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Nationalpark aktuell

Geführte Wanderungen, Radtouren und sonstiges Aktuelles rund um den Nationalpark Bayerischer Wald

Ein wilder Flug durchs Waldgeschichtliche Museum

Dutzende, vor allem junge Statisten halfen, das Museum ins rechte Licht zu setzen – und durften sich nach dem Dreh gleich erste Szenen auf der Kinoleinwand anschauen.(Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Video stellt Nationalparkeinrichtung vor – Wiedereröffnung am Dienstag, 9. Juli

Eine wilde Hatz durch das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald gibt’s seit Montag auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks Bayerischer Wald zu sehen. Denn die beliebte Einrichtung ist nun durch einen virtuellen Flug schon daheim erlebbar. Ins rechte Licht gesetzt hat das dreistöckige Haus eine Drohne – und dutzenden Statisten. Das Museum selbst öffnet nach der Renovierung des Sanitärtrakts erstmals wieder am Dienstag, 9. Juli.

Zum Drehtermin Mitte Mai ließen sich die Nationalpark-Partnerschulen aus Neuschönau und Riedlhütte nicht zweimal bitte, um Leben ins Haus zu bringen. Neben den Kindern der Heinz-Theuerjahr-Grundschule und der Paul-Friedl-Mittelschule halfen auch noch Waldführer und Mitglieder der Nationalpark-Band als Komparsen aus. Für die Steuerung der Drohne hat sich der Nationalpark mit Christoph Braml einen erfahrenen Piloten an die Seite geholt, der seine fliegende Kamera auch in den teils engen Innenräumen sicher manövrierte. Erste Ergebnisse durften die Mitwirkenden gleich nach dem Dreh auf großer Leinwand begutachten. Einhellige Meinung dabei: „Richtig cool!“

Nach dem Feinschnitt und der Vertonung kann Einrichtungsleiter Christian Binder diesen ersten Eindruck nur bestätigen: „Das Video macht richtig Lust, das Haus zu besuchen.“ Rund drei Minuten dauert die bewegte Museumsvorstellung. Dazu gibt’s eine kürzere Highlight-Version auf dem Instagram-Kanal des Schutzgebiets. „Damit hoffen wir nun, den ein oder anderen neuen Besucher nach St. Oswald zu locken“, sagt Binder.

Das Haus ist dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

Freuen können sich Gäste neben vielen spannenden Inhalten nun auch über rundumerneuerte Toilettenanalgen, welche in den vergangenen drei Wochen kernsaniert wurden.

Verschwundener Böhmerwald

der Lakasee

Grenzüberschreitende Wanderung in den Nationalpark Šumava zum Lakasee am Sonntag, 14. Juli

Mit Waldführer Steffen Krieger geht es am Sonntag, 14. Juli, bei einer Wanderung von Prášily (Stubenbach) nach Gsenget und über den Lakasee und Hůrka (Althurkenthal) nach Nová Hůrka (Neuhurkenthal).

Gemeinsam geht es erst mit dem Bus nach Železná Ruda und von dort weiter nach Prášily. Schon am Start der Wanderung kann man den Blick auf den Nationalpark Šumava und die Ausläufer des Böhmerwaldes genießen. Von Stubenbach werden die Flächen der ehemaligen Siedlung Gsenget erreicht. Über Zlatý Stoleček, „das Goldene Tischlein“, geht es weiter zum Lakasee. Immer wieder wird Steffen Krieger auf der Tour Einblicke in die bewegte Geschichte dieser faszinierenden Landschaft geben.

Von Nová Hůrka aus geht es mit dem Bus zurück nach Železná Ruda, wo noch ein rund zwei Kilometer langer Fußweg durch eine urige Lindenallee auf die Teilnehmer wartet.

Die Länge der Strecke beträgt etwa 13,5 Kilometer, die reine Gehzeit vier Stunden. Es müssen zirka 330 Höhenmeter überwunden werden. Treffpunkt zu dieser Wanderung ist um 9.30 Uhr auf dem Vorplatz des Grenzbahnhofes Bayerisch Eisenstein, um 9:40 geht es mit dem Bus weiter. Neben einer gewissen Grundkondition, geeignetem Schuhwerk, dem Wetter angepasster Kleidung und einer Brotzeit nebst Getränken ist unbedingt der Personalausweis mitzuführen. Die Führungsgebühr beträgt zehn Euro ohne Ermäßigung.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher bis 13 Uhr erforderlich.

Woidkitze streifen durch den Nationalpark

Stolz präsentiert ein Teil der Woidkitze die Partnerurkunde, die zuvor Nationalparkleiterin Ursula Schuster an das Kindergartenteam überreicht hatte. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kindergarten aus Bischofsmais tritt Partnerprogramm bei

Da hat’s kräftig gewuselt am Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal, als fast alle der 25 Mädchen und Jungen des Waldkindergartens Woidkitz aus Bischofsmais jüngst in die Nationalparkeinrichtung kamen. Denn es gab etwas zu feiern! Als zweiter Kindergarten im Landkreis Regen trat die vereinsgeführte Einrichtung dem Nationalpark-Partnerprogramm für Kindergärten bei.

„Für Kinder im Kindergartenalter ist draußen sein eine elementare Erfahrung“, sagte Nationalparkleiterin Ursula Schuster bei ihrem kurzen Grußwort an ihre jungen Gäste. „Und gerade die ursprüngliche Natur des Nationalparks ist ein idealer Platz zum Kindsein.“ Daher freue sie sich, dass die Woidkitze nun Teil der großen Nationalparkfamilie sind. So könnten die Kinder schon früh erfahren, wie wichtig ein respektvoller und nachhaltiger Umgang mit der Natur sei. „Besonders toll finde ich übrigens, dass ihr mit der Waldbahn zu uns gefahren seid“, so die Nationalparkchefin.

Die Kinder erzählten Schuster sogleich, wie sie ihre Nationalparkecke im großen Tippi eingerichtet hätten: „Da sind viele Bilder aufgehängt!“ „Und so Schwammal, also echte Schwammal!“ „Wir haben auch eine Rinde mit so einem schönen Muster drin!“ Damit die Begeisterung fürs Schutzgebiet weiterwächst, kommen die Kinder nun viermal im Jahr zu Besuch – zu jeder Jahreszeit einmal. Dann gibt’s spaßige und lehrreiche Programme mit Waldführern des Nationalparks.

„Das ist Walderleben mit jeder Faser des Körpers“, freute sich Kindergartenleiterin Sarah Pledl. Sie bedankte sich für die Aufnahme in den Kreis der Nationalpark-Kindergärten und versprach „länger Teil dieser Familie bleiben zu wollen“. Denn: „Im wilden Woid gibt’s genug zu entdecken und erforschen. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind ein wahrer Schatz fürs ganze Leben.“

„Die Partnerschaft stellt mit Sicherheit einen Riesengewinn für unseren jungen Waldkindergarten dar“, sagte auch Michael Pledl, Vorsitzender des Trägervereins. Er finde es wichtig schon bei den Jüngsten Interesse für Naturschutz zu wecken. „Das ist ein echter Lerngewinn.“ Zudem bedankte er sich beim Kindergartenteam, welches nun viermal im Jahr mit dem Zug ab Regen in den Nationalpark aufbricht.

Dass die Mädchen und Jungen schon viel über den Wald wissen, zeigten sie bei einem launigen Theaterstück. Dabei vertrieben vier junge Bäumchen den Müll aus der Natur. Und auch singen können die Woidkitze schon super, was sie beim Lied „Wir spazieren durch den Wald“ der kleinen Festgemeinde, zu der neben Mitarbeitern von Kindergarten und Nationalpark auch Elternbeiratsvorsitzende Andrea Mader gehörte, unter Beweis stellten.

Im Landkreis Regen können sich derweil auch weitere Kindergärten noch um eine Partnerschaft mit dem Schutzgebiet bewerben. Dafür einfach Nationalparkmitarbeiterin Sabine Eisch via sabine.eisch@npv-bw.bayern.de kontaktieren.

Gasthaus Fuchs ist Pächter vom Café Wistlberg

Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Pächter Bernhard Fuchs (vorne) unterzeichneten den Pachtvertrag für das Café Wistlberg. Darüber freuten sich auch die Nationalparkmitarbeiter Hubert Wachter (l.), Hans-Georg Simmet (3.v.r.) und Johannes Schmid (2.v.r) sowie das Team vom Gasthaus Fuchs mit Birgit Fuchs (2.v.l.), Thomas Dorner (3.v.l.) und Stefan Dorner (r.). (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Vertrag ist unterzeichnet – Offizielle Eröffnung Ende September

Der Pächter des Nationalpark Cafés Wistlberg steht fest: Das Gasthaus Fuchs aus Mauth wird ab September dieses Jahres die Bewirtung von Wanderern, Radfahrern und Langläufern im „Naturerlebnis Wistlberg“ bei Finsterau übernehmen. Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Bernhard Fuchs, Inhaber des Gasthauses Fuchs, konnten nun in den fast fertiggestellten Räumlichkeiten den Vertrag unterzeichnen.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit dem Gasthaus Fuchs einen schlagkräftigen und vertrauensvollen Pächter für unser neues Café am Wistlberg gefunden haben“, sagte Nationalparkleiterin Ursula Schuster bei der Vertragsunterzeichnung im Café Wistlberg. Im Innenraum ist der Großteil der Vorbereitungen schon getroffen. Die moderne Gastroküche ist einsatzbereit. Das Mobiliar steht bereits an Ort und Stelle. Bei den handgemachten Stühlen und Tischen aus Kerneschen- und Ahornholz haben die Schreiner der Nationalparkverwaltung, Hans-Georg Simmet und Johannes Schmid, ganze Arbeit geleistet. Insgesamt finden künftig 30 Personen im Innenraum Platz, auf der Terrasse können weitere 80 Gäste Platz nehmen. „Ich bin mir sicher, dass wir einen sehr schönen Ort geschaffen haben, an dem die Gäste alles genießen können, was der Nationalpark zu bieten hat.“

Dem konnte auch Pächter Bernhard Fuchs, der dem Nationalpark für das Vertrauen dankte, zustimmen. „Ich habe den Vertrag mit großer Freude, aber auch mit Respekt unterschrieben.“ Fuchs gab bei dem Ortstermin nicht nur ein klares Bekenntnis zur Region, sondern vor allem auch zum Nationalpark. „Wir wollen hier im Café Wistlberg die Idee des Nationalparks vermitteln, den Gästen zeigen, wie man die Natur genießen kann ohne sie zu gefährden, und gleichzeitig auf die Fragilität dieses Ökosystems hinweisen“, so Fuchs. Ziel sei es, nicht nur für das leibliche Wohl am Wistlberg zu sorgen, sondern auch ein Bindeglied zwischen den Besuchern und dem Nationalpark zu werden.

Die offizielle Eröffnung des Café Wistlberg ist Ende September geplant. Bis dahin muss das Umfeld des Gebäudes noch fertiggestellt werden. In Kürze wird auch mit den Arbeiten für die Aussichtsplattform „Lusenblick“ sowie für den barrierearmen Spielbereich direkt vor dem Café begonnen. Bereits benutzt werden kann der Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Buchwaldstraße.

Borkenkäfermanagement mit dem Debarking-Harvester

Viele Einblicke gab es für Podcasterin Julia Reihofer bei der gemeinsamen Fahrt mit Forstunternehmer Alois Ruderer in seinem Debarking-Harvester. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Mit dem Podcast Wildnis schafft Wissen – Spezial hautnah dabei

Den Borkenkäfer bekämpfen und dem Wald trotzdem etwas Wichtiges zurückgeben. Das geschieht, wenn in der Managementzone des Nationalparks Bayerischer Wald Debarking-Harvester zum Einsatz kommen. Durch diese Methode des Borkenkäfermanagements ist es möglich, befallene Fichten effektiv aufzuarbeiten und den Wald gleichzeitig mit wertvollem Totholz anzureichern. In der neusten Folge des Podcasts Wildnis schafft Wissen – Spezial können Zuhörer erstmals hautnah dabei sein.

Podcasterin Julia Reihofer aus der Nationalpark-Pressestelle hat Forstunternehmer Alois Ruderer einen Tag lang in der Managementzone bei Zwieslerwaldhaus begleitet und in seinem Debarking-Harvester Platz genommen. „So können wir detailliert und für den Zuhörer sehr anschaulich zeigen, wie diese noch relativ junge Methode der Borkenkäferbekämpfung funktioniert und welche Vorteile diese für die Natur bringt.“

Erst seit wenigen Jahren wird diese Art des Borkenkäfermanagements im Nationalpark betrieben erklärt Jürgen Pöschl, Leiter der Nationalpark-Dienststelle Bayerisch Eisenstein. „Beim Debarken schält der speziell umgebaute Kopf des Harvesters gleich die Rinde mit ab, was verhindert, dass sich der Borkenkäfer weiter vermehren kann. Uns eröffnen sich dadurch gleich mehrere Möglichkeiten. Zum einen können wir in der Managementzone das für so viele Arten wichtige Totholz anreichern, weil die Stämme auf der Fläche verbleiben können.“ Zum anderen entfalle der extreme Zeitdruck, wenn das Holz doch abtransportiert und verkauft werden soll. „Durch das Entrinden müssen die Stämme nicht sofort aus dem Wald transportiert werden. Das hilft uns etwa bei langen Schlechtwetterperioden größere Fahrschäden auf Forstwegen und Rückegassen zu verhindern.“

Welche Vorteile aber auch Herausforderungen das Debarken noch mit sich bringt, können sich Interessierte in der neusten Folge von Wildnis schafft Wissen – Spezial anhören. Der Podcast ist über die Nationalpark Homepage, aber auch gängige Anbieter wie Spotify oder YouTube abrufbar.

Jungstörche sind nun unverwechselbar

Alina Rudolf beim Beringen der beiden Jungvögel. (Foto: Lukas Laux/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vögel auf dem Dach der Nationalparkverwaltung werden dank LBV und Feuerwehr mit Erkennungsringen ausgestattet

Nun sind sie unverwechselbar, die zwei jungen Störche, welche heuer in Grafenau geboren wurden. Der Nachwuchs des Storchenpaares welches auf dem Dach der Grafenauer Nationalparkverwaltung, gebrütet hatte, trägt nun Erkennungsringe, über die deren Reisen verfolgt werden können. Vorausgesetzt natürlich, Vogelbeobachter erspähen die Kombinationen DER ABW98 oder DER ABW96 auf den Ringen der Tiere.

Um das junge Storchen-Duo an ihren Beinen mit den Plastikringen auszustatten, rückten Sabrina Stecher und Philipp Mühlbauer von der Feuerwehr Grafenau an. So konnte Alina Rudolf vom Landesbund für Vogelschutz aus Regensburg dank Drehleiter das Nest hoch über dem Grafenauer Stadtplatz erreichen. Wenige Minuten später war die Prozedur schon beendet. Und noch ehe die Drehleiter ganz eingefahren war, kümmerten sich die Altvögel schon wieder um ihren Nachwuchs.

„Das tolle an Beringungsprojekten ist, dass man immer wieder Sichtungen aus den verschiedenen Ländern bekommt“, erzählt Alina Rudolf. „Gerade beim Storch ist das sehr interessant, daher bin ich sehr froh, dass ich hier ein Teil des Projekts sein kann.“ „Es ist spannend mitzubekommen, wo sich unsere Störche überall herumtreiben“, sagt auch Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux.

Schon in der Vergangenheit konnte man so einige der in Grafenau geborenen Jungstörche weiter verfolgen. Wer das Flüggewerden der aktuellen Vögel beobachten will, kann jederzeit einen Blick auf die Nest-Webcam werfen, welche über www.nationalpark-bayerischer-wald.de erreichbar ist. Und daneben gibt's beim nächsten Zamsitz'n am 27. Juni viele Infos zu den Störchen. „Bei der Veranstaltung am Grafenauer Stadtplatz können Besucher auch tolle Preise einheimsen“, so Laux, der mit seinem Team dann unter anderem ein Storchenquiz anbietet.

Die Hütte an der Höllbachschwelle ist wieder in Betrieb

Freuten sich über die abgeschlossene Brandschutz-Ertüchtigung: Fritz Lemberger (von links) und Egon Thum vom Wald-Verein sowie Ursula Schuster und Johannes Dick vom Nationalpark.Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Arbeiten zum Brandschutz abgeschlossen – Zwieseler Sektion des Wald-Vereins bedankt sich

Ein historisches Kleinod inmitten des Nationalparks: Genau das ist die Hütte an der Höllbachschwelle. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert wird seit Jahrzehnten von der Zwieseler Sektion des Bayerischen Wald-Vereins als einfache Selbstversorgerhütte genutzt. Zuletzt mussten die Übernachtungen unterhalb des Großen Falkensteins aus Gründen des Brandschutzes jedoch pausieren. Nachdem die Nationalparkverwaltung in diesem Bereich nachgebessert hat, kann die Hütte wieder genutzt werden.

„Wir sind froh und glücklich, dass der Nationalpark die Arbeiten so schnell umgesetzt hat und sich auch um die behördlichen Genehmigungen gekümmert hat“, freute sich Egon Thum, Vorsitzender der Wald-Vereins-Sektion, bei einem Vor-Ort-Termin. „Die ersten Anmeldungen haben wir sogar schon bekommen“, ergänzte Fritz Lemberger, der sich beim Wald-Verein aktuell um die Hütte kümmert.

„Mit dem Wald-Verein haben wir einen verlässlichen Partner, der das Privileg schätzt, inmitten des Nationalparks Nächtigungen zu ermöglichen“, betonte Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Daher sei von Anfang an klar gewesen, dass die geschichtsträchtige Hütte am Leben erhalten werden soll. „Nun dürfen weiterhin acht Personen im Dachboden und zwei Personen im Erdgeschoss schlafen“, erklärte Nationalparkmitarbeiter Johannes Dick. „Dafür haben wir nicht nur einen genehmigten zweiten Fluchtweg über eine Außentreppe geschaffen, sondern auch beim ersten Fluchtweg, der Treppe in die Stube, Verbesserungen erzielt.“ So wurden dort die Durchstiegsluke und die Breite der Treppe vergrößert. Dazu kommen viele weitere kleine Optimierungen, etwa der Einsatz von Brandmeldern.

Kaputte Brücke sorgt für gesperrten Radweg

Das Fundament der Brücke auf dem Radweg 98 ist marode, daher war eine Sperrung notwendig. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Route von der Schwarzachstraße Richtung Racheldiensthütte nicht möglich – Nationalparkverwaltung arbeitet an Lösung

Der Radweg 98 zwischen der Schwarzachstraße in Richtung Racheldiensthütte ist derzeit gesperrt. Der Grund ist der schlechte Zustand einer auf dem Radweg liegenden Brücke. Die in regelmäßigen Abständen stattfindende Brückenprüfung hat ergeben, dass das Fundament stark beschädigt ist und die Brücke deshalb weder von Fußgängern noch von Radfahrern benutzt werden darf.

„Wir arbeiten derzeit daran, eine schnelle Lösung zu finden, damit die Route wieder benutzt werden kann“, erklärt Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Derzeit werde die Möglichkeit einer Behelfsbrücke geprüft, die bis zur Instandsetzung als Provisorium dienen kann. Die Brücke selbst müsse neu gebaut werden, die notwendigen Gespräche für die weiteren Planungen laufen. „Nach derzeitigem Stand wird die Plattenbrücke durch eine Holzbrücke, die für Fußgänger und Radfahrer geeignet ist, ersetzt.“ Die Umsetzung sei für das Jahr 2025 geplant.

Radfahrer werden gebeten, ihre Touren über Spiegelau und Neuhütte in Richtung Racheldiensthütte zu planen.


Gymnasium hilft bei Mooreinsatz

Um den Damm wieder luftdicht zu verschließen halfen viele Schülerinnen und Schüler mit. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Fläche bei Kreuzstraßl: Dämme repariert, Wasser umgeleitet, Bewuchs zurückgedrängt

Es ist ein unscheinbares Kleinod direkt neben einer Gemeindestraße. Die Rede ist vom rund zwei Hektar großen Moor bei Kreuzstraßl. Dort wurde einst Torf abgebaut, aufgeforstet und Wasser aus der Fläche geführt. Eine Renaturierung vor knapp zehn Jahren hat dafür gesorgt, dass sich das bunte Mosaik aus Hang-, Durchströmungs- und Regenmoorbereichen wieder erholen kann. Bei notwendigen Pflegemaßnahmen haben nun 23 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Zwiesel geholfen.

„Vor allem der Hauptdamm unterhalb der ehemaligen Torfstichkante war schon etwas in Mitleidenschaft gezogen“, berichtet Lennart Berger, der gerade sein freiwilliges ökologisches Jahr im Nationalpark ableistet. „Deswegen mussten wir hier etwas Füllmaterial einbringen und die hölzernen Spundwände anschließend wieder luftdicht verschließen.“ Nur so sei der Wasserstau langfristig gewährleistet. Zudem wurde im Zuge der Arbeiten noch standortatypischer Bewuchs wie junge Fichten entfernt und angestautes Wasser umgeleitet, damit es nicht aus der Fläche abfließt.

Unterstützung bekam der Nationalpark dabei von seiner Zwieseler Partnerschule. „Wir wollen Klimaschule werden“, erklärt Lehrerin Kerstin Bredl die Intension hinter der Aktion. „Und da gibt dieser praktische Tag tolle Einblicke. Wir können dabei helfen, dass CO2 im Moor dauerhaft gespeichert wird und erst gar nicht in die Atmosphäre entweicht.“ Und so hätten sich die Zehntklässler entschlossen, dem Moor vor der eigenen Haustür unter die Arme zu greifen. „Das ist auch mal etwas anderes. Wir sind ja als Partnerschule ständig mit allen Klassenstufen im Nationalpark unterwegs. Bei einer Renaturierung waren wir aber auch noch nicht dabei“, so Bredl.

Und so griffen die Schülerinnen und Schüler fleißig zu Schaufel, Pickel, Säge und Schubkarre. Den ganzen Vormittag über wurde aber nicht nur tatkräftig gearbeitet. Zwischendurch gab’s immer wieder fachlichen Input von den begleitenden Nationalpark-Mitarbeitern, die verdeutlichten, wie wichtig der Erhalt von Moorflächen ist – nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Biodiversität.


Eine botanische Sensation im Garten

Rangerin Brigitte Schreiner hat in ihrem Garten in der Gemeinde Mauth eine Echte Mondraute gefunden. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Rangerin Brigitte Schreiner findet Echte Mondraute – Seltene und gefährdete Art

Ein bisschen fleischig und matt grün mit gelblicher und gräulicher Tönung. Dazu eine ganz eigenartige Gestalt. Sie schaut aus, also ob sie von einer anderen Welt ist und kommt nur sehr selten im Nationalpark Bayerischer Wald vor – die Echte Mondraute. Deshalb war es für Rangerin Brigitte Schreiner eine absolute Überraschung, als sie in ihrem Garten in der Gemeinde Mauth beinahe ein Exemplar dieser besonderen Pflanze umgemäht hätte.

„Das ist für mich eine richtige Sensation“, sagt Brigitte Schreiner. Sie war gerade beim Rasenmähen, als sie aus dem Augenwinkel heraus eine Pflanze sah, die so gar nicht in ihren Garten passte. „Ich habe sofort angehalten und konnte meinen Augen erst nicht trauen“, erzählt die gelernte Gärtnerin. Von ihrer Arbeit im Nationalpark weiß sie, wie selten Mondrauten vorkommen. „Und dann hätte ich sie fast mit meinem Rasenmäher überrollt.“

Brigitte Schreiner schützte die Pflanze mit Holzstöcken, machte Fotos und zeigte sie ihren Nationalpark-Kollegen aus dem Sachgebiet Naturschutz und Forschung. Und die freuten sich über ihre Entdeckung. „Die Echte Mondraute ist zwar die häufigste Art der Gattung in Bayern, aber im Bayerwald gibt es keine neueren Nachweise“, sagt Christoph Heibl, Botaniker im Nationalpark. In den Jahren 1994 und 1996 wurde jeweils ein Exemplar im Bereich des Rachels gefunden, der letzte Nachweis war 2014 oberhalb des Schachtenhauses.

Grund für ihre Seltenheit ist die anspruchsvolle Biologie der Art. „Die Sporen der Mondrauten keimen nur bei Dunkelheit im Boden“, erklärt Christoph Heibl. Die Grasnarbe darf daher nicht zu dicht sein, damit die Sporen an offenen Stellen vom Regen in den Boden eingeschwemmt werden können. Gegeben sind diese Bedingungen meist auf kargen und stickstoffarmen, auf jeden Fall ungedüngten Flächen. Hier ist die Vegetation niedrig und lückig, genau richtig für die kleine und konkurrenzschwache Pflanze. Um dennoch genügend Nährstoffe zu bekommen, zapft die Echte Mondraute das aus den anderen Wiesenpflanzen und Pilzen gebildeten Mykorrhiza-Netzwerk im Boden an, um sich zu versorgen. „Unter diesen Bedingungen kann die Echte Mondraute natürlich auch in einem naturnahen Garten wachsen.“

Und dies ist bei Brigitte Schreiner der Fall. „Die Echte Mondraute ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und gilt laut Roter Liste als gefährdet.“ Für die Rangerin steht fest, dass sie den wertvollen Schatz nun bestmöglich schützen will. Und hofft auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.


Von „Wildnis schafft Wissen“ gibt es jetzt ein „Spezial“

Ingo Brauer, Leiter der Nationalparkdienststelle Scheuereck und Martin Scholz, stellvertretender Leiter des Sachgebietes Wald- und Flächenmanagement erklären im Podcast das Borkenkäfermonitoring und die Suche nach befallenen Fichten in der Managementzone. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuer Nationalpark-Podcast rund um die Borkenkäfer – Bereits 7000 Festmeter aufgearbeitet

Warum kann sich der Fichtenborkenkäfer plötzlich massenhaft vermehren? Wo, wie und warum wird im Nationalpark Bayerischer Wald Borkenkäfermanagement betrieben? Welche Baumarten wachsen nach einem Borkenkäferbefall nach? Warum ist Totholz so wichtig und welche Lebensräume entstehen? Das sind die zentralen Fragen um die sich eine neue Podcast-Serie des Nationalparks dreht: Wildnis schafft Wissen – Spezial.

„Spätestens seit der Borkenkäferkalamität rund um den Großen Falkenstein wirft die Öffentlichkeit wieder verstärkt einen Blick auf den Nationalpark und das Thema Borkenkäfer“, erklärt die Leiterin der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, Ursula Schuster. „Uns ist es ein großes Anliegen, transparent und umfassend über unsere Aktivitäten zu informieren, angefangen beim Borkenkäfermanagement über die Maßnahmen zum Schutz besonders sensibler Natura 2000-Lebensräume bis hin zur Rolle des Fichtenborkenkäfers bei der natürlichen Waldentwicklung.“

Und so gibt es ab Ende Mai monatlich eine neue Folge, die das Thema Borkenkäfer aus einem jeweils anderen Blickwinkel und mit unterschiedlichen Protagonisten beleuchtet. Zum Start war Nationalpark-Podcasterin Julia Reihofer mit Ingo Brauer, dem Leiter der Nationalparkdienststelle Scheuereck, und Martin Scholz, dem stellvertretenden Leiter des Sachgebietes Wald- und Flächenmanagement, unterwegs und hat sich von ihnen das Borkenkäfermonitoring und die aufwendige Suche nach vom Borkenkäfer befallenen Fichten in der Managementzone des Nationalparks erklären lassen.

Um ein möglichst breites Publikum zu erreichen, werden die Podcasts nicht nur über die Homepage des Nationalparks abrufbar sein, sondern auch auf den Plattformen YouTube, Facebook und bei den gängigsten Podcast-Anbietern. „Bei der Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks setzen wir Podcasts bereits seit ein paar Jahren erfolgreich ein, um zeitgemäß und dezidiert über uns und unsere Aufgaben zu informieren“, so Ursula Schuster. „Daran wollen wir nun auch beim wichtigen Thema Borkenkäfer anknüpfen.“

Dabei gab’s heuer auch ein Novum, wie Prof. Jörg Müller, stellvertretender Nationalparkleiter, zu berichten weiß: „Wir haben dieses Jahr extrem früh Buchdrucker-Schwärmflüge im Inneren Bayerischen Wald beobachtet. Das ging schon am 6. und 7. April los, so früh wie nie zuvor.“ Die spätere Kältewelle hätte die Entwicklungen der Käferpopulationen zwar nochmal gebremst, trotzdem seien mittlerweile schon 7200 der 10.500 erfassten Festmeter Borkenkäferholz in den Managementzonen des Nationalparks aufgearbeitet worden, wie Sachgebietsleiter Franz Baierl bilanziert. „Da wir im Winter bereits viele Rahmenverträge mit Forst-Unternehmen geschlossen hatten, können wir das bis dato angefallene Borkenkäferholz schnell und effizient managen.“

Dabei kommen je nach Standort, Menge und Bodenbeschaffenheit verschiedene Techniken zum Einsatz, neben motormanueller Behandlung etwa auch der Einsatz von Harvestern. Zum Teil sind diese mit Entrindungsköpfen ausgestattet, so dass das Holz sofort vor Ort entrindet und somit für Borkenkäfer brutuntauglich gemacht werden kann. Gleichzeitig kann das Holz dann als Biomasse im Wald verbleiben. Selbes Prinzip gilt auch beim streifenförmigen Entrinden durch Waldarbeiter-Trupps, die vor allem auf sensiblen Böden oder in unwegsamem Gelände zum Einsatz kommen. Weitere Infos zu den verschiedenen Managementtechniken gibt’s demnächst in der zweiten Folge des neuen Nationalpark-Podcasts.

Am Haus zur Wildnis rollen die Kugeln

Freuten sich über die gelungene Installation der Kugelbahn: Nationalparkleiterin Ursula Schuster, Tobias Windmaißer vom BUND (unten), Kugelbahn-Bauer Kaspar Schreiner (Mitte) und die Mitarbeiter vom Haus zur Wildnis, im Bild Josef Schönberger (von links), Martin Weber und Max Schwarz.  (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kugelbahn der Freyunger Landesgartenschau findet neue Heimat

Letztes Jahr war sie eine der Attraktionen der Freyunger Landesgartenschau, nun hat sie ein neues Zuhause gefunden. Die Rede ist von der liebevoll gestalteten Kugelbahn rund um die Themen Biodiversität und Grünes Band. Die meterlange Holzkonstruktion steht nun am Fuße vom Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal – und ist schon rege in Betrieb.

„Mich freut es wahnsinnig, dass die schöne Arbeit über die Gartenschau hinaus wirkt und nun an einer so guten Stelle weiterhin genutzt werden kann“, sagte Tobias Windmaißer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei einem ersten Testlauf. Die Naturschutzorganisation hatte die Kugelbahn schon im Freyung gemeinsam mit dem Nationalpark geplant. „So wird das Grüne Band Europa dank Kugelbahn jetzt auch hier Besuchern nähergebracht.“ Das Naturschutzprojekt setzt sich in vielen Teilen des Kontinents, an den ehemaligen Grenzen des Eisernen Vorhangs, für den Erhalt der dort oftmals entstandenen naturnahen Landschaften ein.

Die neue Attraktion hat seinen Platz unterhalb des Spielplatzes am Haus zur Wildnis in Richtung Luchsgehege gefunden, direkt in der Nähe des Weges unter dem Schutz vieler Buchenblätter. „Ein wirklich toller Platz, schöner geht’s fast nicht“, fand auch Waldführer Kaspar Schreiner, der die Bahnteile des Nationalparks gebaut hat.

Nationalparkleiterin Ursula Schuster bedankte sich vor Ort bei allen, die zum Gelingen der geglückten Umsetzung und zum reibungslosen Betrieb beigetragen haben. „Das ist ein erster Schritt noch mehr Aktivitäten in das Nationalparkzentrum Falkenstein zu bringen“, versprach Schuster. „Und gleichzeitig verdeutlichen die spielerischen Inhalte der Kugelbahn gerade Kindern, wie wichtig ungestörte Lebensräume für die Artenvielfalt sind.“

Die Kugeln für die Bahn gibt’s übrigens an der Infotheke vom Haus zur Wildnis. Eine kleine Quizfrage gilt es dabei zu meistern. „Die zu beantworten dürfte aber keine allzu große Hürde sein“, sagt Amelie Mayer, die gerade ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Haus zur Wildnis absolviert und den Kugelbahn-Umzug organisatorisch begleitet hat. Nach der wilden Fahrt über die Holzkonstruktion können Besucher die mit Luchsporträts geprägten Kugeln übrigens gern als Andenken mit nach Hause nehmen – oder aber am Ende der Bahn zur Wiederverwertung in eine Holzbox werfen. „Wir haben bisher auf jeden Fall nur positive Rückmeldungen bekommen“, bilanziert Josef Schönberger vom Haus-zur-Wildnis-Team. „Gerade Kinder haben richtig viel Spaß daran, die Kugeln auf die Reise zu schicken.“

Habichtskäuze werden wieder „wilder“

In einer 300-jährigen Urwaldbuche konnte der Nationalpark Bayerischer Wald in diesem Jahr erneut freilebenden Habichtskauz-Nachwuchs feststellen. (Foto: Karl-Heinz Schindlatz/Nationalpark Bayerischer Wald)

Erste Habichtskauzbrut außerhalb des Bayerwaldes – Artenschützer hoffen auf Vernetzung der Populationen

„Das sind mal doppelt gute Nachrichten“, freut sich Professor Jörg Müller, der stellvertretende Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Nicht nur in Deutschlands ältestem und größten Waldnationalpark gibt es in diesem Jahr wildlebenden Habichtskauz-Nachwuchs. Auch bei einem Wiederansiedelungsprojekt im Naturpark Steinwald im Nordosten Bayerns, das auch der Nationalpark unterstützt, ist erstmals ein Bruterfolg nachzuweisen.

„Schon Anfang des letzten Jahrhunderts wurde der Habichtskauz im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge ausgerottet“, erklärt Jörg Müller. „Mein Vorgänger, Dr. Wolfgang Scherzinger, hat nach der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald erfolgreich Habichtskäuze gezüchtet und hier ausgewildert, später auch zusammen mit den Kollegen im Šumava. Darauf gehen unsere heutigen Bruten im Bayerischen Wald zurück.“ Damit eine der größten Eulenarten Europas aber dauerhaft wieder ein Bewohner der heimischen Wälder sein kann, braucht es mehr starke Hochstümpfe und Uraltbäume mit großen Höhlen auf großer Fläche, weiß der Wissenschaftler: „Deshalb haben wir es sehr begrüßt, als wir vor einigen Jahren von einem Wiederansiedelungsprojekt in den nordöstlichen Mittelgebirgen Bayerns erfahren haben und hoffen, dass beide Populationen die nur 100 Kilometer Entfernung mittelfristig überbrücken, sich vernetzen und damit dauerhaft überlebensfähig werden.“

Vor rund sieben Jahren begann der Verein für Landschaftspflege, Artenschutz & Biodiversität, kurz VLAB, damit, unter anderem im Naturpark Steinwald Habichtskäuze auszuwildern. Nun scheinen die Bemühungen von Erfolg gekrönt zu sein. „Während des Monitorings der Nistkästen im Frühjahr sind wir auf ein erstes Habichtskauzpaar gestoßen“, erklärt Projektleiterin Michaela Domeyer vom VLAB. „Ein Förster spielte uns kurz darauf ein Bild eines weiteren Altvogels in einem der Nistkästen zu. Inzwischen konnten wir nachweisen, dass es in beiden Fällen Bruterfolg gab.“ Ein historischer Erfolg, schließlich sei es seit der Ausrottung der Tiere in Bayern der erste wilde Habichtskauz-Nachwuchs außerhalb des Bayerischen Waldes.

Unterstützung erhalten die Artenschützer bei der Wiederansiedelung aus vielen in- und ausländischen Zoos, Tierparks und Falknereien. Auch der Nationalpark Bayerischer Wald hat sich bereits mehrfach an dem Projekt beteiligt. Erst vergangenes Jahr konnten erneut zwei Jungtiere aus dem Tier-Freigelände Neuschönau zur Auswilderung an den Verein übergeben werden. „Aus unseren Nachzuchten konnten wir im Laufe der letzten Jahre bereits sechs junge Habichtskäuze abgeben. Das geht, weil wir im Nationalpark in freier Wildbahn regelmäßig Bruten haben“, erläutert Jörg Müller. „Besonders freut mich, dass wir in einem unserer Urwaldgebiete in einer über 300 Jahre alten Buche heuer bereits zum insgesamt dritten Mal Habichtskauz-Nachwuchs feststellen konnten.“ Das zeige, wie wichtig Totholz und alte Bäume in Wäldern sind. „Der Habichtskauz ist deshalb eine unserer Schirmarten, wenn es um naturnahe und totholzreiche Wälder auch außerhalb des Nationalparks geht.“

Teil der Buchwaldstraße wird saniert

Beim Richtfest für das „Naturerlebnis Wistlberg“ (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Maßnahme im Zuge des Baus der Freianlagen vom Naturerlebnis Wistlberg

Die Baustelle am Wistlberg bei Finsterau ist in vollem Gange. Das bisherige Vorhaben zur Errichtung von barrierefreien Haltestellen, Parkplätzen und einer Buswendespur wurde nun durch das Staatliche Bauamt Passau und die Nationalparkverwaltung um eine Maßnahme erweitert. Die Staatsstraße soll ab dem Wanderparkplatz in Richtung Buchwald auf einer Länge von 150 Metern grundsaniert werden.

Wie das Staatliche Bauamt Passau mitteilt, war die Straße in schlechtem Zustand und hätte in den kommenden Jahren sowieso erneuert werden müssen. Nachdem für den Bau der barrierefreien Bushaltestellen ein gutes Fundament benötigt wird, fiel die Entscheidung, die Sanierung der Staatsstraße vorzuziehen. „Für alle Beteiligten ergibt sich hier ein Synergieeffekt“, freut sich Jörg Müller, stellvertretender Nationalparkleiter. Dem kann sich auch Felix Arneth vom Staatlichen Bauamt Passau anschließen: „Da eine Sanierung der Staatsstraße ohnehin in den nächsten Jahren geplant wäre, bietet es sich natürlich an, die Baustellen sowohl aus bautechnischer als auch aus finanzieller Sicht zusammenzulegen. Bei einer späteren Umsetzung hätte das neue Naturerlebnis sonst erneut komplett gesperrt werden müssen.“

Begrüßt wird diese Maßnahme auch von Heiner Kilger, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Mauth. „Wir sind froh, dass der obere Teil der Staatsstraße gleich in dem Zug der Baumaßnahmen mitgemacht wird, damit die Barrierefreiheit gegeben ist und ein sauberes Bild entsteht.“ Kilgers Dank gilt nicht nur dem Nationalpark und dem Staatlichen Bauamt Passau für das unkomplizierte Handeln, sondern auch den Anwohnern am Wistlberg für ihr Verständnis.

Durch diese weitere Baumaßnahme verzögert sich die Fertigstellung um zirka vier Wochen. Das Nationalpark Café kann, wenn alles nach Plan verläuft, voraussichtlich Ende August in Betrieb gehen. Auch die Sperrung der Buchwaldstraße muss verlängert werden, voraussichtlich kann der Igelbus erst ab Anfang Juni wieder bis zum Grenzübergang Buchwald fahren. Bis dahin endet er am Parkplatz Skistadion in Finsterau. Eine Karte zur Orientierung mit eingezeichneten Umleitungsempfehlungen ist vor Ort zu finden.

Nationalpark ist für die Borkenkäfersaison gerüstet

Ingo Brauer, Leiter der Nationalparkdienststelle Scheuereck (l.), und Martin Scholz, stellvertretender Leiter des Sachgebietes Wald- und Flächenmanagement, bei der Kontrolle einer Käferfalle.(Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Suche nach befallenen Bäumen hat begonnen – Umfangreiche Rahmenverträge für forstliche Dienstleistungen abgeschlossen

Aufgrund der warmen Witterung rechnet die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald damit, in den kommenden zwei Wochen die ersten vom Buchdrucker befallenen Fichten vorzufinden. Um eine Ausbreitung des Borkenkäfers rasch zu verhindern, wurden im Sachgebiet Wald- und Flächenmanagement alle Kräfte gebündelt. Ab heute sind die ersten Borkenkäfersucher im Einsatz.

„Seit Jahren steigt nicht nur im Bayerischen Wald, sondern in ganz Bayern der Befall durch den Borkenkäfer“, erklärt Ursula Schuster, Leiterin des Nationalparks Bayerischer Wald. „Da wir auch heuer einen erhöhten Befall insbesondere im Falkenstein-Gebiet erwarten, haben wir uns bestens vorbereitet und sind für jeden Fall gerüstet.“ Neben der effektiven Bekämpfung des Borkenkäfers in der Managementzone hat auch der Schutz der Natur oberste Priorität. Eine große Rolle spielt hier die Anreicherung von Totholz, unter dessen Bewohnern sich überdurchschnittlich viele bedrohte Arten finden. „Deren Lebensräume können auch im Rahmen von Borkenkäfermanagement gesichert werden, wenn Stämme oder Wurzelteller im Wald bleiben.“ Auch heuer hat die Nationalparkverwaltung alle Vorbereitungen getroffen, um beide Ziele in Einklang bringen zu können.

Zunächst steht als Maßnahme die Suche nach befallenen Fichten an. In den vergangenen Tagen sind die ersten Borkenkäfer, die den Winter über unter der Rinde verbracht haben, ausgeschwärmt und nun auf der Suche nach einer befallsfähigen Fichte. „Sichtbar wird dies durch die Anzahl der Individuen in den Käferfallen, die uns zeitnah Aufschluss über die Aktivität des Buchdruckers geben“, erklärt Ursula Schuster. Die Käferfallen wurden im Rahmen eines gemeinsamen Borkenkäfermonitorings mit der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen in einem Korridor von bis zu drei Kilometern beidseits der Nationalparkgrenze aufgestellt. „Mit dieser Methode behalten wir die Situation im Blick und können die Mitarbeiter, die befallene Bäume suchen, entsprechend einsetzen.“

Insgesamt sind ab sofort an die 40 Nationalparkmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in den sechs Nationalparkdienststellen, die wiederum in 40 Suchbezirke aufgeteilt sind, unterwegs. „Gesucht wird nach Fichten, an deren Rinde sich Bohrmehl befindet“, erklärt Martin Scholz, stellvertretender Leiter des Sachgebietes Wald- und Flächenmanagement. „Das ist das erste Anzeichen, dass der Baum vom Borkenkäfer befallen ist.“ Danach wird unmittelbar reagiert.

„Das klassische Management sieht vor, dass die Bäume aus dem Wald gebracht und an Sägewerke verkauft werden.“ Dies kann durch Harvester geschehen oder in sensiblen Bereichen, wie etwa Moorflächen, auch durch Rückepferde, Seilkräne oder sogar Transporthubschrauber. „Da im Nationalpark jedoch im Vergleich zu Privat- oder Staatswäldern keine Gewinnorientierung verfolgt wird, kein großer Druck auf den Holzmarkt ausgeübt werden soll und darüber hinaus der Schutz der Natur an erster Stelle steht, kommen auch naturschonendere Maßnahmen zum Einsatz.“

Beispielsweise Debarking Harvester, die die Fichten fällen und direkt vor Ort entrinden. Fehlt die Rinde, kann sich der Buchdrucker nicht mehr vermehren und die Stämme können als wertvolle Biomasse und Totholz im Wald bleiben. „Ökologisch noch besser, dafür aber auch zeitaufwendiger, ist das streifenförmige Entrinden von Baumstämmen“, berichtet Scholz weiter. Auch hierbei werden die Fichten zunächst gefällt. Im Anschluss kommen Waldarbeiter-Trupps mit speziellen Motorsäge-Aufsätzen zum Einsatz. „Bei derartig behandelten Bäumen kann sich der Buchdrucker nicht mehr vermehren, aber dennoch sind diese Stämme durch Pilze und andere Insekten besser besiedelbar, da noch schmale Rindenstreifen am Stamm verbleiben.“

Damit diese Arbeiten schnell und reibungslos über die Bühne gehen können, hat die Nationalparkverwaltung umfangreiche Rahmenverträge für forstliche Dienstleistungen abgeschlossen. „Insgesamt haben wir in diesem Jahr die Möglichkeit, 231.000 Festmeter Schadholz von externen Unternehmen aufarbeiten zu lassen“, sagt Scholz. „Sollte mehr nötig sein, ist eine Erhöhung möglich.“ Damit steht in der Managementzone zu Beginn der Saison ein bestmögliches Arsenal an allen erdenklichen Holzerntemaßnahmen zur Verfügung.

Wertvolle Dienste wird ab diesem Jahr auch eine neue App leisten, in der alle befallenen Bäume in der Managementzone erfasst werden. „Die darin enthaltenen Daten geben einen zeitscharfen Überblick über die Borkenkäfer-Entwicklung im gesamten Nationalpark“, ergänzt Ursula Schuster. Auch dank diesem Hilfsmittel können Borkenkäfersucher effizient und Rückeunternehmen schneller eingesetzt werden.


Eschen müssen gefällt werden

in Zwieslerwaldhaus

Allee-Bäume wurden aufgrund von Pilzbefall zu Gefahrenquellen

Seit einigen Jahren kommt es in ganz Europa zu einem vermehrten Eschentriebsterben – ausgelöst durch eine 2010 neu beschriebene Pilzart. Ein Befall wurde nun auch an sechs markanten Allee-Eschen in der Nationalpark-Enklave Zwieslerwaldhaus festgestellt. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten hat ein Gutachter empfohlen, die Laubbäume baldmöglichst zu fällen.

Die Eschen stehen am Ortsanfang von Zwieslerwaldhaus, direkt an der Durchfahrtsstraße gelegen. Aufgrund des Pilzbefalls und der fortgeschrittene Fäuleschäden am Stammfuß sind die Eschen zu akuten Gefahrenquellen geworden sind. Die notwendigen Fällungen sollen daher zeitnah erfolgen – auch, um vor der Vogelbrutzeit abgeschlossen zu sein. Ersatzpflanzungen mit Birnen, Kirschen und Bergahorn haben im direkten Umgriff bereits stattgefunden.


Parkplatz Wistlberg gesperrt

Blick auf Finsterau vom Wistlberg

Ab 2. April Baumaßnahmen für Nationalpark-Einrichtung bei Finsterau

Aufgrund der Fortsetzung der Baumaßnahmen beim „Naturerlebnis Wistlberg“ bei Finsterau ist der Wanderparkplatz direkt am Wistlberg ab Dienstag, 2. April, bis voraussichtlich Oktober komplett gesperrt. Wanderer und Radfahrer werden gebeten, den Ausweichparkplatz am Finsterauer Skistadion zu benutzen. Vom 2. April bis zum 9. Mai ist aufgrund des Baus neuer Parkplätze, Buswendespuren und Haltestellen auch die Straße nach Buchwald komplett gesperrt. Je nach Baufortschritt ist diese voraussichtlich ab 9. Mai wieder vor 9 Uhr und nach 17 Uhr für den Privatverkehr geöffnet, in der restlichen Zeit verkehren die Igelbusse


Malwettbewerb rund um das Thema „Totholz“

Große und kleine Künstler sind beim Malwettbewerb des Nationalparks Bayerischer Wald angehalten, sich mit dem Thema „Totholz“ zu beschäftigen. (Foto:  Anna Hermann /Nationalpark Bayerischer Wald)

Aktion der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava – Gefragt sind Zeichnungen und Malereien. Einsendeschluss ist der 30. August.

„Totholz – ein Ort des Lebens“ – unter diesem Motto steht ein grenzüberschreitender Malwettbewerb des Nationalparks Bayerischer Wald, der in diesem Jahr in Kooperation mit dem Nationalpark Šumava, dem NaturVision Filmfestival und der Stadt Vimperk stattfindet. Nicht nur Kinder ab fünf Jahren können dabei ihr künstlerisches Talent zeigen, auch die breite Öffentlichkeit ist gefragt.

„Totholz ist ein integraler Bestandteil der Wälder im Böhmerwald“, sagt Johanna Scharf, Mitarbeiterin in der der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald und Ansprechperson des Wettbewerbs. Im Totholz entwickle sich das Leben schon seit vielen Jahren nach den Gesetzen der Natur. „Für die einen ist es ein unglaubliches Chaos, für die anderen ein Schatz“, sagt Johanna Scharf, die Kinder und Jugendliche dazu ermuntern will, an dem Malwettbewerb teilzunehmen. „Versucht, Entdecker zu spielen und in die Natur zu gehen. Sucht nach verrotteten Baumstämmen und untersucht, welche Käfer, Schnecken oder Vögel hier einen Lebensraum gefunden haben.“

Und dann heißt es zum Pinsel oder zum Stift zu greifen. Erlaubt sind beispielsweise Zeichnungen mit Bleistift, Zeichenkohle, Pastell, Tusche oder Tinte. Auch Malereien mit Buntstiften, Kreide oder Aquarell sind möglich. Die Einzelarbeiten sollten in den Formaten DIN-A-3 oder DIN-A-4 auf Papier angefertigt werden, Arbeiten von Gruppen dürfen bis zum Format DIN-A-1 groß sein. Einsendeschluss für die Arbeiten ist der 30. August, danach bewertet eine Jury aus Lehrern, Künstlern und Vertretern der Veranstalter die Kunstwerke. Die Werke werden in verschiedenen Alterskategorien bewertet, es gibt auch Kategorien für Kinder und Erwachsene mit geistiger Behinderung sowie für Kindergartenkinder.

Einzelheiten dazu gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Bayerischer Wald ebenso wie die genauen Vorgaben, notwendige Formulare sowie Informationen zur Zusendung der Bilder. Wer noch Ideen braucht, findet dort auch Links zu Internetseiten, die Informationen zum Thema „Totholz“ bieten. Die Preisverleihung findet im Rahmen der NaturVision-Gala im Kulturzentrum der Stadt Vimperk statt, die Vernissage mit Begleitprogramm im Besucherzentrum des Nationalparks Šumava.


Holzfiguren und Bilder im Dialog

Holzfiguren und Bilder im Dialog

Ausstellung von Elisabeth Ettl und Herbert Muckenschnabl vom Donnerstag, 21. März bis zum zum 16. Juni.

„Mensch und Landschaft. Holzfiguren und Bilder im Dialog“ lautet die Ausstellung der Künstler Elisabeth Ettl und Herbert Muckenschnabl, die am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr mit einer Vernissage im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald eröffnet wird.

Elisabeth Ettl, die im Rahmen der Ausstellung Holzfiguren zeigt, wurde 1951 in Viechtach geboren und studierte an der Pädagogischen Hochschule in München für das Lehramt an Volksschulen unter anderem Kunsterziehung. Sie unterrichtete bis zu ihrer Pensionierung an den Mittelschulen in Viechtach und Kollnburg. Mitte der 1990er Jahre begann sie wieder zu malen und zu zeichnen. In Bildwerk-Kursen bei den Bildhauerinnen Gretel Eisch und Annerose Riedl entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Arbeit mit dem Holz.

Herbert Muckenschnabl zeigt im Waldgeschichtlichen Museum Pastelle, Öl- und Acrylbilder. Er wurde 1947 in Gotteszell geboren, seit 40 Jahren wohnt und arbeitet er in Schönanger. Muckenschnabl hat Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Regensburg studiert, danach Kunsterziehung in München und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Musiklehrer und Kunsterzieher im Realschuldienst.

Laudatoren sind Hubert Ettl und Peter Glotz, musikalisch umrahmt wird die Vernissage von Sven Ochsenbauer. Die Ausstellung ist bis zum 16. Juni zu sehen, das Waldgeschichtlichen Museum ist dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei.


Kröten, Frösche und Molche sind zwei Wochen früher dran

 (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Amphibienschutzzäune sind aufgrund milder Witterung bereits aufgebaut

Aufgrund der milden Witterung ist die Wanderung der Amphibien aus ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern in diesem Jahr früher gestartet. Entsprechend wurden im Nationalpark Bayerischer Wald die Schutzmaßnahmen angepasst und Amphibienschutzzäune bereits errichtet. Freiwillige und Nationalparkmitarbeiter helfen Kröten, Molchen und Fröschen in den nächsten Wochen bei einer sicheren Überquerung der Straßen.

„Ungewöhnlich milde Temperaturen und sehr wenig Schnee haben dazu geführt, dass wir mit unseren Maßnahmen in diesem Jahr rund zwei Wochen früher dran sind als normal“, erklärt Jochen Linner, der stellvertretende Leiter des Sachgebietes Naturschutz und Forschung in der Nationalparkverwaltung. „Insgesamt haben unsere Mitarbeiter dieses Jahr wieder rund vier Kilometer Amphibienschutzzäune entlang der Nationalparkstraße, bei Neuhütte, Bergerau, Zwieslerwaldhaus und im Reschbachtal aufgebaut.“ Damit soll verhindert werden, dass zahlreiche Kröten, Frösche und Molche Opfer des Straßenverkehrs werden. Stattdessen werden die Tiere in hinter dem Zaun vergrabenen Eimern gesammelt und von Freiwilligen und Nationalparkmitarbeitern sicher über die Straße gebracht.

Einer von ihnen ist Lennart Berger. Er macht im Nationalpark derzeit sein Freiwilliges Ökologisches Jahr und engagiert sich gerne bei dem Amphibienschutzprojekt. „Alleine am letzten Wochenende waren es in meinem Abschnitt entlang der Nationalparkstraße über 1.000 Tiere, die ich gezählt habe“, erzählt er. „Vor allem wenn es nasswarmes Wetter gibt, sind viele Amphibien auf Wanderschaft.“ Während seiner regelmäßigen Kontrollgänge entlang des Amphibienschutzzaunes führt der FÖJler genau Buch darüber, wie viele Tiere er findet und um welche Art es sich handelt. „Die Daten, die meine Kollegen und ich sammeln, fließen anschließend in das Amphibien-Monitoring.“ Damit können fundierte Aussagen über Artenvorkommen, Bestandsentwicklung und die bevorzugten Wanderrouten der Tiere getroffen werden.

Die Schutzmaßnahmen und das Monitoring werden im Nationalpark nun schon seit einigen Jahren durchgeführt. Die gesammelten Daten haben dazu beigetragen, dass es an besonders stark frequentierten Stellen entlang der Nationalparkbasisstraße bald weitere Querungshilfen für wandernde Amphibien geben wird und sie dort auch ohne menschliche Hilfe sicher zu ihren Laichgewässern gelangen können.


Kooperation mit Nationalpark wird sichtbar

Freuten sich gemeinsam über die wachsende Zusammenarbeit zwischen Realschule Freyung und Nationalpark Bayerischer Wald: Lehrerin Susanna Brunner (v.l.), Schulleiterin Ursula Stegbauer-Hötzl, Künstler Rudi Ranzinger, Lehrer Kevin Maier, Lehrerin Nadja Wagner, Elternbeiratsvorsitzender Robert Mooser, Lehrerin Julia Schreiter sowie Johanna Scharf und Karin Hartl vom Nationalpark. (Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald)

Realschule Freyung stellt neue Nationalparkecke und Schülerprojekte vor.

Seit Herbst 2022 ist die Realschule Freyung nun auch eine von insgesamt 15 Nationalparkschulen. Um die enge Verbundenheit mit dem Nationalpark Bayerischer Wald sichtbar zu machen, wurde im Rahmen eines Tags der offenen Tür die neu gestaltete Nationalparkecke erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Schüler der 9. Jahrgangsstufen gaben zudem einen Einblick in ihre Projekte mit Nationalparkbezug.

Die Bezeichnung „Nationalparkecke“ wird dem, was im großzügigen Eingangsbereich entstanden ist, kaum gerecht. Gleich über mehrere Stockwerke erstreckt sich das Werk einer Nationalpark-Landschaft von Künstler Rudi Ranzinger, das nun jedem, der das Gebäude betritt, deutlich macht, dass die Realschule Freyung zur Familie der Nationalparkschulen gehört. „Mich freut es sehr, dass wir mit Herrn Ranzinger einen Künstler aus der Region gewinnen konnten, der das Thema Nationalpark optisch so treffend und beeindruckend umgesetzt hat“, freute sich Schulleiterin Ursula Stegbauer-Hötzl. Komplettiert wird die neue Nationalparkecke durch ein großes Banner, das Schüler zusammen mit dem Maler gestaltet haben und einem großen Schaukasten, in dem aktuelle Arbeiten der Realschüler zum Thema Nationalpark ausgestellt sind.

„Es ist großartig, mit welcher Begeisterung unsere Kinder und Jugendlichen beim Projekt Nationalparkschule mitarbeiten“, freute sich Lehrerin und Projektkoordinatorin Julia Schreiter. „Schüler der 9. Klassen haben zum Beispiel zuletzt eigenständig Projekte zum Thema Nationalpark erarbeitet, mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen.“ So hat eine Gruppe chemische Prozesse im Lebensraum Moor untersucht, andere schrieben ein eigenes Nationalparkmärchen und weitere Gruppen befassten sich mit der Geschichte des Nationalparks oder dem Borkenkäfer. „Das sind gute Beispiele dafür, wie wir Nationalparkthemen in unseren Unterricht integrieren“, so Julia Schreiter.

„Wir als Ansprechpartner beim Nationalpark unterstützen all unsere Partnerschulen bei ihren Ideen und freuen uns, wenn so etwas Tolles dabei rauskommt wie hier an der Realschule Freyung“, zeigte sich Johanna Scharf, Projektkoordinatorin beim Nationalpark Bayerischer Wald, beeindruckt. Zusammen mit Karin Hartl, der stellvertretenden Leiterin des Jugendwaldheims und der Ansprechpartnerin für die Realschule Freyung, war sie der Einladung zum Tag der offenen Tür und zur Eröffnung der Nationalparkecke in der Freyunger Realschule gerne gefolgt. „Wie stark sich die Schüler aus der Region mit dem Nationalpark Bayerischer Wald identifizieren und mit den verschiedenen Themenfeldern beschäftigten, ist schon bemerkenswert. Die Nationalparkschulen leisten wertvolle Arbeit, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche für die Themen Umwelt und Naturschutz zu sensibilisieren.“ Und Karin Hartl ergänzte: „Mit der Realschule Freyung eine der größten Schulen im Landkreis im Boot zu haben, ist wichtig und ich bin schon voller Vorfreude, weitere gemeinsame Ideen und Projekte umzusetzen.“


Arberland-Tagungshaus wird Nationalpark-Partner

 Wolfgang Günthner nahm die Partner-Auszeichnung für das Arberland-Tagungshaus von Elke Ohland (links) und Katrin Wachter entgegen. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Netzwerk steht für Nachhaltigkeit und Schutzgebiets-Infos aus erster Hand

Die Nationalpark-Partner haben Zuwachs bekommen, denn seit vergangenem Freitag ist auch das Arberland-Tagungshaus in Regen offizieller Teil der Schutzgebietsfamilie. Die unter Trägerschaft der vhs Arberland stehende Einrichtungen im Stadtzentrum von Regen hat 2023 erfolgreich an der Bewerbungsrunde teilgenommen.

„Der Nationalpark ist eine der wichtigsten Einrichtungen in der Region. Wir teilen dessen Werte und Ziele“, sagt Tagungshaus-Geschäftsführer Wolfgang Günthner. Zudem werde generell im ganzen Betrieb viel Wert auf das Themengebiet Nachhaltigkeit gelegt, was eine der Grundvoraussetzungen ist, um Nationalpark-Partner werden zu können. „Nun freuen wir uns erstmal über die Auszeichnung und darüber, unsere Gäste nun mit noch mehr Schutzgebietsinfos aus erster Hand versorgen zu können.“ Das für außen sichtbare Zeichen der Kooperation, ein wertiges Emaille-Schild, sowie die dazugehörige Urkunde bekam Günther überreicht von Nationalpark-Sachgebietsleiterin Elke Ohland und Katrin Wachter, die das Partnerprojekt beim Nationalpark betreut.

Erst im Herbst wurden 14 neue Nationalpark-Partner aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau ausgezeichnet. Insgesamt tragen aktuell rund 70 Betriebe aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Mobilität und Erlebnisanbieter das begehrte Gütesiegel, welches nicht nur für hohe ökologische Standards steht, sondern auch für die Identifikation mit dem Nationalpark. Auch das Arberland-Tagungshaus hatte an der jüngsten Bewerbungsrunde teilgenommen, die Auszeichnung erfolgte aus organisatorischen Gründen jedoch zeitversetzt.


Wolfsgehege wird ertüchtigt

 Jungwölfe im Nationalpark-Wolfsgehege

Wege im Nationalparkzentrum Falkenstein trotzdem nutzbar.

Wie Besucher vom Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal seit dieser Woche sehen können, laufen am dortigen Wolfsgehege Ertüchtigungsmaßnahmen. Ähnlich wie im Vorfeld der Wiederbesetzung des Wolfsgeheges im Tier-Freigelände bei Neuschönau wird die Zeit des Leerstands dafür genutzt, die Anlage auf den aktuellen Stand zu bringen. Im Trenngehege werden etwa die bisherigen Fallschieber durch seitliche Schiebetüren ersetzt. Außerdem wird der Baumbestand auf mögliche künftige Gefahrenquellen überprüft, so dass es vereinzelt auch zu Fällungen kommen kann. Besucher müssen derweil mit keinen größeren Einschränkungen rechnen, die Wege bleiben nutzbar.


Die Küche ist einsatzbereit

Die Küche ist einsatzbereit

Guter Baufortschritt im Nationalpark Café am Wistlberg – Pächter gesucht

Noch ist die Optik zwar von viel Schutzfolie bestimmt, aber ansonsten ist die moderne Gastroküche im zukünftigen Nationalpark Café am Wistlberg beinahe einsatzbereit. Davon überzeugten sich jüngst Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Heiner Kilger, 2. Bürgermeister der Gemeinde Mauth. Nationalparkmitarbeiter Johannes Dick, der die Baumaßnahmen rund um das geplante Naturerlebnis Wistlberg betreut, gab dem Duo einen detaillierten Einblick in den aktuellen Stand.

„Die Ausstattung der Küche ist soweit fast komplett eingebaut“, erklärte Dick. „Es fehlen lediglich noch ein paar Geräte, wie die Kaffeemaschine oder der Kombidämpfer.“ Diese seien aber bereits lagernd und würden erst geliefert, sobald der künftige Pächter feststeht, damit der auch gleich die nötige Einweisung dafür bekommen könne. „Besonders hervorzuheben ist in der Küche auch die Decke“, sagte Dick, woraufhin seine Zuhörer den Blick hoben. „Dort ist eine effiziente Lüftungsdecke installiert, so dass wir auf einzelne Abzugshauben verzichten konnten.“

„Da haben wir wirklich optimale Bedingungen für ein personaleffizientes Arbeiten geschaffen“, stellte Nationalparkleiterin Ursula Schuster nach der kurzen Führung fest. Die Küche sei nicht nur top ausgerüstet, sondern auch so angeordnet, dass aus dem bestehenden Platz das beste herausgeholt worden ist. „Da wird sich der künftige Pächter sicher wohlfühlen“, fand auch Vize-Bürgermeister Heiner Kilger. „Und wir als Gemeinde freuen uns, dass es bald losgeht.“

Tatsächlich ist aktuell geplant, dass das Café Anfang August öffnet. „Vorausgesetzt das Wetter spielt mit und es kommt zu keinen Bauverzögerungen“, wie Johannes Dick erklärte. Platz genommen werden kann dann zum einen im Inneren. Bisher steht im Gastraum nur ein automatisch steuerbarer Pelletofen. „Die Markierungen auf dem Boden zeigen aber schon, wo in Zukunft die umlaufende Eckbank sein wird“, so Dick. Diese sowie die weiteren Holzmöbel für rund 30 Besucher würden gerade im Nationalpark-Servicezentrum Lusen bei Altschönau gefertigt. Bei schönem Wetter biete in Zukunft auch die nach Süden ausgerichtete Terrasse Platz – für nochmal 80 Naturliebhaber.

Was noch fehlt ist ein Pächter des Gastronomiebetriebs. „Aber auch hier gibt es gute Neuigkeiten“, berichtete Nationalparkleiterin Schuster. Die Ausschreibung sei bereits auf der Nationalpark-Homepage im Bereich „Aktuelles“ veröffentlicht. „Interessierte können ihren Hut bis 14. April in den Ring werfen.“

Neben dem Hauptgebäude habe sich auch im zweiten Bauwerk bereits viel getan, wie Dick zeigte. „Die Sanitärräume sind bis auf letzte Feinarbeiten fertig – und auch der Lagerraum inklusive zusätzlicher Kühlmöglichkeiten für den künftigen Betreiber ist beinahe fertiggestellt.“ Blieben nur noch die Außenanlagen. „Ein Teil des Umgriffs der beiden Gebäude wird gepflastert, die große Terrasse bekommt hingegen einen Holzbelag als Untergrund.“

Einiges an Zeit werden zudem noch die zu errichtenden Parkflächen nebst Bushaltestellen benötigen. Daneben ist auch geplant, 2024 noch mit den Arbeiten für die Aussichtsplattform „Lusenblick“ sowie für den barrierearmen Spielbereich direkt vor dem Café zu beginnen.


Der Mann für Boden, Wasser und Luft

An der Forschungsstation Taferlruck unterhalb der Racheldiensthütte befinden sich vielerlei Messgeräte, deren Auswertung Burkhard Beudert jahrelang oblag. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Burkhart Beudert geht nach über ­33 Jahren in der Umweltforschung in den Ruhestand.

„Der Job war inhaltlich eigentlich ein Volltreffer.“ Das sagt Diplom-Geoökologe Burkhard Beudert (64) rückblickend auf seine fast 34-jährige Tätigkeit im Nationalpark Bayerischer Wald. Seit Ende 2023 ist nun Schluss. Der Experte für Boden, Wasser und Luft ist in den verdienten Ruhestand gegangen. Zeit für eine Bilanz.

Noch an der Uni in Bayreuth aktiv, wurde der gebürtige Unterfranke 1990 für eine Stelle in Grafenau rekrutiert, die es zuvor nicht gab. Erst drei Jahre zuvor hatte die Luftverschmutzung, unter anderem durch sauren Regen, in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht. Nun wollte das Umweltbundesamt im Bayerischen Wald ein Integriertes Ökosystemmonitoring auf die Beine stellen. Kurz gesagt ging es darum herauszufinden, wie schnell sich die Natur von den Schadstoffen erholt. Am 1. März 1990 bezog Beudert sein Büro in der Nationalparkverwaltung und begann mit Unterstützung eines Technikers die Untersuchungsflächen und die messtechnische Infrastruktur für eine ausgeklügelte Umweltbeobachtung zu etablieren.

Diese findet im Forellenbachgebiet oberhalb der Forschungsstation Taferlruck statt. Hier wird nicht nur der Wasserhaushalt untersucht. Im Gebiet verteilt gibt es auch mehrere Dauerbeobachtungsflächen für verschiedene Parameter unterm Kronendach sowie im Freiland. Dazu kommen Waldklimastationen und ein meteorologischer Messturm. Gemessen werden neben Temperatur, Niederschlag, Bachabfluss und Wind zum Beispiel auch Schadstoffeinträge.

Beim heute 64-Jährigen verschob sich jedoch schon in den Anfangsjahren seiner Tätigkeit der thematische Schwerpunkt. „Das lag einfach daran, dass sich die Schwefelsäuren in der Umwelt schnell rarmachten. Aktuell kann man sagen, dass der Boden im Nationalpark fast überall geputzt, also schwefelfrei, ist“, so Beudert. Im Grundwasserspeicher würde der Reinigungsprozess jedoch noch andauern. „Die eigentlichen Probleme sind aber von der Chemie hin zur Physik gewandert.“ Gemeint sind damit die immer spürbarer werdenden Auswirkungen des Klimawandels.

Die Daten des Nationalparks zeigen, dass es in der Region in den vergangenen 30 Jahren circa zwei Grad wärmer geworden ist. Vor allem die Buche kommt mit den veränderten Bedingungen oft schlecht zurecht. „Denn die Bäume treiben mittlerweile meist schon Ende April aus“, weiß Beudert. Wenn dann bis zu den Eisheiligen Mitte Mai ein Spätfrost auftritt, kann der Erstaustrieb durchaus komplett ausfallen. „Das heißt: Die Buche verliert in der besten Wachstumsperiode gut vier Wochen Zeit, bis der dann häufig kleinere Maitrieb die Photosynthese aufnimmt.“ Zudem ist seit etwa 2010 ein Rückgang der Jahresniederschläge um insgesamt 20 bis 30 Prozent zu beobachten, der jedoch bisher überwiegend im Winter stattfindet. Dies führt zu entsprechend geringeren Bachwasserabflüssen aus dem Untersuchungsgebiet. Sollte der Rückgang der Niederschläge auch das Sommerhalbjahr erreichen, dürfte dem häufigsten Bayerwald-Laubbaum auch die Wasserversorgung zu schaffen machen und der Holzzuwachs zurückgehen.

Ein weiterer Fokus von Beuderts Forschungen waren die Auswirkungen großflächiger Störungen – etwa durch Stürme oder Borkenkäferbefall. „Die Folgen daraus auf verschiedene Umweltfaktoren konnten wir sehr genau beobachten – und zwar in einer Weise, die europaweit einzigartig ist“, blickt der Diplom-Geoökologe zurück. Denn: Im Nationalpark waren Messgeräte schon vor den natürlichen Störungen installiert und langjährige Messreihen vorhanden. Andernorts wurde mit dem wissenschaftlichen Beobachten oft erst nach einem Windwurf oder Buchdrucker-Ausbruch begonnen. „Daher wird aktuell zum Beispiel auf Grundlage unserer Daten die weitere Entwicklung im Harz modelliert, der sich derzeit wie der Bayerwald der späten 1990er Jahre präsentiert“, erzählt Beudert.

Die Störungen hätten im Wasserhaushalt aber sogar positive Effekte gehabt: „Sie haben die Folgen des Klimawandels zumindest zeitweise abgefedert. Denn eine tote Fichte säuft nicht, wie man so schön sagt“, so Beudert. 15 Jahre nach den großflächigen Störungen in der Region erreichte der Wasserverbrauch der nachfolgenden jungen Baumbestände das Niveau des Ausgangszustands. „Das erklärt zum Beispiel, warum der Abfluss unserer Bäche trotz vorher einsetzender Effekte des Klimawandels erst seit 2010 signifikant sinkt.“ Seitdem leitet die Große Ohe zum Beispiel 30 Prozent weniger Wasser gen Tal.

Mit all den Themen rund um Boden, Wasser und Luft wird sich Beudert auch im Zukunft weiter beschäftigten. „Ich werde sicher noch die ein oder andere Fortbildung und Führung anbieten“, verspricht der Ruheständler. Daneben werde er auch seine Nachfolgerin Dr. Angelika Kölbl bei Bedarf unterstützen. „Außerdem habe ich mir von meiner Familie sagen lassen, dass ich 2024 schon gut verplant sei.“ Mit ein Grund dafür: Der dritte Enkel wurde gerade geboren.


Ihr Herz schlägt für Blutkrebspatienten

Ihr Herz schlägt für die DKMS: Kathrin Schuster an ihrem Arbeitsplatz in der Nationalparkverwaltung in Grafenau. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalparkmitarbeiterin Kathrin Schuster spendet Stammzellen und hilft damit krebskranker Patientin.

Endlich alleine Auto fahren dürfen und nachts so lange weggehen können, wie man will – das sind Dinge, auf die sich viele zu ihrem 18. Geburtstag freuen. Kathrin Schuster war noch etwas ganz Anderes wichtig: Sie ließ sich als Stammzellspenderin typisieren. Als sie zehn Jahre später ein Leben retten durfte, hat sich für sie ein Herzenswunsch erfüllt.

„Meine Tante war auch Stammzellspenderin und deshalb hat mich dieses Thema schon als Jugendliche sehr interessiert“, erinnert sich Kathrin Schuster, die im Nationalpark Bayerischer Wald für Liegenschaften und Vergaben zuständig ist. Dass sie sich mit ihrer Volljährigkeit ebenfalls registrieren lassen wollte, stand für sie außer Frage. „Man kann ganz einfach Leben retten. Jeder von uns wäre froh, wenn er in dieser Notlage Hilfe bekommen würde.“

So sicherlich auch die an Blutkrebs erkrankte Patientin, der Kathrin Schuster geholfen hat. An dem Tag, an dem sie von der gemeinnützigen Organisation DKMS angerufen wurde, erinnert sich die Nationalparkmitarbeiterin noch genau. „Ich war in der Arbeit und bekam einen Anruf aus Tübingen“, erzählt sie. Dass die DKMS dort ihren Sitz hat, wusste sie. „Deshalb vermutete ich noch bevor ich das Telefonat angenommen hatte, dass es sich um eine Stammzellspende handeln könnte.“

Letztendlich war dem auch so. „Die Wahrscheinlichkeit, dass man als Spender in Frage kommt, liegt bei einem Prozent – und plötzlich wurde ich gefragt, ob ich ein Leben retten will“, sagt Kathrin Schuster. Lang überlegen musste sie nicht und willigte sofort ein. Unmittelbar nach dem Telefonat startete eine Kette an vielen Vorgängen. Ein Blutentnahmeset wurde ihr per Post zugeschickt, mit dem sie zum Hausarzt musste. Danach ging es weiter nach Frankfurt zu einer Voruntersuchung. „Man wird komplett durchgecheckt. Wenn alles passt, ist der Weg für die Stammzellspende frei und der Patient, der die Spende erhalten soll, wird vorbereitet.“

Ab diesem Zeitpunkt lastete auf Kathrin Schuster eine große Verantwortung. „Ich war viel daheim und habe darauf geachtet, möglichst nicht krank zu werden oder einen Unfall zu haben.“ Kurz vor der Spende musste sie sich außerdem fünf Tage lang selbst Spritzen injizieren. Das Mittel bewirkt, dass sich die Stammzellen im Knochenmark vermehren und ins Blut ausgeschwemmt werden. „Dadurch hatte ich grippeähnliche Symptome – mehr nicht.“ Und auch die Entnahme selbst war unkompliziert. „Es tut nicht weh und ich konnte helfen.“

Und das nicht nur einmal. Ein Jahr nach der Spende erhielt Kathrin Schuster wiederum einen Anruf aus Tübingen. „Ich wusste zwischenzeitlich, dass eine erwachsende Frau meine Stammzellen erhalten hat.“ Obwohl sie auf dem Weg der Besserung war, brauchte sie noch einmal Hilfe – und zwar in Form von Lymphozyten. „Diese zusätzliche Spende kommt selten vor und ist dann nötig, wenn bei einem Patienten ein Rückfall befürchtet wird.“ Für die Nationalparkmitarbeiterin war klar, dass sie noch einmal spendet - „und ich würde es auch ein drittes Mal tun.“

Zwei Jahre nach der Spende besteht die Möglichkeit, dass Kathrin Schuster die Patientin kennenlernen kann, wenn diese es will. „Ich hoffe sehr darauf.“ Und noch etwas hat sie sich auf die Fahnen geschrieben: „Ich will Werbung für die Stammzellspende machen. Man kann ganz einfach Leben retten und deshalb wünsche ich mir, dass sich so viele Menschen wie möglich registrieren lassen.“

Informationen zur Stammzellenspende gibt es auf der Homepage der DKMS: www.dkms.de.


Varia Animalia

Auch eine Schleiereule zählt zu den Exponaten, die ab 26. Dezember im Haus zur Wildnis bestaunt werden können. (Foto: Betina Fichtl-Haberland)

Kunstausstellung von Betina Fichtl-Haberland im Haus zur Wildnis bis zum 10. Juli.

Mit der Wiedereröffnung des Haus zur Wildnis am 26. Dezember startet auch die Sonderausstellung „Varia Animalia“ der Künstlerin Betina Fichtl-Haberland. Zu sehen sind dabei Holzskulpturen und Bilder.

Die in Dachau lebende Künstlerin ist gebürtige Münchnerin, hat ihre Kindheit aber in Zwiesel verbracht. Seit 2009 schafft sie im eigenen Atelier und hat bereits an zahlreichen Orten ausgestellt. Ihre Holzskulpturen sind ihr bekanntes Markenzeichen. Skulptur und Sockel arbeitet Betina Fichtl-Haberland dabei aus einem Stück heraus. Neben zahlreichen Skulpturen stellt Sie auch Bilder in Acryl sowie Holzschnitte aus.

Zur Anreise kann bequem die Waldbahn genutzt werden. Die Haltestelle Ludwigsthal befindet sich nur zirka 15 Gehminuten vom Haus zur Wildnis entfernt. Natürlich steht auch der große Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein an der B11 in Ludwigsthal zur Verfügung. Für gehbeeinträchtigte Personen wird ab 16:30 Uhr ein Shuttle-Service angeboten, ausgehend vom Servicegebäude am Parkplatz.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Juli täglich von 9 bis 17 Uhr zu sehen.


Grenzüberschreitende Familienführung

Familienführung

Erstmals am 30. Dezember:Neues Angebot im Winterprogramm des Nationalparks Bayerischer Wald.

Neu im Winterprogramm des Nationalparks Bayerischer Wald ist eine Führung für die ganze Familie ins benachbarte Šumava-Ökosystem in Tschechien. Angeboten wird diese erstmals am 30. Dezember. Start ist am Bahnhof in Bayerisch Eisenstein. Von dort geht es zunächst mit dem tschechischen Zug nach Železná Ruda. Bei einem kurzen Besuch des dortigen Infozentrums können die kleinen und großen Teilnehmer einen Eindruck der gewaltigen Natur im Nationalpark Šumava gewinnen. Ganz besonders die Kinder dürften von dem mächtigen, begehbaren Biberbau fasziniert sein, in dem die kleinen Naturliebhaber in die Rolle von Biberjungen schlüpfen können. Zurück nach Bayerischer Eisenstein geht’s zu Fuß und an echten Biberlandschaften vorbei. Im Anschluss an die Führung gib es auf Wunsch noch die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Einkehr, um den Ausflug ausklingen zu lassen.

Diese Führung wird ab 30. Dezember 2023 immer samstags bis einschließlich 17. Februar 2024 stattfinden. Start der Führung ist immer um 10 Uhr. Die Dauer der Familienführung beträgt zirka drei bis vier Stunden, die Gehzeit rund eine Stunde, die Streckenlänge etwa dreieinhalb Kilometer.

Die Führungsgebühr beläuft sich auf 10 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Wer im Besitz einer aktivCard ist, kann an dieser Führung kostenfrei teilnehmen. Bei Vorzeigen einer Nationalpark-Card wird nur die halbe Führungsgebühr erhoben. Urlauber mit GUTi können kostenlos mit dem Zug nach Tschechien fahren.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice via 0800 0776650 möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher bis 17 Uhr erforderlich. Dabei erfahren Sie auch den genauen Treffpunkt der Führung.


Nationalpark startet in Wintersaison

Geführte Schneeschuh-Touren sind ab sofort wieder regelmäßig im Angebot. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Führungsprogramm beginnt am 26. Dezember – Alle Einrichtungen wieder offen

Nachdem das Angebot des Nationalparks Bayerischer Wald nun ein paar Wochen im Ruhemodus war, geht es pünktlich zu den Weihnachtsferien wieder los. Ab Dienstag, 26. Dezember, finden täglich wieder mehrere Führungen durch die verschneite Waldwildnis statt – die meisten davon in Kooperation mit der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald. Daneben öffnen am zweiten Weihnachtsfeiertag auch wieder das Haus zur Wildnis und das Hans-Eisenmann-Haus.

Das winterliche Führungsprogramm setzt inhaltlich dort an, wo die Interessen der Besucher liegen. So finden mehrmals in der Woche geführte Rundgänge durch die Tier-Freigelände sowie über den Baumwipfelpfad statt. Besondere Höhepunkte im Winter sind zudem die regelmäßigen Schneeschuhtouren in wilde Nationalparkgebiete. Und wie gewohnt gibt es immer samstags die Möglichkeit, einen Nationalpark-Mitarbeiter zu einem ganz besonderen, stets wechselnden Thema zu begleiten. In der Reihe „Nationalpark exklusiv“ geht es etwa um den winterlichen Wasserhaushalt, Spuren im Schnee oder Relikte der einstigen Holznutzung im Schutzgebiet. Neu im Programm ist eine grenzüberschreitende Familienführung, die bis 17. Februar jeden Samstag um 10 Uhr am Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein startet.

Alle Veranstaltungen gibt’s in der Übersicht nicht nur im aktuellen Flyer, sondern auch auf den Homepages des Nationalparks (www.nationalpark-bayerischer-wald.de) und der Ferienregion (www.ferienregion-nationalpark.de), wo die Führungen direkt online buchbar sind. Daneben kann man sich auch beim Nationalpark-Führungsservice unter der kostenlosen Servicenummer 0800/0776650 zu Führungen anmelden.

Neben den geführten Touren startet am 26. Dezember auch wieder der Betrieb in den Nationalparkzentren. So sind dann das Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau und das erst jüngst mit einer neuen Dauerausstellung bestückte Haus zur Wildnis in Ludwigsthal täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Auch das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald, welches am 24. und 25. Dezember geschlossen ist, öffnet ab 26. Dezember wieder von 9 bis 17 Uhr seine Pforten.

In den Häusern gibt es aktuell auch wieder spannende Wechselausstellungen zu sehen. Im Haus zur Wildnis zeigt Betina Fichtl-Haberland Tierskulpturen unter dem Titel „Varia Animalia“. Im Hans-Eisenmann-Haus können Besucher unter dem Motto „Die Schönheit des Böhmerwaldes“ Fotos von Stephan Rosenkranz bewundern, im Waldgeschichtlichen Museum sind zum Slogan „Mein Waldgefühl“ Werke von Hajo Blach ausgestellt und in der Nationalpark-Infostelle Mauth können Besucher Gemälde von Quirin Rall zum Thema „Im Grünen liegt die Kraft“ betrachten.


Einblicke in Aas und Klima

Rund 80 Lehrerinnen und Lehrer der Nationalpark-Schulen kamen am Buß- und Bettag zu einer exklusiven Lehrerfortbildung ins Waldgeschichtliche Museum. (Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald)

Rund 80 Lehrer der Nationalpark-Schulen bilden sich am Buß- und Bettag fort.

Schülerinnen und Schüler hatten vergangenen Mittwoch frei. Dafür drückten rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau in St. Oswald die Schulbank. Die Vertreter der Nationalpark-Schulen nutzten den unterrichtsfreien Tag, um sich weiterzubilden. Im Rahmen der Kooperation bietet die Nationalparkverwaltung den beteiligten Schulen regelmäßig exklusive Lehrerfortbildungen an. Thematisch ging’s diesmal um die Bedeutung von Aas fürs Ökosystem und um die regionalen Auswirkungen des Klimawandels. Eingeladen dazu hatte der Nationalpark auf Initiative der Realschule Freyung.

Den Anfang machte Kadaverökologe Christian von Hoermann. „Die wichtige Bedeutung von Totholz für die Biodiversität im Wald ist schon auf vielerlei Weise erforscht“, so der Wissenschaftler. „Die Bedeutung von Aas hingegen ist noch nicht hinreichend geklärt.“ Genau deswegen intensiviere der Nationalpark dieses Feld seit Jahren – jüngst im Rahmen eines deutschlandweiten Projekts, bei dem alle Nationalparks mit im Boot sind. Aus dem Bayerwald gibt’s dazu auch schon erste Erkenntnisse: „Kadaver sind ein wahrer Hotspot der Biodiversität. Wir konnten allein rund 6000 Arten an Aas nachweisen. Zum Vergleich: Bisher sind knapp 14.000 Arten im Nationalpark nachgewiesen.“

Das Thema sei auch in der Bildungsarbeit immer mehr im Kommen – nicht nur bei Führungen mit Erwachsenen. „Wir haben schon erste Angebote für Schulklassen durchgeführt“, berichtete von Hoermann. „Die Kinder zeigten dabei keinerlei Berührungsängste, ganz im Gegenteil, sie waren richtig interessiert.“ Das liege seiner Erfahrung nach auch daran, dass vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler Aas noch nicht bewerten würden.

„Ich wusste vorab ehrlich gesagt nicht recht, wie ich das Thema einordnen soll“, sagte Ursula Stegbauer-Hötzl, Schulleiterin der Realschule Freyung, nach dem Vortrag. „Nun ist klar, wie faszinierend Aas sein kann.“ Auch das Feedback ihrer Kolleginnen und Kollegen sei durchwegs positiv, weshalb sie sich eine Behandlung im Unterricht durchaus vorstellen könne.

Als zweiten Teil der Fortbildung gab es anschließend noch Einblicke in den Klimawandel. Dafür blickte Geoökologe Burkhard Beudert auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zurück. Auch im Bayerwald steigen die Temperaturen und die Schneemenge geht massiv zurück, während Starkregenereignisse abnahmen. Er zeigte, dass der Bayerische Wald bislang sehr glimpflich davonkommt, während im globalen Süden riesige Gebiete zerstörerischen Witterungsextremen ausgesetzt sind und daher zunehmend als Lebensraum für Menschen verloren gehen werden.

Umweltpädagogin Karin Hartl, die die Lehrerfortbildung organisiert hatte, freute sich über das große Interesse und die angeregte Diskussion zwischen Lehrern und den Experten des Nationalparks. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Fortbildungstag spannende Einblicke in die Nationalparknatur aus erster Hand liefern konnten und auch Ideen und Impulse für den eigenen Unterricht mitgeben konnten.“ Die nächste exklusive Fortbildung für die Nationalpark-Schulen, diesmal zum Thema Pilze, ist bereits in Planung.


Im Kerngebiet muss jetzt auf den Wegen geblieben werden

Auerhuhn

Betretungsregelung zum Schutz der bedrohten Auerhühner gilt jährlich vom 16. November bis 14. Juli.

Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die schwierigste Zeit für den Wappenvogel des Bayerischen Waldes, das Auerhuhn. Daher gilt im Nationalpark – ähnlich zu den Regelungen im Dreisessel- und Arbergebiet – ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Das besagt, dass man in besonders sensiblen Bereichen des Schutzgebiets, hauptsächlich in den höheren Lagen, die markierten Wege nicht verlassen darf.

„Wir hoffen, dass unsere Besucher wieder viel Verständnis für diese wichtige Schutzbestimmung zeigen“, sagt Nationalparkleiterin Ursula Schuster. „Nur so können wir gewährleisten, dass das gefährdete Auerwild auf Dauer in der Region überleben kann.“ Gerade die anstehende kalte Jahreszeit ist gefährlich für die Tiere, da sie ihren Energiebedarf nun fast nur noch mit kargen Fichtennadeln decken. Jede Flucht vor einem querfeldein gehenden Menschen kann dann tödlich für die Auerhühner enden.

Was vielen Nationalparkbesuchern nicht klar ist: Auch nach dem Winter erleben die Vögel noch eine störungssensible Phase. Im Frühling werden die Küken großgezogen, die sich am Anfang noch nicht selbst wärmen können. Eine vor Wanderern flüchtende Henne unterzeichnet oftmals unfreiwillig das Todesurteil ihres Nachwuchses. Daher gilt die Einschränkung des Betretungsrechtes jährlich bis 14. Juli.

Im Gelände wird an vielen Stellen auf die Regelungen hingewiesen. Außerdem überwachen Ranger die neuralgischen Punkte. Bei Verstößen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, womit ein Bußgeld droht. „Lieber wäre es uns aber, wenn alle Naturfans sich an die Regeln halten und somit der Natur mit dem nötigen Respekt und der nötigen Rücksicht begegnen. Die markierten Wege erschließen schließlich auch alle Höhepunkte des Nationalparks“, so Schuster.


Drei Akteure präsentierten sich als eins

Die Fotobox mit wilden Nationalparkmotiven war das Highlight im Umweltministeriums-Pavillon. Auch Nationalparkleiterin Ursula Schuster (2.v.r.), Bärbel Benkenstein-Matschiner von der Landesgartenschau Freyung, FNBW-Geschäftsführer Robert Kürzinger (r.) und der damalige Vorsitzende der Nationalpark-Partner, Jochen Stieglmeier, probierten diese aus. (Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark, Ferienregion und Partner ziehen Bilanz zur Landesgartenschau

Wer auf der Landesgartenschau in Freyung zu Besuch war, der kam am Nationalpark Bayerischer Wald und seinen Partnern nicht vorbei. Das Schutzgebiet war nicht nur während der gesamten fünf Monate in den Waldgärten mit einem großen Infopavillon inklusive Forschertisch und Kugelbahn vertreten. Zusätzlich betreute der Nationalpark an neun Tagen gemeinsam mit der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald und mit den Nationalpark-Partnern den Pavillon des Bayerischen Umweltministeriums.

„Dass wir uns zusammen mit unseren zwei wichtigsten touristischen Partnern auf der Landesgartenschau präsentieren konnten und wir damit unsere enge Verbundenheit demonstriert haben, freut mich sehr“, sagt Lukas Laux, beim Nationalpark zuständig für die Landesgartenschau. Zusammen mit Robert Kürzinger, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald, und mit Alois Grobauer, Vorsitzender der Nationalpark-Partner, hat er nun ein zufriedenes Resümee gezogen. „Es war eine tolle Gelegenheit, dass wir drei Akteure uns zum einen bei den Einheimischen als Einheit präsentieren konnten, und zum anderen Urlaubsgäste für die Region begeistern konnten“, so Robert Kürzinger. Auch für die Nationalpark-Partner sei der Auftritt auf der Landesgartenschau eine Bereicherung gewesen, wie Alois Grobauer erklärt. „Es war eine hervorragende Möglichkeit, unsere vielfältigen Urlaubsangebote einem überregionalen Publikum zu präsentieren.“

Die Besucher erhielten im Pavillon nicht nur zahlreiche Informationen über den Nationalpark. Ihnen wurde auch ein buntes Programm geboten, angefangen von der Fotobox mit wilden Nationalparkmotiven bis hin zum Glücksrad mit tollen Gewinnen. „Wer Informationen für den nächsten Urlaub im und um den Nationalpark haben wollte, konnte sich von den Kolleginnen und Kollegen der Ferienregion oder von den Nationalpark-Partner-Betrieben direkt vor Ort beraten lassen“, ergänzt Kürzinger. Alle, die vom Schutzgebiet nicht genug bekommen konnten, kamen auch im Regional-Pavillon des Landkreises Freyung-Grafenau auf ihre Kosten, in dem sich an 35 Tagen viele der FNBW-Mitgliedsgemeinden über die gesamte Landesgartenschau-Dauer abwechselnd präsentiert haben, sowie natürlich im Haupt-Pavillon des Nationalparks in den Waldgärten.

Auf zwölf großen Tafeln erhielten die Besucher hier Informationen rund um den Nationalpark, zum Beispiel zu den Besuchereinrichtungen, zur Philosophie „Natur Natur sein lassen“ sowie zu den Lebensräumen und Tierarten. „Besonders beliebt waren der Forschertisch sowie das Quiz, das der Nationalpark gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Bund Naturschutz angeboten hat“, erzählt Lukas Laux. Wer alle Fragen richtig beantworten konnte, erhielt eine Kugel, die er auf der Nachhaltigkeits-Kugelbahn auf Reisen schicken konnte.

Doch mit diesem Angebot war es noch nicht getan. An den Wochenenden fanden Vorträge sowie Gesprächsrunden statt, darüber hinaus war während der gesamten Landesgartenschau ein Umweltbildungsprogramm geboten, an dem insgesamt 86 Gruppen, darunter 31 Schulklassen und 13 Kindergärten, teilgenommen haben. Betreut wurden die Kinder von Waldführern, Rangern, von Teilnehmern am freiwilligen ökologischen Jahr und von Praktikanten. Besonders freuen Lukas Laux die Rückmeldungen der Schulen zum „grünen Klassenzimmer“. „Sowohl Schüler als auch Lehrer empfanden unser Angebot, in dem wir kindgerecht und spielerisch den Wald erklärt haben, als Gewinn.“

Letztendlich ist sowohl für den Nationalpark als auch für seine Partner die Zeit nach der Landesgartenschau auch die Zeit vor der Landesgartenschau. Im kommenden Jahr findet die Veranstaltung in Kirchheim im Landkreis München statt und auch dort soll ein gemeinsamer Stand den Gästen den Nationalpark und die umgebende Urlaubsregion schmackhaft machen.

Übrigens, der Landesgartenschau-Pavillon steht künftig mit zahlreichen Infotafeln im Waldspielgelände in Spiegelau, die Kugelbahn wird eine neue Attraktion im Haus zur Wildnis in Ludwigsthal.


Das letzte Waldbahngleis erstrahlt in neuem Glanz

Forstwirtschaftsmeister Ludwig Hilgart (links) zeigte Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Heiner Kilger, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Mauth, die restaurierten Waldbahngleise. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalparkverwaltung hat Kulturdenkmal im Reschbachtal restauriert

Es ist ein Relikt aus alten Zeiten – das Stück Waldbahngleis, das im Reschbachtal nahe Finsterau noch erhalten ist. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald hat das Kulturdenkmal, welches am Wanderweg mit der Markierung „Waldschaf“ liegt, nun gesäubert und neu aufgebaut.

„Für uns als Nationalpark ist es wichtig, mit dem Erhalt der noch bestehenden Kulturdenkmäler zu zeigen, wie die Menschen früher gearbeitet haben und was hier geleistet wurde“, sagt Ursula Schuster, Leiterin des Nationalparks, die zusammen mit dem zweiten Bürgermeister der Gemeinde Mauth, Heiner Kilger, den restaurierten Bereich besichtigt hat. Im vergangenen Jahr wurde im Finsterauer Bereich in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Wald Verein Sektion Mauth bereits die Steinbrücke an der Hirschkopfstraße saniert. Heuer war das am Reschbach gelegene Waldbahngleis an der Reihe.

„Die Gleise wurden in Absprache mit dem Denkmalschutz gesäubert und ausgebaut, der Bereich aufgeschottert und hölzerne, zwölf Zentimeter hohe Holzschwellen eingebaut“, erklärt Forstwirtschaftsmeister Ludwig Hilgart, der für die Umsetzung der Maßnahme zuständig war und noch einiges über die Geschichte der 1958 stillgelegten Waldbahn zu berichten weiß. „Hier, im Reschbachtal nahe Finsterau, war das Ende der Waldbahn und ein Holzlagerplatz.“ Noch erhalten ist auch die Weiche, die immer noch funktionsfähig ist. „Umgestellt werden musste sie ganz einfach mit dem Fuß, was immer wieder zu teils schweren Verletzungen der damaligen Arbeiter führte“, so Hilgart.

Nur noch im Reschbachtal gibt es Originalgleise der Waldbahn zu sehen, der Verlauf der Trasse selbst ist noch an mehreren Stellen zwischen Spiegelau und Finsterau erkennbar, beispielsweise im Waldspielgelände, auf dem Nationalpark-Radweg oder auf dem Hauptwanderweg. Mehr über die Geschichte der Waldbahn wird es künftig auf einer Infotafel zu lesen geben, die gerade erstellt wird.

Heiner Kilger begrüßte nicht nur in seiner Funktion als zweiter Bürgermeister die Maßnahme, sondern auch als Vorsitzender des Bayerischen Wald Vereins Sektion Mauth. „Die Sanierung der Waldbahngleise freut vor allem unsere ältere einheimische Bevölkerung“, so Kilger. „Der ein oder andere kennt sicherlich noch jemanden, der hier gearbeitet hat und hat vielleicht auch noch alte Fotos. Nun können sie hier am Kulturdenkmal in diese Zeit zurückblicken.“


Wie ist es um die Wildkatze bestellt?

Wildkatze

Über 50 Experten aus ganz Europa tagten im Nationalpark Bayerischer Wald

Forscher aus 15 europäischen Ländern trafen sich jüngst im Nationalpark Bayerischer Wald, um sich über die Wildkatze auszutauschen. Die in der Europäischen Union als besonders geschützt eingestufte Art steht auf der Roten Liste, gilt als gefährdet. Umso erfreulicher ist der aktuelle Trend, der sich bei der Konferenz mit 57 Teilnehmenden im Hans-Eisenmann-Haus herauskristallisierte: Der Wildkatze geht’s vielerorts wieder besser. Trotzdem gibt’s weiterhin Herausforderungen für die Tiere.

„Wildkatzen breiten sich aktuell wieder aus“, bilanziert Prof. Marco Heurich, der im Nationalpark Bayerischer Wald das Sachgebiet für Nationalparkmonitoring und Tier-Freigelände leitet und die dreitägige Tagung mit seinem Team organisierte. „In einigen Ländern beobachten wir derzeit jedoch neue Gefährdungen, die die Erfolge der vorangegangenen Wildkatzen-Schutzmaßnahmen potentiell zunichtemachen könnten.“


Kooperation mit Kindergärten mit Leben füllen

Waldführerin Eva Weiß erzählte den Kindern die Geschichte von „Kröti und der Zauberwald“. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

AWO Kindergarten Zwiesel besucht das Nationalparkzentrum Falkenstein

Der AWO Kindergarten Zwiesel ist seit diesem Sommer einer von insgesamt zehn offiziell ausgezeichneten Nationalpark-Kindergärten aus der Region, die künftig eng mit dem Nationalpark zusammenarbeiten. Ein spannender Erlebnisbesuch im Nationalparkzentrum Falkenstein war nun der Start für eine Reihe von Exkursionen in den wilden Wald des Nationalparks.

Der AWO Kindergarten Zwiesel besucht bereits seit vielen Jahren regelmäßig den Nationalpark. Gemeinsam haben Kindergartenleiterin Kerstin Saxinger, Erzieherin Corinna Schwarz und Sabine Eisch, Mitarbeiterin des Nationalparks und zuständig für das Kindergarten-Partnerprojekt im Landkreis Regen, die Details für die künftige Zusammenarbeit besprochen. „Ziel der Kooperation ist es, dass der Nationalpark ein Teil des Kindergartenalltags wird“, erklärt Umweltpädagogin Sabine Eisch. „Im AWO Kindergarten Zwiesel soll, ähnlich wie in den anderen Partner-Kindergärten und Schulen, eine Nationalparkecke gestaltet werden, als erstes sichtbares Zeichen, dass man nun Nationalpark-Kindergarten ist. Außerdem sind im Rahmen der Kooperation zahlreiche Aktionen geplant. Die Vorschulkinder sollen etwa einmal im Monat den Nationalpark besuchen können, auch sind Programme für die jüngeren Kinder in Arbeit.“

Einen ersten Vorgeschmack, wie die künftige Kooperation aussehen wird, haben die Vorschulkinder des AWO Kindergarten, begleitet von ihren Erzieherinnen Elisabeth Hartl und Theresa Kuchler, bei dem Ausflug rund ums Haus zur Wildnis bekommen. Die Waldführer des Nationalparks erzählten den Kindern zu Beginn die Geschichte von „Kröti und der Zauberwald“, in der sich Kröti auf die Suche nach dem Zauberwald macht.

Auch die Vorschulkinder haben einiges im Nationalpark-Zauberwald entdeckt. Ausgestattet mit Lupen erkundeten sie gemeinsam mit den erfahrenen Waldführern die umliegenden Wälder. Vom großen Totholzstamm bis hin zur kleinen Ameise erforschten die Kindern alles genauestens. Auch Pilze, Pflanzen und Käfer sorgten dabei für Staunen. Nach dem vielen Forschen und Entdecken und einem Frühstück mit tollem Ausblick auf die Auerochsen ging es für die Kinder wieder zurück mit der Waldbahn nach Zwiesel.

„Es freut mich sehr, dass unsere Einrichtung einer von insgesamt nur zehn Nationalpark-Kindergärten geworden ist. Die Kooperation bringt einen echten Mehrwert in unseren Kindergartenalltag und wir sind sehr gespannt, was wir mit unseren Kindern hier noch alles erleben werden“, so AWO-Kindergartenleiterin Kerstin Saxinger im Anschluss an den Erlebnistag rund um das Haus zur Wildnis. Das Waldführer-Team des Nationalparks und auch die Vorschulkinder freuten sich ebenfalls bereits auf die nächste gemeinsame Entdeckungstour.

Die Kindergartenprogramme rund ums Haus zur Wildnis finden ganzjährig statt und sind offen für alle Kindergärten aus dem Landkreis Regen. Nähere Informationen dazu gibt es im Haus zur Wildnis unter der Telefonnummer 09922/5002-0 oder auf der Homepage unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de.


Ein grenzenloses Symbol wird 20

Gruppenbild zum Geburtstag: Teilnehmer und Referenten der Wanderung versammelten sich am gläsernen Geburtstagskind.  (Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald)

Glasarche unterm Lusen feiert Jubiläum – „Zeichen für die Zusammenarbeit“

Genau 20 Jahre nach ihrem ersten Auftritt feierte die Glasarche am Fuß des Lusen dieses Wochenende ihren runden Geburtstag. Um dies gebührend zu würdigen, lud der Nationalpark Bayerischer Wald zu einer Jubiläumswanderung. Rund 40 Interessierte waren gekommen, um moderiert von Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux über sieben thematische Stationen zum markanten Kunstwerk zu schlendern.

„Die Arche sollte von Anfang an nicht nur ein Glasobjekt im Wald sein, sondern vor allem ein Zeichen für die beiden Nationalparks, für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, aber auch für die Glastradition“, erinnert sich Klaus Möller, Vorsitzender des Vereins WaldZeit, welcher das Projekt damals federführend begleitete. Deswegen tourte sie anfangs durch die Region, ankerte an 19 verschiedenen Orten. „Das war schon eine Kraftanstrengung für uns“, so Möller.

Besonders gern erinnert sich der WaldZeit-Vorsitzende an den Monat, in dem Tschechien der Europäischen Union beitrat. „Passenderweise war die Arche da gerade bei unseren Nachbarn und bekam eine wundervolle Eichenhand als Sockel geschenkt.“ Bis vorheriges Jahr ruhte die Arche auf dieser Holzskulptur, ehe der Zahn der Zeit so stark am mittlerweile morschen Holz nagte, dass die Hand aus Sicherheitsgründen entfernt werden musste.

Die Hochzeit von Glasarche und Holzhand hat sich auch bei Vladimir Silovsky, der das Projekt damals beim Nationalpark Šumava betreute, nachhaltig im Gedächtnis eingeprägt. „Als man die Arche auf die Hand hob, war erst nicht klar, ob es überhaupt funktioniert. Die Spannung war riesig“, blickt der Ruheständler zurück. Letztendlich mussten am Holz nur minimale Korrekturen vorgenommen werden. Josef Stemberg, der auch heute noch für den tschechischen Nationalpark arbeitet, betont: „Die Arche war das erste große gemeinsame Projekt der Nationalparke. Es hat enorm dabei geholfen, die Zusammenarbeit unserer Schutzgebiete zu stärken.“

Untermauert wurde dies von Dr. Christoph Heibl, der im Nationalpark Bayerischer Wald im Sachgebiet Naturschutz und Forschung arbeitet. Er gab den Teilnehmern einen kleinen Einblick in die Naturschutzarbeit der beiden Schutzgebiete, die mittlerweile eng miteinander abgestimmt ist. Künstlerische Aspekte beleuchteten zudem Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier und Künstlerin Gabi Hanner.

Einen kurzen Ausflug in die Glasindustrie bot Veronika Zotter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Technologie-Anwenderzentrum Spiegelau. Dieser Sektor prägte einst die ganze Region. „Mittlerweile mussten aber viele Glashütten schließen, auch solche, vor der die Arche einst noch ankerte.“ Die Expertin erklärte dies vor allem mit den jüngsten Herausforderungen rund um gestiegene Energiepreise. Glasindustrie sei aber immer noch präsent im Bayerischen Wald, nur eben in anderer Ausformung, zusätzlich etwa im Bereich der Forschung. „Wir beschäftigen uns zum Beispiel mit der Frage, wie man Glas in Zukunft klimaneutraler herstellen kann“, berichtet Zotter.

An allen Stationen gab’s neben den kurzen Ausführungen der Referenten auch bildliche Rückblicke auf die Reise der Glasarche – und zwar in Form von großformatigen Holzdrucken. Am Ziel der kurzen Wanderung zur Arche warteten nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch viele Wünsche. Schließlich äußerten alle Teilnehmer noch Dinge, die sie sich in den kommenden fünf Jahren in Bezug auf die Arche wünschen würden. Vom „notwendigen Mut erforderliche Umbrüche in der Glasindustrie anzupacken“ über eine noch stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Wunsch, „die Schutzgebiete mehr mit Emotionen zu erklären“, bis hin zur „Arche als Symbol eines entstehenden Biosphärengebiets im Dreiländereck“ reichten dabei die Wortbeiträge. Und so wurde abermals deutlich, dass die Glasarche viel mehr sein kann als ein beliebtes Fotomotiv.


Lebendige Wälder haben viele Gesichter

  (Nationalparkleiterin Ursula Schuster gab den Teilnehmern der Führung nicht nur Einblicke in verschiedene Stadien der Waldentwicklung, sie stand bei Fragen auch Rede und Antwort, beispielweise zum Borkenkäfer- oder Wildtiermanagement. Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Führung mit Nationalparkleiterin Ursula Schuster zur Waldentwicklung am Falkenstein

Ein Wald kann viele Gesichter haben. Dies zeigte Nationalparkleiterin Ursula Schuster den Teilnehmern der Führung „Nationalpark Exklusiv“ in Zwieslerwaldhaus. Unter dem Motto „Waldentwicklung rund um den Großen Falkenstein“ führte die Wanderung zu jungen, alten und sterbenden Wäldern und öffnete den Blick dafür, dass auch ein Wald mit vielen toten Bäumen voller Leben sein kann.

Ursula Schuster nahm die Teilnehmer letztendlich mit auf eine Zeitreise. Los ging es mit einem Blick auf den Großen Falkenstein, dessen Fichtenwälder derzeit durch Borkenkäferbefall großflächig absterben. „Vor über 100 Jahren war Holz für die Bewohner des Bayerwaldes eine wichtige Ressource“, erklärte Ursula Schuster. Die damals gepflanzten Fichtenmonokulturen bieten dem Borkenkäfer heute einen reichlich gedeckten Tisch. „Dies sowie die Zunahme an trockenen Sommern sind die Gründe für die aktuelle Massenvermehrung.“

Dass auch in solchen Wäldern schnell wieder neues Leben einziehen kann, war auf einer ehemaligen Borkenkäferfläche mit üppiger Tannenverjüngung zu sehen. „Hier erkennt man, wie wertvoll Störungsflächen sind, auf die Licht fällt.“ Nicht nur Nadelbäume, sondern auch Esche, Vogelbeere und Ahorn haben hier die Chance, zu wachsen. Wenn Totholzstämme oder aufgeklappte Wurzelteller im Wald verbleiben dürfen, fördere dies die Artenvielfalt, erklärte Ursula Schuster und führte die Teilnehmer weiter in das Urwaldgebiet Mittelsteighütte, wo solche besonderen Lebensräume in großer Zahl zu sehen sind.

Der 38 Hektar große Bergmischwald wurde bereits vor gut 250 Jahren zum Bannwald erklärt und ist seit 1997 Teil des Nationalparks. „Hier sehen wir, wie ein Wald aussieht, der seit langer Zeit vom Menschen weitestgehend unbeeinflusst belassen wurde.“ Der Bereich sei ein wichtiger Rückzugsort für Urwaldreliktarten, beispielsweise für den Rindenschröter oder den Duftenden Feuerschwamm, ein Pilz, den es in Deutschland nur im Nationalpark gibt. Nur durch die unterschiedlichen Arten von Totholz, die wertvolle Lebensräume bieten, sei diese Vielfalt möglich. „Diese Fläche ist ein Schatz, für den wir eine besondere Verantwortung haben.“

Und noch eine Rarität hatte Ursula Schuster am letzten Halt der Wanderung für die Teilnehmer parat. Inmitten einer Fläche, auf der nur noch durch den Buchdrucker abgestorbene Fichten zu sehen sind, steht eine gut 200 Jahre alte, mächtige Linde. „Dieser Baum ist ein Zeitzeuge dafür, dass es hier früher keine reinen Fichtenwälder gab, sondern einen Mischwald.“ Wie sich die Wälder rund um den Großen Falkenstein künftig entwickeln werden, könne niemand konkret sagen, so Ursula Schuster. Eine Rolle spiele auch der Einfluss von milderen Wintern und trockeneren Sommern. „Aber wir wollen dies im Nationalpark weiter erforschen und hoffen, dass die Ergebnisse auch für den Wirtschaftswald von Wert sein können. “

Nach drei Stunden und zahlreichen interessanten Diskussionen und Gesprächen zur Waldentwicklung, aber auch zu Themen wie Wildtiermanagement, endete die Veranstaltung aus der Reihe „Nationalpark Exklusiv“.


Bund Naturschutz lobt Landesgartenschau Freyung

Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich (3.v.l.) führte die BN-Vertreter über das Gelände (v.l.): stv. Landesgeschäftsführer Stefan Maurer, Ehrenvorsitzender Prof. Hubert Weiger, Landesbeauftragter Martin Geilhufe, Vorsitzender Richard Mergner, Regionalreferentin für Niederbayern Rita Rott, Projektmanager Grünes Band Tobias Windmaißer und Kreisgruppen-Mitarbeiterin Heike Dülfer.

Kurz vor dem Ende der Bayerischen Landesgartenschau in Freyung begrüßte Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich die Führungsriege des Bund Naturschutz in Bayern auf dem Geyersberg. Schwerpunkt des Gesprächs war vor allem die Nachhaltigkeit der Landesgartenschau, die viel mehr ist als eine Blumenschau für einen Sommer. „Entscheidend ist, was bleibt“, hob der Ehrenvorsitzende des BUND in Bayern, Prof. Hubert Weiger, hervor und ergänzte: „Sie können stolz darauf sein, was hier entstanden ist.“

Olaf Heinrich bedankte sich beim Bund Naturschutz für seinen Beitrag auf der Landesgartenschau, bei dem sich auch verschiedene Kreisgruppen, allen voran die Kreisgruppe Freyung-Grafenau, eingebracht haben. In den Waldgärten stellten sie seit Beginn im Mai den Besucherinnen und Besuchern das „Grüne Band“ Europas vor und leisteten Aufklärungsarbeit in Sachen Landschafts- und Naturschutz. Der Landesvorsitzende Richard Mergner freute sich, dass man damit einen Beitrag zur Gartenschau leisten konnte. Seit Anbeginn sei man bei Landes- und Bundesgartenschauen engagiert, so Mergner. Vor allem unterstütze der BUND das Bestreben, dass bei Gartenschauen zunehmend die Nachhaltigkeit an erster Stelle stehe. Sie könnten Modelle dafür sein, wie man künftig den Extremen aus immer mehr Hitzeperioden und Niederschlägen begegnen könne. Auch das Thema Wiederverwendung begrüßten die BUND-Vertreter. Vieles aus Freyung wird bei der nächsten Landesgartenschau in Kirchheim zum Einsatz kommen. So manches, etwa die mobile Bühne, könne nach dem Abbau auf dem Geyersberg in der Region weitergenutzt werden. Besonders aber gefiel den Gästen das Konzept aus Ferienpark – der mittlerweile über die Stadt vermarktet wird und in dem es auf diese Weise bezahlbare Ferienwohnungen für Normalverdiener gebe – und neuem Spielplatz für Kinder, der ebenfalls nach der Gartenschau erhalten bleibt. „Solche Immobilien sollten in der Nutzung bleiben“, so die BN-Vertreter.

Tobias Windmaißer, Projektmanager Quervernetzung Grünes Band, hatte schon oft auf dem Geyersberg den BUND-Stand betreut und konnte von den vielen Rückmeldungen der Besucher berichten, die die Einbindung des Waldes in das LGS-Gelände lobten. „Diese naturnahe Gestaltung hat die Menschen fasziniert“, bestätigte auch Heike Dülfer, ehemalige Vorsitzende und Geschäftsleiterin der Kreisgruppe Freyung-Grafenau. Vor Ort informierten die BUND-Vertreter den Bürgermeister und Bezirkstagspräsidenten noch über weitere aktuelle Themen vor Ort, etwa Landschaftspflegemaßnahmen wie Moornaturierungen. Nach dem rund zweistündigen Rundgang war man sich einig, dass die Gartenschau in Freyung sehr gelungen ist. Nicht nur wegen der großen Nachhaltigkeit der Schau als städtebauliche Maßnahme, die über Jahrzehnte die Region bereichert, sondern auch wegen der Begeisterung der Menschen vor Ort, die sich aktiv mit eingebracht haben. Denn so werde nicht nur auf dem Geyersberg immer ein Stück Gartenschau bleiben, sondern auch im Gemeinschaftsgeist der Bürger, der letztlich für das gesamte Thema Natur- und Landschaftsschutz wichtig ist.

Bericht und Foto: Freyung 2023 gGmbH


Touristiker nehmen Borkenkäfermanagement unter die Lupe

Thomas Michler, Mitarbeiter in der Stabsstelle des Nationalparks Bayerischer Wald (r.), erklärte den Mitarbeiterinnen der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald um Geschäftsführer Robert Kürzinger (2.v.l.) das Borkenkäfermanagement im Schutzgebiet. Mit dabei war Teresa Schreib (l.), beim Nationalpark zuständig für Tourismus und Regionales Netzwerk. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald))

Führung durchs Tier-Freigelände in Ludwigsthal - Infos zu Techniken, Gesetzgebung und Naturschutz

Welche Maschinen kommen im Nationalpark Bayerischer Wald zur Bekämpfung des Borkenkäfers zum Einsatz? Warum werden manche Fichten nicht ganz abgeschnitten und bleiben als Hochstumpf im Wald stehen? Und warum ist der Buchdruckerbefall derzeit so groß? Diese und noch viel mehr Fragen hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald, die sich bei einer Führung durchs Tier-Freigelände in Ludwigsthal über das Waldmanagement rund um den Falkenstein informiert haben. Schließlich werden sie bei ihrer täglichen Arbeit mit den Urlaubsgästen mit diesen Fragen konfrontiert.

„Die Nationalparkverwaltung betreibt einen hohen Aufwand, um effektive Buchdruckerbekämpfung zu gewährleisten und gleichzeitig alle naturschutzfachlichen Aspekte zu berücksichtigen“, sagte Thomas Michler, Mitarbeiter in der Stabsstelle des Nationalparks. Grundsätzlich wird der Buchdrucker nur in der Managementzone, die bis zu 1000 Meter breit ist, bekämpft, um die Ausbreitung des Käfers auf die benachbarten Wälder zu verhindern. Dabei muss sich die Nationalparkverwaltung aber an die Natura-2000-Verordnung der EU halten. „Unser gesamter Nationalpark ist Natura-2000-Schutzgebiet, in dem Lebensräume erhalten und verbessert werden sollen.“ Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Belassen von Totholz im Rahmen der Borkenkäferbekämpfung.

Um dies zu ermöglichen, kommt häufig ein Debarking-Harvester zum Einsatz. „Diese Maschine fällt und entrindet anschließend den Baum“, erklärte Thomas Michler. Durch die Entrindung ist die Entwicklung des Borkenkäfers gestoppt und die Stämme müssen nicht abtransportiert werden. „Im Nationalpark haben wir das Ziel, im Durchschnitt mindestens 50 Kubikmeter Totholz pro Hektar im Wald zu belassen, damit seltene Arten einen Lebensraum finden.“ Eine weitere schonende Technik ist der Einsatz eines vom Nationalpark entwickelten Motorsägen-Aufsatzes, mit dem Fichten streifenförmig entrindet werden. „Auch das stoppt die Entwicklung des Buchdruckers“, so Michler. „Der Vorteil ist aber, dass ein Teil der Rinde als wertvoller Lebensraum und als Nahrungsangebot vieler totholzbewohnender Pilze und Insekten bestehen bleibt.“

Wenn es schnell gehen muss und aus Naturschutzgründen nichts dagegenspricht, kommen auch konventionelle Harvester zum Einsatz, die den Baum fällen. Totholz bleibt in diesem Fall nicht zurück, die Stämme werden verkauft und abtransportiert. „Wir haben als Schutzgebiet jedoch keinen Auftrag, das Holz wirtschaftlich zu nutzen, und versuchen, den ohnehin angespannten Holzmarkt so wenig wie möglich zu belasten.“

In diesem Jahr sind in der Managementzone des Nationalparks insgesamt rund 120 000 Festmeter Borkenkäferholz angefallen, rund 115 000 Festmeter wurden bereits aufgearbeitet. „Wir nehmen die Situation sehr ernst“, sagte Michler, der den Teilnehmern der Führung noch die Gründe für die Massenvermehrungen auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel aufzeigte. Zu heiße und trockene Sommer schwächen die Fichte. „Außerdem gab es noch nie so viele fressbare Fichten mit einem Alter von 80, 90 Jahren, wie sie der Borkenkäfer mag. Der Tisch ist reichlich gedeckt.“

Am Ende der Führung richtete sich der Blick der Touristikerinnen und Touristiker noch auf die Geschehnisse in der Naturzone, in der ökologische Störungen als natürliche Prozesse zugelassen werden und kein Borkenkäfermanagement stattfindet. „Immer wieder wollen Besucher wissen, wie sich der Wald im Bereich des Falkensteins entwickeln wird“, berichtete Robert Kürzinger, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Touristinformationen verweisen dann auf die jungen Wälder rund um den Lusen. „Nach zehn Jahren war hier mehr Verjüngung zu sehen, als im Wirtschaftswald gepflanzt worden wäre“, ergänzte Thomas Michler, der auch auf die umfangreichen Studien zum Thema „Borkenkäfer und Tourismus“ hinwies. „20 Jahre Forschung haben ergeben, dass vom Borkenkäfer befallene Wälder keine Auswirkungen auf das Urlaubserlebnis haben.“ Dies konnte auch Robert Kürzinger bestätigen. „Auch wir haben das Gefühl, dass die Urlaubsgäste die Maßnahmen akzeptieren. Vielmehr sind sie gespannt auf die Entwicklung des Waldes. Besonders die Waldgebiete rund um Lusen und Rachel sind positive Praxisbeispiele in der Region.“

Auch bei den Menschen vor Ort hat sich die Wahrnehmung von Totholz verbessert, wie die Studien zur Akzeptanz des Nationalparks in der Region eindrucksvoll belegen: Während 2008 noch 46 Prozent der Einheimischen der Meinung waren, Totholz soll überall im Nationalpark beseitigt werden, waren im Jahr 2019 rund 65 Prozent der Ansicht, Totholz sollte nur beseitigt werden, wenn es ein Hindernis darstellt. Rund 80 Prozent der Einheimischen stimmten 2019 der Aussage zu, dass Totholz wichtig für die Biologische Vielfalt ist.


Von Borkenkäfermanagement bis Amphibienschutz

Tobias Friedmann mit seinen beiden Hunden Hugo und Leska. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Tobias Friedmann zieht als neuer Leiter der Dienststelle Riedlhütte eine erste Bilanz Bereits seit Januar hat die Nationalparkdienststelle Riedlhütte einen neuen Leiter, und zwar Tobias Friedmann. Der 36-Jährige hat die Nachfolge von Werner Kaatz angetreten, der Ende 2022 in Ruhestand gegangen ist. Nach einem halben Jahr, in dem in erster Linie der Borkenkäfer in der Managementzone des Schutzgebietes den Takt vorgegeben hat, zieht Friedmann nun eine erste positive Bilanz.

„Die Arbeit im Nationalpark ist vielfältiger, als es bei meinen bisherigen beruflichen Stationen der Fall war“, sagt der dreifache Familienvater. „Und das macht mir wahnsinnigen Spaß.“ Nach seinem Studium der Forstwissenschaften an der Technischen Universität München war der gebürtige Chiemgauer selbständig, war in der Schutzwaldsanierung tätig und zu guter Letzt bei den Bayerischen Staatsforsten angestellt. „Die vergangenen vier Jahre war ich Revierleiter am Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten.“

Im Nationalpark kann er nun in vielfältiger Weise seine bisherigen Erfahrungen im Waldmanagement aber auch im Naturschutz anwenden. Dies fängt bereits beim Borkenkäfer-Management an. An erster Stelle stehe natürlich, die Ausbreitung des Buchdruckers auf die benachbarten Privatwälder zu verhindern. „Aber wir wollen dabei auch noch das Beste für die Natur herausholen.“ So kommen beispielsweise Debarking-Harvester zum Einsatz, die Bäume fällen und entrinden, so dass die Stämme als Totholz und damit als wertvoller Lebensraum im Wald verbleiben können. Darüber hinaus hat Friedmann direkt vor seinem Büro in Klingenbrunn-Bahnhof bereits ein erstes Naturschutzprojekt umgesetzt. Die dortigen drei Teiche, die von Fröschen, Kröten und Molchen gerne als Laichgewässer genutzt werden, sind in den vergangenen Jahren immer stärker zugewachsen. Deshalb wurden die Tümpel auf zwei Dritteln ihrer Fläche vom Bewuchs befreit, am Gewässer- und Waldrand liegen nun Baumstämme und Äste, die als Lebensraum für Kreuzotter und Waldeidechse dienen. „So konnten wir den gesamten Bereich nicht nur für Amphibien, sondern auch für Reptilien attraktiv gestalten.“

Aber auch die Kooperation mit den anderen Sachgebieten hat es Tobias Friedmann angetan. „Ich arbeite viel mit unseren Wissenschaftlern zusammen, deren Forschungsflächen bei mir im Revier liegen.“ Die Meinung des 36-Jährigen ist auch gefragt, wenn es um Maßnahmen zur Besucherlenkung geht, beispielsweise, wenn Wege gesperrt und umgeleitet werden müssen oder neue Wegweiser sowie Infotafeln aufgestellt werden. Letztendlich redet er auch mit, wenn Veränderungen bei baulichen Anlagen in seinem Zuständigkeitsbereich notwendig sind. Das Waldspielgelände und der Seelensteig liegen ebenfalls in seinem Revier. Gerade ist Tobias Friedmann an einem Projekt beteiligt, bei dem Daten aus dem Borkenkäfermanagement zeitnah digitalisiert und so für alle Kolleginnen und Kollegen auf kürzestem Weg zur Verfügung stehen sollen. „Ich bin hier im Nationalpark sehr umfassend tätig – und das begeistert mich jeden Tag aufs Neue.“


Ein neuer Baum erstrahlt im Haus zur Wildnis

neuer Baum im Haus zur wildnis

Dauerausstellung wurde für 1,6 Millionen Euro erneuert – Walddynamik im Fokus

Nach rund drei Jahren Bauzeit ist die neue Dauerausstellung im Haus zur Wildnis nun fertiggestellt. Vor der Kulisse des zentralen Elements, einem zweistöckigen, teils begehbaren, nachgebildeten Laubbaum, wurde dies am Donnerstagabend unter dem Beisein vieler Ehrengäste gefeiert. Die Neugestaltung der Nationalparkeinrichtung war Teil des Geburtstagspakets, welches der Freistaat Bayern zum 50. Jubiläum des Schutzgebiets aufgesetzt hatte. Die Investitionssumme liegt bei rund 1,6 Millionen Euro.

„Es war keine leichte Zeit: Corona, langwierige Estrichsanierungen, Lieferschwierigkeiten bei Materialen, das alles waren Hürden, die wir meistern mussten“, blickte Nationalparkleiterin Ursula Schuster zurück. „Doch was lange währt, wird sehr gut.“ Sie bedankte sich in diesem Zug bei allen, die mitgeholfen haben, um die Dauerausstellung in der beliebten Besuchereinrichtung zu erneuern. Gerade der große Laubbaum sei wahrlich ein echter Hingucker geworden.

„Der Baum ist Heimat für das Eichhörnchen und für den Eichelhäher. Er hat Bucheckern und genauso Ahornsamen. Verschiedene Pilzarten wachsen auf ihm. Sie sehen einen Mistelzweig und Beeren von der Eberesche. Ein buntes Durcheinander. So einen Baum werden Sie draußen in der Realität nicht finden. Aber hier drinnen, hier können wir mit diesem Baum als Nationalparkverwaltung das erklären, was für uns so wichtig ist.“ Und das ist die Walddynamik, das zentrale Thema im Haus zur Wildnis. Deswegen spielen auch Totholz und junge Wälder eine große Rolle. „Wir wollen hier im Haus zur Wildnis die Hauptprozesse, die die Entwicklung der Wälder des Nationalparks antreiben, vorstellen - die natürliche Dynamik erklären. Der alte Laubbaum steht für die langsame und sukzessive Entwicklung von Wäldern. An ihm werden die besonderen Lebensräume und Arten alter Wälder vorgestellt.“

„Der Großteil dessen, was hier für 1,6 Millionen Euro geleistet wurde, ist nicht sichtbar“, sagte Gerald Escherisch, Baudirektor am Staatlichen Bauamt Passau, welches für die Durchführung der Maßnahme zuständig war. So stecke viel Arbeit in den Ausstellungselementen, in der Statik, in der Medientechnik, aber auch im Brandschutz.

Das „Alleinstellungsmerkmal für die Region“, so Helmut Plenk, stellvertretender Landrat im Landkreis Regen, sei durch die neue Schau nochmal attraktiver geworden: „Gerade deswegen ist dies heute ein guter Tag für den Landkreis Regen.“ Und auch der Hausherr, Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz, zeigte sich angetan: „Die Ausstellung zeigt sehr eindrücklich das Werden und Vergehen in unseren Wäldern ohne menschliches Zutun.“

Nach den Grußworten folgte eine Diskussionsrunde, die von Achim Klein, Leiter vom Haus zur Wildnis, moderiert wurde. Dabei gaben Projektbeteiligte Einblicke in die langwierigen Arbeiten. „Wir haben versucht eine Geschichte zu erzählen“, sagte etwa Hans Ulrich Werchan vom Planungsbüro ö_konzept. „Diese fügt sich nun spannend in dieses Haus ein, betont die einzigartige Architektur und repräsentiert zugleich den Nationalpark.“ „Genau die Frage nach dem inhaltlichen Schatz des Nationalparks stand ganz am Anfang“, berichtete auch Lisa Ornezeder, die als Projektmitarbeiterin beim Nationalpark die Konzeption begleitete. „Für uns war schnell klar, dass die jungen und alten Wälder besonders sind, deswegen sind diese jetzt auch Kern der Ausstellung.“ Dass dies nun so gut umgesetzt wurde, freute besonders auch Jörg Fischer, Projektleiter bei Seiwo Technik, die den Großteil der Ausstellungsinstallation erledigten. „Es war trotz einiger Widrigkeiten auch für uns ein tolles, wirklich einzigartiges Projekt.“

Im Anschluss schlenderten die Besucher der Ausstellungseröffnung noch einige Zeit durch das neu gestaltete Haus zur Wildnis, bestaunten den begehbaren Baum von jeder Seite und probierten viele der interaktiven Stationen aus. Und auch Einblicke in den Nachtraum und den Wurzelgang, die im Zuge der Erneuerung ebenfalls umgestaltet beziehungsweise neu angelegt wurden, nahmen die Gäste noch gern mit. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Manuel Wagner.

Nationalparkbesucher haben ab sofort die Gelegenheit, das rundum erneuerte Haus zur Wildnis zu besuchen. Die Einrichtung hat bei freiem Eintritt noch bis 8. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Im Anschluss macht das Haus kurz Pause, ehe es am 26. Dezember in die Wintersaison startet.


Aufwändige Borkenkäferbekämpfung im Tier-Freigelände

In den Tier-Freigeländen verbleiben Fichten, wenn möglich, als Hochstümpfe im Gelände. Welche weiteren Möglichkeiten es gibt, den Borkenkäfer effektiv und schnell zu bekämpfen und dennoch die Ästhetik, Tier- und Arbeitssicherheit zu gewährleisten, darüber informierte sich Nationalparkleiterin Ursula Schuster bei Dienststellenleiter Ingo Brauer (Mitte) und Martin Scholz, stellvertretender Leiter des Sachgebiets Wald- und Flächenmanagement. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nach Waldschutz spielen Arbeitssicherheit, Tierschutz und Ästhetik eine Rolle .

Vom Buchdrucker befallene Fichten werden auch in den Tier-Freigeländen des Nationalparks Bayerischer Wald schnellstens entfernt. Besonders betroffen ist derzeit das Nationalparkzentrum Falkenstein. Die Aufarbeitung von Holz ist in diesem Bereich allerdings deutlich aufwändiger als in einem gewöhnlichen Waldstück der Managementzone.

„Laut unserer Verordnung sind wir dazu verpflichtet, in der Managementzone den Borkenkäfer zu bekämpfen, damit sich dieser nicht auf angrenzende Privatwälder ausbreiten kann“, sagt Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Auch die Tier-Freigelände liegen in der Nähe von Privatwäldern, so dass dort in einer bis zu 1000 Meter breiten Zone ein Management notwendig ist. „Hierbei hat für uns der Forstschutz und die Schnelligkeit bei der Bekämpfung des Buchdruckers oberste Priorität – auch in den Tier-Freigeländen“, erklärt Ursula Schuster. Allerdings müssen in den Nationalparkzentren auch zusätzliche Belange berücksichtigt werden. „Zum einen geht es um die Gewährleistung des Tierschutzes sowie der Arbeitssicherheit für die Tierpfleger. Zum anderen wollen wir unseren Besuchern natürlich nach wie vor ein schönes Naturerlebnis ermöglichen.“ Deshalb spielt der Aspekt der Ästhetik bei der Aufarbeitung von Borkenkäferbäumen hier eine besondere Rolle.

Welche Möglichkeiten es gibt, dazu hat sich die Mannschaft des Sachgebietes Wald- und Flächenmanagement in den vergangenen Monaten intensiv Gedanken gemacht. In den einsehbaren Gehegebereichen werden Bäume nicht auf herkömmliche Art umgeschnitten. „Wir wenden hier den Kronenschnitt an“, erklärt Ingo Brauer, Leiter der Nationalparkdienststelle Scheuereck. Danach ist am verbleibenden Stumpf kein gewöhnlicher glatter Schnitt zu sehen, sondern ein zersplitterter Stock. „Es sieht aus, als ob der Baum im Sturm umgeknickt worden ist. Dies wirkt nicht nur natürlicher, in die Stümpfe gelangt auch schneller Regenwasser und so zersetzen sie sich leichter“, erklärt Brauer.

Damit der Boden in den Gehegen geschont bleibt, werden vom Borkenkäfer befallene Fichten bevorzugt motormanuell aufgearbeitet und wo möglich mit Rückpferden abtransportiert. Zum Schutz der Gehegetiere werden alle Äste, die bei der Aufarbeitung anfallen, beseitigt. „Dies hat auch einen weiteren Zweck: Wir wollen, dass die Besucher auch nach den Forstarbeiten eine gute Sicht auf die Tiere haben“, so Brauer. Harvester kommen nur in Bereichen zum Einsatz, die von Besuchern nicht einsehbar sind. Um die Artenvielfalt zu fördern, werden einige befallene Bäume nicht komplett gefällt, sondern verbleiben mit geschlitzter Rinde als für den Borkenkäfer nicht mehr besiedelbarer Hochstumpf im Gelände und werden so zu einem Lebensraum für verschiedenste Tierarten.

Ursula Schuster zeigte sich beeindruckt von dem bisherigen Ergebnis und richtete ihren Dank an Ingo Brauer und sein Team. „Hier wurde unter Berücksichtigung aller wichtigen Aspekte tolle Arbeit geleistet.“


Umweltpraktikanten ziehen Bilanz

Lukas Laux (v.r.) und Jens Krollmann besprachen sich auf der Landesgartenschau mit den drei noch aktiven Umweltpraktikanten dieses Jahrs: Hanna Oßing, Arthur Spitta und Lena Renner. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Fünf Freiwillige dank Kooperation mit der Commerzbank im Nationalpark.

Jahr für Jahr engagieren sich junge Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen als Commerzbank-Umweltpraktikanten beim Nationalpark Bayerischer Wald. Heuer etwa, um den Auftritt des Schutzgebiets auf der Landesgartenschau in Freyung mit zu betreuen. Deswegen fand das diesjährige Bilanzgespräch auch am dortigen Infostand auf dem Geyersberg statt.

Lena Renner, die Staatswissenschaften studiert, hat sich in ihrem Praktikumsprojekt etwa mit der Nachnutzung der vom Nationalpark für die Gartenschau angeschafften Infrastruktur beschäftigt. Im Fokus stand dabei etwa die aufwändig gestaltete Kugelbahn, die demnächst in eine der Schutzgebietseinrichtungen umziehen soll. „Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, wie man rundherum Bildungsprogramme stricken kann, die nicht nur bei Führungen mit Kindern funktionieren, sondern auch dann, wenn Besucher selbstständig im Gelände unterwegs sind.“

Die barrierefreie Nutzung des Nationalparks hat sich Arthur Spitta, Student im Bereich Forstingenieurwesen, genauer angeschaut. „Ich habe dabei besonders an Bildungskonzepten für Menschen mit Sehbehinderungen und Blinde gearbeitet.“ Teile davon sollen etwa beim nächstjährigen Aktionstag für Menschen mit Handicap auch in der Praxis erprobt werden. Ganz neu im Team ist dagegen noch Hanna Oßing. „Ich will mich etwa besonders mit Schlechtwetterangeboten beschäftigen“, so die Wirtschaftsinformatik-Studentin, „zum Beispiel in Hinblick auf den Einsatz digitaler Kanäle in der Umweltbildung.“

„Das finde ich ganz spannend“, sagte daraufhin Jens Krollmann von der Commerzbank, die die Praktikumsplätze überall in Deutschland in Großschutzgebieten finanziert. „Denn die Frage, wie man die Umwelt und die digitale Welt zusammenbringt, wird in Zukunft immer wichtiger werden.“ Darüber hinaus zeigte sich Kollmann, Senior Private Banker in Straubing, abermals begeistert vom Engagement der jungen Leute. „Begeisterung für Nachhaltigkeitsthemen sind ein Schlüssel für unseren langfristigen gesellschaftlichen und finanziellen Erfolg.“

Als große Bereicherung für die Umweltbildungsarbeit des Nationalparks bezeichnete auch Lukas Laux, Umweltbildungsreferent des Schutzgebiets, das Wirken der Praktikanten. „Nur dank der Unterstützungskräfte können wir unser vielfältiges Angebot aufrechterhalten“, so Laux. „Und darüber hinaus bringen die Studierenden der verschiedensten Richtungen jedes Jahr aufs Neue interessante, neue Sichtweisen in unserer Verwaltung ein.“

Das Umweltpraktikum der Commerzbank steht alljährlich allen Studenten offen, die ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen. Das Kreditinstitut übernimmt das Praktikumsgehalt für den Einsatz in den beteiligten 22 deutschen Nationalparks und Biosphärengebieten. Für den Einsatz im Kalenderjahr 2024 kann man sich ab November bis Anfang Januar unter www.umweltpraktikum.com bewerben.


Ein halbes Leben für den wilden Wald

Nach über 25 Jahren in Diensten des Nationalparks geht Karl-Heinz Englmaier kommendes Frühjahr in den Ruhestand. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Leiter des Wildniscamps am Falkenstein geht in den Ruhestand

Mit einer gewissen Wehmut steht Karl-Heinz Englmaier in Mitten der Themenhütten im Wildniscamp am Falkenstein und lässt den Blick über das weitläufige Gelände schweifen. Seit 2019 leitet er die Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald. Bevor er im Mai 2024 in den Ruhestand wechselt, will er das Wildniscamp in gute Hände übergeben.

„Für mich war es immer toll hier zu arbeiten. Kein Tag war wie der andere“, schwärmt Karl-Heinz Englmaier. Rund vier Jahre steht er als technischer Leiter nun schon an der Spitze der Umweltbildungseinrichtung. „Ich kümmere mich nicht nur um die klassischen verwaltungstechnischen Aufgaben, sondern auch um die Buchungen und natürlich gibt es an zahlreichen Gebäuden auch immer wieder etwas zu reparieren oder irgendetwas anderes zu organisieren.“ Karl-Heinz Englmaier und sein fähiges Team kümmern sich also darum, dass jedes Jahr wieder zahlreiche Gruppen und Schulklassen unvergessliche Tage in der wilden Natur des Nationalparks erleben können. „Nach den für uns sehr schwierigen Corona-Jahren freut es mich sehr, dass wir 2022 insgesamt wieder über 3.600 Übernachtungen im Wildniscamp verzeichnen und damit wieder vielen Kinder und Jugendliche Themen wie Umwelt- und Naturschutz näherbringen konnten“, bilanziert der Wildniscamp-Leiter.

Nach erlebnisreichen Jahren am Fuße des Falkensteins beendet Karl-Heinz Englmaier im Frühjahr 2024 sein Berufsleben. Begonnen hat seine Laufbahn beim Nationalpark Bayerischer Wald allerdings an ganz anderer Stelle. Nach der Nationalparkerweiterung 1997 im Falkenstein-Gebiet wechselte er vom Forstamt Zwiesel als Nationalpark-Dienststellenleiter in das Schutzgebiet. „Ich habe mich, anders als manch andere damals, sehr über die Parkerweiterung gefreut, weil ich schon immer viel für Natur- und Umweltschutz übrighatte. Ich habe die ersten Jahre dann ein kleines Forstrevier bei Scheuereck geleitet und war zeitgleich auch in der Forschung tätig.“ Danach wechselte Englmaier in die Nationalparkverwaltung nach Grafenau in den Bereich Naturschutz. „Damals fand unter anderem auch die Kartierung der Natura-2000-Gebiete statt, auch bei der Renaturierung zweier Moore im Bereich Finsterau war ich dabei. Eine für mich sehr spannende und lehrreiche Zeit.“ 2010 zog es Karl-Heinz Englmaier aber wieder zurück in den Wald und so leitete er die nächsten neun Jahre die Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein. Auf der Suche nach einer weiteren beruflichen Herausforderung kam er schließlich 2019 als technischer Leiter ins Wildniscamp am Falkenstein.

„Für mich als naturbegeisterter Mensch war es wie eine Belohnung für den Nationalpark arbeiten zu können. Die vielfältigen Erfahrungen die ich sammeln, die zahlreichen Menschen die ich kennen lernen durfte, werde ich sicherlich in guter Erinnerung behalten“, führt Karl-Heinz Englmaier noch zum Schluss aus. „Dem Nationalpark brauche ich zum Abschied eigentlich nichts wünschen, er ist auf einem guten Weg und die Natur entwickelt sich, wie man vielerorts eindrücklich sehen kann, auch ohne uns Menschen hervorragend zu immer mehr Wildnis weiter.“

„Karl-Heinz Englmaier war einer der letzten Universalisten im Nationalpark, der sich durch sein breit gefächertes Wissen ausgezeichnet hat. Vor allem seine forstgeschichtlichen Kenntnisse haben mich immer wieder beeindruckt. Gerade bei den aktuellen Walderneuerungsprozessen im Falkensteingebiet wäre sein Wissen und seine Erfahrung sicherlich noch gefragt gewesen, andererseits hat er sich seinen Ruhestand wahrlich wohl verdient“, so Josef Wanninger, der Leiter des Sachgebietes Besucherzentren und Umweltbildung. „Wir alle wünschen Herrn Englmaier für seine weitere Zukunft nur das Beste.“

Wer ihm als Leiter des Wildniscamps am Falkenstein nachfolgen wird steht noch nicht fest. Interessierte können sich noch bis zum 24. September 2023 bewerben. Alle Informationen finden sich in der entsprechenden Stellenausschreibung auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald.


22 neue Nationalpark-Waldführer

Gruppenbild der frisch ausgebildeten Waldführer. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nach fünf Ausbildungs-Blöcken können die Einheimischen nun Führungen leiten.

Die Waldführer sind das Rückgrat der Umweltbildung im Nationalpark Bayerischer Wald. Im Vorjahr leiteten die Ehrenamtlichen aus der Region 87 Prozent der gut 2900 angebotenen Führungen. Nun hat das Team gleich 22-fache Verstärkung bekommen, denn nach insgesamt fünf Ausbildungsblöcken hat nun der komplette Jahrgang die durchaus fordernden Prüfungen bestanden. Das wurde mit der Verleihung der Abschlusszertifikate jüngst im Haus zur Wildnis bestätigt.

Seit Mai dieses Jahrs tauchten die Naturinteressierten in die Welt des ältesten deutschen Nationalparks ein. Sie lernten die Einrichtungen im Schutzgebiet, dessen Geschichte und vor allem dessen Naturausstattung kennen. Dazu gab’s didaktische, philosophische und wissenschaftliche Blöcke inklusive vieler praktischer Einheiten. Ende Juli stand schließlich der Prüfungsblock auf dem Programm – schriftlich wie auch mündlich. Bilanz davon: Alle haben mit Bravour bestanden.

„Wir freuen uns vor allem über Verstärkung bei der Bildungsarbeit im Falkenstein-Gebiet“, so Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Gleich zehn der neuen Ehrenamtler stammen aus dem Landkreis Regen. Elf wohnen im Landkreis Freyung-Grafenau, eine im angrenzenden Tschechien. „Mit Eurem Einsatz während der Ausbildung habt ihr dem Nationalpark eines der wertvollsten Dinge geschenkt, die es heute gibt, nämlich Eure Zeit“, sagte Thomas Michler von der Nationalpark-Umweltbildung bei der Zertifikatsübergabe.

Die richtige Arbeit beginnt nun aber erst. Die frisch ausgebildeten Waldführer werden demnächst damit starten, Urlauber durch den Nationalpark zu führen, Schülern die Natur näherzubringen oder sogar schon bei Kindergartenkindern für erste Einblicke in die wilde Natur zu sorgen. Damit ergänzen sie das wichtige Engagement der bisher 111 ehrenamtlichen Waldführer des Nationalparks.

Die nächste Ausbildungsrunde findet übrigens erst wieder 2025 statt. Bewerbungen dafür sind voraussichtlich ab November 2024 möglich.


Jugendwaldheim ist nun bestens versorgt

Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Hohenaus Bürgermeister Josef Gais (rechts) ließen sich von Johannes Dick (links), der im Nationalpark Baumaßnahmen betreut, und Jan Günther, Leiter vom Jugendwaldheim, die abgeschlossenen und anstehenden Maßnahmen erläutern. Vorn links zu sehen ist die Ansaugstation der Löschwasserzisterne.

Umweltbildungseinrichtung an Wassernetz angeschlossen – Speisesaal abgerissen.

Viel Betrieb ist das Team vom Jugendwaldheim nahe Glashütte gewohnt. Aktuell sind es aber keine Schulgruppen, die die Umweltbildungseinrichtung des Nationalparks bevölkern, sondern Baufirmen. Der in die Jahre gekommene Speisesaal ist schon abgerissen, ein Neubau soll bald folgen. Abgeschlossen sind derweil bereits die Arbeiten zur Ver- und Entsorgung. Davon überzeugten sich jüngst Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Hohenaus Bürgermeister Josef Gais bei einem Vor-Ort-Termin.

Bisher wurde der Übernachtungsbetrieb durch eine eigene Quellfassung nebst hauseigener Aufbereitungsanlage mit Trinkwasser versorgt. „Nun haben wir durch eine 800 Meter lange Leitung den Anschluss an die gemeindliche Wasserversorgung hergestellt“, berichtete Johannes Dick, der beim Nationalpark für Baumaßnahmen zuständig ist. „Die Wasserqualität bleibt damit unverändert hoch, denn auch unser Gemeindewasser beziehen wir aus dem Nationalpark“, ergänzte dazu Bürgermeister Josef Gais.

Im Zuge der Tiefbaumaßnahmen wurde zudem ein Kanal zur Abwasserentsorgung, ein neues Telefonkabel sowie ein Leerrohr für eine mögliche Anbindung ans Glasfasernetz verlegt. „All das bringt viele Vorteile, so entfällt etwa die Wartung der Schilfkläranlage und des Löschwasserteichs“, berichtete Dick. „Außerdem ist durch den Wegfall der bisher oberirdischen Telefonleitung ein störungssicherer Betrieb der Brandmeldeanlage möglich.“ Zur Sicherstellung des Brandschutzes entstand zudem ein 225.000 Liter fassender Löschwasserbehälter, womit anrückende Feuerwehren im Ernstfall genug Wasser für die Brandbekämpfung direkt vor Ort vorfinden.

Die Tiefbauarbeiten wurden von Anfang Mai bis Anfang August unter Regie der Nationalparkverwaltung durchgeführt. Die entstandenen Kosten belaufen sich auf rund 700.000 Euro. „Und das Wichtigste: Alles ist reibungslos abgelaufen“, bilanzierte Jan Günther, Leiter des Jugendwaldheims. Einen Dank gab es in diesem Zug auch für die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hohenau.

Die größere Baumaßnahme am Jugendwaldheim läuft derweil aber noch unter Federführung des Staatlichen Bauamts Passau. Der alte, energetisch sehr schlecht isolierte Speisesaal steht bereits nicht mehr. Als nächster Schritt stehen weitere Abbrucharbeiten im Bereich der Bodenplatte und des Kellers an. Danach soll – möglichst noch vor Wintereinbruch – der Rohbau des Neubaus entstehen. „Unser Zeitplan wäre, dass wir zum Schulstart im September 2024 wieder Gruppen beherbergen können“, so Günther. Nötig ist die Baumaßnahme aber nicht nur aus energetischen Gründen. Auch die Küche entsprach nicht mehr den aktuellen Erfordernissen. Zudem war das bisherige Gesamtkonstrukt der Übernachtungseinrichtung nicht barrierefrei.

Durch die Anhebung des Speisesaals sowie weitere Verbesserungen beim Thema Barrierefreiheit ist es künftig auch Schülern mit körperlichen Einschränkungen möglich, an Aufenthalten im Jugendwaldheim teilzunehmen. „Das Thema liegt uns sehr am Herzen, denn gerade für solch ein Haus ist es wichtig, dass wir es allen Kindern zugänglich machen können“, sagte dazu Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Auch Bürgermeister Josef Gais freut sich über die laufende Ertüchtigung: „Das tut der Gemeinde sehr gut, schließlich ist das Jugendwaldheim ein wichtiger Werbeträger für uns.“


Hubschrauber-Einsatz erfolgreich beendet

Hubschrauber-Einsatz

5000 Festmeter Fichtenholz von Moorböden im Nationalpark-Randbereich ausgeflogen

Diese Maßnahme war weithin zu hören – nun ist sie beendet. Die Rede ist vom Hubschrauber-Einsatz in den Nationalpark-Randbereichen unterhalb des Großen Falkensteins. In den vergangenen zwei Wochen war dort eine Spezialfirma aus der Schweiz damit beschäftigt, rund 5000 Festmeter Fichtenholz auszufliegen.

„Wir sind laut Nationalparkverordnung dazu verpflichtet, in einem 500 bis 1000 Meter breiten Streifen an der Grenze des Nationalparks die Ausbreitung von Borkenkäfern zu verhindern, zum Schutz benachbarter Privatwälder“, sagt Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Genau in diesen Bereichen war der Helikopter im Einsatz – als letztmögliches Mittel, um sowohl ein effizientes Borkenkäfer-Management zu ermöglichen und gleichzeitig die auf den Flächen vorherrschenden Moorböden zu schützen.

„Auf Moorböden können wir keine schweren Maschinen einsetzen“, erklärt Franz Baierl, Sachgebietsleiter für Wald- und Flächenmanagement. Daher sei zunächst geplant gewesen, die dort mit Borkenkäfern befallenen Fichten manuell mit Waldarbeiter-Trupps zu fällen und anschließend streifenförmig zu schlitzen. Damit hätten die Stämme im Wald verbleiben können, denn die Entwicklung der Borkenkäfer-Larven wäre gestoppt gewesen. „Aufgrund der Anzahl an zu behandelnden Bäumen war dies dann aber zeitlich nicht möglich“, so Baierl. „Es wäre schlicht nicht schnell genug gegangen, um ein Ausfliegen der nächsten Borkenkäfer-Generation zu verhindern.“ Somit musste der Hubschrauber her.

Der weithin hörbare Einsatz lief letztendlich erfolgreich ab. An zehn Flugtagen konnten so rund 5500 Festmeter Holz abtransportiert werden. Begünstigt wurde die Maßnahme durch sehr kurze Flugwege und die professionelle Abwicklung der beauftragten Firma sowie des hohen Engagements der Nationalpark-Mannschaft, die tatkräftig zuarbeiten musste. „Letztendlich gilt auch den Anwohnern nochmal danke zu sagen für das aufgebrachte Verständnis aufgrund der hohen Lärmbelästigung“, ergänzt Nationalparkleiterin Ursula Schuster.


Als erste Forstwirtin den Abschluss in der Tasche

Daniel Spielbauer gratulierte Friederike Wetzel zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Forstwirtin. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Friederike Wetzel absolvierte Ausbildung im Nationalpark – Nach Gesellenbrief folgt Studium

Bei Wind und Wetter draußen schaffen, körperliche Schwerstarbeit leisten und meistens allein unter Männern sein – das alles hat Friederike Wetzel nichts ausgemacht. Als erste Frau hat sie vor zwei Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald die Ausbildung zur Forstwirtin begonnen. Nach dem erfolgreichen Abschluss blickt sie nun zufrieden und mit einem Koffer voller Erfahrungen auf die Zeit im Schutzgebiet zurück.

Ihr Interesse für den Wald und vor allem auch für die Jagd wurde ihr in die Wiege gelegt. „Mein Papa und mein Bruder sind Jäger, mein Bruder hat ebenfalls die Ausbildung zum Forstwirt absolviert“, erzählt die 21-Jährige, die ursprünglich aus Kassel stammt. „Ich war immer schon gerne draußen. Deshalb habe ich nach dem Abitur zunächst ein freiwilliges ökologisches Jahr im Bereich Wildtiermonitoring im Nationalpark gemacht.“ Diese Arbeit hat auch ihre Leidenschaft für die Forstwirtschaft geweckt. Sie erhielt einen Ausbildungsplatz zur Forstwirtin und konnte aufgrund ihrer Hochschulreife die Lehrzeit auf zwei Jahre verkürzen.

Dass sie die Stelle damals bekommen hat, bezeichnet sie als Glücksfall. „Es war eine tolle und vor allem sehr lehrreiche Zeit“, sagt Friederike Wetzel, der nicht nur die Holzernte gefällt. „Im Nationalpark spielt der Naturschutz eine wichtige Rolle und so konnte ich auch bei der Schachtenpflege oder beim Amphibienschutz mit anpacken.“ Einblicke erhielt sie ebenfalls in die Arbeit der Tierpfleger oder der Schreiner. Was Friederike Wetzel am Ende besonders freut, ist, dass sie als Frau sofort in das Team aufgenommen worden ist. „Es gibt in diesem Beruf bei dem ein oder anderen sicherlich noch Vorbehalte gegen Frauen – aber das habe ich hier im Nationalpark nie gespürt.“

Das war auch Forstwirtschaftsmeister Daniel Spielbauer, der für die Ausbildung der Forstwirtinnen und Forstwirte im Nationalpark zuständig ist, ein großes Anliegen. „Wir sehen uns als ein Team, jeder kann sich auf die oder den anderen verlassen.“ Spielbauer ist froh, dass nun auch Frauen diesen Beruf für sich entdecken. „Sie können dies genauso wie Männer. Friederike Wetzel ist mit ihrer hervorragenden Arbeit, die sie geleistet hat, bestes Beispiel dafür.“

Bei der Überreichung des Gesellenbriefes wünschte ihr Daniel Spielbauer viel Erfolg in ihrem weiteren Berufsleben. Herzliche Gratulationen zur bestandenen Prüfung kamen auch von Nationalparkleiterin Ursula Schuster. „Ich danke Friederike Wetzel für die geleistete Arbeit und ihr außergewöhnliches Engagement in den vergangenen Jahren und wünsche ihr nur das Beste für ihre weitere berufliche Laufbahn.“

Dem Nationalpark geht Friederike Wetzel nicht gleich verloren, denn die 21-Jährige arbeitet bis Oktober noch als Gesellin im Schutzgebiet weiter. Dann ist mit der täglichen Arbeit draußen erstmals Schluss. „Ich beginne im Herbst an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising ein Forstwirtschaftsstudium, später will ich Revierleiterin werden. Da sehe ich natürlich jetzt schon Vorteile, da ich bereits jede Menge praktische Erfahrungen sammeln konnte.“


Das Nationalpark Café bei Finsterau steht

Sprach im Beisein der beteiligten Firmenvertreter sowie der Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung den Richtspruch für das „Naturerlebnis Wistlberg“: Zimmerer Mario Bauer. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Richtfest für das Herzstück vom „Naturerlebnis Wistlberg“

Das „Naturerlebnis Wistlberg“ bei Finsterau nimmt Form an. Vor wenigen Wochen noch war am Parkplatz lediglich eine Baugrube zu sehen. Innerhalb kürzester Zeit konnte nun das Gebäude des Nationalpark Cafés errichtet werden. Nach altem Brauch wurde dies mit einem Richtfest gefeiert.

„Drum wünsche ich, so gut ich`s kann, so kräftig wie ein Zimmermann, mit stolz empor gehobenem Blick, dem neuen Hause recht viel Glück“ – mit diesen Worten stieß Zimmerer Mario Bauer von der Firma Holzbau Haydn vom Firstbaum aus auf den Bau am Wistlberg an. Im Anschluss bedankte sich Dr. Franz Leibl beim Architekten und allen beteiligten Baufirmen für die kooperative Zusammenarbeit. „Noch vor wenigen Wochen konnten wir mit Staatsminister Thorsten Glauber den Spatenstich abhalten, nun steht schon ein wesentlicher Teil des Gebäudes. Es freut uns sehr, dass es so zügig vorangeht.“ Leibl wünschte dem Bauvorhaben einen unfallfreien Verlauf und lud im Anschluss zu einem Mittagessen ein.

Neben dem Nationalpark Café, in dem im Innenraum bis zu 30 Personen Platz haben, entsteht auch ein Naturspielbereich, der Kinder allen Alters anspricht und soweit möglich auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Geplant ist darüber hinaus auch die zehn Meter hohe Aussichtsplattform „Lusenblick“ im nordwestlichen Bereich. Der Bohlensteg durch das Finsterauer Filz mit der Aussichtsplattform „Moorblick“ ist in weiten Teilen bereits fertig gestellt. Im Jahr 2024 soll der Umbau des bereits bestehenden Parkplatzes am Wistlberg sowohl für den Autoverkehr als auch für den ÖPNV beginnen.


Hubschrauber-Einsatz bei Kreuzstraßl

Hubschrauber-Einsatz

Borkenkäfer-Management auf Moorböden im Nationalpark-Randbereich

Aktuell läuft am Fuße des Großen Falkensteins intensives Borkenkäfer-Management in den Nationalpark-Randbereichen. Bei Kreuzstraßl muss nun ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Der Grund: Anders ist es dort auf den empfindlichen Moorböden nicht möglich, von Buchdruckern befallene Fichten schonend aus dem Wald zu bringen.

Ungefähr 3000 Festmeter Holz müssen per Transporthubschrauber ausgeflogen werden. Schwere Maschinen können in diesem Bereich nicht eingesetzt werden, da die Böden zum einen nicht befahrbar sind und zum anderen bei der Bringung mit Maschinen der Moorkörper zerstört werden würde.

Der Helikopter-Einsatz beginnt – keine Wettereinschränkungen vorausgesetzt – am Dienstag, 25. Juli. Er dauert wahrscheinlich bis Mittwoch, 2. August, an. Ausgeführt werden die Arbeiten von einer renommierten Schweizer Fachfirma.

Aus Sicherheitsgründen müssen während der Arbeitszeiten von circa 7 bis 19 Uhr Wander- und Radwege gesperrt werden, die überflogen werden. Zunächst ist dies die Route zwischen dem Parkplatz Weiße Brücke und Kreuzstraßl. Wahrscheinlich ab Donnerstag, 27. Juli, werden dann Wander- und Radwege zwischen Kreuzsstraßl und dem Parkplatz Schleicher gesperrt. Sonntags ist der Helikopter nicht im Einsatz. Die Nationalparkverwaltung weist darauf hin, dass im Umgriff der Arbeitsbereiche mit erhöhtem Lärm zu rechnen ist und bittet daher vor allem Anwohner um Verständnis.


Helfer für Moor-Renaturierung gesucht

Auch auf bayerische Seite der grenzenlosen Wildnis wurden schon zahlreiche Moore renaturiert.  (Foto: Luca Michels/Nationalpark Bayerischer Wald)

„Day for Mires“: Aktionstag im Nationalpark Šumava am Samstag, 19. August.

Einmal selbst Hand anlegen und die Natur schützen! Das geht beim Aktionstag „Day of Mires“ am Samstag, 19. August! Auch dieses Jahr können Freiwillige dabei selbst tätig werden, um der Entwässerung von Mooren entgegen zu wirken. Im Anschluss an die Arbeit erwartet alle Helfer eine spannende Exkursion im Nationalpark Šumava. Der Aktionstag findet im Rahmen des grenzüberschreitenden Moor-Projekts „Life for Mires“ statt.

Nachdem zahlreiche Moore in früherer Zeit für Torfabbau und Forstwirtschaft entwässert wurden, gilt es nun, die negativen Folgen für die empfindlichen Lebensräume so gut wie möglich wieder rückgängig zu machen. Wie das funktioniert? Die Entwässerungsgräben werden abgedichtet, so dass der Wasserstand im Moor ansteigt und das Moor wieder wachsen kann. Aufgabe der Freiwilligen ist es vor allem, Staudämme zu bauen und Gräben zu verfüllen. Das heißt: Körperlicher Einsatz für eine gute Sache in einer einzigartigen Umgebung. Die Exkursion im Anschluss bietet spannende Informationen zum Thema Moore und führt durch die Kernzone des Nationalparks Šumava zum Weitfäller Filz.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Anmeldungen sind zwingend erforderlich – und zwar bis 11. August unter rabea.Kluempers@npv-bw.bayern.de. Mitzubringen sind robuste Kleidung, Wanderschuhe und Gummistiefel sowie Verpflegung. Der Aktionstag startet um 9 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung bekanntgegeben. Weitere Infos zum Projekt gibt’s unter life.npsumava.cz.


Nationalpark-Region spendet Trinkwasser

Unter anderem im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus kann jetzt kostenlos Leitungswasser aufgefüllt werden. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kostenlose Refill-Stationen in vielen Besuchereinrichtungen

Wer kennt’s nicht: Es ist ein heißer Sommertag und die eigenen Wasserreserven sind wieder viel zu schnell zur Neige gegangen. Ferienregion und Nationalpark Bayerischer Wald halten da nun dagegen. Denn ab sofort können Gäste in vielen Besuchereinrichtungen kostenlos Trinkwasser auffüllen.

Auf Anregung der Landratsämter Regen und Freyung-Grafenau beteiligen sich der Nationalpark Bayerischer Wald und sein touristischer Partner, die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald, an der Aktion „Refill Deutschland“. Auf Nachfrage kann so die eigene Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser aufgefüllt werden.

Ziel von „Refill Deutschland“ ist es, Plastikmüll zu sparen und dadurch die Umwelt zu schützen. Gleichzeitig soll mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Leitungswasser in Deutschland bestes Trinkwasser ist. Das Konzept der Initiative ist einfach: Überall wo der Refill-Aufkleber angebracht ist, kann man kostenfrei Leitungswasser in die mitgebrachte Flasche auffüllen und damit Plastikmüll vermeiden.

Im Nationalpark kann ab sofort die Trinkflasche im Nationalparkzentrum Falkenstein im Haus zur Wildnis und im Servicegebäude am Parkplatz, im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald sowie im Hans-Eisenmann-Haus aufgefüllt werden. Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald bietet den Service in fast allen zugehörigen Touristinfos an. Eine Übersicht über die Refill-Stationen in der Nationalparkregion und in ganz Deutschland gibt’s unter www.refill-deutschland.de.


MINISTER GLAUBER GIBT NATIONALPARK BAYERISCHER WALD IN GUTE HÄNDE

Festakt zur Amtsübergabe von Dr. Franz Leibl an Nachfolgerin Ursula Schuster.

Wehmut, Abschiedsschmerz, Dankbarkeit und Vorfreude – viele Emotionen waren bei der offiziellen Amtsübergabe der Leitung des Nationalparks Bayerischer Wald von Dr. Franz Leibl an seine Nachfolgerin Ursula Schuster zu spüren. Am Ende des Abends im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau war für alle Beteiligten klar: Leibl übergibt ein sehr gut bestelltes Haus – mit einem großen Rückhalt aus der Region und aus der kommunalpolitischen Familie.

„Franz Leibl hat in den zwölf Jahren, in denen er Nationalparkleiter war, große Spuren hinterlassen“, sagte Staatsminister Thorsten Glauber in seiner Festrede. Er habe es verstanden, Menschen an die Hand zu nehmen und zu begleiten. Bestes Beispiel dafür sei Leibls Vorgehen bei der Umsetzung der Nationalparkerweiterung zum 50. Geburtstag des Schutzgebietes. „Als dies erstmals zur Sprache kam, gingen einige drei Schritte zurück. Franz Leibl ging einen Schritt nach vorn.“ Bei offenen Gesprächen mit der Kommunalpolitik, mit den Waldbesitzern und der gesamten Region habe er wichtige Überzeugungsarbeit geleistet. Leibl habe auch darüber hinaus Akzente gesetzt. Dienst nach Vorschrift war für ihn ein Fremdwort, die Arbeit als Nationalparkleiter war eine Herzensangelegenheit für ihn, so der Staatsminister. Auch für die neue Nationalparkleiterin fand Glauber lobende Worte. Er wünschte Ursula Schuster viel Kraft und eine glückliche Hand, um die Geschicke des Nationalparks zu leiten.

Landrat Sebastian Gruber erklärte in seiner Funktion als Vorsitzender des Kommunalen Nationalparkausschusses, dass der Leitungswechsel nicht nur für das Schutzgebiet eine Zäsur darstelle, sondern für die gesamte Region – denn beide sind eng miteinander verbunden. „Franz Leibl war ein Verfechter, dass die Philosophie ,Natur Natur sein lassen´ oberste Priorität hat“, so Gruber. Gleichzeitig sei es ihm aber immer ein Anliegen gewesen, die Infrastruktur des Nationalparks unermüdlich zu ertüchtigen. „Es war immer ein gutes, wertschätzendes, verlässliches und verbindliches Miteinander, vielen Dank dafür.“ Gruber betonte, dass man den eingeschlagenen Weg mit Ursula Schuster weitergehen wolle. „Ich wünsche Ihnen dazu viele Unterstützer und Wegbegleiter.“

Dankesworte und Anekdoten aus der Zusammenarbeit mit Franz Leibl sowie gute Wünsche für Ursula Schuster gab es anschließend von der kommunalpolitischen Familie, zusammengefasst in einem kurzen Video.

Peter Südbeck, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Naturlandschaften e.V., erklärte, dass Nationalparks die beste Idee im Naturschutz seien – und der Startpunkt in Deutschland sei hierzu im Bayerischen Wald gewesen. Doch das Schutzgebiet nehme nicht nur im Bereich des Natur- und Prozessschutzes eine Vorreiterrolle ein. „Ihr seid ein Teil der regionalen Identität. Wenn man dieses Ziel erreicht hat, hat man vieles richtiggemacht.“ Südbeck dankte Franz Leibl nicht nur für den Verband für sein Engagement, sondern auch im Namen aller deutschen Nationalparkleiter. An Ursula Schuster gerichtet erklärte er, dass man sich darauf freue, sie als zweite Frau in der Reihe der Nationalparkleitungen begrüßen zu dürfen.

Ebenso herzliche Worte gab es von Pavel Hubený, Leiter des Nationalparks Šumava. Franz Leibl habe nicht nur den Nationalpark Bayerischer Wald zu Ende gebaut, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Nationalparks Šumava geleistet. „Ohne seine Hilfe wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind.“ Ursula Schuster sei für Hubený schon jetzt ein Teil der Nationalpark-Familie. „Ich freue mich, wenn wir gemeinsam den Nationalpark Šumava zu Ende bauen können.“

Am Ende des Abends hatten schließlich die beiden Hauptdarsteller das Wort. Franz Leibl erklärte, dass die Arbeit als Nationalparkleiter zwar herausfordernd, aber auch sinnstiftend war. „Mehr kann man von einem Beruf nicht erwarten. Es war mir eine Ehre, hier für die Menschen im Nationalpark arbeiten zu dürfen.“ Was in den zwölf Jahren erreicht werden konnte, sei jedoch nicht das Werk eines einzelnen. Es gab viele Unterstützer, die mit mir diesen Weg gegangen sind.“ Leibl dankte dabei besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schutzgebietes, die mit ihrem Engagement und findigen Einsatz den Nationalpark zu einem Leuchtturmprojekt in Bayern gemacht haben.

Sein Dank gehe auch an Staatsminister Thorsten Glauber sowie an Amtschef Dr. Christian Barth für stets offene Ohren sowie an die kommunalpolitische Familie. „Wir sind uns immer auf Augenhöhe begegnet.“ Ein Anliegen sei es Leibl stets gewesen, zum Nachbarnationalpark Šumava eine enge Beziehung aufzubauen. „Dass wir dies im Herzen Europas geschafft haben, ist nicht selbstverständlich.“ Nicht wegzudenken seien alle ehrenamtlichen Unterstützer, wie die Pro Nationalpark-Vereine oder die Waldführer, auch ohne die intensive Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Partnerbetrieben sei eine Verwurzelung in der Region nicht möglich. Ursula Schuster wünschte Leibl viel Kraft und Erfolg – „und dass Sie stets gute Entscheidungen für unseren Nationalpark treffen“. Mit langem Applaus und Standing Ovations wurde Leibl schließlich von allen Wegbegleitern verabschiedet.

Ebenso herzlich begrüßt wurde im Anschluss Ursula Schuster, die in ihrer Antrittsrede versicherte, sich mit ganzer Kraft und Freude dieser Aufgabe zu widmen. Als gebürtige Passauerin kenne sie den Nationalpark seid Kindesbeinen an. Auch während ihres Studiums sowie später bei ihrer Tätigkeit im Umweltministerium habe sie das „größte Naturschutzexperiment Europas“ begeistert. „Unser Nationalpark ist ein Aushängeschild für den Naturschutz, wir stehen national als auch international gut da. Ich freue mich, mit heißem Herz und kühlem Kopf für die Natur und die Bevölkerung arbeiten zu dürfen.“

Um die Herausforderung gut meistern zu können, habe sich Ursula Schuster Ziele gesetzt. „Ich möchte die Menschen vor Ort mitnehmen, ihre Ängste und Sorgen ernst nehmen und ihre Nationalparkleiterin sein.“ Ein regelmäßiger Austausch mit der Region und der kommunalpolitischen Familie sei von größter Bedeutung. „Meine Tür steht immer offen, lassen Sie uns auch in Zukunft an einem Strang ziehen.“ Dies gelte auch für die interne Zusammenarbeit.

Anknüpfen will Ursula Schuster auch an den engen Austausch mit den Nationalparks Berchtesgaden und Šumava sowie an den weiteren Ausbau der Forschung. Ein Augenmerk wolle sie auch auf die Ertüchtigung der Umweltbildungseinrichtungen im Schutzgebiet richten, bedeutend sei hier vor allem das Thema Barrierefreiheit. Am Ende bedankte sich Ursula Schuster bei Franz Leibl. „Es freut mich sehr, dass Sie sich so viel Zeit für mich genommen haben. Diese Starthilfe war nicht selbstverständlich.

Moderiert wurde der Festakt von Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Die musikalische Umrahmung übernahm das Sven Ochsenbauer Duo.


Daumen hoch für den Bohlensteg im Finsterauer Filz

Marlene im Rollstuhl und Linda im Kinderwagen testen barrierearmen Weg

Marlene im Rollstuhl und Linda im Kinderwagen testen barrierearmen Weg

Der barrierefreie Bohlensteg durch das Finsterauer Filz ist in weiten Teilen fertig. Für die Nationalparkverwaltung war dies Anlass genug, eine erste Erprobung des neuen Weges mit Rollstuhl und Kinderwagen durchzuführen. Im Mittelpunkt standen Marlene mit ihrer Mama Marion Geißinger und die kleine Linda, die von Mama Birgit Bauer im Kinderwagen über den Steg geschoben wurde.

Dass die vier ihren Ausflug in die Natur sichtlich genießen konnten, freute nicht nur die Nationalpark-Mitarbeiter, die den Bohlensteg in Eigenregie gebaut hatten, und den Leiter Dr. Franz Leibl, sondern auch Bürgermeister Ernst Kandlbinder, der zusammen mit der Familienbeauftragten Verena Gostic zu dem Termin gekommen war. „Ich denke, dass wir beim Ausbau der barrierearmen Angebote bei uns im Schutzgebiet auf dem richtigen Weg sind“, sagte Leibl. Immer wieder höre er auch Stimmen, dass eine solche Infrastruktur nicht notwendig sei. Er selbst sehe dies anderes. „Wenn man einen Sinn für alle Menschen hat, dann muss man in solche Angebote investieren.“ Wer gehandicapt oder im Alter nicht mehr so gut zu Fuß ist, der würde es schätzen, unberührte Natur genießen zu können.

Dem stimmte auch Bürgermeister Kandlbinder zu. In der Gemeinde Mauth werde das Thema Inklusion großgeschrieben, dies sehe man beispielsweise am regelmäßig in Finsterau stattfindenden Worldcup des Internationalen Paralympischen Komitees. „Als wir im Jahr 2020 im Rahmen der Nationalparkerweiterung Bürgersprechstunden abgehalten haben, wurde immer wieder der Wunsch geäußert, das Finsterauer Filz barrierearm zu erschließen. Es freut mich sehr, dass wir dieses Ziel nun erreicht haben.“

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten im Bereich rund um das Finsterauer Filz jedoch noch nicht. Auf den insgesamt 180 Meter langen Bohlensteg kommen noch Infotafeln zum Lebensraum Moor, an einer Plattform werden Klapptafeln zu verschiedenen Arten installiert. Einige Bänke fehlen noch, die künftig zu einer Rast inmitten des Filzes einladen. Bis Herbst sollen an der Buchwaldstraße außerdem zwei barrierefreie Bushaltestellen entstehen. Von dort aus können Besucher den Bohlensteg auf einem breit angelegten, 250 Meter langen Sandweg erreichen. Begehbar ist der Weg ab sofort. Und wer den Pfad von früher kennt und denkt, hier nichts Neues entdecken zu können, der irrt. Nachdem der Weg nun einen Meter über dem Boden verläuft, entstehen neue Perspektiven und Ausblicke – beispielsweise auf den Lusen.


NATIONALPARKE ZÄHLEN HUFTIERE

140 Fotofallen liefern im Nationalpark Bayerischer Wald wichtige Daten über die Entwicklung der Huftierpopulation. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Bundesweites Wildtiermonitoring liefert erste Ergebnisse und startet in die zweite Runde

556 Rothirsche, 368 Rehe, 393 Wildschweine, drei Wölfe, zehn Luchse und 47 Rotfüchse: So viele Tiere zählten Wissenschaftler am Nationalpark Bayerischer Wald im Rahmen des ersten bundesweit standardisierten Monitorings der Wildtierpopulationen. Für das Monitoring, an dem außerdem auch die Nationalparke Berchtesgaden, Eifel, Hainich, Harz, Hunsrück-Hochwald, Kellerwald-Edersee, Müritz und Schwarzwald sowie das Wildnisgebiet Königsbrücker Heide teilnahmen, waren von 2019 bis 2020 insgesamt 100 Fotofallen – automatische Wildtierkameras – für ein Jahr lang auf der Fläche des Nationalparks aufgebaut worden. Für ihre Berechnungen werteten die Wissenschaftler über 90 000 Bilder aus und ermittelten anschließend die Populationsdichten mit statistischen Modellen.

Das Fotofallenmonitoring ist Teil eines kürzlich abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, welches durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde und ein Monitoring für die Huftierpopulationen und deren Einfluss auf die Umwelt entwickeln sollte. Mit Hilfe des Monitorings soll es in Zukunft möglich sein, schutzgebietsübergreifend Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der Huftiere auf ihr Ökosystem zu erkennen. Nur so kann ein sinnvolles Management der Bestände von Rothirsch, Reh und Wildschwein erfolgen.

„Das Monitoring der Huftierpopulationen ist ein entscheidender Teil des Managementprozesses in Schutzgebieten, da es wichtige Daten zur Entwicklung der Wildtierbestände liefert und als Grundlage, Rechtfertigung und Erfolgskontrolle für die Regulierung der Wildtierbestände dient“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Marco Heurich, Sachgebietsleiter für Nationalparkmonitoring und Tier-Freigelände sowie Professor für Wildtierökologie und Naturschutzbiologie an der Universität Freiburg.

Nachdem die ersten Daten ausgewertet wurden, planen die Nationalparke bereits eine Fortführung des Monitorings, um Entwicklungen der Wildtierbestände im Vergleich zum Stand der ersten Projektphase nachvollziehen zu können. Dabei sollen auch die Auswirkungen der sich ausbreitenden Wolfpopulationen auf die Huftierpopulationen untersucht werden. „Seit dem 1. Juni sind bundesweit wieder 782 Fotofallen in elf Nationalparken im Einsatz, um die Bestände von Hirschen, Rehen und Wildschweinen zu erfassen“, erklärt Dr. Christian Fiderer, Projektkoordinator der Universität Freiburg und Mitarbeiter im Wildtiermonitoring des Nationalparks Bayerischer Wald.

Begleitet wird das Projekt außerdem durch drei weitere Untersuchungsgebiete in Deutschland, der Schweiz und Rumänien, wobei insgesamt 1 159 Fotofallen zum Einsatz kommen. Im Nationalpark Bayerischer Wald liefern seit dem 1. Juni 2023 wieder insgesamt 140 Fotofallen wichtige Daten über die Entwicklung der Huftierpopulationen. In einem Jahr können die Wissenschaftler dann sagen, ob die Bestände im Vergleich zu der ersten Aufnahme zu oder abgenommen haben.


Fragen und Antworten zum Borkenkäfer

Im Nationalpark-Randbereich kommen aktuell vier Debarking Harvester zum Einsatz, die Fichten nicht nur umschneiden, sondern im selben Schritt auch gleich entrinden. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl informiert über aktuelles Management

Gerade unterhalb des Großen Falkensteins sind derzeit die Spuren der Borkenkäfer, genauer gesagt des Buchdruckers, nicht zu übersehen. Im Randbereich des Nationalparks sind daher vielerlei Arbeiter mit dem Management der Situation beschäftigt – vor allem zwischen Regenhütte, dem Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal und dem Weiler Scheuereck.

Die Buchdrucker sind dieses Jahr wieder vermehrt aktiv. Wie gestaltet sich daher gerade die Lage im Nationalpark?

Die warme und trockene Witterung seit Anfang Mai hat die Entwicklung der Käfer stark begünstigt. Nach mehreren Trockenjahren in Folge sind viele Fichten mittlerweile merklich geschwächt, weshalb deren Abwehrmechanismus, das „Ausharzen“ der Buchdrucker, nicht mehr allzu effektiv funktioniert. Bisher haben wir im ganzen Nationalpark-Randbereich rund 70.000 Festmeter vom Buchdrucker befallenes Fichtenholz registriert, davon allein 30.000 Festmeter in unserer Dienststelle Scheuereck und 20.000 Festmeter in der Dienststelle Bayerisch Eisenstein. Der absolute Schwerpunkt liegt zwischen dem Haus zur Wildnis und dem Parkplatz Weiße Brücke. Zum Vergleich: 2022 lagen wir am Ende des Jahres bei einer Komplettmenge von knapp 60.000 Festmetern in allen sechs Nationalpark-Dienststellen zusammen.

Wo wird der Buchdrucker im Nationalpark überhaupt reguliert?

Auf dem Großteil der Fläche, genauer gesagt auf 75 Prozent des Nationalparks, gilt das Motto ‚Natur Natur sein lassen‘. Das heißt: Es findet keinerlei Eingriff statt. Anders sieht es im Randbereich des Schutzgebiets aus. Dieser umfasst zirca 5500 Hektar, also rund 22 Prozent des Schutzgebiets. Hier wird die Ausbreitung des Buchdruckers auf einem 500 bis 1000 Meter breiten Grenzstreifen verhindert. Die Grenze zwischen Randbereich und Naturzone ist im Gelände für Besucher nicht erkennbar und so kann es sein, dass auf der einen Seite des Weges gearbeitet wird während auf der anderen Seite kein Eingriff stattfindet.

Was ist das A und O beim Borkenkäfermanagement?

Der zeitliche Faktor ist das Entscheidende. Nur wenn der Befall von Fichten, dem Wirtsbaum der Buchdrucker, frühzeitig registriert und im Anschluss entsprechend gehandelt wird, kann eine Vermehrung effektiv unterbunden werden. Daher ist unsererseits eine hohe Anzahl an Personen schon allein mit der Suche nach Befalls-Flächen beschäftigt.

Was passiert nachdem ein Befall registriert wurde?

Die mit Buchdruckern befallenen Fichten werden gefällt. Das klassische Management sieht im Anschluss vor, dass die Bäume aus dem Wald gebracht und an Sägewerke verkauft werden. Dies kann durch Harvester geschehen oder in sensiblen Bereichen auch durch Rückepferde. Da wir im Nationalpark jedoch im Vergleich zu Privat- oder Staatswäldern keine Gewinnorientierung verfolgen, wir keinen Druck auf den Holzmarkt ausüben wollen und darüber hinaus der Schutz der Natur an erster Stelle steht, kommen auch naturschonendere Maßnahmen zum Einsatz.

Wie sehen diese aus?

Es gibt zwei Varianten: Da wäre der Einsatz von Debarking Harvestern, das sind mit Entrindungsköpfen ausgestattete Erntemaschinen. Diese fällen die Fichten und entrinden sie im Anschluss direkt vor Ort. Fehlt die Rinde, kann sich der Buchdrucker nicht mehr vermehren. Vorteil ist jedoch, dass die Biomasse im Wald bleiben kann. Ökologisch noch besser, dafür auch zeitaufwendiger, ist das Schlitzen von Baumstämmen. Auch hierbei werden die Fichten zunächst gefällt. Im Anschluss kommen Waldarbeiter-Trupps mit speziellen Motorsäge-Aufsätzen zum Einsatz. Diese schlitzen die Rinde streifenförmig auf kompletter Länge ein, auch dabei wird die Ausbreitung des Buchdrucks effektiv unterbunden. Jedoch kann sogar ein Teil der Rinde am Baum bleiben. So haben dutzende totholzbewohnende Pilze und Insekten, unter ihnen auch die Fressfeinde der Borkenkäfer, ein Lebensraum- und Nahrungsangebot. Zugleich werden bei dieser Methode der Waldboden und die vorhandene Verjüngung geschützt, da keine schwere Maschine in den Wald fahren muss. Diese Methode kommt in naturschutzfachlich besonders sensiblen Bereichen zum Einsatz.

Wie wird entschieden, wann welche Managementmaßnahme zum Einsatz kommt?

Natürlich ist uns besonders wichtig, die zeitliche Komponente zu berücksichtigen. Daher kommen wir in der aktuellen Situation nicht drumherum, auch Harvester einzusetzen. Anders wäre das aufgelaufene Arbeitspensum schlicht nicht zu bewältigen. Im Moment sind bis zu sechs dieser Maschinen im Einsatz, vier davon sind mit Entrindungsköpfen ausgestattet. Insgesamt sind 70 Waldarbeiter - aus der eigenen Mannschaft und von Fremdfirmen - mit dem Management beschäftigt. Insgesamt konnten wir schon 50.000 Festmeter Schadholz aufarbeiten,

20.000 Festmeter stehen noch an. Diese Befallsflächen liegen allerdings in schwer zugänglich, ökologisch wertvollen Gebieten, zum Beispiel Moorwaldstandorte. Nachdem hier keine Harvester zum Einsatz kommen können, denken wir auch über einen Hubschrauber-Einsatz nach.

Kann man schon abschätzen, wie sich die Buchdrucker-Situation im Jahresverlauf weiter entwickeln wird?

In Teilbereichen der Naturzone ist die erste Generation des Buchdrucker-Nachwuchses bereits ausgeflogen. Daher erwarten wir in den benachbarten Randbereichen eine weitere Befalls-Welle. Die weitere Entwicklung im Jahresverlauf ist natürlich stark von der Witterung abhängig, jedoch werden wir höchstwahrscheinlich bei einem zu bearbeiteten Volumen von über 100.000 Festmetern landen. Dazu werden wir auch in den nächsten Wochen mit allen Kräften daran arbeiten, den Buchdrucker im Randbereich zu bekämpfen. Generell gehen wir davon aus, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren noch mit einem hohen Befall rechnen müssen. Dann wird sich die Situation unserer Ansicht nach entspannen.

Ist der starke Befall mit dem Buchdrucker nur im Bayerischen Wald so extrem?

Nein, die Situation ist in ganz Deutschland schwierig. Experten sprechen von einer Borkenkäferwelle, die eine Folge des Klimawandels ist. In den sächsischen Wäldern – die Fläche ist um das zwanzigfache größer als der Nationalpark - mussten seit 2018 über acht Millionen Kubikmeter befallene Fichten eingeschlagen werden. Im Jahr 2022 verzeichnete das Statistische Bundesamt in ganz Deutschland 44,7 Millionen Kubikmeter Schadholz, 60 Prozent – also 26,6 Millionen Kubikmeter - gingen auf das Konto des Buchdruckers. Zum Vergleich: 2012 waren es nur 4,8 Millionen Kubikmeter Schadholz, davon waren nur 18 Prozent von Schädlingen befallen, das sind 0,9 Millionen Kubikmeter. Das ist deutschlandweit ein extrem starker Anstieg in den vergangenen zehn Jahren.

Wie sieht die Lage in Bayern aus?

Es scheint, als ob nur noch das Alpenvorland von einem extremen Buchdruckerbefall verschont ist. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising bewertet regelmäßig, wie groß das Risiko eines Borkenkäferbefalls in den unterschiedlichen Regionen Bayerns ist. Grundlage hierfür sind Monitoringfallen. Enthalten diese mehr als 3000 Buchdrucker pro Woche, geht man von einem hohen Risiko für einen akuten Stehendbefall aus. Dies ist derzeit in ganz Franken, in der Oberpfalz und in Niederbayern gegeben.


Nationalpark und Ferienregion ziehen weiter an einem Strang

Ziehen gemeinsam für den Nationalpark und die Ferienregion an einem Strang: FNBW-Mitarbeiterin Lisa Schuster (v.r.), Nationalparkmitarbeiterin Teresa Schreib, Nationalpark-Sachgebietsleiterin Elke Ohland und FNBW-Geschäftsführer Robert Kürzinger. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kooperationsvereinbarung nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit verlängert

Seit zwei Jahren arbeiten der Nationalpark Bayerischer Wald sowie die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald eng zusammen. Besiegelt wurde dies im Juni 2021 mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung. Diese wurde nun verlängert – denn alle Beteiligten sind vom Nutzen der Zusammenarbeit überzeugt.

„Wir wollten damals die bereits langjährige und gute Zusammenarbeit zwischen der Schutzgebietsverwaltung und der Tourismusorganisation auf ein solides Fundament stellen“, erinnert sich Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, zurück. In der Kooperationsvereinbarung hatte man sich auf ein gemeinsames Leitbild sowie thematische und organisatorische Eckpunkte der Zusammenarbeit verständigt. Klar war, dass für beide Seiten der Schutzgedanke des Nationalparks an erster Stelle steht. „Uns als Ferienregion kommt dabei eine Schlüsselposition zu, um die Urlauberinnen und Urlauber für die Besonderheiten des Schutzgebietes zu sensibilisieren“, erklärt Martin Pichler, Bürgermeister von Schönberg und Aufsichtsratsvorsitzender der Ferienregion. Für ihn ist die enge Zusammenarbeit mit dem Schutzgebiet von großer Bedeutung. „Der Nationalpark ist das Zugpferd für den Tourismus in der Region, ihre bekannteste Attraktion und das Alleinstellungsmerkmal.“

In der praktischen Zusammenarbeit bedeutet die Kooperationsvereinbarung eine enge Abstimmung bei den Themen Presse und Öffentlichkeitsarbeit, digitales Besuchermanagement, Führungen und Veranstaltungen. „Dazu wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich regelmäßig treffen und gemeinsame Themen zielgerichtet bearbeiten können“, erklärt Robert Kürzinger, Geschäftsführer der Ferienregion. So konnte im letzten Jahr erreicht werden, dass der Online-Veranstaltungskalender der Ferienregion automatisch mit dem Führungs- und Veranstaltungsangebot der Nationalparkverwaltung befüllt wird und die Führungen des Nationalparks nun auch bequem im Online-Shop der Ferienregion gebucht werden können.

„Ein großer Erfolg war auch die gemeinsame Videoclip-Reihe zu den Qualitätswanderwegen im Nationalpark, bei der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der FNBW-Touristinformationen die Wege erwandern und ihre persönlichen Highlights präsentieren“, so Elke Ohland und Teresa Schreib, beide im Nationalpark zuständig für Tourismus und Regionalentwicklung. Im Bereich digitales Besuchermanagement wurde erreicht, ein abgestimmtes Angebot an legalen und zugleich attraktiven Touren in und um den Nationalpark auf beiden Profilen von komoot, einem der größten Tourenportale im Internet, anzubieten. „Durch die stetige Abstimmung ist man immer im Bild über die Planungen der anderen Seite und kann sich zusammenschließen, um gemeinsam mehr zu erreichen“, sagt Elke Ohland.

Für die Zukunft ist es geplant, auch strategisch enger zusammenzuarbeiten und das touristische Angebot des Nationalparks gemeinsam weiterzuentwickeln.

Das nächste Projekt, bei dem sich nicht nur der Nationalpark und die Ferienregion gemeinsamen präsentieren, sondern auch die Nationalpark-Partner mit im Boot sind, steht schon fest. Vom 24. August bis zum 1. September präsentieren sie sich bei der Landesgartenschau im Pavillon des Umweltministeriums mit einem bunten Programm. Neben einem Glücksrad und einer Fotobox gibt es auch zahlreiche Informationen rund um das Schutzgebiet.


Bayerisch-tschechische Begegnung im Wildniscamp

Bayerisch-tschechische Begegnung im Wildniscamp

Treffen zwischen der Mittelschule Zwiesel und ihrer Partnerschule aus Susice

Das Wildniscamp am Falkenstein ist bekannt als Ort für internationale Begegnungen. Nach der Corona-Zeit starteten in diesem Schuljahr wieder die gemeinsamen Treffen von Lehrkräften und Schülern zwischen der Grundschule „Základní škola Lerchova Sušice“ und der Mittelschule Zwiesel.

Bereits im vergangenen November fand das Treffen der Lehrkräfte statt, bei dem gemeinsame Aktionen geplant wurden, unter anderem auch die Jugendbegegnungen im Wildniscamp am Falkenstein für die sechsten als auch für die achten Klassen, die letztendlich im April und Mai stattfanden. Dabei war für die Kinder und Jugendlichen ein lehr- und ereignisreiches Programm geboten. Neben Sprach- und Bewegungsaktivitäten stand auch eine Wanderung auf den Kleinen und Großen Falkenstein auf der Tagesordnung. Außerdem wurde mit Hilfe von Naturmaterialen ein Projekt ausgearbeitet. Ermöglicht wurde diese Begegnung im Nationalpark durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.


Besuch aus dem Schwesterpark Berchtesgaden im Nationalpark

die Besuchergruppe bei der Glasarche

Auf Einladung der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden besuchten kürzlich Gemeinderäte der Nationalparkgemeinden Ramsau, Schönau am Königssee und Berchtesgaden den „Schwester-Nationalpark“ Bayerischer Wald.

Weitere Teilnehmer waren Mitglieder des Vereins Freunde des Nationalparks Berchtesgaden e.V., sowie Mitarbeitende der Nationalparkverwaltung.

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, begleitete die Gruppe auf einer seiner letzten geführten Wanderungen im Schutzgebiet persönlich – der langjährige Nationalparkleiter verabschiedet sich Ende Juli in den Ruhestand. Die Exkursion führte über den Gipfel des 1.373 Meter hohen Lusen, der durch seine mit grüngelben Flechten überzogenen Granit-Blocküberlagerungen weithin sichtbar ist. Bei der Führung thematisierte der Nationalparkleiter regionalökonomische Wirkungen von Nationalparken sowie die Walddynamik und ihre Wirkungen für die Artenvielfalt. Besonders eindrucksvoll war die Waldentwicklung auf den ehemaligen Borkenkäferflächen. Diese sind nach sehr kurzer Zeit durch eine große Baumdichte, Baumartenvielfalt und -struktur gekennzeichnet. Im kommenden Jahr wird die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden die Gemeinderäte aus dem Bayerischen Wald bei einer Themenwanderung vor Ort über aktuelle Entwicklungen im Schutzgebiet informieren.


Nationalpark begrüßt 15. Nationalparkschule

Neben den Vertretern von Schule und Nationalpark sowie Zwiesels Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger freuten sich besonders die Schülerinnen und Schüler des Berufsbildungszentrums für soziale Berufe über die Auszeichnung als Nationalparkschule. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Neu dabei ist das Caritas Berufsbildungszentrum für soziale Berufe in Zwiesel

Seit mittlerweile zwölf Jahren gibt es Nationalparkschulen. Und nun wurde der vorerst letzten Einrichtung der Region die begehrte Auszeichnung verliehen. Das Caritas Berufsbildungszentrum (BBZ) für soziale Berufe in Zwiesel trat jüngst als 15. Schule der Kooperation bei – dank einer überzeugenden Bewerbung.

„Das Berufsbildungszentrum hat ein sehr aufwändiges Projekt durchgeführt“, berichtete Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl bei einer Feierstunde im Haus zur Wildnis. „Dabei erarbeiteten die Lehrkräfte und die Studierenden gemeinsam ein waldpädagogisches Zertifikat.“ Nachdem die Arbeiten dazu heuer final abgeschlossen und dokumentiert wurden, gab’s nun die Auszeichnung als Nationalparkschule. „An der Bewerbung haben uns besonders die Kreativität, der Einbezug der ganzen Schulfamilie sowie der klare Bezug zum Nationalpark überzeugt“, erklärte Nationalparkmitarbeiter Thomas Michler, der die Kooperation beim Schutzgebiet betreut. Am Berufsbildungszentrum werden unter anderem Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. „Das macht die Schule zu einem wertvollen Multiplikator für den Nationalpark Bayerischer Wald“, findet Michler.

Auch Schulleiterin Andrea Feitz zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung ihrer Schule und bedankte sich bei Lehrerin Simone Stöger, welche das Bewerbungsprojekt koordiniert hatte und zukünftig die Ansprechpartnerin für die Kooperation von Seiten der Schule ist. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Klasse der Kinderpflegerinnen des BBZ unter Leitung von Monika Wölfl.

Rückblickend auf die Projektzeit sagte Bernadette Traxinger, Studierende der Fachakademie: „Dabei haben wir uns intensiv mit den Methoden und Zielen der Waldpädagogik und dem Organisatorischen auseinandergesetzt. Dadurch konnten wir viel für unsere Zukunft als Erzieherin lernen und mitnehmen.“ Ihr Mitschülerin Anna Kern ergänzte: „Doch auch wir können dem Nationalpark etwas zurückgeben. So können wir uns zum Beispiel durch das pädagogische Mitwirken an Projekten, Führungen und Freizeitangeboten einbringen.“

Mit der Aufnahme der 15. Einrichtung stößt das Umweltbildungsangebot der Parkverwaltung nun endgültig an die Kapazitätsgrenze. Vor zwei Jahren sollten beim Stand von zehn Partnern ursprünglich drei weitere Schulen mit ins Boot geholt werden. Aufgrund der Fülle des Interesses in der Region hat man sich dann darauf verständigt, sogar fünf zusätzliche Plätze zu schaffen. Über die Auswahl der auszuzeichnenden Schulen befand eine mit internen und externen Fachleuten besetzte Jury nach transparenten Regeln.

Das Projekt Nationalparkschulen sorgt dafür, dass jedes Jahr rund 1000 Schülerinnen und Schüler den Nationalpark besuchen. Das Schutzgebiet kommt zudem regelmäßig im Schulalltag vor, wird bei vielschichtigen Projekten und Aktionen in den Fokus gerückt.


Waldhaustanne ist nun Nationalerbe-Baum

Freuen sich, dass die Waldhaustanne nun Nationalerbe-Baum ist: Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (v.r.), Baummelder Tobias Friedrich, Bürgermeister Michael Herzog und Prof. Andreas Roloff von der Initiative „Nationalerbe-Baum“. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Urwaldriese bei Zwieslerwaldhaus gehört zu 100 bedeutendsten Bäumen Deutschlands

Der Waldhaustanne nahe Zwieslerwaldhaus wurde eine ganz besondere Ehre zu teil. Der 605 Jahre alte Baum ist von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft zum Nationalerbe-Baum ausgerufen worden. Damit gehört der Urwaldriese zu den 100 bedeutendsten Bäumen Deutschlands.

Zu verdanken hat der Nationalpark diese Würdigung der Familie Friedrich aus Weinböhla bei Meißen. Vor drei Jahren verbrachten Vater, Mutter und die drei Kinder ihren Urlaub im Bayerischen Wald. Bei einer Wanderung rund um Zwieslerwaldhaus waren sie vom Ausmaß der Tanne mehr als beeindruckt. „Meine Mutter wusste von der Aktion und so meldeten wir den Baum der Dendrologischen Gesellschaft“, berichtete Tobias, der jüngste Sohn der Familie.

Es folgte eine Überprüfung durch Prof. Andreas Roloff, der nicht nur Leiter des Deutschen Baum-Instituts der Technischen Universität Dresden ist, sondern auch dem Kuratorium Nationalerbe-Bäume vorsteht. „Ich freue mich, dass wir die Tanne als 26. Nationalerbe-Baum auszeichnen können.“ Mit 605 Jahren sei sie nicht nur die älteste und dickste Tanne Deutschlands, sondern auch für die Artenvielfalt von großer Bedeutung. Eine Untersuchung von Biologen und Baumkletterern habe ergeben, dass 274 Arten in dem alten Baum leben. „Herzlichen Glückwunsch zu diesem Urwald-Bewohner.“ Alte Baumriesen zu fördern und zu erhalten, sei das Ziel der Initiative „Nationalerbe-Baum“. „Alte Bäume werden in der heutigen Zeit oftmals verstümmelt, um sie sicher zu machen“, berichtete Roloff. Dem wolle man entgegenwirken und ein Bewusstsein in der Bevölkerung für diese Lebewesen schaffen.

Ein Vorhaben, das Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl begrüßt. „Es freut uns sehr, dass ein Baum bei uns im Nationalpark eine solche Würdigung erhält.“ Im Schutzgebiet selbst gebe es eine Vielzahl an alten Bäumen, aber die Waldhaustanne sei am markantesten. Dass sie bereits seit über 600 Jahren bei Zwieslerwaldhaus stehe, sei kaum vorstellbar. „Damals war noch nicht einmal die neue Welt entdeckt. Das sind Zeitdimensionen, die wir Menschen nicht fassen können.“

Michael Herzog, Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, ging auf die emotionale Beziehung ein, die Menschen in der Region zu der alten Tanne haben. „Wir haben hier auf der Plattform schon zahlreiche Ehen geschlossen.“ Deshalb freue Herzog die Würdigung zum Nationalerbe-Baum sehr. „Wir haben einen der 100 bedeutendsten Bäume Deutschlands in unsere Gemeinde, vielen Dank dafür.“

Am Ende der Reden durfte Tobias Friedrich zusammen mit Franz Leibl die neu aufgestellte Tafel, die die Tanne als Nationalerbe-Baum ausweist, feierlich enthüllen. Musikalisch umrahmt wurde die Feststunde von Veronika Schagemann und Ottmar Kraus.

Siehe auch im Waidlerwiki "Hans-Watzlik-Hain"


Mit Spaten und Stecher gegen die Lupine

Die ehemaligen Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr krempelten zusammen mit EU-Rangerin Petra Jehl (2.v.r.) die Ärmel hoch und entfernten auf einer Wiesenfläche Lupinen. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Ehemalige Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr im Arbeitseinsatz

Acht junge Naturbegeisterte, die im vergangenen Jahr ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Nationalpark Bayerischer Wald absolviert hatten und nun in Studium oder Ausbildung sind, trafen sich noch einmal in ihrem ehemaligen Einsatzgebiet. Dabei ging es nicht nur darum, alte Freundschaften aufrecht zu erhalten und das gemeinsame Jahr Revue passieren zu lassen. Sie wollten sich auch mit einem Arbeitseinsatz im Bereich Naturschutz engagieren – und dabei war das Augenmerk auf die Lupine gerichtet.

Mit ihren tiefblauen großen Blütenständen sieht die Pflanze hübsch aus, aber die Vielblättrige Lupine ist eine „invasive Art“. „Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde bei uns ausgewildert“, erklärt EU-Rangerin Petra Jehl. „Die Pflanze ist enorm ausbreitungsstark und verdrängt die heimischen Arten der Bergmähwiesen.“ Dies hat einen Verlust der Artenvielfalt zur Folge. Darüber hinaus reichert die Lupine mit ihren Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden an und kann diesen so weit verändern, dass manche seltenen heimischen Arten längerfristig Probleme haben und verschwinden.

Auch im Nationalpark gibt es einige Wiesenflächen, auf denen die Lupine überhandnimmt. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen die Flächen entweder regelmäßig vor der Blüte der Lupinen gemäht oder die Pflanzen mitsamt den Wurzeln ausgestochen werden. Ausgerüstet mit Ampferstechern und Handspaten machten sich die Freiwilligen mit Unterstützung von Petra Jehl an die Arbeit und gruben die Lupinen mit ihren bis zu 50 Zentimeter langen Wurzeln so aus, dass möglichst keine Reste in der Erde bleiben. „Auch wenn es mit dieser einmaligen Pflegeaktion sicherlich nicht getan ist, ein erster Schritt hin zu mehr Artenvielfalt ist gemacht“, freute sich die EU-Rangerin und dankte den Freiwilligen für ihren Einsatz.


Kleine Naturschätze im Visier

Auch diese archaisch wirkende Nahaufnahme eines Fichtenrüsselkäfers ist in der Fotoausstellung in Mauth zu sehen (Foto: Fritz Haselbeck)

Bis 15.September: Dr. Fritz Haselbeck zeigt Makroaufnahmen in der Nationalpark-Infostelle Mauth

Eine umfangreiche Fotoausstellung mit faszinierenden Nahblicken in Naturnischen der Bayerwaldheimat ist derzeit in der Nationalpark-Infostelle in Mauth zu sehen. Die Aufnahmen stammen von Dr. Fritz Haselbeck, Naturfotograf und Buchautor aus Grainet.

Haselbeck versucht mit seiner Makrokamera unscheinbare kleine Dinge ins Visier zu nehmen, um sie im Vergrößerungsbild groß und imposant werden zu lassen. Die Aufnahmen zeigen wunderschöne Motive, Kostbarkeiten, die zum inspirierendem Betrachten und zum Staunen anregen. Die Bilderpräsentation fasst variantenreiche Naturimpressionen auf, gibt diese in interessanten Farbnuancen, Lichtstimmungen und Perspektiven wieder. Die Motive sollen vor allem deutlich machen, dass der Bayerische Wald eine wunderbare Bergregion mit einer einmaligen, schönen und schützenswerten Natur darstellt.

Die Ausstellung ist bis zum 15. September zu den Öffnungszeiten der Nationalpark-Infostelle zu sehen, der Eintritt ist frei.


Vierfacher Storchennachwuchs wohlauf

Geschützt unter einer Decke bekamen die vier Jungstörche ihre Erkennungsringe angelegt. (Foto: Markus Schmidberger)

Grafenauer Jungtiere tragen nun schwarze Erkennungsringe

Mittlerweile ist es eine eingespielte Aktion, die sich alljährlich im Frühsommer rund um die Grafenauer Nationalparkverwaltung abspielt. Geschulten Auges manövriert die Feuerwehr-Drehleiter in den Hof des Nachbargebäudes. Im Anschluss fahren Helfer des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) nach oben und legen dem aktuellen Storchennachwuchs Erkennungsringe an, damit man die Tiere später wieder identifizieren kann. So geschehen auch heuer – am vergangenen Dienstag. Trotzdem war alles etwas anders: Es gab gleich zwei Premieren.

Zunächst einmal zu den Jungtieren selbst: Dieses Jahr haben die erwachsenen Weißstörche alle Hände voll zu tun. Gleich vier Nestlinge gilt es zu versorgen, so viele wie nie zuvor im Nest hoch über dem Grafenauer Stadtplatz. Und für die Beringung war heuer Alina Rudolf vom LBV zuständig: „Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich Störche beringe. Deswegen habe ich mir mit Markus Schmidberger auch nochmal erfahrene Unterstützung mitgenommen.“ Der musste aber nicht sonderlich zur Hand gehen, schließlich hat Rudolf schon viele Brachvögel beringt – „und die wehren sich da deutlich mehr als Störche“.

Das noch nicht flugfähige Jungvogel-Quartett stellte sich einfach schlafend während es seine schwarzen Ringe angelegt bekam. Diese tragen heuer die Buchstaben-Ziffer-Kombinationen ABW 93, ABW 94, ABW 95 und ABE 99. In wenigen Minuten war die Prozedur auch schon vorbei und der Korb der Feuerwehr-Drehleiter machte sich wieder auf den Weg zum Boden. Gute Nachricht am Ende: Alle Vögel sind augenscheinlich wohlauf, so dass die Eltern bisher mit der Nahrungssuche gut zurechtkommen dürften.

Übrigens: Erst kürzlich wurde in Österreich einer der 2017 in Grafenau geborenen Störche gesichtet. Zuordnen konnte man den Vogel eben aufgrund des damals angelegten Erkennungsringes. Aktuell scheint es sich das Tier in der Steiermark häuslich eingerichtet zu haben.


Eine Oase für Biene, Hummel und Co

Zusammen mit der Nationalpark-Mitarbeiterin Nicole Graf-Kilger (l.) füllten die Kinder der Grundschule Mauth das Insektenhotel mit Zweigen und Schilf. (Foto: Grundschule Mauth)

Mauther Grundschüler bauen mit Hilfe des Nationalparks Insektenhotel – Zahlreiche weitere Projekte zum Thema „Wald“ und „Gewässer“

Seit Oktober vergangenem Jahres ist die Grundschule Mauth eine Nationalparkschule. Seitdem hat die Schulfamilie mit der Unterstützung der Nationalparkmitarbeiter zahlreiche Aktionen durchgeführt.

Los ging es bereits im November. Bei den Walderlebnistagen erhielt die dritte Klasse Einblicke in das Schutzgebiet. „In der Natur über die Natur lernen“ lautete das Motto bei einer Wanderung durch das Reschbachtal. Darüber hinaus wurden die Schülerinnen und Schüler drei Tage lang von der Waldführerin Claudia Melch begleitet und lernten den Wald im Nationalpark kennen. Ein weiteres Thema war der Biber. Die Kinder erfuhren, dass der Nager nicht nur die Kraft hat, mit seinen Dämmen Bäche anzustauen und damit Wiesen zu überfluten, sondern dass dies auch nützlich für das Ökosystem ist. Durch die Überflutungen entstehen neue Lebensräume für eine Vielzahl an Tierarten. Wie ein Förster den Wald sieht, das erklärte Helmut Kustermann, Förster im Nationalpark Bayerischer Wald, den Kindern bei einer Exkursion.

Auch die Jahrgangsstufen eins und zwei konnten im Mai mit einem Projekt viel über den Nationalpark sowie über die Artenvielfalt lernen. Die Mitarbeiter vom Hans-Eisenmann-Haus hatten für die Schule ein großes Insektenhotel angefertigt, das hinter dem Schulhaus auf einer von den Mitarbeitern der Gemeinde vorbereiteten Fläche aufgestellt wurde. Die Schülerinnen und Schüler konnten das neue Haus für Biene, Hummel und Co schließlich „möblieren“. Mit ihren Eltern hatten sie Füllmaterial wie Schilf, Zapfen oder Äste gesammelt.

Im Anschluss stand eine große Pflanzaktion auf dem Programm. Auf dem Schulgelände wurde mit der Unterstützung der Nationalpark-Mitarbeiterin Nicole Graf-Kilger eine Blumenwiese angelegt sowie eine Hecke gepflanzt. Die dazu nötigen Materialien, das Saatgut sowie die Sträucher - Heckenrose, Haselstrauch, Weißdorn, Schlehe und Traubenkirsche – erhielt die Schulfamilie vom Nationalpark. Nicole Graf-Kilger erklärte den Kindern dabei auch, welche Insekten das „Hotel“ als Gäste nutzen werden und welch köstliche Naturspeisekarte die Blüten der Sträucher bieten.

Rektorin Monika Holzmann freute sich sehr über die Projekte, die noch nicht zu Ende gebracht sind. Im Juli wird die vierte Klasse das Thema „Gewässer“ genau unter die Lupe nehmen und am Mauther See forschen. „Für die Kinder ist es ein besonderes Erlebnis, wenn Experten mit ihnen arbeiten“, so Monika Holzmann. „Für den Heimat- und Sachunterricht in allen Klassen ist das eine nachhaltige Aufwertung.“ Doch nicht nur im Unterricht spielt der Nationalpark an der Grundschule Mauth eine Rolle. Übers ganze Jahr verteilt haben sich die über 25 Schülerinnen und Schüler, die in der Offenen Ganztagsschule sind, in einer Arbeitsgruppe Nationalpark mit großem Interesse mit dem Thema „Unser Wald ist anders“ beschäftigt.

Nicole Graf-Kilger freut das Interesse der Grundschule Mauth am Schutzgebiet sehr. „Es ist schön, wenn die Schüler selbst tätig werden und Aktionen in der Natur gestalten. So lernen sie am besten, ihr Interesse wird geweckt und sie gehen dann mit offeneren Augen durch die Natur. Dadurch lernen sie auch den Nationalpark kennen und schätzen.“


Ranger-Chef geht in den Ruhestand

Michael Großmann leitete über zehn Jahre die Nationalparkwacht, nun genießt er den Ruhestand. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Michael Großmann blickt auf die aktuellen Herausforderungen der Nationalparkwacht

Der Nationalpark hat mit Michael Großmann jüngst einen seiner Dienstältesten verabschiedet. Der 64-Jährige darf nun den verdienten Ruhestand genießen. Zuletzt war der studierte Förster seit November 2012 als Leiter der Nationalparkwacht tätig. Zum Abschied blickt er nochmal auf die aktuellen Herausforderungen der Ranger im Bayerischen Wald – aber auch darüber hinaus.

Als „Außenbordmotoren des Naturschutzes“ bezeichnet Großmann seine Mannschaft. Und als solche würden sie im Gelände oft mit weit über den Nationalpark hinausgehenden Fragen konfrontiert. Artenverlust und Klimawandel seien nur zwei der komplexen Themen, die in den vergangenen Jahren auch bei Nationalpark-Besuchern immer mehr Gesprächsbedarf ausgelöst hätten. „Um dann kompetent informieren zu können, bilden wir unsere Kolleginnen und Kollegen beständig fort“, sagt der 64-Jährige. Das sei jüngst unter anderem aufgrund eines breiten Netzwerks an regionalen, nationalen und internationalen Partnern bereits gut gelungen.

Doch nicht nur inhaltlich müssten Ranger stets am Ball bleiben, sondern auch didaktisch. „Storytelling ist das A und O“, sagt Großmann. „Wir verdeutlichen Themen wie die Auswirkungen durch den Klimawandel oder den Artenverlust auf charmante Art und Weise, um im besten Fall eine Änderungsbereitschaft auszulösen.“ Das Gute daran: Die Herausforderungen sind weltweit dieselben. Daher könnten Ranger schnell voneinander lernen. Feste Kooperationen unterhalte der Nationalpark Bayerischer Wald diesbezüglich nicht nur mit den direkten Nachbarn im Šumava, sondern zum Beispiel auch mit Kollegen in Berchtesgaden oder im Schwarzwald. Auf internationaler Ebene reichen die Kontakte etwa nach Israel oder El Salvador.

Eine weniger erfreuliche Entwicklung der jüngsten Jahre sind teils verstärkte Konfliktsituationen im Gelände. „Ranger müssen damit umgehen können, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.“ Denn selbst wenn man 50 bereichernde Besucherkontakte an einem Tag erlebt hätte, „die zwei Regelbrecher, die stänkernd und uneinsichtig waren, können dir trotzdem den Abend versauen“.

Großmann begann 1987 mit dem Vorbereitungsdienst bei der Bayerischen Staatsforstverwaltung, im Sommer 1990 kam er schließlich zur Nationalparkverwaltung. Zunächst war er im Bereich Grundlagendatenerhebung für den Nationalparkplan und Umweltbildung im Einsatz. Später war er Leiter des Jugendwaldheims, stellvertretender Sachgebietsleiter sowie Leiter der Nationalparkdienststelle Neuschönau und des Betriebshofes Altschönau. Seit November 2012 stand er schließlich der Nationalparkwacht vor.

Nun im Ruhestand wird er seinem Oberthema, dem Biodiversitätsschutz, weiter treu bleiben. Die European Ranger Federation, dem Dachverband der europäischen Naturwachten, unterstützt er als Vorstandsmitglied. Seinen Job als Leiter er Nationalparkwacht im Bayerischen Wald hat derweil sein bisheriger Stellvertreter, Reinhold Gaisbauer, übernommen.


Eine Woche im Nationalpark-Fieber

Die 26 Mädchen und Buben, die in den Pfingstferien am Junior Ranger-Programm teilgenommen haben, zeigten stolz ihre Zertifikate. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

26 Kinder nahmen in den Pfingstferien am Junior Ranger-Programm teil

Eine Woche lang den Nationalpark erkunden, vieles über Artenvielfalt und Umweltschutz lernen und nebenbei auch noch jede Menge Spaß haben – das konnten die 26 Mädchen und Buben, die beim Junior Ranger-Programm in den Pfingstferien teilgenommen haben. Nun haben sie im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau ihre Zertifikate erhalten.

Reinhold Gaisbauer, Leiter der Nationalparkwacht, freute sich sehr, die Kinder samt Geschwistern und Eltern zu der kleinen Feierstunde begrüßen zu dürfen und betonte, dass dieses Programm nur dank dem Engagement der Nationalpark-Ranger und dem Junior Ranger-Verein möglich sei. „Herzlichen Dank an die Vorstandschaft und an alle beteiligten Ranger, die den Kindern eine erlebnis- und lehrreiche Woche beschert haben.“

Alexander Muthmann, Vorsitzender des Junior Ranger-Vereins, erklärte, dass der Verein seit über 20 Jahren Kindern in den Ferien einen Einblick in den Nationalpark ermögliche und dieses Angebot bereits über 3000 Mädchen und Buben genutzt hätten. „Wir sind überzeugt von der Idee, dass die Bewegung in der Natur über den Schulalltag hinaus einen Mehrwert hat.“ Muthmann dankte in seiner Rede nicht nur den Rangern für Ihren Einsatz, sondern auch den Eltern. „Es geht nur, wenn Sie Ihren Sprösslingen die Teilnahme auch ermöglichen.“ Wer von den Junior Rangern nicht genug bekommen könne, habe die Möglichkeit, Mitglied im Verein zu werden und kann so regelmäßig an Aktivitäten im Nationalpark und auch darüber hinaus teilnehmen. Wie spannend dies sein kann, zeigte ein kurzer Film über das Bundestreffen der Junior Ranger im Nationalpark Sächsische Schweiz im Jahr 2019.

Zuletzt dankte Muthmann den Sparkassen Freyung-Grafenau und Regen, die seit über 20 Jahren im Wechsel das Junior Ranger-Programm finanziell unterstützen. Dr. Mikko Klein, Vorstandsmitglied der Sparkasse Freyung-Grafenau, erklärte, dass der Nationalpark nicht nur aus ökologischer Sicht von großer Bedeutung sei, sondern auch aus ökonomischer. Deshalb unterstütze man das Schutzgebiet in vielfältiger Hinsicht. „Der Junior Ranger-Verein leistet einen großen Beitrag, dass unser Nationalpark lebenswert bleibt. Vielen Dank dafür.“

Am Ende des Abends gab es dann nicht nur die Zertifikate und ein gemütliches Beisammensein bei einer Brotzeit, sondern auch einen Film, der zeigte, was die 26 Mädchen und Buben in der Woche in den Pfingstferien erlebt hatten.


Angespannte Borkenkäfersituation

Gerade in unwegsamen und naturschutzfachlich wertvollen Bereichen kommen Waldarbeiter-Trupps mit Schlitz-Geräten zum Einsatz. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Im Nationalpark-Randbereich bei Scheuereck schon jetzt Vorjahresstand erreicht.

Ungeachtet des verhältnismäßig nassen Frühlings registriert der Nationalpark Bayerischer Wald bereits jetzt ein hohes Niveau an Borkenkäfer-Aktivität, gerade unterhalb des Großen Falkensteins. Im Randbereich der Dienststelle Scheuereck wurden in den vergangenen zwei Wochen 15.000 Festmeter frischer Buchdrucker-Stehendbefall entdeckt – womit dort bereits die Menge des kompletten Vorjahres erreicht ist. Die Managementmaßnahmen laufen daher auf Hochtouren.

Betroffen sind vor allem Wälder rund um Schleicher, Kreuzstraßl und Scheuereck in der Gemeinde Lindberg. Dort gibt es mehrere Stellen mit 1000 bis 1500 Festmetern Buchdruckerbefall. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nationalpark-Dienststelle Bayerisch Eisenstein, in deren Randbereichen aktuell gut 5000 Festmeter betroffen sind. Nicht einmal die Hälfte davon, etwa 2000 Festmeter, liefen bisher im Bereich der Dienststelle Frauenau auf. Und nochmal deutlich inaktiver sind die Käfer in den drei Freyung-Grafenauer Dienststellen des Nationalparks, wo bisher in Summe 3000 Festmeter befallenes Holz in den Randbereichen entdeckt wurde.

„Um die anfallende Arbeit zu bewältigen, sind aktuell neben der eigenen Mannschaft alle verfügbaren Unternehmen im Einsatz“, so Franz Baierl, Leiter des Nationalpark-Sachgebiets für Wald- und Flächenmanagement. „Das beinhaltet auch Harvester, die zum Teil mit Entrindungsköpfen ausgestattet sind, sowie Waldarbeiter-Trupps, die die weitere Ausbreitung der Buchdrucker mit Schlitz-Geräten verhindern.“

Durch die Aufarbeitung ist in den betroffenen Bereichen mit Behinderungen und kurzfristigen Sperrungen von Rad- und Wanderwegen zu rechnen. „Wir bitten unsere Besucher um Verständnis und um Beachtung dieser Sperrungen“, so Baierl.

Im Nationalpark darf sich die Natur auf gut 75 Prozent der Fläche völlig ungestört entwickeln. Lediglich in den Randbereichen, einem mindestens 500 Meter breitem Randstreifen an den Schutzgebietsgrenzen, werden Managementmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Buchdruckern durchgeführt, um benachbarte Wälder zu schützen.


Spatenstich für das „Naturerlebnis Wistlberg“

Umweltminister Thorsten Glauber (7.v.l.), Dr. Franz Leibl (6.v.l.), Landrat Sebastian Gruber (8.v.l.) und Heiner Kilger, zweiter Bürgermeister von Mauth (5.v.l.), freuten sich, zusammen mit Landtagsabgeordneten und Vertretern der beteiligten Firmen den Startschuss für den Bau am Wistlberg geben zu können. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Umweltminister Glauber gibt Startschuss für Bau des Nationalpark Cafés

Mit dem Spatenstich hat Staatsminister Thorsten Glauber den offiziellen Startschuss für den Bau des „Naturerlebnis Wistlberg“ nahe Finsterau gegeben. Im Laufe der kommenden zwei Jahre sollen neben einem Nationalpark-Café mit Spielgelände die Aussichtsplattform „Lusenblick“ sowie ein barrierearmer Weg durch das Finsterauer Filz entstehen. Auch die Parkplätze sowie die Igelbus-Haltestellen werden neugestaltet.

„Wir werden immer wilder – allein im vergangenen Jahr um über 600 Hektar“, sagte Staatsminister Thorsten Glauber und nahm damit Bezug auf die Erweiterung des Schutzgebietes nahe Finsterau. „Auf unsere Wildnis sind wir stolz. In der Natur tanken wir Kraft und Energie. Wir wollen sie mit allen teilen und für alle erlebbar machen.“ Mit der neuen barrierearmen Infrastruktur, die am Wistlberg geschaffen werde, komme man dem Ziel, ein „Nationalpark für alle“ zu sein, wieder einen Schritt näher. „So schaffen wir einen Mehrwert für alle. Ich freue mich, dass wir jetzt mit dem Bau loslegen können.“

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, freute es sehr, dass zeitnah mit der Baumaßnahme begonnen werden kann und richtete seinen Dank an das Umweltministerium. Als erstes fertig gestellt werden soll das Nationalpark Café und der barrierearme Steg durch das Finsterauer Filz, danach folgt der Bau von Spielbereich, Aussichtsplattform, Parkplätzen und Bushaltestellen. Landrat Sebastian Gruber lobte das Projekt als nachhaltig und zukunftsträchtig für die Region. „Es freut mich, dass die Nationalparkerweiterung nicht nur mit Naturschutz verbunden ist, sondern auch mit dem Bau von Einrichtungen.“ Die Akzeptanz des Schutzgebietes sei zwischenzeitlich sehr hoch. Dies sei Leibl und der gesamten Nationalpark-Mannschaft zu verdanken.

Heiner Kilger, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Mauth, sprach von einem Jubeltag für die Kommune. „Für alle Besucher wird die neue Infrastruktur zu einem Erlebnis, für uns als Gemeinde ist dieser Baubeginn heute ein Meilenstein.“ Über 50 Jahre habe man nur am Rande des Nationalparks gelegen – „jetzt sind wir mitten drin“. Kilger bedankte sich bei allen Entscheidungsträgern und vor allem beim Nationalpark für die immer herausragende Zusammenarbeit.


Auf Parkplätzen wird bald gezählt

Eine der Stellflächen, die mit der Sensorik ausgestattet werden, ist der P+R-Parkplatz Graupsäge an der Nationalparkstraße. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Vorarbeiten zum Nationalpark-Verkehrskonzept starten – Ziele: Bessere Besucherlenkung und Anwohnerentlastung

Gerade an schönen Herbst- oder Ferientagen kam es in den vergangenen Jahren in einigen hochfrequentierten Orten im und am Nationalpark zu chaotischen Szenen. Überlastete Parkplätze, verstopfte Straßen und vollgestellte Anwohner-Einfahrten. Dieses Bild soll bald der Vergangenheit angehören. Dazu arbeitet die Nationalparkverwaltung aktuell mit den Landkreisen und Gemeinden der Region an einem Verkehrskonzept. Die ersten Vorarbeiten dazu laufen gerade an – dank des Förderprogramms „Tourismus in Bayern – Fit für die Zukunft“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Ziel des Projekts ist es, künftig den von Besuchern verursachten Verkehr besser zu lenken. Im Idealfall wird der Individualverkehr reduziert und gleichzeitig der öffentliche Personennahverkehr, vornehmlich die Igelbusse und die Waldbahn, gestärkt. Zur besseren Verkehrslenkung sind vor allem Daten in Echtzeit zur Auslastung von Parkplätzen notwendig.

Diese Informationen sollen dann zukünftig beispielsweise mittels digitaler Schilder entlang der Zufahrtsstraßen sowie über digitale Angebote wie den Ausflugsticker Bayern, die übers Smartphone abgerufen werden können, an Besucher kommuniziert werden. So soll verhindert werden, dass bereits überfüllte Parkplätze angefahren werden. Gleichzeitig sollen dabei bereits Alternativen aufgezeigt werden – zum Beispiel P+R-Parkplätze am Nationalparkrand, wie den jüngst ausgebauten Wanderparkplatz Graupsäge an der Nationalparkstraße. Von dort können Wanderer und Co. bequem in Igelbusse umsteigen, in denen auch das Deutschlandticket akzeptiert wird.

In einer ersten Pilotphase werden derzeit einige Parkplätze im Nationalpark und dessen Vorfeld mit den nötigen Sensoren ausgestattet. Zunächst rüstet der Nationalpark die P+R-Parkplätze in Spiegelau und an der Graupsäge sowie die Stellflächen in Zwieslerwaldhaus und an der Fredenbrücke unterhalb von Waldhäuser mit der modernen Technik aus. Die im Bergdorf liegenden Parkplätze Waldhäuser-Kirche und Waldhäuser-Ausblick werden von der Gemeinde Neuschönau und vom Landkreis Freyung-Grafenau versorgt. Die Gemeinde Mauth übernimmt den Parkplatz am Finsterauer Skistadion. Der Parkplatz Wistlberg soll seitens des Nationalparks folgen, wenn die dortigen Bauarbeiten im Zuge der letztjährigen Nationalparkerweiterung abgeschlossen sind.

Die aktuell zu installierenden Sensoren erfassen die Anzahl der Fahrzeuge, die in die Parkplätze ein- und ausfahren. Daraus können dann die Auslastung und die Anzahl noch freier Parkplätze errechnet werden. Die zum Einsatz kommenden Kameras, werden an den Ein- und Ausfahrten der Parkplätze an Stahlmasten, ähnlich Straßenlaternen, so installiert, dass nur die notwendigen Straßenbereiche erfasst werden.

Die Auswertung der Bilddaten erfolgt mittels integriertem Computer direkt in der Kamera. Die Bilder der Kamera werden also direkt im Gerät verarbeitet und zu keiner Zeit gespeichert oder gar versendet. Versendet werden lediglich die numerischen Werte der Anzahl der Fahrzeuge. Dies geschieht mittels Mobilfunk. Somit ist das System voll und ganz datenschutzkonform. Es erfolgt zu keiner Zeit eine Erfassung oder Speicherung personenbezogener Daten. Die technische Umsetzung erfolgt durch die Firma SONAH GmbH aus Aachen.


Trotz Handicap die Nationalpark-Natur „erfahren“

it geländegängigen Rollstühlen konnten die Teilnehmer am Seminar des Aphasie Landesverbandes die Nationalpark-Natur rund um das Wildniscamp entdecken. (Foto: Gaby Auer)

Seminar des Aphasie Landesverbandes im Wildniscamp am Falkenstein

Die Waldwildnis für alle Bevölkerungsgruppen erlebbar machen – das ist ein Ziel des Nationalparks Bayerischer Wald. Dazu zählen auch Menschen, die gesundheitliche Einschränkungen haben. Aus diesem Grund hat der Aphasie Landesverband Bayern im Rahmen seines jährlichen Seminars einen Tag im Wildniscamp am Falkenstein verbracht.

„Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Hirnschädigung auftreten kann und im schlimmsten Fall den Verlust der Sprache mit sich bringt“, erklärt Ulrike Nowraty, die zusammen mit Gaby Auer das Seminar organisiert. Bei diesen mehrtägigen Zusammenkünften können sich Betroffene austauschen, außerdem stehen körperliche Aktivitäten sowie kulturelle und kreative Einheiten auf dem Programm. „Mit dem Nationalpark besteht schon länger eine intensive Zusammenarbeit“, berichtet Gaby Auer und lobt das Engagement des Schutzgebietes in diesem Bereich. „Die Natur trotz Handicap mit allen Sinnen erleben ist eine Aufgabe, die vom Nationalpark ernst genommen wird.“

Im Wildniscamp konnte die Gruppe einen spannenden Tag verbringen. Begleitet wurden die Teilnehmer vom Team der Umweltbildungseinrichtung rund um Karl-Heinz Englmaier sowie von Nationalpark-Mitarbeiter Günter Sellmayer, der selbst von körperlicher Einschränkung betroffen ist und geländegängige Rollstühle mitbrachte. Damit konnte die Gruppe die wilde Nationalparknatur nicht nur entdecken, sondern auch „erfahren“.


Eingerahmte Wälder

Die Schüler der Realschule Tittling freuen sich, ihre Werke im Waldgeschichtlichen Museum ausstellen zu können. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kunstprojekt der Realschule Tittling – Werke sind bis zum 28. Juli im Waldgeschichtlichen Museum zu sehen

„Waldstücke“ heißt eine Ausstellung, die derzeit im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald zu sehen ist. Die Künstler sind die Schülerinnen und Schüler der Werkgruppen der 6. Klassen der Realschule im Dreiburgenland Tittling.

„Da der Wald für die Menschen unserer Region nicht nur ein vielfältiger Lebensraum, sondern auch ein Wirtschaftraum ist, lag es nahe, sich mit diesem Thema einmal näher zu beschäftigen“, erzählt Lehrer Andreas Heckmann. Nachdem im Unterricht verschiedene Fragestellungen angeschnitten wurden, wie die lebensspenden Funktionen des Waldes für Mensch und Tier und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, kamen die Schüler schließlich auch auf den Rohstoff Pappe und Papier, der aus Holz gewonnen wird, zu sprechen.

„Mit diesem Rohstoff hat sich auch die französische Künstlerin Eva Jospin intensiv beschäftigt“, berichtet Heckmann. Neben grafischen Arbeiten vom Wald auf Papier nutzt sie vor allem Wellpappe, um raumhohe Waldstücke sowie „Kunstwälder“ zu schaffen und damit den Menschen – insbesondere denen im städtischen Raum - den Wald in neuer Weise ins Bewusstsein zu bringen.

Inspiriert von Eva Jospin gestalteten die Schülerinnen und Schüler kleine Waldstücke in beleuchteten Bildkästen. Dabei wurde erst ein Wald auf Transparentpapier mit Buntstiften gezeichnet, im zweiten Schritt wurden einige Hauptbäume mit Tusche hervorgehoben und im dritten Schritt wurden Bäume aus Pappkarton gestaltet, die in Form eines Scherenschnitts mit dem Cuttermesser geformt wurden. Am Ende wurde die Waldszene noch mit heimischen Tieren ergänzt. Abgeschlossen wurde die Arbeit mit dem Einsatz einer kleinen LED-Leuchte als stimmungsvolles Mondlicht.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Juli täglich außer Montag von 9 bis 17 Uhr im Filmsaal vom Waldgeschichtlichen Museum zu sehen.


Parkplatz Wistlberg gesperrt

Finsterau vom Wistlberg aus

Am Montag, 8. Mai beginnen Bauarbeiten - Ausweichparkplatz am Skistadion

Am Ortsende von Finsterau entsteht in den kommenden Jahren das Naturerlebnis Wistlberg. Die dafür nötigen Bauarbeiten beginnen nun am Montag, 8. Mai. Weil dafür der Platz des bisherigen Parkplatzes Wistlberg benötigt wird, sind die dortigen Stellflächen sowie die Toilettenanlage vorläufig nicht mehr nutzbar.

Besucher werden gebeten, die ausgewiesenen Parkplätze am Skistadion Finsterau zu nutzen und ab dem 13. Mai mit dem Igelbus ins Wandergebiet rund um den Siebensteinkopf und die Reschbachklause anzureisen. Der Busverkehr ist durch die Baumaßnahme nicht beeinträchtigt und auch Wanderer müssen keine Einschränkungen in Kauf nehmen. Die markierten Wege führen an der Baustelle vorbei.


Hommage an den Meister der Reduktion

 Freuen sich über die gelungene Ausstellung „Wilde Tiere – wilde Natur“: Hans-Georg Theuerjahr (v.l.), seine Frau Petra und Christian Binder, Leiter vom Waldgeschichtlichen Museum. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark zeigt bis 11.September Malereien, Plastiken und Grafiken zum 110. Geburtstag von Heinz Theuerjahr.

Er wäre heuer 110 Jahre alt geworden – der Maler, Bildhauer und Grafiker Heinz Theuerjahr aus Waldhäuser. Für den Nationalpark Bayerischer Wald ist dies Grund genug, ab Freitag, 5. Mai, die Ausstellung „Wilde Tiere – wilder Wald“ im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald zu zeigen.

Wann kam der Nationalpark mit Kunst in Berührung? Wer sich diese Frage stellt, der landet unweigerlich beim Namen Heinz Theuerjahr. „Die Neujahrsgrußkarte, die von der Verwaltung früher verteilt wurde, war immer mit einem Holzschnitt des Künstlers versehen“, erinnert sich Christian Binder, Leiter des Waldgeschichtlichen Museums. Und auch Theuerjahrs Sohn Hans-Georg kann viele Geschichten darüber erzählen, wie sehr sein Vater von Anfang an für den Nationalpark eingestanden ist. „Er hat sich vor der Gründung mit dem Filmemacher und Zoologen Grzimek in Afrika getroffen und regelmäßig mit dem damaligen Landrat Baierl gesprochen.“ Die Idee, eine Gehegezone nahe Neuschönau als ersten Anlaufpunkt für Touristen zu errichten, gefiel dem Künstler – damit sein zur Heimat gewordenes Waldhäuser, das damals schon stark von Touristen frequentiert war, ein stilles Refugium bleiben konnte, erzählt Hans-Georg Theuerjahr.

Zusammen mit seiner Frau Petra kümmert er sich seit dem Tod seines Vaters im Jahre 1991 nicht nur um den Fundus an Werken. Gemeinsam stellen sie auch Ausstellungen zusammen. „Mein Vater hat ein so tolles Werk geschaffen, das kann man nicht in der Schublade vergammeln lassen. Das muss man zeigen“, sagt Hans-Georg Theuerjahr und erhält Zustimmung von seiner Frau Petra. „Die Ausstellung im Waldgeschichtlichen Museum ist die 52. Schau, die wir machen. 27 weitere wurden vom Freundeskreis organisiert, wo wir natürlich auch mit vorbereitet haben.“

Der Weg zur perfekten Ausstellung ist dabei nicht immer leicht – gilt es doch aus einem Fundus von 860 Plastiken, 450 Druckgrafiken und Holzschnitten sowie mindestens 3000 Bildern auszuwählen. Im Waldgeschichtlichen Museum ist letztendlich eine kleine Zahl an beeindruckenden Werken zu sehen. Und alle haben eines gemeinsam: Sie thematisieren die wilde Natur mit ihren wilden Tieren. Das trifft sowohl auf die bunten Malereien aus den 40er Jahren zu, auf denen Hirsche und Windwürfe zu sehen sind, als auch auf die Reh- und Luchs-Holzschnitte.

Auch die Entwicklung des Kunststils ist in der Ausstellung nachvollziehbar. Die frühen Werke waren bunt und detailreich, in den 50er und 60er Jahren hat Theuerjahr fast nur mit Bleistift oder Kohle schwarz-weiß gemalt. „Der Grund war seine erste Afrikareise“, erzählt Hans-Georg Theuerjahr. Öl- und Aquarellfarben wären fürs Reisegepäck zu schwer gewesen. In den 70er Jahren wurden die Werke wieder bunter – Theuerjahr hatte sich einen Pastell-Kreidekasten gekauft. „Das hat ihm sehr viel Freude bereitet“, erinnert sich der Sohn. „Er hat viel ausprobiert, bis zu seinem Lebensende.“ Und sein Stil ist immer minimalistischer geworden. Dies sieht man in der Ausstellung nicht nur in den Malereien und Holzdrucken, sondern vor allem auch in seinen Plastiken. Die Reduktion hat Theuerjahr beherrscht wie kein anderer.

Die Ausstellung ist bis zum 11. September täglich außer Montag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.


Jetzt können Frösche, Kröten und Co kommen

Sicherheit für wandernde Amphibien bringen die aufgestellten Schutzzäune. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark baut Amphibienschutzzäune auf – Start in der Bergerau

Der Schnee in den Tallagen ist nahezu verschwunden. Die Tage werden wärmer. Und der Wald erwacht immer mehr zum Leben. So werden auch Erdkröten, Grasfrösche und Co demnächst mit den Wanderungen zu ihren Laichgewässern starten. Damit diese an den Haupt-Trassen über Straßen nicht Gefahr laufen, überfahren zu werden, hat der Nationalpark nun wieder damit begonnen, Amphibienschutzzäune aufzubauen.

Die ersten Meter der grünen Schutzbahnen wurden am Donnerstag in der Bergerau zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut. Weitere Standorte, etwa bei Ludwigsthal, im Reschbachtal und an der Nationalparkstraße, werden folgen. Die Zäune sorgen dafür, dass wandernde Amphibien in Eimer purzeln, die an der Schutzvorrichtung platziert sind. Von dort werden sie zweimal am Tag von Nationalparkmitarbeitern sicher über die Straße getragen.

An nicht so stark von den Tieren frequentierten Straßenabschnitten werden Autofahrer mittels grüner Warnschilder darauf hingewiesen, dass auch hier einige der mittlerweile immer seltener werdenden Amphibien unterwegs sein können. „Wir bitten Verkehrsteilnehmer dort Rücksicht zu nehmen“, appelliert Jochen Linner, der im Nationalpark für den Naturschutz zuständig ist.





Mehr Lebensraum für Kröte, Waldeidechse und Co

Damit wieder mehr Licht an die Teiche beim Gebäude der Nationalparkdienststelle in Klingenbrunn Bahnhof kommt, wurden Fichten entnommen. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald) (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Zugewachsene Teiche in Klingenbrunn Bahnhof wurden freigestellt

An und in den drei Teichen an der Nationalparkdienststelle in Klingenbrunn Bahnhof soll neues Leben einziehen. Mit verschiedenen Renaturierungs- und Naturschutzmaßnahmen wurden nun die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen.

„Die Teiche, die von Fröschen, Kröten und Molchen gerne als Laichgewässer genutzt werden, sind in den vergangenen Jahren immer stärker zugewachsen“, erklärt Reptilienexperte Paul Hien, der die Nationalparkverwaltung bei dem Projekt unterstützt. „Die Sonne kam nicht mehr ans Wasser und der Laubfall erzeugte Faulschlamm.“ Deshalb wurden die Teiche auf zwei Dritteln ihrer Fläche vom Bewuchs befreit, um sie nicht nur für Amphibien attraktiver zu gestalten, sondern auch für Reptilien.

Dazu wurden einige Fichten umgeschnitten und deren Stämme und Äste am Gewässer- und Waldrand zu Haufen zusammengelegt. „Diese dienen als Lebensräume für Kreuzottern oder Waldeidechsen“, erklärt Tobias Friedmann, Leiter der Nationalparkdienststelle Riedlhütte. Markante Einzelbäume, wie beispielweise Birken, wurden stehen gelassen, durch die Maßnahmen sind an den Gewässern die verschiedensten Strukturen entstanden. „Wir haben Wasserflächen in der Sonne und im Schatten, gleiches gilt für die Asthaufen. So findet jede Art die für sie idealen Bedingungen“, sagt Friedmann. Im Herbst dieses Jahres geht die Maßnahme weiter, dann wird ein Teil des Faulschlamms entnommen. Ein Drittel der Fläche wird jedoch überhaupt nicht verändert, hier bleibt eine Verlandungszone bestehen.

Wo die Teiche liegen, war nicht immer ein Gewässer. Ursprünglich lagen dort die Schienen des Rangiergleises für die Waldbahn. Sie wurden abgesenkt um die Verladekante möglichst niedrig zu gestalten. Als die Waldbahn ihren Dienst als Holztransportmittel einstellte, baute man Dämme ein, um die Fläche als Fischweiher zu nutzen. Um das Wasser dafür zu bekommen, wurde per Hand ein mehrere hundert Meter langer Graben nach Osten zum Waldhüttenbach gegraben. Nachdem die Teiche aufgrund ihrer geringen Tiefe jeden Winter zufroren und daher die Fische jeden Herbst entnommen werden mussten, gab man diese unrentable Teichwirtschaft auf und überlies die Weiher sich selbst.


Gemeinsames Aas-Projekt der deutschen Nationalparks

Aas zieht auch seltene Arten an. Im Nationalpark Bayerischer Wald kam zu einem ausgelegten Rotwildkadaver ein Seeadler. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald))

Auslegung von Wildtier-Kadavern – Vorkommende Arten werden erfasst

Der Tod gehört zur Natur. Totes Holz und unzählige davon abhängige Pilz- und Käferarten sind den Besuchern der deutschen Nationalparks ein gängiger Begriff. Doch welchen Stellenwert nimmt das tote Tier ein? Wenn man über einen längeren Zeitraum beobachtet, wie sich ein Kadaver zersetzt, wird deutlich, wie viel Leben er beherbergt und hervorbringt. Zu dieser Thematik gibt es nun ein gemeinsames Forschungsprojekt der deutschen Nationalparks.

Der Kreislauf des Lebens offenbart sich am Aas wie ein Zeitraffer im Vergleich zu der Zersetzung von abgestorbenen Bäumen. Wird Totholz über Jahrzehnte hinweg abgebaut, so dauert es bei einem toten Tier oft nur wenige Wochen. Viele verschiedene Arten – vom imposanten Adler über Marder und Aaskäfer bis hin zu Bakterien und Pilzen, die man mit bloßem Auge nicht mehr sehen kann – haben sich auf diesen Energie-Impuls im Laufe der Evolution perfekt eingespielt. Um mehr über den ökologisch bedeutsamen Lebensraum Aas und das bisher noch viel zu wenig erforschte Zusammenspiel seiner Besucher herauszufinden, wurde das Projekt „Belassen von Wildtierkadavern in der Landschaft – Erprobung am Beispiel der Nationalparke“ ins Leben gerufen.

Als einer von 13 deutschen Nationalparken ist der Nationalpark Bayerischer Wald seit 1. Oktober 2022 Partner des Projektträgers Universität Würzburg im BfN-Förderprojekt zur Erprobung der Wildtierkadaverbelassung in der Landschaft. Projektziel ist es, erstmals über alle Nationalparke hinweg in den verschiedenen Großlandschaften - vom Gebirge über die Mittelgebirge bis hin zu den marinen Habitaten - standardisiert zu untersuchen, wie Aas in den verschiedenen Ökosystemen von Wirbeltieren, Insekten sowie Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen genutzt wird. Damit soll der Prozessschutz in Nationalparken um ein wichtiges Thema in der Wahrnehmung erweitert werden.

Erste Untersuchungen im Nationalpark Bayerischer Wald zeigten 17 Wirbeltierarten, 92 Käferarten, 97 Zweiflüglerarten, 1820 Bakterienarten und 3726 Pilzarten an der toten tierischen Biomasse. Ein Wildtierkadaver ist somit ein wahrer Hotspot der Biodiversität. Aas gibt viel mehr Nährstoffe frei als andere tote organische Materie wie Holz oder Blätter. Das, was sich beispielsweise aus einem 30 Kilogramm schweren Kadaver an Nährstoffen löst, entspricht in vielen Agrarsystemen einer Düngung über 100 Jahre hinweg. Obwohl dieser Mehrwert für die Artenvielfalt bekannt ist, ist selbst in Nationalparken das Belassen verunfallter oder - im Fall von Meeressäugern – gestrandeter Wildtiere bislang kaum im Schutzgebietsmanagement vorgesehen – obwohl die Förderung natürlicher Prozesse eine Aufgabe der Nationalparks ist.

Das auf fünf Jahre angesetzte Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gliedert sich in ein Hauptvorhaben und eine wissenschaftliche Begleitung. Im Hauptvorhaben werden jährlich über einen Zeitraum von drei Jahren acht natürlich verendete oder bei Wildunfällen tödlich verunglückte und nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignete Rehkadaver an zufälligen Plätzen auf den Flächen der Schutzgebiete belassen - als unterstützende Maßnahme zum Erhalt seltener Kadaververwerter, wie zum Beispiel dem Luchs oder dem Seeadler im Nationalpark Bayerischer Wald.

In einem sogenannten „Blockdesign“ werden in einem charakteristischen Lebensraumtyp, zum Beispiel der halboffene Bergmischwald im Nationalpark Bayerischer Wald, sechs Blöcke - drei im Sommer und drei weitere im Winter - bestehend aus je drei Teilflächen eingerichtet. Dabei dient eine Teilfläche als Kontrolle ohne Aas, auf einer Teilfläche wird ein Reh als allgegenwärtige Kadaverart ausgelegt und auf der dritten Teilfläche jeweils eine für einen größeren Lebensraum spezifische Tierart, wie zum Beispiel der Rothirsch im Nationalpark Bayerischer Wald.

Im Rahmen des Projektes wird wissenschaftlich erhoben, welche Arten am Kadaver zu finden sind. Große Aasfresser werden mittels Fotofallen, Insekten mittels Barberfallen, Pilze und Bakterien mit Hilfe von Abstrichen erfasst und genetisch analysiert. Untersucht werden die optimalen Bedingungen des Aasangebots, um die Auswirkungen auf die Diversität der Kadaverbesucher schutzgebietsübergreifend zu optimieren. Parallel dazu findet eine Sensibilisierung für das Thema „Sterben im Wald“ durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit in Presse, Radio und Fernsehen, auf Homepages und Social Media statt.

Am Ende sollen Handlungsempfehlungen für das Management in Nationalparks und Naturlandschaften gegeben werden können. Ein Wissens- und Ergebnistransfer übergreifend auf Deutschlands Wildnisgebiete ist ein großes Anliegen und Ziel aller am Projekt beteiligten Partner.

Mit großer Spannung erwarten die deutschen Nationalparke dieses umfassende Schnittstellenprojekt unter Beteiligung verschiedener Sachgebiete wie Nationalparkforschung, Parkmanagement, Umweltbildung zur Kadaverökologie und Öffentlichkeitsarbeit zur medialen Begleitung.


Grenzübergang Blaue Säulen bleibt von der tschechischen Seite aus unzugänglich

am Grenzübergang Blaue Säulen

Der Grenzübergang Blaue Säulen bleibt von der tschechischen Seite aus unzugänglich. Das Umweltministerium hat das Verfahren zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen eingestellt.

Das tschechische Umweltministerium, vertreten durch seine Staatsverwaltungsabteilung in České Budějovice, hat final entschieden, dass eine saisonale Eröffnung des Wanderweges durch das Lusenbachtal zwischen dem ehemaligen Forsthaus am Březník (Pürstling) und dem Grenzübergang Blaue Säulen nicht möglich ist. Das dazugehörige Genehmigungsverfahren wurde eingestellt. Somit ist auch der von der Nationalparkverwaltung Šumava vorgelegte Vorschlag für Ausgleichsmaßnahmen vom Tisch.

Die Leitung der Nationalparkverwaltung Šumava hatte zuvor versucht, ein Kompensationspaket zu schnüren, um die Öffnung der Blauen Säulen unterhalb des Lusengipfels zu erreichen. Eine der grundlegendsten Bedingungen seitens des Ministeriums war das nachweisbare Erreichen einer ausreichenden Größe der Auerhuhn-Population im Böhmerwald-Ökosystem sowie deren Bestandsschutz, idealerweise sogar eine positive Populationsentwicklung. Zu den vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen gehörte die Vergrößerung des tschechischen Nationalpark-Kerngebiets um 3381 Hektar im Bereich des Poledníks.

„Das Umweltministerium ist mit dem Vorschlag der Verwaltung nicht einverstanden. Daher ist es nicht möglich, den Durchgang durch das Lusenbachtal mit einem erweiterten Kerngebiets in einer Gegend zu kompensieren, in der bereits Auerhühner vorkommen. Das Entscheidungsgremium ist überzeugt, dass es sich in diesem Fall nicht um eine Kompensation handelt, sondern um eine Tätigkeit, zu der die Nationalparkverwaltung sowieso gesetzlich verpflichtet ist“, so kommentiert Martin Pazourek, Vertreter der Nationalparkverwaltung Šumava, die Schlussfolgerungen der Berufungsinstanz.

Die Entscheidung ist von grundlegender Bedeutung und wird sich auf alle weiteren Vorschläge der Zugänglichmachung von bisher nicht erschlossenen Gebieten im mittleren Böhmerwalds auswirken. Es ist offensichtlich, dass Ausweisungen neuer touristischer Routen im Gebiet des Nationalparks sowie des Landschaftsschutzgebiets damit nur schwer umzusetzen sind. Grund dafür ist das Fehlen von Möglichkeiten, potentielle Störungen der Auerhuhn-Population kompensieren zu können.

Es gibt nicht viele mögliche naturschutzfachliche Ausgleichsinstrumente. Das Auerhuhn ist eine sehr anspruchsvolle Art. Sie bewohnt meist raue und lückenhafte Altbestände, hauptsächlich Bergfichtenwälder. Auerhühner leben unter extremen Bedingungen und sind daher von Störungen aller Art bedroht. Dies gilt insbesondere im Winter, wenn sie sich nur von Fichtennadeln ernähren, aber auch während der Brutzeit, wenn die Gefahr besteht, dass das Gelege kalt wird oder die Küken erfrieren. Auerhuhn-Schutz ist grundsätzlich nur möglich, indem man menschliche Aktivitäten im Lebensraum minimiert. Im Böhmerwald sind die Nisthabitate der gefährdeten Art relativ klar umgrenzt und grundsätzlich nicht erweiterbar. Derzeit kann sogar davon ausgegangen werden, dass die möglichen Lebensräume bereits von Raufußhühnern besetzt sind, so dass das Hauptziel des Schutzes darin besteht, die scheuen Waldvögel zu erhalten und eine Zunahme der Individuen-Anzahl zu ermöglichen.

„Ich war davon überzeugt, dass die von mir vorgeschlagenen und von der Genehmigungsbehörde weiter verschärften Bedingungen, das Lusenbachtal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, aus der Sicht des Artenschutzes ausreichen. Aus der jetzt getroffenen Entscheidung folgt jedoch, dass die Ausgleichsmaßnahmen eine ganz andere Form annehmen müssten. Aus der Ökologie des Auerhuhns, den Ansprüchen an seine Umwelt und der Entwicklungsdynamik sowie aus den Vorbehalten des Ministeriums bezüglich der Konstruktion möglicher Ausgleichsmaßnahmen schließe ich, dass solche Maßnahmen sowohl im Nationalpark, als auch im Landschaftsschutzgebiet Šumava kaum geschaffen werden können. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als die Entscheidung zu akzeptieren“, sagt Nationalparkleiter Pavel Hubený.



Erneute Auszeichnung für Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald

Zwiesler Waldhaus Rundweg

Deutscher Wanderverband zertifiziert fünf Rundwege als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“

Der Deutsche Wanderverband hat erneut fünf beliebte Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald mit der Urkunde „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Nach einer ersten Zertifizierung vor rund drei Jahren überzeugten die Nationalparkwege damit schon zum zweiten Mal. Das Qualitätssigel gab es für die Rundwanderwege Ameise, Buntspecht, Bussard, Eisvogel und Flusskrebs. Diese wurden etwa als besonderer Familienspaß, regionaler Genuss oder als besonderes Naturvergnügen ausgezeichnet.

Das Prädikat „Traumtour“ erhielt der rund acht Kilometer lange Rundweg Eisvogel westlich von Mauth. Die Route entlang des Reschbachs, über die Steinbachklause und das Seefilz zur Großen Kanzel, sei auch für weniger geübte Wanderer und Familien gut zu bewältigen und biete unterwegs immer wieder die Gelegenheit sich über die Besonderheiten des Nationalparks zu informieren, steht in der Beurteilung des Wanderverbands.

Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl zeigt sich erfreut über die erneute Auszeichnung. „Egal ob sportliche Wanderer oder Familien mit Kindern – möglichst jeder soll unsere Waldwildnis besuchen können und hautnah erleben was passiert, wenn der Mensch nicht mehr in die Natur eingreift. Das zeigt sich entlang unserer ausgezeichneten Rundwanderwege sehr eindrucksvoll. Deshalb freut es mich sehr, wenn auch der Deutsche Wanderverband die Routen als besonders erlebenswert einstuft.“

Wegen Corona wurde die Verleihung der Zertifikate „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ in diesem Jahr digital abgehalten. Über die Plattformen Facebook und Youtube wurden die über 100 ausgezeichneten Wanderwege in ganz Deutschland bekannt gegeben und detailliert vorgestellt. Nach 2019 sind die fünf Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald erneut auf dieser exklusiven Liste.

nationalpark_aktuell.txt · Zuletzt geändert: 2024/07/08 15:31 von gfreund