rindenstreifenmesser_ist_jetzt_im_handel_.jpg?​200| ​Das Rindenstreifenmesser kann als Aufsatz an eine Vielzahl ​von Motorsägen angebaut werden. (Foto: ​Firma Eder Maschinenbau)}}+{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=119&t=1567002836&tok=7b3c4d&media=seelensteig_wird_auf_vordermann_gebracht.jpg?200|Nationalparkleiter Franz Leibl (von links) informierte sich bei Förster Werner Kaatz und dessen Team über die Baufortschritte am Seelensteig (Foto: ​Elke Ohland/​Nationalpark Bayerischer Wald)}}
  
-**Vom Nationalpark entwickelter Aufsatz für Motorsäge ermöglicht Borkenkäferbekämpfung und Erhalt der Artenvielfalt** 
  
-  +Routenführung ​wird an Walddynamik angepasst – Ruhebereiche entstehen
-Das Ausbreiten des [[Borkenkäfer|Borkenkäfers]] verhindern aber trotzdem die Artenvielfalt erhalten – dass dies möglich ist, zeigten die Forscher des Nationalparks Bayerischer Wald im Jahr 2016 mit einer wegweisenden Entwicklung. Nach einer dreijährigen Versuchsphase stellten sie damals das Schlitzen von befallenen Fichtenstämmen mit einem speziellen Motorsägenaufsatz vor. Anstatt einer Komplettentrindung werden dabei in den Baumstamm ein Zentimeter dicke Streifen eingeritzt. Dabei wird die Buchdruckerzahl reduziert, die Artenanzahl unter den Totholzbewohnern bleibt im Gegensatz zur Komplettentrindung jedoch weitgehend erhalten. Nun ist dieses vom Nationalpark entwickelte Rindenstreifenmesser auch im Handel erhältlich.+
  
-Auch für ProfJörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks und Leiter ​der Forschungsabteilung,​ ist diese Entwicklung ​von großer Bedeutung„Als Wissenschaftler wünscht man sich immer angewandte Forschung zu betreiben.“ Jonas Hagge, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat, ergänzt: „Dass dies mit dem Streifmesser wirklich geklappt hat und diese Innovation für den Menschen und die Umwelt einen realen Nutzen hat, freut uns ganz besonders." ​+Der [[Seelensteig]] am Fuße des Rachels ist seit 1995 einer der beliebtesten Anlaufpunkte ​für Nationalparkbesucher,​ die einen Einblick in die spannende Walddynamik bekommen wollenNun wird der Erlebnisweg in der Nähe von Spiegelau komplett auf Vordermann gebrachtDabei entstehen auch zwei neue Ruhebereiche ​mit Sitzmöglichkeiten.
  
-Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl sieht dies ähnlich. „Praxis ​und Forschungen gehen nur selten ​so Hand in Handwie es bei der Entwicklung des Rindenstreifens gelungen ist.“ Dass diese Entwicklung wegweisend in der Bekämpfung ​des Borkenkäfers istzeige sich auch darin, dass die Bayerischen Staatsforsten die Methode des Schlitzens im Jahr 2017 in ihre Richtlinien ​mit aufgenommen hat.+Grund für die Baumaßnahme:​ Die Bohlensteige waren schon etwas in die Jahre gekommenZudem hat die natürliche Waldentwicklung dafür gesorgt, dass sich der Pfad nicht mehr durch die interessantesten Gebiete des Waldstücks schlängelt. Deswegen wird der nördliche Teil des Weges verlegt. „So bekommen unsere Besucher ganz neue Einblicke in unsere wilde Natur“, freut sich Nationalparkleiter ​Franz Leibl. Die Arbeiten hierfür laufen bereits. Das bis zu sechs Mann starke Team, angeleitet von Förster Werner Kaatz, errichtet an der neuen Trasse auch die beiden Plattformen. „Damit Wanderer auch mal in Ruhe innehalten ​und die wilde Waldnatur um sich herum genießen können“, ​so Kaatz. 
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 +Der erste Bauabschnitt, der Neubau der nördlichen Ersatztrasse,​ wird noch bis Mitte Juli abgeschlossen seinNach deren Fertigstellung wird vorerst nur noch diese begehbar sein. Im September werden dann die Bänke errichtet sowie die alte Nordtrasse rückgebaut. Außerdem geht’s dann auch an die komplette Erneuerung ​des südlichen Teils des Weges. Insgesamt wird darauf geachtetden Seelensteig möglichst leicht begehbar zu gestaltenso dass es auch Menschen ​mit körperlichen Einschränkungen möglich ist, den Pfad zu absolvieren.
  
    
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 =====Wenn die Schule zum Nationalpark wird===== =====Wenn die Schule zum Nationalpark wird=====
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 , verbunden mit den geringen Niederschlägen,​ hat dazu geführt, dass wir das Umsetzen vorverlegen mussten“, erklärt Naturschutzbeauftragter Jochen Linner. Auf dem Ruckowitzschachten sei schlicht das Futter langsam aber sicher ausgegangen. Auf dem [[Hochschachten]] hingegen gibt es noch genügend. , verbunden mit den geringen Niederschlägen,​ hat dazu geführt, dass wir das Umsetzen vorverlegen mussten“, erklärt Naturschutzbeauftragter Jochen Linner. Auf dem Ruckowitzschachten sei schlicht das Futter langsam aber sicher ausgegangen. Auf dem [[Hochschachten]] hingegen gibt es noch genügend.
  
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-=====Das Waldschmidthaus hat wieder geöffnet===== 
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-{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1533895432&​tok=ed5d25&​media=das_waldschmidthaus_hat_wieder_geoeffnet.jpg?​200|Viel Erfolg wünschten dem neuen Wirtspaar Siegrid Kick und Rudi Holzapfel (2.v.l.) unter anderem Bürgermeister Karlheinz Roth (von links), Vizelandrat Willi Killinger, Nationalparkleiter Franz Leibl, Landrat Sebastian Gruber und Bürgermeister Helmut Vogl. (Foto: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald)}} 
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-**Schlüsselübergabe an Siegrid Kick und Rudi Holzapfel – Betrieb täglich von 10 bis 17 Uhr** 
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-Der höchste Nationalparkgipfel bietet ab sofort wieder eine Einkehrmöglichkeit. Der symbolische Schlüssel für das [[Waldschmidthaus]] wurde am Donnerstag feierlich seinen neuen Pächtern Siegrid Kick und Rudi Holzapfel übergeben. Wanderer werden von nun an im Sommerhalbjahr täglich von 10 bis 17 Uhr mit kühlen Getränken und leckeren Brotzeiten versorgt. 
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-„Wer den Berg bei längeren Touren, etwa über [[Rachelsee]] und [[Rachelkapelle]],​ erobert, kann jetzt auch direkt unterhalb des Gipfels wieder einkehren“,​ freut sich Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Da der [[Rachel]] für unsere Besucher ein sehr anziehender Punkt ist, war uns die rasche Wiedereröffnung nach dem Erwerb des Gebäudes im Winter 2017 sehr wichtig.“ Bis der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte, mussten zunächst einige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, vor allem in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung. „Das ist nun alles erledigt, so dass die neuen Wirte mit viel Elan loslegen können.“ 
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-Den zeigte das Paar aus Viechtach auch gleich. „Wir freuen uns schon auf all unsere zukünftigen Gäste und eine schöne Restsaison bis Ende Oktober“, so Siegrid Kick. „Wir sind schon ganz gespannt, was uns hier oben in der wunderschönen Natur alles erwartet.“ ​ 
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-Die Gäste können sich auf jeden Fall auf schmackhafte Leckereien freuen, wie ihr Partner Rudi Holzapfel versichert: „Wir planen eine wöchentlich wechselnde, kleine Karte. Unsere Gerichte sind alle frisch zubereitet, die möglichst saisonalen Zutaten kommen aus der Region.“ Viel Beifall fand bei der Eröffnung etwa der selbstgemachte Kaiserschmarrn. 
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-„Das ist heute ein ganz besonderer Tag“, sagte Willi Killinger, stellvertretender Landrat des Landkreises Regen. Diese Einschätzung teilten auch die weiteren Vertreter aus Politik und Gesellschaft,​ etwa die Bürgermeister aus Spiegelau, Karlheinz Roth, und St. Oswald-Riedlhütte,​ Helmut Vogl. Und Sebastian Gruber, Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau,​ ergänzte: „Dieses Ereignis zeigt einmal mehr, dass der Nationalpark wichtige Einrichtungen für die Bevölkerung schafft. Das bringt nicht nur den Nationalpark,​ sondern die ganze Region voran.“ 
  
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 Zudem kann er beim Lichtland Verlag bestellt werden. Der Kaufpreis liegt bei 24,80 Euro. Zudem kann er beim Lichtland Verlag bestellt werden. Der Kaufpreis liegt bei 24,80 Euro.
  
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-=====700 Besucher beim Tummelplatzfest===== 
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-{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1533202271&​tok=5f8ab0&​media=herausragendes_ereignis_fuer_die_gesamte_region_1_.jpg?​200|Hunderte Wanderfreunde zog es am Sonntag hinauf zum Tummelplatzfest. (Foto: Annette Nigl/​Nationalpark Bayerischer Wald)}} 
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-„Herausragendes Ereignis für die gesamte Region“ 
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-So viele Naturfreunde trifft man selten auf einem Fleck, doch beim heurigen Fest am [[Tummelplatz]] unterhalb des Lusens versammelten sich am Sonntag geschätzte 700 Wanderer um das alte Forsthaus auf 1139 Höhenmetern. ​ Bei Musik, Tanz, kühlen Getränken und Brotzeit genossen die Besucher das sonnige Wetter auf der ehemaligen Waldweide. Zuvor ging’s bei einer Sternwanderung gemeinsam durch die wilde Natur des Nationalparks Bayerischer Wald. 
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-Bereits am Vormittag versammelten sich hunderte Ausflügler an den sechs Treffpunkten der Wanderungen. Von Waldhäuser,​ Mauth oder dem Jugendwaldheim aus begleiteten Landrat Sebastian Gruber, die Abgeordneten Alexander Muthmann und Max Gibis, die Bürgermeister Alfons Schinabeck, Eduard Schmid und Ernst Kandlbinder,​ Pro-Nationalpark-Vorsitzender Max Greiner sowie Nationalparkchef Dr. Franz Leibl mit seinen Mitarbeitern die Gruppen hinauf zum Tummelplatz. 
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-Ab den Mittagsstunden sorgten die St. Oswalder Tafernmusikanten und die Alphornbläser Schönberg für die musikalische Begleitung des Tages. Für den Höhepunkt des Rahmenprogramms war jedoch eine internationale Gruppe verantwortlich. So tanzte der Heimatverein d`Koishüttler aus Neuschönau gemeinsam mit einer Gruppe iranischer Asylbewerber aus Grafenau. „Das war der absolute Wahnsinn, mit wie viel Freude das Miteinander funktioniert hat“, bilanziert Clemens Rothkopf, Vorsitzender des Heimatvereins. „Die Iraner haben da richtig geglänzt.“ Nationalpark-Umwelbildungsreferent Lukas Laux ergänzt: „Das war wirklich gelebte Integration.“ 
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-Und auch die Ehrengäste kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Landrat Gruber sagte etwa, die Veranstaltung sei „ein herausragendes Ereignis für die gesamte Region. Hier herrscht eine ganz besondere Stimmung, bei der man die Bevölkerung für die Nationalparkidee begeistern kann.“ Genau das ist auch das Kernanliegen von Nationalparkleiter Leibl: „Mit solchen Festen wollen wir mit den Leuten in Kontakt treten und sie animieren, unsere Natur zu erkunden.“ 
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-Eine politische Forderung stellte schließlich noch Max Gibis: „Wir müssen Gas geben, um Geld zu bekommen, damit wir dieses Gebäude am Tummelplatz wieder soweit ertüchtigen,​ dass wir es wieder als Umweltbildungsstätte nutzen können.“ Diesem Wunsch schloss sich auch sein Kollege Muthmann an, der als Vorsitzender des Junior-Ranger-Vereins die Bedeutung der Naturvermittlung an die junge Generation hervorhob. 
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-Alle Hände voll zu tun hatte der Heimatverein übrigens nicht nur beim Tanzen, sondern auch bei der Bewirtung. „Dank unseres starken Teams konnten wir die Gäste ohne Probleme verköstigen“,​ so Rotkopf. Aber auch die Nachwuchsmannschaft des Nationalpark,​ allen voran Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr sowie Commerzbank-Umweltpraktikanten,​ arbeiteten unermüdlich,​ um einen reibungslosen Verlauf zu garantieren. Und die Besucher wussten den Einsatz mit hunderten zufriedenen Gesichtern zu honorieren.  ​ 
  
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 Um auf die Aktion hinzuweisen,​ verteilt die Nationalparkverwaltung bei den Partner-Betrieben,​ in denen Hunde übernachten dürfen, bei Tier-Fachgeschäften sowie in allen Nationalparkeinrichtungen braune Postkarten mit der Aufschrift „#​verkackt“. Außerdem hängen dort auch große Plakate, die auf die Müll-Kampagne aufmerksam machen und dazu Informationen geben. Mehr zu dem Thema gibt es auf der Homepage des Nationalparks unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de. Um auf die Aktion hinzuweisen,​ verteilt die Nationalparkverwaltung bei den Partner-Betrieben,​ in denen Hunde übernachten dürfen, bei Tier-Fachgeschäften sowie in allen Nationalparkeinrichtungen braune Postkarten mit der Aufschrift „#​verkackt“. Außerdem hängen dort auch große Plakate, die auf die Müll-Kampagne aufmerksam machen und dazu Informationen geben. Mehr zu dem Thema gibt es auf der Homepage des Nationalparks unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de.
  
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-=====Rückblick und Ausblick auf die Arbeit im Nationalpark===== 
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-{{ https://​www.waidlerwiki.de/​lib/​exe/​fetch.php?​w=120&​h=79&​t=1527841492&​tok=61f703&​media=npv_bw_-_pm_33-18-rueckblick_und_ausblick_auf_die_arbeit_im_nationalpark.jpg?​200|Gratulationen zu ihren runden Geburtstagen gab es für Fritz Kellermann (2.v.r.) und Otto Widera (l.) von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (2.v.l.) und Personalratsvorsitzendem Hans Höcker (Foto: Annette Nigl / Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)}} 
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-**Personalversammlung im Hans-Eisenmann-Haus – Jubilare und langjährige Mitarbeiter geehrt.** 
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-Ein Rückblick und Ausblick von Nationalpark-Leiter Dr. Franz Leibl sowie zahlreiche Vorträge standen bei der Personalversammlung des Nationalparks Bayerischer Wald im Hans-Eisenmann-Haus auf der Tagesordnung. ​ 
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-Hans Höcker, der Vorsitzende des Personalrats,​ bedankte sich bei seinen Kollegen für das zahlreiche Erscheinen zur Personalversammlung und ging in seinem Bericht auf die Tätigkeiten im vergangenen Jahr ein. Ganz besonders begrüßte er Kim Jüstl, die neue Fachkraft für Arbeitssicherheit im Bereich Forst, sowie Annett Herrmann von der Rentenversicherung Süd, die zum Thema „Flexi-Rente“ referierte. ​ 
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-In seinem Rückblick erklärte Nationalparkleiter Leibl, dass das Jahr 2017 von verschiedenen Bauvorhaben geprägt war, wie zum Beispiel von der Generalsanierung der Racheldiensthütte oder der Elektrifizierung des Tier-Freigeländes in Neuschönau. „Ein Dauerthema ist außerdem der kontinuierliche barrierefreie Ausbau unserer Einrichtungen sowie der Brandschutz.“ Bei zahlreichen Veranstaltungen,​ wozu auch die internationale Waldnaturschutztagung im April zählte, konnte sich der Nationalpark Bayerischer Wald im vergangenen Jahr präsentieren. Im wochenlangen Dauereinsatz waren die Mitarbeiter beim Ausbruch der Wölfe aus dem Tier-Freigelände in Ludwigsthal. 
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-Auch für das Jahr 2018 seien bereits Vorhaben geplant. Der kürzlich gestartete Bau der Waldwerkstatt im Hans-Eisenmann-Haus werde voraussichtlich bis Mitte 2019 dauern, so Leibl. „Neben der Fortführung von zahlreichen Interreg-Projekten steht heuer der Abschluss des Life plus Projektes zum Thema Moore, Fließgewässer und Schachten an.“ Geplant seien auch verschiedene Veranstaltungen,​ wie das Spechtfest in Spiegelau, das Tummelplatzfest sowie der Aktionstag für Menschen mit Behinderung zusammen mit dem Landkreis Freyung-Grafenau. Mit der Kampagne „Müll aus, Natur an“ wolle man die Besucher des Nationalparks sensibilisieren,​ ihren Abfall nicht in der Natur zu entsorgen, sondern wieder mit nach Hause zu nehmen. Ab Ende Mai werde sich der Nationalpark zudem mit einer neuen Homepage vorstellen. 
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-Neben seinen Berichten gratulierte Leibl der Mitarbeiterin Gabriele Zechmann zu ihrem 25-jährigen Arbeitsjubiläum. Präsente zu ihren runden Geburtstagen erhielten Katja Traxinger-Eder,​ Otto Widera, Martin Brunnhölzl,​ Karl-Heinz Müller und Fritz Kellermann. In den Ruhestand verabschiedet wurden Georg Küblböck und Wolfgang Bäuml. 
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-Am Ende der Personalversammlung berichtete Dr. Marco Heurich vom Sachgebiet Naturschutz und Forschung über die derzeit laufenden Forschungsprojekte in den Bereichen Rotwild-Management,​ Borkenkäfer-Entwicklung und Wolf-Monitoring. 
  
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 „Dass der Nationalpark Bayerischer Wald in vielen Bereichen mittlerweile ein weltweit gefragter Ideengeber ist zeigen übrigens nicht nur unsere vielen Kooperationen,​ sondern auch das heutige Publikum“,​ merkte der Nationalparkleiter an. Schließlich war auch eine vierköpfige Delegation aus El Salvador anwesend, die sich im Nationalpark Bayerischer Wald gerade über Themen wie Tourismusförderung,​ Borkenkäfermanagement und Trinkwasserbereitstellung informiert. „Dass der Nationalpark Bayerischer Wald in vielen Bereichen mittlerweile ein weltweit gefragter Ideengeber ist zeigen übrigens nicht nur unsere vielen Kooperationen,​ sondern auch das heutige Publikum“,​ merkte der Nationalparkleiter an. Schließlich war auch eine vierköpfige Delegation aus El Salvador anwesend, die sich im Nationalpark Bayerischer Wald gerade über Themen wie Tourismusförderung,​ Borkenkäfermanagement und Trinkwasserbereitstellung informiert.
    
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-===== Jugendliche aus der ganzen Welt helfen im Nationalpark===== 
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-{{ http://​www.waidlerwiki.de/​waidlerblog/​images/​stories/​artikel/​Aktuelles-Neues/​npglobal1.jpg?​250|Legten im Nationalpark selbst Hand an: Alysa aus den USA, Adnaan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Mitte) und Tian aus China. (Fotos: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald) }} 
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-**Freiwillige aus Dubai, Shanghai und Chicago über ihren Einsatz für Schachten und Moor** 
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-Was haben die Vereinigten Arabischen Emirate, Rumänien, Deutschland,​ die USA, China und Spanien gemeinsam? Aus all diesen Ländern reisten jüngst Jugendliche und Betreuer in den Nationalpark Bayerischer Wald, um an einem Workcamp teilzunehmen. Acht Schüler aus der ganzen Welt halfen mit, um den [[Schachten|Almschachten über Frauenau]] freizuschneiden und drei Dämme in einem einst entwässerten Moor bei [[Riedlhütte]] zu bauen. Damit sind sie Teil von 1500 Freiwilligen,​ die sich Jahr für Jahr unter dem Dach des Vereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste in der Bundesrepublik für gemeinnützige Projekte engagieren. 
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-Neben spannenden Ausflügen in den wilden Wald stand für die Gruppe vor allem Arbeit auf dem Programm. Zusammen mit der Nationalparkwacht und dem Naturschutzteam des Nationalparks ging es daran, an zwei Orten spezielle Lebensräume zu erhalten. An den Rändern des Almschachtens muss immer wieder Bewuchs, vor allem junge Fichten und Buchen, zurückgedrängt werden, um die einstige Hochweide offenzuhalten – und so den dort lebenden Spezialisten aus Pflanzen- und Tierwelt auch in Zukunft eine Chance zu geben. Gleiches gilt für eine Moorfläche bei Riedlhütte,​ die der Mensch einst entwässert hatte. Nun wurden zwei der damals geschaffenen Gräben im Rahmen des laufenden LIFE+ Projektes mit drei Dämmen verschlossen,​ so dass der Wasserspiegel wieder ein natürliches Niveau erreichen kann. 
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-Damit auch die Unterbringung zum Erlebnis wurde, durften die jungen Helfer in den Länderhütten des Wildniscamps am Falkenstein übernachten. Betreut wurden sie dabei vom Verein WaldZeit. 
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-„Die Jugendlichen haben wirklich ein super Engagement an den Tag gelegt“, lobt Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux. „Sie werden tolle Eindrücke unseres Nationalparks in die ganze Welt hinaustragen.“ Das Interesse aus aller Herren Länder zeigt laut Nationalparkleiter Franz Leibl zum wiederholten Mal, „dass der Nationalpark Bayerischer Wald Teil eines weltweiten Netzwerks an Großschutzgebieten und eine international gefragte Anlaufstelle für naturbegeisterte Menschen jeden Alters ist.“ 
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-{{ http://​www.waidlerwiki.de/​waidlerblog/​images/​stories/​artikel/​Aktuelles-Neues/​npglobal2.jpg?​250|Eine der beiden Einsatzgruppen war mit Betreuung zweier Ranger auf dem Almschachten im Einsatz, um den Bewuchs am Rand der ehemaligen Weidefläche zurückzudrängen. ​ (Fotos: Gregor Wolf/​Nationalpark Bayerischer Wald) }} 
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-Drei Stimmen von Teilnehmern des Workcamps: 
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-Adnan (16) aus Dubai (Vereinigte Arabische Emirate): „Mein Vater hat mir von dem tollen Austauschprogramm erzählt und mich gleich davon begeistert. Ich dachte mir: Hey, das hört sich nach Spaß an. Also bin ich das erste Mal nach Deutschland gekommen. Ich habe nicht erwartet, dass hier alles so grün ist. Gerechnet hätte ich mit mehr und größeren Städten. Aber ich mag den Wald, bin eben auch gern in der Natur. Selbst, wenn ich mit Schlamm einen Damm im Moor abdichte. Und das Wildniscamp ist einfach atemberaubend.“ 
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-Alyssa (17) aus der Nähe von Chicago (USA): „Daheim muss ich 30 Minuten mit dem Auto fahren, um in den Wald zu kommen, hier schlafe ich direkt zwischen den Bäumen. Die Luft ist viel frischer und die Farben sind einfach wunderschön. In den Nationalpark bin ich gekommen, weil ich gern dabei helfe, die Natur zu schützen – und, weil ich ein bisschen Deutsch spreche, bisher aber nicht in Deutschland war. Zum Wandern ist es hier einfach perfekt. Das Einzige, was ich etwas vermisse, ist Strom in meiner Hütte im Wildniscamp.“ 
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-Tian (17) aus Shanghai (China): „Ich interessiere mich stark für Biologie, weshalb ich wohl auch in dieser Richtung ein Studium einschlagen werde. Deswegen will ich bei dem Workcamp viel lernen. Der strukturreiche Wald hier scheint auf jeden Fall ein sehr beeindruckender Teil der Natur zu sein. Toll finde ich auch, dass ich viele Freundschaften zu Leuten in meinem Alter aus der ganzen Welt knüpfen kann. Da fühlt man sich gleich wohl. Bloß der Handyempfang im Wildniscamp könnte besser sein. Und in der ersten Nacht fand ich es echt kalt.“ 
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 =====Grafenauer Störche nun auf Weltreise===== =====Grafenauer Störche nun auf Weltreise=====
  
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-===== Luchs-Nachwuchs im Tier-Freigelände===== 
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-{{ http://​www.waidlerwiki.de/​waidlerblog/​images/​stories/​artikel/​Aktuelles-Neues/​Luchs-Nachwuchs.jpg?​250|Seit vergangenem Wochenende zeigen sich die Jungtiere den Besuchern des Nationalparkzentrums Lusen. ​ (Foto: Peter Auerbeck)}} 
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-**Zwei etwa sechs Wochen alte Jungtiere sind „augenscheinlich wohlauf“** ​ 
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-Es gibt wieder Nachwuchs im [[Tier-Freigelände]] bei Neuschönau. Die dort lebende zwölfjährige Luchs-Dame hat gleich zwei Junge zur Welt gebracht. „Die Tiere sind augenscheinlich wohlauf“, freut sich Nationalpark-Tierärztin Susanne Klett. Am Wochenende konnten die neuen Bewohner schon von vielen Besuchern des Nationalparkzentrums Lusen bestaunt werden. 
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-„Wir schätzen, dass der Nachwuchs jetzt etwa sechs Wochen alt ist“, erklärt Klett. „Von der Größe her dürften sie schon gut an Hauskatzenniveau herankommen.“ Die Geschlechter stehen bisher nicht fest, da eine Untersuchung noch aussteht. Entdeckt wurde der Nachwuchs übrigens erst am Freitagabend. Bis dahin hatte die Tiermutter ihre Jungen versteckt gehalten. ​ 
  
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neues_im_nationalpark_bayerischer_wald.1562761373.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/10 12:22 von gfreund

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